Forum: Gesundheit
Medizin: Yes, we Can(nabis)
DPA

Die Hürden, medizinisches Cannabis auf Rezept zu erhalten, sinken. Dank eines neuen Gesetzes dürfen Ärzte es sogar verschreiben, bevor sie alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Das wurde auch Zeit.

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SarahMue 01.03.2017, 18:11
1. Das kann wohl sagen

Ja, das wurde wirklich Zeit! Ich kann dem Artikel nur zu 100% zustimmen. Nur weil wir eine falsche und ideologische Drogenpolitik betreiben, müssen Menschen enorme Qualen leiden und werden kriminalisiert. Das Gesetz ist ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. Dass das unter der Drogenbeauftragten Mortler passiert, ist ein Wunder. Noch erfreulicher ist, dass das Gesetz auch noch sinnvoll konzipiert ist. Vielleicht realisieren wir langsam, dass Drogenverbote das Konsumproblem nicht lösen und weitere Probleme schaffen. Physische und psychische Probleme lassen sich nicht mit dem Strafrecht lösen. Das ist das falsche Instrument: So ab würde man einen Nagel mit einer Abrissbirne einschlagen wollen.

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andreios 01.03.2017, 18:18
2. Zahlen und Erhebungen kann man in fast jeder Grossstadt schnell und ohne Grosse Kosten sichten.

Da ja jetzt die allerletzten Gründe vorgeschoben werden müssen, damit der legale Konsum Bundesweit noch so lange wie nötig braucht, einfach mal auf die Erfahungswerte der mio Studenten und Proffessoren, Azubis und Meistern, Lehrern und Schülen, Hausfrauen und Omas zurückgreifen.
Da wird schon rauskommen wofür das Teufelkraut sonst noch zu gebrauchen sein wird,also auch weniger lethale Fällen, nicht nur bei extrem Fällen, bei denen schon fast die Hoffnung schwindet.
Opiate und Hanf hmmm, also da muss man schon lange überlegen was einen denn nun aus den Klauen der Pharmaindustrie befreien könnte.
Vielleicht hilfts ja sogar irgentwann gegen Wutbauch!

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herbert_schwakowiak 01.03.2017, 18:21
3.

"Das neue Gesetz hilft also nicht nur den Patienten, sondern auch der Forschung."
Und das ist gut so. Bisher hat sich ja wegen der Stigmatisierung als Droge kaum jemand getraut, eine Studie über Cannabis zu veröffentlichen.

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permissiveactionlink 01.03.2017, 18:46
4. Unrühmlicher Eiertanz

Ich kann mir nicht verkneifen, der Autorin in einem Punkt klar zu widersprechen : Solange Tabak- und Alkoholkonsum völlig legal sind, auch wenn sich 99,999 Prozent der Konsumenten daran berauschen, und nicht etwa um mit dem Konsum bei einer schweren Krankheit Lebensqualität zurückzugewinnen, ist es sinnlos, die Legalisierung des medizinischen Einsatzes von der des Konsums des Rauschmittels zu trennen, auch wenn das für manch einen politisch opportuner und durchsetzbarer erscheint. Denn im Gegensatz zu Cannabis erzeugt der Konsum der Rauschdrogen Tabak und Alkohol schwere bis tödliche Erkrankungen, er lindert sie nicht. Folglich sollten Tabak und Alkohol viel drastischer sanktioniert werden als Cannabis. Und für alle, die gerne Worte auf die Goldwaage legen : Es geht mir ausschließlich um eine Abgabe als Rauschmittel an Volljährige, nicht an Jugendliche vor oder während der Pubertät. Die z.T. schwerwiegenden Folgen des Kiffens auf die Gehirne von pubertierenden Teenagern sind signifikant, allenthalben dokumentiert und bedürfen keiner weiteren Interpretation.

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Freidenker10 01.03.2017, 18:48
5.

Meine Güte was für ein Drama um ein absolut reines Naturprodukt wenigstens schwerkranken zugänglich zu machen! Die totale Legalisierung ist sowas von überfällig, denn selbst das Reich der Stigmatisierung schlechthin die USA haben es größtenteils schon freigegeben. Bei uns bremst garantiert wieder die Pharma und Alkohllobby, weil es sonst keinen vernünftigen Grund gegen eine Legalisierung gibt! Die Politiker sind wirklich geistig in den 50 jahren stehen geblieben...

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0421glasauge 01.03.2017, 18:57
6. Das wurde aber auch Zeit

Jetzt können die Schwerkranken endlich ihr Leid ein wenig mildern ohne strafrechtlich verfolgt zu werden. Daumen hoch!

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user124816 01.03.2017, 18:57
7.

Zitat von Freidenker10
Meine Güte was für ein Drama um ein absolut reines Naturprodukt
knollenblätterpilze sind auch ein "absolut reines naturprodukt"… dieses label sagt nichts über die (un)gefährlichkeit aus.

ich hätte gerne das cannabis komplett legalisiert wird,erstens weil ich es aus persönlicher erfahrung für ungefährlich halte (und millionen von anderen konsumenten auch), und zweitens weil mein vater sich tot gesoffen, und niemand sich je tot gekifft hat.

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Gleichstrom 01.03.2017, 19:01
8.

Grundsätzlich ein zustimmungsfähiger Artikel.

Leider nicht vollständig - Opioide werden hier zum neuen Sündenbock. Die Gruppe der Fentanyle stellt innerhalb dieser Wirkstoffklasse allerdings einen Sonderfall dar, die höchstpotenten Analgetika, die bekannt sind, gehören dieser an, teils extrem stark und kurz wirkend und daher teils auch garnicht zu gebrauchen, immer aber noch sehr viel vorsichtiger zu gebrauchen als andere Opiode!

Ein Vergleich mit antagonisierten Retardpräparaten mit Wirkstoffen wie Tilidin oder Oxycodon hinkt da gewaltig - mit denen kann man sich kaum versehentlich umbringen. Toxische Wirkungen haben die meisten Opioide überhaupt keine, im Gegenteil - wenn man bei Schmerzbehandlung vor etwas warnen will, sollten die Nierenvernichter Ibuprofen und ähnlicher Mist (Arylsäurederivate) an erster Stelle stehen - aber diesen Schund gibt es sogar ohne Rezept, während es bei einem neuen Arzt idR mehr als deutliche Überzeugungsarbeit fordert, die Experimente, die bereits schiefgegangen sind, nicht wiederholen zu müssen und direkt ein Opioid verschrieben zu bekommen, das das Problem löst und sonst nicht weiter auffällt.

Wenn die Erleichterungen beim Cannabis da noch restriktiveres Vorgehen nach sich ziehen, gewinnt man damit nichts.

Die Nebenwirkungen Rausch und Euphorie werden speziell in Deutschland allerdings immernoch als schwerwiegender gesehen als Organschäden.

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Lichtenbruch 01.03.2017, 19:16
9. Zu welchem Preis?

Das man Cannabis an Schwerkranke endlich freigibt ist sehr positiv, allerdings profitiert auch hier mal wieder die Pharmaindustrie über Gebühr.
Während man gutes Cannabis an jeder Straßenecke für wenig Geld bekommen kann, kostet Dronabinol gemessen an der THC-Menge ca. 50mal soviel wie ein "illegal" erworbenes Cannabisprodukt.
Wenn das nicht lukrativ ist!

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