Forum: Gesundheit
Neulich im OP: Viel Blaulicht um nichts
Corbis

Vergiftete Patienten, Alkoholiker im OP, Menschen, die sich ihre Diagnosen am liebsten selbst stellen: Im Klinikalltag erlebt immer wieder Überraschungen, die er für SPIEGEL ONLINE gesammelt hat. Teil 1 über eine Nachtschicht, die eine Ehekrise verhindert.

Seite 1 von 2
rodelaax 24.07.2012, 08:00
1. Wie süß

... und wieviele tausend Euro hat dieser Spaß die Allgemeinheit gekostet?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
muehle79 24.07.2012, 08:36
2. optional

Nicht gut, dass die junge Dame trotz ärztlicher Schweigepflicht und extra zugesagter Vertraulichkeit ihre Geschichte nun in der Online-Ausgabe des Spiegels lesen muss. Und bei aller Freude über die Rettung: Wie geht es denn der Großmutter, deren wichtige Medikamente plötzlich weg sind? Wurde die auch noch eingeliefert? Hat sie vom Hausarzt einfach neue verschrieben bekommen? Und wer bezahlt diese dann? Ein herzliches Dankeschön an die Solidargemeinschaft der gesetzlich Krankenversicherten, dass sie auch solche Eskapaden einer jungen Dame mitmacht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karlsiegfried 24.07.2012, 08:45
3. Wie bitte?

Dieser Beitrag soll eine geistige Bereicherung oder eine sinnvolle Information sein?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jackrum 24.07.2012, 09:15
4. Mal sehen...

Zitat von rodelaax
... und wieviele tausend Euro hat dieser Spaß die Allgemeinheit gekostet?
..der erste Notarzt bekommt außer seinem üblichen (jämmerlichen) Gehalt davon nix, höchsten ne Einsatzprämie, wobei das Wort "Prämie" hier schon optimistisch ist.

Das ganze andere beteiligte Personal bekommt sein übliches Gehalt (für eine Fachpflegekraft in der Noraufnahme ist das am normalen Wochentag etwa 1,25 Euro zusätzlich laut TVÖD, die Rettungsassistenten und -Sanitäter liegen da insgesamt noch drunter) - Mehrkosten entstehen hier ebenfalls nicht.

Was tatsächlich Geld kostet, sind die beiden Transporte vom Rettungsdienst (Einsatzort --> Klinik 1, Klinik 1 --> Klinik 2), was hier allerdings der Träger des Dienstes einfordert. Wie viel das ist, weiß ich nicht - tausende von Euros eher nicht.

Da kostet jeder hyperchondrische Patient, der wegen seinem durch Übergewichts- und Bewegungsmangellebensweise schmerzenden Rücken das dritte MRT fordert,wohl deutlich mehr.
Und auch jede durch Rauchen ausgelöste Folgekrankheit.
Und jeder durch unvorsichtigen Sport gebrochene Knochen,
Und...so weiter.

J.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lukbuk 24.07.2012, 09:19
5.

Zitat von karlsiegfried
Dieser Beitrag soll eine geistige Bereicherung oder eine sinnvolle Information sein?
Ich vermute, dieser Beitrag soll den Menschen die Arbeit in einer Notaufnahme näherbringen. Selbstverständlich ist dies nur ein Beispiel - aber ein durchaus nachvollziehbares.
Wie immer, wenn spiegel online etwas über medizinische Themen berichtet, häufen sich die Forenbeiträge ahnungsloser. Ich erkenne da 3 Gruppen.
Gruppe 1 beschwert sich sofort über die riesigen Kosten und das sinnlos verpulverte Geld.
Gruppe 2 beschwert sich über die Nützlichkeit des Beitrags.
Gruppe 3 beschwert sich über die Unfähigkeit der Ärzte (oder des medizinischen Personals) allgemein.
Wenn ich mal ganz nüchtern betrachte, wer so alles an einem ganz normalen Wochenende in die Notaufnahme eines großen Krankenhauses in einer mittelgroßen Stadt kommt und warum - dann wäre etwas mehr Demut angebracht....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gumbofroehn 24.07.2012, 09:38
6.

Zitat von muehle79
Nicht gut, dass die junge Dame trotz ärztlicher Schweigepflicht und extra zugesagter Vertraulichkeit ihre Geschichte nun in der Online-Ausgabe des Spiegels lesen muss.
Entspannt bleiben, der Datenschutz ist hier vollumfänglich gewahrt. Der Arzt schreibt unter Pseudonym, weder ist das Präparat, noch die Klinik, noch der Zeitpunkt des Vorfalls genannt. Wir wissen nicht einmal wirklich, ob das Alter der Patientin stimmt (oder ob es sich nicht vielleicht doch um einen Patienten gehandelt hat). So wie die Erzählung aufgebaut ist, ist es gut möglich, dass das auch geändert ist.

Ich für meinen Teil finde die Geschichte ein schönes Anschauungsbeispiel dafür, dass man als Arzt besser nicht alles glauben soll, was einem Patienten so erzählen.

Gilt übrigens auch für Professoren/Studenten, Lehrer/Schüler, Richter/Zeugen usw.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
les2005 24.07.2012, 09:38
7. ja

Zitat von muehle79
Nicht gut, dass die junge Dame trotz ärztlicher Schweigepflicht und extra zugesagter Vertraulichkeit ihre Geschichte nun in der Online-Ausgabe des Spiegels lesen muss. Und bei aller Freude über die Rettung: Wie geht es denn der Großmutter, deren wichtige Medikamente plötzlich weg sind? Wurde die auch noch eingeliefert? Hat sie vom Hausarzt einfach neue verschrieben bekommen? Und wer bezahlt diese dann? Ein herzliches Dankeschön an die Solidargemeinschaft der gesetzlich Krankenversicherten, dass sie auch solche Eskapaden einer jungen Dame mitmacht.
Eben, wer denkt an die arme Oma? Die hat bestimmt keine neuen Medikamente bekommen und ist dann jämmerlich verstorben. Oder sie hat sich so Sorgen um die junge Frau gemacht, daß sie daran gestorben ist, weil sie ja dann ihre dringend benötigten Medikamente nicht zur Hand hatte. Ich vermisse an diesem Artikel eine gründliche und ausgewogene Recherche der Begleitumstände und Folgewirkungen.

Womöglich hat der Hausarzt der Oma auch neue Medikamente verschrieben, hat deswegen Ärger mit seiner Kasse bekommen, die Kassenzulassung verloren, ist pleitegegangen und daraufhin hat ihn seine Frau verlassen - wahrscheinlich hat die sich sogar mit diesem Schnösel von Krankenhausarzt eingelassen, der uns das ganze eingebrockt hat. Bloß weil er der jungen Frau nicht einfach den Magen ausgepumpt hat!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seska Larafey 24.07.2012, 12:07
8. optional

Leute auch die Menschen im Weissen Kittel, sind ja auch nur Menschen. Er hat ja keine namen genannt. Und wer weiss wie lange das schon her ist.

Also, ruhig Blut

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fagus 24.07.2012, 12:32
9. Geschichten erzählen...

von Freude und Leid.. irgendwie würde ich solche Anekdötchen eher in einer Frauenzeitschrift erwarten, nicht auf der online-Präzenz eines Nachrichtenmagazins. Wie wäre es mal mit einem Artikel dazu: Neulich lag ich 4 Tage, die ich natürlich auch als ALG2 - Empfänger zuzahlen "darf" im Krankenhaus, für Untersuchungen, die man innerhalb einer halben Stunde hätte durchführen können (zwei Röngenbilder von der Lunge, eine Sonografie von 10 Minuten Dauer, ein paar Röhrchen Blut). Der Lymphknoten, den sie eigentlich rausnehmen und untersuchen sollten, ist immer noch da und ich warte auf den nächsten Termin, an dem das nun endlich mal stattfindet. Die vier Tage Aufenthalt hätten sich Krankenhaus und Krankenkasse - und ich - sparen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2