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Meningitis bei Babys: Die Angst vor der Hirnhautentzündung
Corbis

Reichen Fieber und eine vorgewölbte Fontanelle für einen Meningitis-Verdacht? Bei dem kleinen Sohn von Lisa Harmann schon. Es folgten eine Woche Klinik, die Entnahme von Nervenwasser - und ein erlösender Befund.

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realist4 03.11.2014, 14:09
1. Schwere Zeit für die Eltern

Ich kann die Eltern sehr gut verstehen, vor Jahren ergab sich bei unserem kleinen Sohn der gleiche Verdacht. Wer will schon riskieren, dass das Kind nicht rechtzeitig behandelt wird, also dem schweren Gang zur Untersuchung zustimmen obwohl man von den Schmerzen weiß. Gottseidank war der Befund negativ.

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600watt 03.11.2014, 14:23
2. das kann auch anders laufen...

bei unserem sohn lief es damals so:
hohes fieber, gelegentliches überstrecken, also krankenhaus, lumbalpunktion, verdacht auf virale hirnhautentzündung, einweisung, cortison 24/7 intravenös.
das fieber ging, er wurde immer blasser, die laborergebnisse nach einer woche nicht fertig. nach 10 tagen entlassung ohne befund (laborergebnisse immer noch nicht da. nach 11 tagen anruf vom krankenhausarzt: es täte ihm sehr leid, aber es läge leider ein besonders schwerer fall einer viralen infektion durch herpes viren vor. wir müssten uns auf schwere bis schwerste behinderungen einstellen. meine frage nach "körperlich oder geistig?" beantwortete er mit "beides und zwar mit sehr hoher wahrscheinlichkeit"
das war der schlimmste telefonanruf meines lebens. ich sah während des anrufes meinen sohn in seinem bett spielen. als das gespräch beendet war ging ich zu ihm. er war blass und war durch den krankenhausaufenthalt und die medikamente geschwächt, aber machte ansonsten einen normalen eindruck. mein erster gedanke war: "das kann nicht stimmen" das nennt man wohl verneinungs-phase, war der zweite. ich konnte es nicht glauben.
einen tag später rief der arzt wieder an. es tue ihm wiederum leid, aber es habe eine verwechslung gegeben und es habe im fall meines sohnes überhaupt keine infektion vorgelegen.
sollte ich mich freuen oder aufregen über den zweiten anruf ? ich weiss es bis heute nicht. unser sohn ist gesund und munter.

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quak_quak 03.11.2014, 15:33
3. Und das Risiko?

Wenn man einem sich windenden Kleinkind eine Nadel zwischen die Wirbel schiebt? Ich verstehe nicht, dass man in so einem Fall nicht sediert. Und noch weniger, dass man die Mutter wegschickt.

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sedierung@googlemail.com 03.11.2014, 17:03
4. Geht alles

Zitat von quak_quak
Wenn man einem sich windenden Kleinkind eine Nadel zwischen die Wirbel schiebt? Ich verstehe nicht, dass man in so einem Fall nicht sediert. Und noch weniger, dass man die Mutter wegschickt.
1) Den Säugling kann man zur Lumbalpunktion recht einfach in einer Position fixieren, ohne dass es zu relevanten Bewegungen kommt.
2) der Schmerzreiz ist im Grunde Vergleichbar mit dem einer Blutentnahme oder dem Legen eines venösen Zugangs. Was übrigens bisweilen schwieriger beim zappelnden Kind sein kann.
Das würde ja bedeuten, dass im Rahmen eines stationären Aufenthalts für jede Punktion (und da kommen einige zusammen) eine Kurznarkose fällig wäre,
das kann eigentlich keiner wollen.
Sicher, nach Möglichkeit sollte man die Mutter/ den Vater die Anwesenheit gestatten.
Leider ist das nicht immer glücklich, speziell in Zeiten in denen die Mentalität "wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass", respektive "mach mein Kind gesund aber fass es nicht an" vorherrscht.

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quak_quak 03.11.2014, 20:06
5. Danke...

Zitat von sedierung@googlemail.com
1) Den Säugling kann man zur Lumbalpunktion recht einfach in einer Position fixieren, ohne dass es zu relevanten Bewegungen kommt. 2) der Schmerzreiz ist im Grunde Vergleichbar mit dem einer Blutentnahme oder dem Legen eines venösen Zugangs. Was übrigens bisweilen schwieriger beim zappelnden Kind sein kann. Das würde ja bedeuten, dass im Rahmen eines stationären Aufenthalts für jede Punktion (und da kommen einige zusammen) eine Kurznarkose fällig wäre, das kann eigentlich keiner wollen. Sicher, nach Möglichkeit sollte man die Mutter/ den Vater die Anwesenheit gestatten. Leider ist das nicht immer glücklich, speziell in Zeiten in denen die Mentalität "wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass", respektive "mach mein Kind gesund aber fass es nicht an" vorherrscht.
... für die Info, das mit der stationären Aufnahme leuchtet ein.
Ich fand z.B. eine Rückenmarksnarkose schon sehr unangenehm - und das war mit Erwachseneneinsicht, tief atmen, lockerlassen usw. - ein (kleines) Kind macht das ja nicht, sondern verspannt sich, versucht sich zu drehen... und dann wird es wesentlich schmerzhafter.

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helena2010 03.11.2014, 20:44
6. Virale Meningitis

Meine Tochter bekam mit 6 Wochen hohes Fieber. Der Kinderarzt fackelte nicht lange und schickte uns in die Klinik weiter. Dort wurde auch recht schnell eine Lumbalpunktion gemacht, nach 3 stunden, nachts um 23 Uhr dann die Diagnose, ja Hirnhautentzündung. Die furchtbarste Nacht meines Lebens, Baby mit fast 41 Fieber an Geräten angeschlossen. Man hofft nur noch. Es ging ihr aber schnell besser und nach 5 Tagen die Erlösung, keine Herpesviren und nicht bakteriell, nur vital. Heute ist sie 1 1/2 und man merkt bisher keine Spätfolgen.

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nordschaf 03.11.2014, 22:14
7.

Ich muss bei Artikeln zur Meningitis immer an meine Grossmutter denken, die als 2-jährige 1923 an Meningitis erkrankt ist. Wir haben noch all die Fieberkurven, die über Wochen und Wochen geschrieben wurden und die Tagebucheinträge der verzweifelten Mutter. Zwar kam "der Herr Geheimrat" täglich nach dem Kind zu sehen, aber eigentlich hatte man nicht mehr in der Hand als fiebersenkende Schmerzmittel. Irgendwann durchstach man die Trommelfelle, um Eiter ablaufen zu lassen und das wars dann mit dem Hören und Sprechen lernen. Zwar wurde meine Grossmutter ohne weitere Folgeschäden letztlich wieder gesund, aber sie war aufgrund der Behandlung gehörlos und wäre um ein Haar im dritten Reich zwangssterilisiert worden ("der Herr Geheimrat" konnte zum Glück noch einmal mit einem Gutachten eingreifen). Dann könnte ich das hier nicht schreiben, weil ich schlicht nicht da wäre.

Zwar lese ich hier in den Beiträgen, dass bei der Diagnose nicht alles optimal läuft, aber ich bin doch gottfroh, dass ich mit meinen Kindern heute in eine Notaufnahme fahren könnte, wo man mehr in der Hand hätte als im weitesten Sinne Paracetamol und Gebete.

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CancunMM 04.11.2014, 09:04
8.

Das tückische an der Meningitis ist ja, dass sie wie ein banaler Infekt anfängt. Ein wenig Fieber, ein wenig Halsschmerzen. Nicht jeder denkt dann sofort an eine Meningitis. Und innerhalb von wenigen Stunden kann es bei der durch Meningokokken verursachten Meningitis zu schwersten Verläufen kommen.

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gfeu 02.01.2015, 18:07
9. meningitis nicht bestätigt

da kann man ja froh sein! Befriedigt wäre ich über die Aussage nicht. Was war es dann? Wenn 2x hintereinander gleiches/ähnliches mit den Kindern vorkommt, kann ich doch nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen. Offenbar wurden keine anderen Ursachen in Erwägung gezogen, z.B. Aspartam das vom alten Giftonkel Monsanto verhökert wird und noch immer nicht verboten ist. Über 90 schlimmste Nebenwirkungen stehen zur Auswahl. Jede für sich lässt sich auch in verschiedenen Krankheitssymptomen finden.
Vor 10 Jahren noch schrieb der Spiegel noch über den Ausverkauf der Gesundheit und traute sich die Pharmakonzenrne anzugreifen. In dieser Zeit vollzog sich wohl eine Wandlung des Paulus zurück zum Saulus.

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