Forum: Gesundheit
Natürliches Antibiotikum: Honig bekämpft hartnäckige Krankheitserreger
imago/ Westend61

Ein bisschen Manuka-Honig und viel Wasser könnte in Zukunft helfen, medizinische Instrumente von Krankheitserregern zu befreien. Dafür spricht eine aktuelle Studie mit dem Spezial-Honig aus Neuseeland.

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Sumerer 28.09.2016, 16:37
1.

"Ein bisschen Manuka-Honig und viel Wasser könnte in Zukunft helfen, medizinische Instrumente von Krankheitserregern zu befreien. Dafür spricht eine aktuelle Studie mit dem Spezial-Honig aus Neuseeland."

Ein Bienenvolk, der Bien, lebt in etwa in einem Stock mit 40.000 - 50.000 Bienen auf engstem Raum. Da verwundert es nicht wirklich, dass es auch in der Lage ist Krankheitserreger zu kompensieren/eliminieren.

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allegro_assai 28.09.2016, 17:20
2. Desinfektion mit Honig hätte konkret welchen Vorteil?

Zitat von Sumerer
... verwundert es nicht wirklich, dass es auch in der Lage ist Krankheitserreger zu kompensieren/eliminieren.
Im Beitrag steht ja gerade, dass der Honig nicht gegen Viren wirkt. Sehr wahrscheinlich wirkt er auch nicht gegen Pilze.

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Pride & Joy 28.09.2016, 17:56
3. Propolis

https://de.wikipedia.org/wiki/Propolis
Zitat von
Propolis ist eine braungelbe, harzartige Masse mit aromatischem Geruch. Sie löst sich nur teilweise in Wasser und in Ethanol. Als Naturstoffgemisch hat Propolis vielfältige Wirkungen.
Bietet die gleichen Vorzüge plus antimikrobielle und virostatische Wirkung und ist wesentlich günstiger und in jedem gut sortierten Naturladen, Drogerie und Apotheke zu erstehen.

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permissiveactionlink 28.09.2016, 17:57
4. Hohe Gewinnspannen

sind demnächst möglich, indem man billigstes Zeug, das man bisweilen auch Honig nennt, mit einer Chemikalie versetzt, die 2-Oxopropanal heißt, und vermutlich preiswert im Tonnenmaßstab produzierbar ist. Hypochonder und Esoteriker werden bereit sein, dafür hohe Preise zu zahlen. Sinnvoller, als sich den klebrigen Glibber unter den Windverband zu streichen sollte es sein, die Substanz direkt in den entsprechenden Cremes zu testen. Und hat man erst den antibakteriellen Wirkmechanismus gefunden, dann ist es vielleicht möglich, die Substanz strukturell zu modifizieren und ihre Wirkung noch zu verbessern. Die Salicylsäure aus der Weidenrinde wurde schließlich auch durch Acetylierung deutlich wirksamer. Es gibt einige Beispiele dafür, dass Naturprodukte technisch verbessert werden können. Und Honig birgt auch Gefahren : es wurden schon Sporen von Clostridium botulinum (Botox-Produzent!) in Honig nachgewiesen, neben Pyrrolizidinalkaloiden und anderem giftigen Zeugs. Nicht alles, was aus der Natur kommt ist unbedenklich oder gar gesund !

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DieButter 28.09.2016, 18:00
5. Hausaufgabe: Unterschied Sterilisation vs Desinfektion googeln

Ähm, also erst einmal werden medizinische Hilfsmittel, wie Katheter, die in den menschlichen Körper eingeführt werden, in den allermeisten Fällen vor Wiederverwendung sterilisiert und nicht bloß desinfiziert - oder es handelt sich um Einmalkatheter, die häufigste Form, der zB. im Text beschriebenen Harnwegskatheter. Die müssen nicht sterilisiert und auch nicht desinfiziert werden, sondern werden nach Benutzung direkt weggeschmissen bzw. entsorgt.
Insofern ist der ganze Artikel eigentlich für die Tonne.
Interessanter wäre gewesen, ob der Honig sich wirklich mit den gängigen Flächendesinfektionsmitteln messen lassen kann. Und da muss man wohl zum Schluß kommen, dass er das eben nicht kann, weil er erstens viel zu lang benötigt, um das Bakterienwachstum ausreichend zu hemmen und zweitens, bloß weil er gegen die Bakterienfilmbildung wirksam zu sein scheint, heißt das noch lange nicht, dass er etwa Bakteriensporen oder bestimmte Bakterienarten sinnvoll bekämpfen kann.
Das Totschlagargument schlechthin dürfte aber sein, dass gängige Flächendesinfektionsmittel einfach viel billiger sind, als dieser schweineteure Honig.

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schocolongne 28.09.2016, 18:13
6.

Wer von der Stoffwechselkrankheit betroffen ist, sollte den Honig deshalb nicht schlucken - und vor einer Anwendung auf jeden Fall mit seinem Arzt sprechen."

Warum denn das? wer bereits betroffen ist, kann nun ja nicht kranker werden?!

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MattKirby 28.09.2016, 20:19
7. @permissiveactionlink

Zitat von permissiveactionlink
sind demnächst möglich, indem man billigstes Zeug, das man bisweilen auch Honig nennt, mit einer Chemikalie versetzt, die 2-Oxopropanal heißt, und vermutlich preiswert im Tonnenmaßstab produzierbar ist. Hypochonder und Esoteriker werden bereit sein, dafür hohe Preise zu zahlen. Sinnvoller, als sich den klebrigen Glibber unter den Windverband zu streichen sollte es sein, die Substanz direkt in den entsprechenden Cremes zu testen. Und hat man erst den antibakteriellen Wirkmechanismus gefunden, dann ist es vielleicht möglich, die Substanz strukturell zu modifizieren und ihre Wirkung noch zu verbessern. Die Salicylsäure aus der Weidenrinde wurde schließlich auch durch Acetylierung deutlich wirksamer. Es gibt einige Beispiele dafür, dass Naturprodukte technisch verbessert werden können. Und Honig birgt auch Gefahren : es wurden schon Sporen von Clostridium botulinum (Botox-Produzent!) in Honig nachgewiesen, neben Pyrrolizidinalkaloiden und anderem giftigen Zeugs. Nicht alles, was aus der Natur kommt ist unbedenklich oder gar gesund !
Die Geschichte mit der Anwendung des NZL-Honigs als Desinfektionsmittel für OP- Geräte kann man nicht wirklich ernst nehmen. Aber da Grundlagenforschung schwierig zu verkaufen ist ("Are there any applications of your scientific results..."), saugt man sich als armer Forscher halt irgendeine gutklingende Anwendung aus den Fingern. OP Geräte werden meines Wissens nach physikalisch in Dampfsterilisatoren behandelt. Danach ist alles tot. Hat man das nicht zur Hand tuts zur Not auch iso-Propanol oder Ethanol.
Wie der Name 2-Oxopropanal schon sagt, handelt es sich bei der aktiven Verbindung um ein Ethanalderivat und damit dürfte der antibakterielle Wirkmechanismus ähnlich wie beim althergebrachten Desinfektionsmittel Formalin auf der Iminbildung mit freien Aminogruppen und der damit einhergehenden Defunktionalisierung von Aminosäuren/Proteinen beruhen. Wie allerdings mittlerweile bekannt sein dürfte, wird Formaldehyd als krebserzeugend eingestuft und auch anderen kurzkettigen Aldehyden kann man daher für eine pharmazeutische Anwendung nicht wirklich über den Weg trauen. Zwar wurde der Honig lange als Wundheilungsmittel eingesetzt, aber auch da gibt's heutzutage wesentlich besseres.

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bartnelke 28.09.2016, 20:42
8. Manuka - Kanuka

Da mindestens doppelt soviel Manukahonig verkauft wie produziert wird sollte man auf jeden Fall privat seine Finger davon lassen. Pollenanalytisch lassen sich die beiden Myrtaceen nicht auseinanderhalten. Geschmacklich ist Manukahonig genauso scheußlich wie Teebaumöl, also nicht wirklich "Speisehonig".
Bei heimischen Honigen sind Edelkastanie und Vergissmeinnicht wirkstoffreich. Robinie (Akazie ) und Linde sind meist enzymschwach die, machen die Haut aber auch schön weich. Mischhonig von "um die Ecke " ist bestimmt der Beste

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permissiveactionlink 28.09.2016, 21:28
9. #7, MattKirby

Dieser Wirkmechanismus der Aldehyde, der durch Iminbildung freier Aminogruppen in Oligopeptiden/Proteinen zur Defunktionalisierung/-naturierung möglicherweise auch aktiver Zentren führt ist natürlich eine realistische Möglichkeit. Allerdings ist das Aldehyd der Ameisensäure (Formaldehyd) ebenso wie 2-Propanol und Ethanol (wir verwenden auf Impfbänken 70 proz. Ethanol, weil er die besten desinfizierenden Eigenschaften hat) keinesfalls in vivo anwendbar. Somit stellt 2-Oxopropanal schon eine interessante Alternative dar. Im Prinzip kann es nicht schaden, sich das mal in ein paar Versuchsreihen genauer anzusehen. Viel interessanter sind natürlich die weit höhermolekularen Antibiotika-ähnlichen Substanzen, die man in Insekten findet. Gerade hochorganisierte soziale Insekten leben zu zigtausenden auf engstem Raum und sind dort, wie bereits von einem Foristen erwähnt, Parasiten und Krankheitserregern unablässig ausgesetzt. Es würde mich wundern, wenn man nicht auch aus Insekten hochwirksame Substanzen isolieren könnte. Warum sollte dies nur aus Porifera und Kegelschnecken möglich sein? So gesehen ist die Idee mit dem Honig gar nicht dumm ; bei hochwirksamen phytogenen Inhaltsstoffen hört man heute den ortsansässigen Schamanen auch aufmerksamer zu. Die Wundbehandlung ist in der Medizin ein großes Problem. Eigentlich kann man für jeden vernünftigen Hinweis dankbar sein, zumal die Probleme durch Resistenzen oder bei besonderer Diagnose (Diabetes) gravierend sein können.

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