Forum: Gesundheit
Mythos G-Punkt: Reine Knopfsache
Eva Haeberle / SPIEGEL ONLINE

Auf dem Weg zum perfekten Sex ist der weibliche G-Punkt angeblich ein entscheidender Schalter: Warum aber finden ihn dann Frauen wie Männer so selten? Darauf haben Wissenschaftler eine Antwort.

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storchentante 22.10.2018, 18:18
20. @10

wenn das Studium 1976 war, aus welchem Jahr stammt dann das korrekte Anatomiebuch des Vaters? In jedem medizinischen Fachbuch ist der Hinweis zu finden, dass die Wissenschaft sich stets weiterentwickelt.

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Gaztelupe 22.10.2018, 19:12
21. Hauptsache Bohei

Die Vagina, hat mir eine Dame erzählt, sei an und für sich kein besonders empfindliches Organ, was an nervlichen Ausstattung läge. Das dürfe sie auch gar nicht sein, weil Frauen eine Geburt sonst wegen der unvermeidlichen Qualen einfach nicht überleben würden. Fand ich ganz plausibel.

Eine andere Dame lag mir trotzdem mit dem vaginalen Orgasmus, dem G-Punkt und seiner mysteriösen Lage in den Ohren. Ich gab zu verstehen, ich hätte keine Ahnung, wo der sich bei ihr befände und spekulierte: Möglicherweise jedesmal woanders? - Das kam nicht so gut an, es fehlte wohl an lösungsorientierter Zuwendung meinerseits.

Aus meiner sicherlich unerheblichen Erfahrung heraus kann ich nur anmerken: Wenn der Orgasmus durch direkte Stimulation der Klitoris zu erreichen ist - wozu noch nach dem G-Punkt suchen? Erotik und auch der sich hoffentlich einstellende Orgasmus sind vor allem von einem Organ abhängig: dem Gehirn.

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current3 22.10.2018, 19:33
22. ???

Zitat von a.maassen
Zit: "Denn wir wissen seit 1998, dass die Klitoris bis tief in den weiblichen Unterleib hineinreicht." Dieses Märchen wird vom Spiegel zu passenden Gelegenheiten immer wieder verbreitet. Ich besitze ein Anatomielehrbuch meines Vaters, in welchem die weibliche Anatomie vollständig und richtig abgebildet ist. Auch während meines Medizinstudiums (1976 ff) habe ich das genauso gelernt. Dazu auch die komplette Innervation. Für Leute mit anatomischen Kenntnissen war die Diskussion um den "weiblichen Orgasmus" und irgendwelche "G-Punkte" ohnehin immer eine Gespensterdiskussion. Unbeschadet der Tatsache, daß "Orgasmus" , im Übrigen bei beiden Geschlechtern, ein hochkomplexes psychosomatisches Geschehen ist. Just aus diesem Grunde ist ein Orgasmus ja auch völlig ohne genitale Stimulation möglich (wenn auch nicht besonders häufig)
Ihre Argumentation irritiert mich. Sie haben in der 70ern studiert, d.h. Sie sind wohl im Ruhestand oder nicht mehr weit davon entfernt. Daraus schließe ich, dass das Lehrwerk Ihres Vaters ebenfalls nicht ganz aktuell sein wird.
Wie kommen Sie darauf, dass diese beiden Punkte tatsächlich Argumente sind?
Immerhin gab es bis in die 1960er Jahre hinein Klitoridektomien (Entfernung der Klitoris) in Europa - zur Heilung von Nervosität, Hysterie und Masturbation (!)
Hätten Sie in den 70ern das Argument gelten lassen: "Ich habe in den 1930ern Medizin studiert, deshalb weiß ich XY"?

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current3 22.10.2018, 19:52
23. Anmaßend!

Zitat von a.usemann
Regelmäßig wird es in dieser oder ähnlicher Form geschrieben, von Männern, Feministinnen oder von Frauen, die offenbar den Unterschied noch nicht kennen gelernt haben. Es ist der vaginale Orgasmus ein so unvergleichbar tieferer und andersartiger Höhepunkt, das es tatsächlich nicht ganz unpassend ist zu sagen "Der klitorale Orgasmus gilt als schnödes Handwerk, der vaginale Orgasmus als hohe Kunst im Liebesspiel." Antworten werden nur akzeptiert von Frauen, die beides kennen.
Es ist anmaßend und ignorant zu behaupten, dass Menschen eine bestimmte Empfindung als das Allerhöchste wahrzunehmen haben. Wieso sollte es anders sein als bei anderen Wahrnehmungen? Nehmen wir mal das Essen.
Da müsste man ja auch behaupten können: Es ist der Genuß des Rosenkohls ein so unvergleichbar tiefer und andersartiger (geschmacklicher) Höhepunkt... Wer etwas anderes behauptet, hat einfach noch nie wirklich Rosenkohl probiert!
Der Rosenkohl kann bei Bedarf natürlich ersetzt werden durch Rote Beete, Schwarzwälderkirschtorte, Sushi, Lauch, Fleischwurst, Dampfnudel, Griespudding, Roggenbrot, Linsensuppe und Som Tam.

Übrigens ist die Vielfalt an Wegen, wie man zum Orgasmus kommen kann weitaus größer als meine Aufzählung von Speisen. Aber das müssen Sie vielleicht noch lernen.

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barklug 22.10.2018, 23:27
24. Made my day!

"Gebrauchsanleitungen aus sogenannten Männermagazinen" :D
Danke Frau Kleen! Ich sollte wohl öfter mal in solchen Blättern schmökern.
Ich werde nun nach dieser Erheiterung das Handy beiseite legen, mich an den schnarchenden Engel neben mir schmiegen und mir beim Einschlummern vorstellen, wie ich ihr Knöpfchen... :-)

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jelissei 23.10.2018, 01:34
25.

Eigentlich haben die Pointer Sisters schon alles dazu gesagt bzw gesungen. Einfach mal Slow Touch hören und verstehen. Viel Spaß ; )

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der IV. Weg 23.10.2018, 08:30
26. den Schalter finden

Zitat von booya
Und dann gibt es sogar Frauen die wie homosexuelle Männer von analen Orgasmen berichten bzw sie erlebt haben.
Was wenn alles mit allem zusammenhängt?
Dass man den sog. G-Punkt (Klitoris, Vagina, Anus) erst mal aktivieren muss?

Beim Anus wird die Sache am besten klar, denn so wie er normalerweise ist, reagiert er auf Berührung nicht mit einem sexuellen Reiz.
Denn dafür ist er ja auch eigentlich nicht bestimmt.
Und trotzdem gibt es dort viele Nerven die sexuelle Reize erzeugen können.

Jetzt könnte man lapidar sagen: manche Frauen (oder Männer) wissen, wie´s geht, also sexuelle Reize von den gleichen Nerven zu empfinden, die sonst in diese Richtung eher unwirksam bleiben.

Alles eine Frage der Aufmerksamkeit, Einstellung und Übung.
:)

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elisa1 23.10.2018, 09:52
27.

Zitat von der IV. Weg
Was wenn alles mit allem zusammenhängt? Dass man den sog. G-Punkt (Klitoris, Vagina, Anus) erst mal aktivieren muss? Beim Anus wird die Sache am besten klar, denn so wie er normalerweise ist, reagiert er auf Berührung nicht mit einem sexuellen Reiz. Denn dafür ist er ja auch eigentlich nicht bestimmt. Und trotzdem gibt es dort viele Nerven die sexuelle Reize erzeugen können. Jetzt könnte man lapidar sagen: manche Frauen (oder Männer) wissen, wie´s geht, also sexuelle Reize von den gleichen Nerven zu empfinden, die sonst in diese Richtung eher unwirksam bleiben. Alles eine Frage der Aufmerksamkeit, Einstellung und Übung. :)
Analsex ist ein gutes Beispiel dafür, dass man sich psychisch auf Sachen einlassen muss, um sie als Erregung wahrnehmen zu können. Ob man das mag, ist einfach als Neigung oder erotische Fantasie hinterlegt. Und die sind so vielschichtig und kompliziert, dass man am Ende nicht einmal weiß, warum man eine bestimmte sexuelle Variante aufregend findet oder eben nicht. Ähnlich verhält es sich mit Attraktivität. Man kann Männer mit Muskeln toll finden, sich aber ebenso an bierbäuchigen Exemplaren erregen. Umgekehrt gilt dasselbe.

Wem die ferkelige Fantasie Analsex nichts bringt, der wird dabei auch keine Lust empfinden. Wenn ich da von mir ausgehe, so hatte ich schon seit den ersten Gefühlen immer die schmutzige Idee, es auszuprobieren. Wobei ich später bei vertraulichen Gesprächen mit Frauen erst erfuhr, dass einige so etwas niemals machen würden, weil es sie anekelte oder ihnen zu unangenehm vorkam. Man muss sich eben drauf einlassen wollen. Deswegen ist Sex eben nicht nur "Schöne Gefühle und Zärtlichkeit", sondern eben auch Macht, Ohnmacht, Erniedrigung und Schmutzgefühl.

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MoorGraf 23.10.2018, 10:32
28. a.maassen: "wer lesen kann..."

"... ist klar im Vorteil"

Die Aussage von a.maassen ist, dass schon in Anatomie-Lehrbüchern von 1976 zu lesen war, _"dass die Klitoris bis tief in den weiblichen Unterleib hineinreicht." Das ist also (anders als der Artikel schreibt) sicherlich nicht eine neue Erkenntnis von 1998.

Selbstverständlich hat sich Anatomie (und Sexualkunde) in den letzten 40 Jahren weiterentwickelt, aber die meisten Kenntnisse der Medizin sind deswegen nicht falsch geworden.

Ich persönlich finde es immer wieder gut, wenn sich Fachleute (also in diesem Fall auch Mediziner) äußern und richtigstellen, was ihnen fachlich aufgefallen ist. Also: DANKE an a.maassen.

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Nellodee 23.10.2018, 12:01
29. Ewiges Mysterium - einfache Antwort

Ich glaube, das größte Missverständnis ist immer noch das, dass es bei der Frau quasi einen Knopf gibt, den man nur drücken muss, und Zack! Orgasmus/sexuelle Erregung. Und wenn es nicht so gut läuft, hat man halt den Knopf nicht gefunden oder nicht richtig betätigt. Meiner Erfahrung nach funktioniert das aber bei den wenigsten Frauen so exklusiv. Sexuelle Erregung (und auch der Höhepunkt) sind vielmehr eher so etwas wie die Gesamtsumme aus Ganzkörper-Erfahrung und Kopf-/Seelenzustand. Viele Frauen haben erogene Zonen, die sich fernab vom Unterleib befinden und man(n) tut gut daran, sich diesen zu widmen, damit kommt man(n) schon extrem weit bei der Vorbereitung und kann sich dann beruhigt dem "Sahnehäubchen" zuwenden. Sich dagegen gleich zielsicher auf die Klitoris/den G-Punkt zu stürzen, klappt selten, egal wieviel Aufwand man(n) dann betreibt.

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