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Mit Einschränkungen: EU-Parlament unterstützt Glyphosat-Zulassung
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Es ist ein weiterer Schritt auf den Weg zur Entscheidung: Das Europaparlament empfiehlt, das Herbizid Glyphosat weiter zu erlauben. Allerdings soll die Zulassung nur sieben statt 15 Jahre gelten.

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Pless1 15.04.2016, 13:30
100. @lemmy #92

Es gibt durchaus gute Gründe, Glyphosat kritisch zu sehen, das steht außer Frage. Man muss in der Argumentation aber bei den Argumenten bleiben, die hier für die nun getroffene Entscheidung überhaupt stichhaltig sind. Und daher ist eine Argumentation mit Anwendungen, die hier nicht (Genmais) oder kaum (Sikkation) einschlägig sind eine unlautere Argumentation.

Zu Ihren Punkten:

1) Nach der Ernte IST vor der Saat. Entscheidend ist, dass sich zum Zeitpunkt des Einsatzes keine der Nahrung dienende Nutzpflanze auf dem Feld befindet und das Mittel daher auch nicht über die Blätter aufnehmen kann.

2) Natürlich wird das überprüft. Jeder Händler muss lückenlos nachweisen, an wen er das Mittel wann abgegeben hat. So ist nachprüfbar, was Sie bekommen haben. Jeder Anwender muss die Verwendung dokumentieren - lückenlos. Das wird kontrolliert. Unangemeldet! Wenn sie da Lücken haben wird Ihnen die Flächenprämie gestrichen, das geht in die Zehntausende Euro, selbst bei kleineren Familienbetrieben. Bußgeld kommt noch dazu, ggf. sogar Strafverfahren.

3) Genau das legt aber das Bild nahe.

4) Stimmt.

5) "Nachweisbar" das war in den 80ern und90ern ein Argument. Qualitativ können Sie heute nahezu alles in allem nachweisen aufgrund der Fortschritte der Analytik. Das ist aber nicht gleich zusetzen mit Risiken. Da muss man schon auf die Quantitäten schauen.

6) Dito. Vor allem liegt das aber an den auch von Ihnen genannten Importen (Sikkation!)

7) Eine einheitliche Regelung in der EU wäre wünschenswert. Allerdings ist zu befürchten, das die Regelungen dann lascher wären als heute in DE.

8) Das ist reine Verschwörungstheorie. Eine Anhebung von Grenzwerten ist in den meisten Fällen sogar sinnvoll, übrigens insbesondere im Bio-Bereich. Wenn wir da weiterhin den Nachweisgrenzen hinterherlaufen, wird Biolandbau in DE irgendwann nicht mehr möglich sein. Fände ich kontraproduktiv.

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ralph111 16.04.2016, 10:18
101. Skandal!

Nach meiner Auffassung ist es unverantwortlich, dass nach vierzigjährigem (!) Ausbringen riesiger Mengen bis heute noch keine umfassenden Studien über die Gefährlichkeit des Pestizides und seiner Abbauprodukte vorliegen. Und alleine schon, dass es einen Verdacht gibt, dass das BfR relevante Studien nicht bzw. unzureichend berücksichtigt haben soll, ist für mich unerträglich und zeigt mir, welcher Stellenwert die Gesundheit der Verbraucher gegenüber den Interessen der Industrie/industriellen Landwirtschaft bei der Bundesregierung hat. Sehr informatives Kurz-Video zum Thema: http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/unser-land/unser-land110.html

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ralph111 16.04.2016, 10:45
102.

Uns sagt man, dass trockene Pflanzen bei der Sikkation kein Glyphosat aufnehmen, dass sich Glyphosat und seine Abbauprodukte schnell abbauen usw. und dann findet man oft in der Nahrung und beim Menschen Rückstände von Glyphosat usw. (z.Z. noch in äußerst winzigen Mengen - aber es wurde nachweislich aufgenommen, sonst würde es ja über den Urin nicht wieder ausgeschieden).
Ein Tipp: Sehen Sie sich Kinder in den Dörfern der Soja-Anbaugebiete in Süd-Amerika an! Auch für sie sind wir verantwortlich, wenn wir Produkte von landw. Betrieben kaufen, die Soja verfüttern.

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J.Boehrer 17.04.2016, 10:33
103.

Zitat von ralph111
Nach meiner Auffassung ist es unverantwortlich, dass nach vierzigjährigem (!) Ausbringen riesiger Mengen bis heute noch keine umfassenden Studien über die Gefährlichkeit des Pestizides und seiner Abbauprodukte vorliegen. Und alleine schon, dass es einen Verdacht gibt, dass das BfR relevante Studien nicht bzw. unzureichend berücksichtigt haben soll, ist für mich unerträglich und zeigt mir, welcher Stellenwert die Gesundheit der Verbraucher gegenüber den Interessen der Industrie/industriellen Landwirtschaft bei der Bundesregierung hat. Sehr informatives Kurz-Video zum Thema: http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/unser-land/unser-land110.html
Mehr als 1000 ausgewertete Studien sind für Sie NICHT umfassend? http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zur_bewertung_des_gesundheitl ichen_risikos_von__glyphosat-127823.html

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ralph111 17.04.2016, 15:39
104. Für wie blöd müssen uns diese

Sikkation (übersetzt: Austrocknung) bezeichnet einen Vorgang in der Landwirtschaft, bei dem Kulturpflanzenbestände mit Sikkanten zum Zwecke der Abreifebeschleunigung abgetötet werden. ....Zum Einsatz kommen vor allem Glyphosat....haltige Produkte....(https://de.wikipedia.org/wiki/Sikkation).
Das Totalherbizid wird also auch direkt auf Ähren mit den reifen Körnern gespritzt. Die Ähren von Weizen sind zu diesem Zeitpunkt oben offen, so dass das Gift z.T. direkt auf die Körner gelangt.
Uns sagt man, dass trockene Pflanzen bei der Sikkation kein Glyphosat aufnehmen, dass sich Glyphosat und seine Abbauprodukte schnell abbauen usw. und dann findet man oft in der Nahrung und beim Menschen Rückstände von Glyphosat usw. (z.Z. noch in äußerst winzigen Mengen - aber es wurde nachweislich aufgenommen, sonst würde es ja über den Urin nicht wieder ausgeschieden).
Ein Tipp: Sehen Sie sich Kinder in den Dörfern der Soja-Anbaugebiete in Süd-Amerika an! Auch für sie sind wir verantwortlich, wenn wir Produkte von landw. Betrieben kaufen, die Soja verfüttern.

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ralph111 17.04.2016, 15:57
105.

Zitat von phantasierender...
Na dann erklären sie mir doch mal die gängige anbauweise für Mais in deutschland ? "Mais ist eine Kultur, die mit sehr geringem Pflanzenschutzmitteleinsatz wächst". Ich bin selbst Landwirt und kenne auch selbst keinen Landwirt der in Deutschland glyphosat im Mais verwendet ! apropos sikation: sollte das Verbot kommen dann würde der Pflanzenschutzmitteinsatz in getreide deutlich steigen ! Ich geh davon aus sie wissen warum :-) oder etwa nicht ?
Der Mais wird wegen der Empfindlichkeit gegen Spätfröste relativ spät gesät, so dass der Boden lange Zeit unbedeckt ist. Deshalb bauen manche Landwirte eine Vorfrucht (z.B. Gründüngung) an. Ich habe schon gesehen, dass diese Vorfrucht mit Spritzmitteln behandelt wird, so dass sie abstirbt. Diese Aktion gehört für mich zum Maisanbau.
In meiner Nähe ist ein Bio-Bauer, der hat schönes Getreide ohne Pestizideinsatz. Gute Landwirte wissen, wie man Unkräuter auch ohne Gift langfristig zurückdrängen kann.

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Goldwin 20.04.2016, 08:35
106.

Zitat von ralph111
In meiner Nähe ist ein Bio-Bauer, der hat schönes Getreide ohne Pestizideinsatz. Gute Landwirte wissen, wie man Unkräuter auch ohne Gift langfristig zurückdrängen kann.
Es ist überhaupt keine Frage, dass man auch ohne Pflanzenschutzmittel Ackerbau betreiben kann. Letztendlich, beruht aber eben auch ein Großteil des aktuellen Wohlstandes darauf, dass man die produktivität in der Landwirtschaft erheblich steigern konnte. U.a. eben auch durch den Einsatz von Pflanzenschutzmittel.
Zudem ist es schlichtweg falsch, dass der Ackerbau ohne Pflanzenschutzmittel per se besser ist als der ohne. Ich nenne mal ein Beispiel vom landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern: Mein Vater baut nach Raps Weizen an. Nun ist es so, dass der Raps einen sehr humoses Boden mit reichlich Ernterückstände zurück lässt. Optimal für den Weizen danach. Allerdings wächst erstmal der ausgefallen Raps wieder. Diesen muss man VOR der Saat des Weizen wieder beseitigen. Das könnte man leicht durch eine Bodenbearbeitung erreichen, allerdings wird durch eine Bodenbearbeitung die Mineralisation des Stickstoffes beschleunigt. Optimal ist den Weizen OHNE große Bodenbearbeitung zu säen. Der Einsatz von Glyphosat ist zu diesem Zeitpunkt die beste Wahl. Kein Dieselverbrauch, keine Stickstoffauswaschung und zudem liegt die nächste Ernte fast ein Jahr in der Zukuinft, so dass ausreichend Zeit ist, dass der Wirkstoff abgebaut wird.

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karljosef 18.05.2016, 18:17
107. Was ist eigentlich, wenn neben den Bienen noch andere Insekten betroffen sind?

http://www.focus.de/wissen/natur/tiere-und-pflanzen/pflanzenschutzmittel-vergiften-bienen-bienensterben-angst-vor-dem-kipppunkt_id_4641511.html

Sozial ist, was Arbeit schafft?

Dann bestäuben wir eben selbst?

Dann würden die Arbeitslosenstatitistiken endlich berechtigt hübscher werden?

Nachdenkliche Grüße

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