Forum: Gesundheit
Neue Gesetze: Regierung will mehr Landärzte und schnellere Facharzttermine
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Auf einen Termin beim Facharzt warten gesetzlich Versicherte oft ewig: Das will die Regierung mit zwei neuen Erlassen künftig ändern. Außerdem sollen Mediziner mit finanziellen Anreizen aufs Land gelockt werden.

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detlef.mueller 17.12.2014, 18:31
10.

Terminprobleme mit dem Facharzt? Klar gibt es die! Ich versuche gerade einen Termin beim Orthopäden zu bekommen.
Aber die Probleme sind nicht durch eine zentrale Vergabestelle auszuräumen: Wenn man mehr Patienten schneller unterbringen will, dann muss man entweder die Behandlungszeiten für den Einzelnen verkürzen oder mehr Fachärzte aus dem Ärmel schütteln.
Und die freie Arztwahl kann man dann natürlich auch vergessen!

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oui 17.12.2014, 21:18
11. es wäre doch so leicht zu lösen

mehr Ärzte auf dem Land? geben Sie doch einfach 0,4 oder 0,5 .. 1,2 NC-Vorteil an diejenigen, die sich verpflichten, 4 oder 5 .. 12 Jahren nach dem Erhalt des 3. Staatsexamen zu gehen, und bis dahin zu arbeiten!

viele Ärzte werden jahrelang behindert, ihrer Berufung nachzugehen! Ausländische Studenten füllen die deutschen Medizinfakultäten voll. Später ausländische Ärzte mit ausländischem Diplom die Krankenhäuser (oft ohne tauglicher Sprachprüfung!).

ausserdem tragen die offiziellen Planung von der Tatsache NICHT RECHNUNG, dass die Absolventen in stark zunehmender Zahl Frauen sind! Was kann eine Frau auf dem Land machen? Einen Bauer dort heiraten? Deutsche Ärzte gibt es nicht mehr in der Menge, die deutsch Ärztinnen bräuchten, eben deshalb u.a., weil oft Männer ungünstigere NC-Ergebnisse bringen. Man kann einer Ärztin auf dem Land eine Praxis einrichten, man kann ihr auch eine Wohnung mit "doppelplatzigem" Garten ausnahmsweise anbieten! Aber will man ihr wirklich einen Mann ins Schlafzimmer dazu stellen! Und was für welcher? Wie werden ihre Kinder erzogen, wenn sie, bald 40, anfängt, welche zu bekommen?

wenn man wegen NC wartet, muss man sein Leben der Wartezeit lang zwischenfinanzieren! Dann ist man bald 40 noch dazu beim Kindermachen (1. Kind, wohl bemerkt)!

auch dei Frage der Vertretung ist für die Ärztinnen ungelöst genauso wie aktuell unlösbar: Du musst Dich verschulden, um eine Praxis zu kaufen! Und wo sind Deine Mutterschaftsrechte? In der Gosse?

die Verantwortlichen sollten sich mal erkundigen, welche Arbeitsdauer in den deutschen Krankenhäuser ansteht, und welcher Personalmangel in vielen Disziplinen.

eine absurde Diskussion, als wenn man im Urwald noch leben würde!

das ist doch absurd und menschenunwürdig!

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Consanesco 17.12.2014, 21:57
12. @oul

Ich lese immer wieder, dass man doch bitte mehr Studienplätze für Humanmedizin schaffen oder den Zugang zum Studium erleichtern möge. Wofür? Sind Argumentation und Analyse mittlerweile so oberflächlich geworden, dass man schlichte Tatsachen einfach ausklammert oder negiert? Wir haben mehr als genug Medizinstudenten - nur sind die Ansprüche zurecht heute andere und der ärztliche Nachwuchs ist nicht mehr bereit, jede angebotene Stelle in der Patientenversorgung zu akzeptieren.

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dialogischen 17.12.2014, 22:51
13.

Wollte die Regierung schnellere Fachsrzttermine für die GKV-Patienten, würde sie Niederlassungsfreiheit und gleiche Behandlungspreise für GKV-, PKV- und Beihilfeberechtigte beim Weißkittel durchsetzen.

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mipez 18.12.2014, 01:09
14.

Wie wär's mit weniger Rentnern?
Würde die gefühlte Warteschlange halbieren.

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Otto R. 18.12.2014, 13:12
15. Das wird so nix

Das einzige was sofort(!) gegen den Landarztmangel helfen würde: 50 - 100 Prozent mehr Bezahlung für diejenigen, die aufs Land gehen (dann gehen aber vor allem die Geldgeilen und die schlechten Ärzte, die bisher trotz Arztmangel nirgends untergekommen sind). Die Schweiz und England habens vorgemacht.
Dazu Zwangsniederlassung für mind. 1 Jahr auf dem Land nach der Facharztprüfung (Cave Grundgesetz: Freizügigkeit und freie Berufswahl!)
Was nicht funktioniert:
1. Numerus Clausus-Vorteil für zukünftige Landärzte? mit Abi-Note 4,0 ins Medizinstudium und nach dem Studium als Radiologe in die Großstadt oder ins Ausland. Geil, da maximal Rückforderung der Studienkosten mögl., kein Problem für reiche Söhnchen)
2. Mehr Studienplätze (dauert viel zu lange: 11 Jahre bis zum Allgemeinarzt) und macht das Land auch nicht attraktiver.

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Otto R. 18.12.2014, 13:16
16. Das wird so nix

Das einzige was sofort(!) gegen den Landarztmangel helfen würde: 50 - 100 Prozent mehr Bezahlung für diejenigen, die aufs Land gehen (dann gehen aber vor allem die Geldgeilen und die schlechten Ärzte, die bisher trotz Arztmangel nirgends untergekommen sind). Die Schweiz und England habens vorgemacht.
Dazu Zwangsniederlassung für mind. 1 Jahr auf dem Land nach der Facharztprüfung (Cave Grundgesetz: Freizügigkeit und freie Berufswahl!)
Was nicht funktioniert:
1. Numerus Clausus-Vorteil für zukünftige Landärzte? mit Abi-Note 4,0 ins Medizinstudium und nach dem Studium als Radiologe in die Großstadt oder ins Ausland. Geil, da maximal Rückforderung der Studienkosten mögl., kein Problem für reiche Söhnchen)
2. Mehr Studienplätze (dauert viel zu lange: 11 Jahre bis zum Allgemeinarzt) und macht das Land auch nicht attraktiver.

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Otto R. 18.12.2014, 14:30
17.

Solange man als niedergelassener Arzt in D flächendeckend gut verdiente und die Arbeitszufriedenheit hoch war, gabs keine Probleme: man liess sich dort nieder, wo die direkte Konkurrenz am geringsten war. Freie Marktwirtschaft also. Jetzt gibts ein starkes Stadt-Land-Gefälle, die Ursachen sind bekannt. Das will/darf man bei einem so wichtigen Allgemeingut wie der ärztlichen Versorgung nicht mehr dem freien Markt mit selbständigen Ärtzen überlassen. Ist eine Planwirtschaft die bessere Lösung? Zwangsversetzung auf Planstellen mit Festgehalt und "Dienst nach Vorschrift" in der Provinz? Die Schweiz lockt mit ca. doppelten Verdienstmöglichkeiten bei 40-Stunden-Woche. Alles eine Frage des Geldes und Arbeistzufriedenheit? Ja!
Fragen Sie Ihren Hausarzt wie alt er ist, dann wissen Sie wann Sie sich einen neuen suchen müssen, so Sie in ein paar Jahren einen finden. Viel Glück. (Es kann auch nicht schaden, bis dahin die wichtigsten medizinischen Vokabeln in einer osteuropäischen Fremdsprache zu büffeln)

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thelma&louise 19.12.2014, 03:15
18. Thema verfehlt

Keiner hier im Forum hat beim Thema Facharzttermine verstanden, was gespielt wird. Es geht doch gar nicht um die Versorgung mit Facharztterminen. Es hat sich ja wohl herumgesprochen, dass im Krankenhaus keine Facharztversorgung stattfindet. Früher hatten die Chefärzte auch Ermächtigungen zur Behandlung ambulanter Patienten. Es ist ein offenes Geheimnis, dass diese damals die Patienten nur in Ausnahmefällen selbst behandelt haben. Man kann eben nicht gleichzeitig operieren und Ambulanzarbeit machen. Worum geht es also bei diesem Gesetz? Die Patienten sollen sich an eine schlechtere fachärztliche Versorgung gewöhnen. Sie sollen sich daran gewöhnen, dass es auf dem Land keinen Facharzt mehr gibt, und dass sie stattdessen einen Assistenzarzt in der Klinik aufsuchen dürfen. Um die Facharztversorgung auf dem Land zunichte zu machen, wird das Geld dafür bei den niedergelassenen Ärzten weggenommen. Dieses Signal soll von den in Ausbildung befindlichen Assistenzärztin in der Klinik verstanden werden, und es wird von ihnen auch verstanden. Sie denken gar nicht daran, eine Praxis zu übernehmen, schon gar nicht auf dem Land.Das wäre auch mit Blick auf die nächsten 20-30 Jahre Harakiri. Die Schweiz, Norwegen und andere Länder locken da mit besseren Lebensbedingungen. Im übrigen ist es auch schon lange nicht mehr Tabu, als Arzt den Beruf nach dem Studium noch aufzugeben und etwas anderes zu machen. Signale in Richtung Daumenschrauben für den niedergelassenen Arzt führen mit Sicherheit nicht zu mir Landärzten. Ärzte haben den globalisierten Beruf der Welt. Der funktioniert überall. Man muss ihn nicht in Deutschland ausüben. Bisher hat der Deutsche gesetzlich versicherte das beste Gesundheitswesen der Welt zur Verfügung. Die Terminfrage scheitert weniger an dem mangelnden ärztlichen Angebot, als an dem zunehmenden Druck in der Arbeitswelt der Patienten. Sie erhalten nicht keinen Termin, Sie erhalten nur nicht den Termin, den sie sich wünschen. Und weil das so ist, wird jetzt das Gesundheitswesen zerschlagen. Dann bekommen die Patienten erst recht keinen Termin. Ist das besser?

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Miere 19.12.2014, 06:17
19. Schritt in die richtige Richtung, aber zu kurz

Die Richtung ist richtig, aber eigentlich brauchen wir doch ein staatliches Gesundheitssystem, in dem Ärzte angestellt sind anstatt gewinnorientierte Unternehmer, in dem sie bedarfsgerecht verteilt/eingestellt werden, auch Krankenhäuser bedarfsgerecht anstatt gewinnorientiert geplant, und für das alle einzahlen, anstatt dass gerade die Reichen und Beamten sich in die Privatversicherungen davonschleichen.

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