Forum: Gesundheit
Neues Organspendegesetz: Sieben Gründe für einen Spendeausweis
dapd

Heute tritt die neue Regelung für die Organspende in Kraft: Jeder Versicherte wird von seiner Krankenkasse aufgefordert, einen Spendeausweis auszufüllen. Sieben subjektive Argumente, warum man es tun sollte.

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der M 01.11.2012, 10:40
60. Mich würde es nicht wundern

Um ehrlich zu sein würde es mich bei dem Sumpf nicht wundern, wenn Patienten die noch eine Chance hatten, von den Ärzten aufgegeben wurden, damit diese an die Organe kommen. Ich frage mich auch wieso die Kliniken, die Ärzte und die Pharmaindustrie die einzigen finanziellen Nutzniesser einer Organspende sein? Solange auch nur einer an einer Transplantation Geld verdient soll auch der Spender oder die Spenderfamilie etwas davon abbekommen. Ansonsten sind die Menschen nämlich nichts anderes als Schlachtvieh für die oberen 10 Tausend

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amalaswintha 01.11.2012, 10:41
61. keine Überschrift

Organspende ja oder nein darf zum Glück noch jeder Mensch selbst für sich beantworten. Und ich hoffe, dass die Entscheidung dann im Fall der Fälle auch respektiert wird und sich kein Arzt darüber hinwegsetzt oder der Organspendeausweis mit dem Nein-Kreuz mal schnell verschwunden ist.

Ich bin kein Organspender, ich werde kein Organspender. Ich halte es da mit Carl Zuckmayer, der in "Des Teufels General" so treffend schrieb:" Der Tod gehört zum Leben wie die Verdauung zum Fraß." Mensch sollte sein Leben akzeptieren, seine Lebensdauer akzeptieren und nicht darauf hoffen, dass ein anderer Mensch stirbt, um ihn am Leben zu halten. Nicht alles, was möglich ist, ist richtig.
Ich als Mensch kann menschliches Leben nicht bewerten. Sprich, wenn ich Organspender werde, kann und darf ich keine Auswahl nach meinen Vorstellungen treffen, wer denn die Organe kriegt, weil er in meinen Augen lebenswert ist. Diese Auswahl übernimmt dann ja die Warteliste, was zu beweisen war. Oder kommt dann doch das Geld ins Spiel, mit dem sich jemand einfach so Leben kauft auf Kosten des Wartelistenersten und auf Kosten des vertrauensvollen Organspenders.

Wenn die Lebenszeit vorbei ist, ist sie vorbei. Das gilt für Kind wie für Senior. Sage ich, dass ein Kind mehr Leben verdient als ein Senior bewerte ich Leben.

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no_title 01.11.2012, 10:42
62.

Zitat von Atheist_Crusader
Ihnen ist aber schon bekannt, dass Organspenden nicht nur an 60-jährige gehen, deren Nieren altersbedingt versagen? Organe können auch aufgrund von Krankheit oder Unfall funktionsuntüchtig werden. Ist das dann auch ein guter Zeitpunkt um zu sterben?
Ja. Sterben gehört nunmal zum Leben dazu.
Ich lebe wirklich gern. Aber ich weiß z.B. auch nicht, ob ich mich bei Krebs den Strapazen einer Chemotherapie unterziehen würde.

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Jack Moose 01.11.2012, 10:42
63. interessengeleitet, nicht subjektiv

Zitat von sysop
Dass ein potentieller Spender nach Feststellung des Hirntods wieder aufwacht, ist ausgeschlossen.
Schon richtig, vor allem, weil er potentieller Spender ist. Aber grundsätzlich gilt das nicht in allen Fällen, und wie man wissen sollte, reicht ein Gegensbeispiel erstmal, um Klärungsbedarf zu schaffen:
'Corpse' comes back to life at Colombia funeral home | News | Mail & Guardian



Zitat von
Was passiert mit Patienten, die potentielle Organspender sind? Kein Gesetz schützt sie oder ihre Angehörigen.
vgl. den Artikel 'Hirntod' aus faz.net (18.08.2012) für eine vollständige Argumentation: Organspende: Hirntod - Inland - FAZ

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Nellodee 01.11.2012, 10:42
64. Eindeutig

Ich habe einen Organspenderausweis und finde, jeder sollte einen haben. Schließlich würde ja auch jeder ein fremdes Organ nehmen, wenn es ihm oder einem Nahestehenden das Weiterleben ermöglichen würde, oder? Auch die jüngsten Skandale ändern da nichts. Denn schließlich wurde ja trotz allem einem Menschen das Leben gerettet, das Organ ist nicht verschwendet worden. Ohne Frage soll hier die Bdürftigkeit und nicht die Geldbörse entscheiden. Aber deshalb das Spenden ausschließen? Undenkbar.

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Blindleistungsträger 01.11.2012, 10:43
65. Da stelle ich mal die Gegenfrage

Zitat von gerdjuergen
Ein sehr vernünftiger Artikel, dem ich noch drei Gedanken hinzufügen möchte: Wem nützt es, wenn ich "vollständig" beerdigt werde und meine Organe vergehen/verbrannt werden? Wenn ich mich der Spende verweigere, bekommt ein Patient "sein" Organ später oder gar nicht. - Das ist genau der Effekt, der durch die kriminelle Umgehung der Reihenfolge durch einige Ärzte passiert ist. Will ich dasselbe erreichen? Kann es für die Angehörigen nicht auch eine Trauerhilfe sein, wenn der Tod wenigstens noch irgendeinem Menschen zum Weiterleben hilft und damit wenigstens irgendeinen Sinn hat? Ich schreibe das als "Patient der Holzklasse", wäre also kaum bevorzugt worden. Aber ich habe schon ein Transplantat erhalten, Knochenmark, weiß also wie bedrückend das Warten und die Ungewissheit ist. - Und kenne die riesige Freude über die neue Chance zu leben. Jeder Mensch soll frei entscheiden. Aber vielleicht helfen die im Artikel genannten Gedanken etwas. Denn schade ist, wenn man sich einfach nicht um das Thema kümmert und die Entscheidung leichtfertig verschiebt.
Muss es unbedingt nützen? Muss einfach alles der wirtschaftlichen Logik unterworfen werden? Und wenn ja, warum wird dann nicht auch die Haut des Hirntoten zu Leder verarbeitet, die Knochen zu Gummibärchen (Gelatine) und das Fett zu allerlei chemischen Produkten usw.? Sie finden das geschmacklos? Mit der Haut, den Knochen, dem Fett usw. von Tieren wird so verfahren.

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forscher3 01.11.2012, 10:45
66. Falsche Skandalbetrachtung

Ich glaube einige hier haben noch nicht verstanden, was in dem Organspende-"skandal" eigentlich die Motivation ist. Es geht in den geringsten Faellen um korrupte oder geldgierige Aerzte.

Aber macht es denn Sinn ein Organ 500 km durch Deutschland zu schicken, nur weil dort Nr. 1 unserer ach so tollen Warteliste liegt, wenn doch im gleichen Krankenhaus Nr. 20 direkt innerhalb von wenigen Minuten ein Organ bekommen koennte.

Nach einem langen Transport ist gar nicht sicher ob das Organ ueberhaupt noch brauchbar ist und was haben wir denn dann gekonnt? NICHTS

Ganz ehrlich ich wuerde auch grundsaetzlich einen Patienten aus dem eigenen oder einem naheliegenden Krankenhaus bevorzugen, wenn ich Arzt waere.

Die ganze Organverteilungssache sollte definitiv ueberdacht werden.

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carcaroba 01.11.2012, 10:45
67. ungerecht

Ich bin dafür, dass auch nur diejenigen das recht haben, eine Organspende zu empfangen, die sich selber zum Spenden bereiterklärt haben. Die zahl der Spender würde schnell enorm steigern, so egoistisch sind die Menschen.

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wortgewalt87 01.11.2012, 10:47
68. Gesunde "Hirntote"

Zitat von Hafenschiff
Und es ist übrigens in der gesamten Medizingeschichte noch nie ein nachweislich hirntoter wieder aufgewacht. Das ist ein Märchen, das Organspendegegner nur immer wieder gerne erzählen. Solch einen Fall gibt es aber nicht. Falls Sie einen finden, dann teilen Sie uns den ruhig mit.
Gerne:
Organspende: Der Student, der jüngst noch "hirntot" war | Wissen- Berliner Zeitung

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xenoxx 01.11.2012, 10:48
69. «Spende» ?

Zitat von Arckenheidt
Und wenn Sie selbst ein Spendenorgan brauchen, beklagen Sie dann die Niedertracht der Presse, weil sie mit ihren aufgebauschten Skandalen die Leute vom Spenden abhält?
Auch wenn Sie es sich nur schwer vorstellen können: es gibt Menschen, welche Organplantation kategorisch ablehnen – sowohl als sogenannter Spender wie auch als Empfänger. Die Gründe dazu mögen vielschichtig sein. Ausnahmen kommen hier eventuell bei Erkrankung geliebter Menschen im unmittelbaren Lebensumfeld in Betracht. Und auch dann nur bei paarigen Organen in Lebendspende.

Ausserdem. weshalb ist der Organgebende der einzige in der Kette, vom dem eine «Spende» erwartet wird, während sich alle andere Beteiligten schamlos die Taschen mit Geld vollstopfen?

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