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Missionarische Veganer: Der Irrglaube
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Noch dürfen Menschen fast alles essen, was sie möchten. Doch viele Veganer scheint genau das zu plagen, klagt unser Autor Arno Frank. Warum sonst sollten sie Andersdenkende mit missionarischem Eifer verfolgen?

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Celegorm 04.08.2018, 16:50
80.

Für mich ist strikt vegane Ernährung ja auch nichts (ab und zu vegane Mahlzeiten aber durchaus nett) und natürlich gibts unter den Veganern komische, gar nervige Typen. Die Polemik hier ist aber trotzdem ziemlich plump und insbesondere auch widersprüchlich:
1. Der Autor enerviert sich über angeblichen missionarischen Eifer von Veganern, beschwert sich dann aber im gleichen Atemzug dann darüber, dass ein Veganer doch tatsächlich wagt, sein veganes Essen mit auf dem Grill zu legen und dabei erst noch still (!) zufrieden zu sein - sich also doch tatsächlich dem anscheinend heiligen Fleisch-Grill-Kult verweigert und es sich dabei noch erlaubt, nicht deprimiert in der Büsser-Ecke zu sitzen.
2. Einerseits sollen Veganer zwar doof sein, weil sie so fundamentalistisch sind und ihren Veganismus zur lebensbestimmenden Religion ausweiten, andererseits sind Veganer dann aber auch doof, weil sie dann (gleichzeitig?!) den Veganismus locker nehmen und sich ab und zu ein Snickers oder eine Flugreise gönnen. Wobei bei letzterem eh nicht klar ist, was das mit vegan zu tun hat. Ja was denn nun? Sind Veganer nun verhärmte religiöse Extremisten oder ideologiefreie Ernährungshipster? Der Autor kann sich anscheinend nicht entscheiden und findet zwanghaft alles blöd, was auch nur etwas vegan scheint. Strikt vegan ist falsch, etwas vegan aber auch, vegetarisch aber dafür wieder gut? Die Logik soll einer verstehen.

Ingesamt zeigt der Artikel einmal mehr, dass der Anzahl jener, die alleine beim Wort "vegan" auf die Bäume gehen und permanent auf einem missionarischen Feldzug gegen alles nur irgendwie vegan wirkt sind, die Zahl der Veganer weit übersteigen, geschweige denn den Anteil jener Veganer, die das Ganze vielleicht wirklich etwas religiös betreiben..

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HannesW 04.08.2018, 16:54
81.

Das liest sich wie der Tagebucheintrag eines gefrusteten "im Zweifel dagegen -Typs".
Irgendwelche aus der Luft gegriffenen Behauptungen und eigene Gefühle in einem Artikel verpackt um Frust über andere abzulassen.
Da gibts 100 Dinge auf der Welt, die einen mehr stören sollten. Sich über sein Handeln Gedanken zu machen ist auf jeden Fall eine gute Sache. Und genau das tun die Veganer. Ob sie das dann im Alltag auch wirklich gewinnbringend umsetzen können - oder ob es unterm Strich besser wäre, wenn sie alles wie früher machen würden ist dann nochmal eine andere Sache. Aber Nachdenken ist mal der Richtige Anfang.

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freekmason 04.08.2018, 17:01
82.

Zitat von mwroer
Zahlenmäßig ja, Prozentual nein. Es gibt halt wesentlich weniger Veganer als Leute die Fleisch essen - aber der Prozentsatz der Missionare ist bei den Veganern wesentlich höher. Wenn ich die Tür aufmache und da steht einer und sagt 'Hi ich bin Jos, ich bin Veganer bitte nicht vergessen' dann weiß ich 2 Dinge: Meine Tochter hat ihn zum Barbecue eingeladen und er will missionieren. Zum Glück hat meine Tochter diesen Missionierungseifer nicht und ich 2 Grills. Mir ist auch völlig egal was einer futtert. Solangs ihm schmeckt und er mir nicht auf die Nerven fällt, kann er sich meinetwegen in meinem Garten Sonnenblumenkerne sammeln und die Brennnessel für Tee verwursten. Ehrlich - ich kenne beide Seiten aus nächster Nähe und wir haben viele Grillabende die mit beiden Parteien anwesend friedlich verlaufen aber der Anteil der Missionare oder 'Hinweiser' ist bei Veganern noch höher als bei Vegetariern und wesentlich höher als bei Allesessern.
es ist ja auch irgendwie naheligend und klar, dass man GEGEN ethische misstände "missioniert". wär ja noch schöner, wenn mehr dafür "missionieren" würden, tiere zu quälen, resourcen zu verschwenden, die umwelt zu belasten etc. die zahl derer, die sich für beispielsweise züchtigung von kindern oder diskriminierung von anderen einsetzen sollte ja auch niedriger sein, als die mit "missionierungseifer" dagegen.

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Strafjurist 04.08.2018, 17:04
83. Wer missioniert denn?

Wenn man sich hier durchs Forum klickt, kriegt man ein Gefühl dafür, dass es offenbar zumindest nicht nur Veganer sind, die missionieren (und schon gar nicht alle - meiner Erfahrung nach ganz im Gegenteil), sondern hier auch viele Fleischesser sich auf Glaubenssätze berufen und etwa fleischfreie Ernährung als "nicht artgerecht" verunglimpfen. Das ist natürlich völliger Quatsch, es gibt schon sehr lange Menschen, die komplett auf Fleisch verzichten - Jains sind nur ein Beispiel dafür (und diese als Hindus zu bezeichnen, ist wirklich peinlich!). Letztlich ist die Frage, wie wir uns ernähren wollen, eine zutiefst persönliche. Ich esse (sehr gerne) Fleisch, eines meiner vier Kinder lebt vegetarisch und hat zwar viel Sympathie mit einer veganen Lebensweise, ist aber auch ehrlich genug um sich einzugestehen, dass sie Käse und andere Milchprodukte einfach zu gerne isst, um auf sie zu verzichten. Halten wir es wie die Jains: Leben und leben lassen - in alle Richtungen. Mir ist übrigens noch nie ein missionierender Jain begegnet - anders als bei Christen oder Muslimen...

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veloopity 04.08.2018, 17:05
84. Die Fleischfresser

Die Fleischfresser sind doch wohl 100 mal so missionarisch drauf, mit allen Mitteln, aber das ist ja „normal“. Daß jeden Tag Millionen empfindender Lebewesen unter teilweise gruseligen Umständen umgebracht werden, nur zum Spaß (weil es den Fleischfressern schmeckt - sonst gibt es keinen wirklich belegbaren Grund), das ist „normal“, und wer Tiere liebt und das nicht mit ansehen kann, der ist „pervers“. Irgendwann wird das Fleischessen zum Glück ein dunkles Kapitel der Geschichte sein, so wie die Sklaverei, und es wird Museen geben, in dem sich Leute mit Schaudern vorstellen, daß einst Tiere zum Spaß getötet und aufgegessen wurden

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doc_vegan 04.08.2018, 17:05
85. Wer missioniert hier wen ?

Als wir in den 1980er Jahren unsere Kinder weitestgehend lacto-ovo-vegetarisch ernährten, was wurden wir nicht von der gesamten Verwandtschaft mit Vorwürfen eingedeckt: Fleisch ist lebensnotwendig, wir gefährden die Gesundheit unserer Kinder.
Mit zunehmendem Alter habe ich jetzt auch (aus rein gesundheitlichen
Gründen) den Milchkonsum eingestellt, auf Fisch will ich aber nicht verzichten. Ich habe durch diese Ernährungsumstellung eine massiv
auftretende rheumatoide Arthritis in den Griff bekommen, statt schwerer Dauermedikation einfach mit den Ernährungsgewohnheiten meiner Kindheit (viel Fleisch, Wurst, Käse, Milchprodukte) gebrochen.
Erst der dritte Arzt (mit TCM Ausbildung) hat mir nach kurzer Befragung gleich den richtigen Rat gegeben: tierisches Eiweiss nur noch aus dem Wasser. Ich habe dann durch Trial-und-Error den kausalen Zusammenhang klar nachweisen können (schon kleinste Mengen
Sahne oder Käse am Vorabend führen zu einer eindeutigen Symptomatik in den Gelenken).
Mit Religion oder Tierschutz habe ich nichts am Hut, aber mir ist klar
das Big-Pharma und Big-Food die wahren Influencer sind wenn es um
Ernährungsgewohnheiten geht. Natürlich würde ich gerne anderen Rheumatikern helfen die von pharma-orientierten Ärzten irregeführt werden, da geht es auch nicht um missionarischen Eifer, das ist pures
Mitgefühl.

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freekmason 04.08.2018, 17:05
86.

Zitat von titoandres
Auch habe ich noch nie eim Gespräch aufgedrängt bekommen, warum Salami essen so wichtig ist.
mal ne steile these: könnte das zum einen daran liegen, dass salamiessen überhaupt nicht wichtig ist? und zum anderen daran, dass Sie noch nie auf einer grillparty auf fleisch verzichtet haben?

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karstenauswerder 04.08.2018, 17:09
87. und was ist mit Plastik?

Hat mal einer gezählt in wieviel Plastiktüten der vegane Herr sein Gemüse verstaut hat?

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t-alex 04.08.2018, 17:10
88. Bitte um Aufklärung!

Hintergrund des Veganismus sind (u.a.) tierethische Überlegungen (ich zitiere mal aus Wikipedia:
"..es gebe keine moralische Rechtfertigung, das Leid eines Wesens, gleich welcher Natur es sei, nicht in Betracht zu ziehen."

Für mich persönlich - und ich bitte das Ernst zu nehmen - haben auch Pflanzen, besonders augenfällig Bäume, ein - wie immer geartetes "Wesen". Der Raubbau an der Natur allgemein, nicht nur an den Tieren, zum Zwecke der reinen Verschwendung und des Luxus' ist einzuschränken und, wo immer möglich, aus ethischen Gründen zu vermeiden.

Mich würde dazu die Meinung eines überzeugten Veganers interessieren. Sollten Sie ähnlicher Meinung sein: welche Schlussfolgerungen ziehen Sie daraus für Ihren persönlichen Lebensstil?

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Byrne 04.08.2018, 17:14
89. Zu selbstgerecht!

Zitat von lysistrata_79
Warum verbeißt sich SpOn eigentlich in einer Minderheit, deren Lebensweise von den Journalisten offenbar kaum verstanden, aber offensichtlich verachtet wird? Veganismus ist eine sehr gewaltfreie und nachhaltige Lebensphilosophie. Definition des Veganismus durch die Vegan Society: „Veganismus ist eine Lebensweise, die versucht - soweit wie praktisch durchführbar - alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden; und in weiterer Folge die Entwicklung und Verwendung von tierfreien Alternativen zu Gunsten von Mensch, Tier und Umwelt fördert. In Bezug auf die Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle Produkte, die zur Gänze oder teilweise von Tieren gewonnen werden." Kaum nachvollziehbar, warum sich Viele offenbar daran aufgeilen gegen Menschen zu hetzen, die ihrem Gewissen folgen.
Wei diejenigen, die angeben nur ihrem Gewissen zu folgen, immer - wie auch Sie hier wieder und praktisch alle anderen dem veganen Lager zuzurechnenden Foristen - allen Fleischessern damit implizit unterstellen, sich für Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren nicht zu interessieren und sich keine Gedanken über die Welt zu machen. Wer sich grundsätzlich wegen bestimmter Lebensweisen auf der moralisch guten Seite verortet, unterstellt natürlich allen anderen, die ihm nicht folgen, auf der anderen bösen Seite zu stehen.Das fällt hier schon mächtig auf!

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