Forum: Gesundheit
Morbus Crohn: Neue Hilfe gegen tückische Darmentzündungen
Corbis

Krampfartige Bauchschmerzen, Durchfall, Erschöpfung: Patienten mit Morbus Crohn leiden immer wieder unter heftigen Symptomen. Bei manchen Betroffenen versagen herkömmliche Medikamente. Für sie gibt es jetzt neue Präparate - und pflanzliche Hilfsmittel.

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Kauzboi 09.10.2013, 10:32
1. TNF-a. Blocker

Seit 2009 habe ich Crohn. Von Anfang an gingen wir die Sache mit Immunsuppressiva (Azathioprin) an, doch nach dem Ausschleichen vom Cortison stellten sich wieder Beschwerden ein, die zwar lange nicht so schlimm waren wie vor der Behandlung, aber trotzdem unangenehm und dem Altagsleben hinderlich.

Als nächstes versuchten wir Budenofalk, ein Cortison das nur lokal wirkt und somit die ganzen Nebenwirkungen von herkömmlichem Cortison nicht hatte. Hat auch funktioniert, bis man es wieder absetzte, was zwangsweise sein musste, da man es nicht dauerhaft einnehmen darf.

Da die Entzündungen gemäss cal-protectin Messung, Ultraschall und CT aber weiterhin stark wüteten, obwohl ich mit der Situation vom Gefühl her hätte leben können, prognostizierte mir mein Arzt innerhalb 5 Jahren einen Dünndarmverschluss.

Da ich eine Operation als letztes Mittel ansehe, habe ich mich für die Behandlung mit TNF-a Blockern Remicade/Infliximab zusammen mit Azathioprin entschieden. Schon 2 Wochen nach der ersten Infusion spürte ich eine Verbesserung. Nach 4 Wochen war ich beschwerdefrei - bis heute, 18 Monate später. Allerdings benötige ich alle 8 Wochen eine Remicade Infusion. Sämtliche Entzündungsmarker sind übrigens auf normalen Werten angelangt.

Ich kann den Versuch nur jedem empfehlen, statt sich vom zuweilen hysterischen Gerede gegen TNF-a Blocker in Crohn Foren verrückt machen zu lassen. Man lebt nur einmal und das Leben ist zu wertvoll um es sich von etwas wie Morbus Crohn kaputt machen zu lassen.

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Erwan 09.10.2013, 10:45
2. Bei Colitis ulcerosa wird schon lange auch

ein Präparat aus Colibakterien, namens Mutaflor eingesetzt. Damit kann die Krankheit zwar auch nicht geheilt werden, aber die Schübe werden weniger oder sind weniger schlimm. Das Bild hier zeigt es gut, wie Bakterien die Schleimhautbarriere durchdringen und dann Entzündungen verursachen. Es ist aber so, dass eine gute Darmflora über die sog. Colonisationsresistenz das Eindringen von Bakterien in die Schleimhaut verhindert. Insofern kann man auch die Wirkung von den o.g. Colibkterien verstehen. Nur ändern diese bei so einer chronischen Krankheit auch kaum mehr die natürliche im Darm vorhandene Bakterienflora, die so eine Krankheit verhindern kann.

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shinobi42 09.10.2013, 11:47
3. Psychosomatische Komponente

Bei mir wurde vor über zwanzig Jahren eine Collitis Ulcerosa festgestellt, die ich mit entsprechenden Medikamenten (Claversal) damals behandelt habe. Mein Arzt sagte mir, ich sollte versuchen, über die Krankheit mehr zu wissen, als er und mich auch selbst damit offensiv auseinandersetzen. Erst als ich anfing, asiatische Kampfkünste zu praktizieren, wurde es besser, auch weil ich den Stress aus der Uni damit kompensieren konnte. Heute bin ich Projektmanager und habe nur noch sehr selten ganz kurzfristige Schübe, die ich aber schnell wieder in den Griff bekomme, manchmal mit medizinischer Unterstützung. Mir ist bewusst, dass eine Darmerkrankung ein Leiden sprichwörtlich der "inneren Mitte" ist.

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bushdoctor 09.10.2013, 12:01
4. und was ist mit Cannabinoiden?

Bei Morbus Crohn sollte in keinem Falle unerwähnt bleiben, dass die Cannabinoide THC und CBD in fast allen Fällen eine Linderung verschaffen können.
Näheres dazu kann im Internet ganz leicht selber recherchiert werden.

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bommerlunder 09.10.2013, 12:21
5. Psycho - Quatsch

Möglicherweise KANN die Psyche eine Rolle spielen. Die Aussagen, die Krankheit sei psychosomatisch bedingt, die man leider oft hören muss, ist allerdings längst widerlegt und schadet den Patienten nur. Weil sie die "Schuld" auf den Patienten schiebt, der nichts für die Krankheit kann. Einem sportlichen, glücklichen Menschen wird dabei eingeredet, er müsse ein seelisches Problem haben. Das ist frustrierend und bringt gar nichts.

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singingnemo 09.10.2013, 12:38
6. Nebenwirkung und so...

Ah, ja, wenn da bloß nur nicht diese dumme kleine Nebenwirkung wäre, dass leider blöderweise Menschen, die Remicade/Infliximab bekommen, auch schon an ner Erkältung gestorben sind. Klar kann das theoretisch bei allen Immunsuppressiva wie Aza auch passieren. Aber bei Remicade/Infliximab scheint das das größere Risiko zu sein. Und selbst die Werbe-Broschüre von Remicade/Infliximab verschweigt das nicht.
Ich gebe aber zu: ich habe mich mit der ENtscheidung letztlich gegen Remicade/Infliximab und für Aza auch sehr schwer getan. Remicade/Infliximab bringt schneller Besserung, senkt die Gefahr von Folgeschäden durch die Erkrankung entsprechend enorm und Aza muss ich eventuell auf ewig nehmen - was mache ich dann, wenn ich Kinder bekommen möchte etc.
MC und CU sind keine einfachen Themen, zumindest nicht, bis die eigentliche Krankheit bekämpft werden kann. Das ist eben leider einfach so.
Ich mach das Beste draus. :)

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vivi0204 09.10.2013, 13:07
7. Ein Hoffnungsschimmer

Ich habe seit ca. 20 Jahren Morbus Crohn und damals mit leichteren Medikamenten wie Claversal im Schub begonnen. Nachher reichte es nicht mehr aus, die Schübe kamen häufiger und nun nehme ich langzeitmässig Azathioprin in Kombi mit Entocort ein und bin dadurch in Remission. Allerdings leidet meine Leber darunter und das Blutbild ist grenzwertig. Die neuen Biologica scheinen einen Hoffnungsschimmer aufzuzeigen.
Dennoch, ich finde, dass eine positive Einstellung zum Leben, z.B. jeden einzelnen Tag wirklich mit positiver Energie anzugehen - soweit möglich, noch immer die wichtigste Voraussetzung ist, neben den Medikamenten natürlich. Das Seelische sollte und darf m.E. gerade bei den CED nicht ausser Acht gelassen werden. Leider nehmen wir uns heute zu wenig Zeit für uns selbst.

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elciudadano 09.10.2013, 13:22
8. Prograf

Meiner Frau hat nach Jahren des "Leidens" und verschiedenen Versuchen das Mittel Prograf sehr bei Ihrer Culitis geholfen.

Nachdem die Therapie mit Remicade nicht angeschlagen hatte und es darauf hinaus lief, dass der angeblich letzte Ausweg nur das Entfernen des entzündeten Bereiches sein sollte, entschied sich ihr Gastro sie an die Uniklinik nach Lübeck zu überweisen.

Hier wurde ihr nach ausführlichem Gespräch das Mittel Prograf verschrieben. Nachdem über ein viertel Jahr hinweg das Cortison ausgeschlichen wurde, reduzierte sie langsam die tägliche Dosis Prograf (Zusätzlich nahm/nimmt sie noch Azathioprin und Mesalazin) innerhalb eines Jahres auf 0. ( Tacrolimus )

Sie ist nun seit fast zwei Jahren in Remission und steht jetzt kurz vor der Entbindung unseres ersten Kindes. Sie sieht gesund aus und man merkt es ihr auch im Vergleich zu Schub-Zeiten an, dass es ihr besser geht. Die Behandlung mit Prograf scheint jedoch nicht üblich zu sein, da man im Internet selten auf Erfahrungsberichte oder Studien zum Thema stößt.

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la.pa 09.10.2013, 13:40
9. hmmm

Das hier wäre vll auch noch mal ein überdenkenswerter Ansatz... : Dietary Treatment of Crohn's Disease | NutritionFacts.org

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