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Notfallmedizin: Vollbremsung gefährdet Babys im Rettungswagen
DPA

Neugeborene gehören zu den heikelsten Patienten im Rettungsdienst. Um sie zu transportieren, gibt es in speziellen Rettungswagen gewärmte Inkubatoren. Jetzt enthüllt eine Studie: Ausgerechnet in diesen Transportboxen lauert bei Vollbremsungen eine potenziell tödliche Gefahr für Säuglinge.

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drmo007 08.11.2012, 17:55
10.

Zitat von joha80
Wenn das tatsächlich ein so erhebliches Riskio ist, würde ich dafür plädieren Kleinkinder in Inkubatoren in Hubschraubern zu transportieren. (Wird bestimmt auch schon gemacht)
Es wird häufig bei stabilen Patienten geflogen.
Fliegen ist aber nicht immer in allen Modellen möglich da während des Fluges fast kein Zugriff besteht. Bei Google einfach mal Bilder des EC 135/145 von Flugrettung oder ADAC anschauen. Ist auch schon ohne Patient nicht gerade ein Ballsaal

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Pete259 08.11.2012, 18:42
11. Ja ne

Zitat von J4cky
Sehe ich ähnlich. Mittels eines verstellbaren Pendels (Abhängig vom Gewicht des Kindes) könnte man die gesamte Box in eine beliebige Schräglage versetzen und auch so schnelle Kurvenfahrten und deren Zentrifugalkräfte verlagern. Nichts anderes tun Motorradfahrer in Kurven :p. Zum Bremsen würde es sich genauso eignen.
is klar..
Und wie genau soll die Konstruktion dann noch in einen RTW passen?
Dazu wird, wie angeführt der Inkunator auch kliniksintern benutzt-nur für den RTW sind sie viel zu teuer.
Das Problem sind eben die anderen Verkehrsteilnehmer-der deutsche Normalautofahrer ist mit einer Alarmfahrt völlig überfordert.
Die Reaktion reicht von stur weiterfahren bis zur Vollbremsung-möglichst mitten in der Kurve/vor der Kuppe.
Und auch wenn auf einer langen Gerade ein NEF entgegenkommt-gebremst oder auch nur Fuß vom Gas wird nicht "die Spur gehört mir".
Egal dass da gerade ein A6 Kombi mit Blaulicht/Fernlicht/Blitzern entgegenkommt...
Auch gerne die Rettungsgasse auf der Autobahn-prima Spur um sich durch den Stau zu Mogeln, während die anderen Deppen warten-dass man damit die Rettunsmittel blockiert? Egal..
Wenn´s nach mir ginge dann wollte ich nen Leopard 2 als NEF-schön in weiß mit blauen Lampen-der macht sich seine Rettungsgasse selbst und muß auch nicht bremsen wenn mal wieder wer die Vorfahrt nimmt.

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Emil Peisker 08.11.2012, 19:46
12. Speziell für Kleinst- und Kleinkinder gerüstet...

Zitat von joha80
Wenn das tatsächlich ein so erhebliches Riskio ist, würde ich dafür plädieren Kleinkinder in Inkubatoren in Hubschraubern zu transportieren. (Wird bestimmt auch schon gemacht)
Ja, stimmt.

„Wir freuen uns, mit der Jubiläumsmaschine den neusten, modernsten, sichersten und leisesten Rettungshubschrauber hier in Wittlich fliegen zu können“, so der Leiter der Luftrettungsstation und Jens Richter. Mit 1.832 Einsätzen war die Wittlicher Station im vergangenen Jahr die ADAC Station mit den drittmeisten Einsätzen. Zum Einsatz kommen auf der Station Christoph 10 insgesamt drei ADAC Piloten, sechs Rettungsassistenten vom DRK sowie 16 Notärzte des St. Elisabeth Krankenhauses. Kurz nach der Übergabe des neuen Rettungshubschraubers folgte der erste Einsatz in den Hunsrück. Ein Kleinkind konnte mit Verätzungen im Mundraum auf schnellstem Wege nach Trier in die Kinderklinik gebracht werden.

Jubilums-Luftretter fr Wittlich - Titelseite - Eifel-Zeitung

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frank.w 08.11.2012, 20:05
13. Ach was...

...nein wer hätte das gedacht #gaehn das hat man sich vor 20 Jahren im RD auch ohne Studie gedacht...

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tcrnj 08.11.2012, 21:09
14. Realität im Baby-Notarztdienst

Aus eigener Tätigkeit im Baby-Notarztdienst in Mittelhessen kann ich berichten, dass allen in diesem Bereich tätigen Mitarbeitern diese Gefahr der Schädigung des Frühchens durch starke Beschleunigungskräfte sehr bewusst ist. Bei Transporten von Frühgeborenen wird in der Regel innerorts (auch mit Sonderrechten und -signal) nicht mehr als ca. 20 km/h gefahren, an heiklen Stellen auch Schrittgeschwindigkeit oder langsamer. Dadurch wird neben den Beschleunigungen auch die Wahrscheinlichkeit einer nötigen Vollbremsung deutlich verringert.
Wer eine verpflichtende Sicherung des Frühchens im Inkubator fordert drückt damit nur seine Unkenntnis der tatsächlichen Situation aus. Eine Sicherung, die über ein Umpolstern des Kindes hinausgeht, ist oft gar nicht möglich und wäre eine große Behinderung für die ärztliche Behandlung, die auch während der Fahrt ständig stattfinden muss. Abgesehen davon können Frühchen alleine durch die bei "normalen" Bremsvorgängen auftretenden Beschleunigungen geschädigt werden, weshalb man ohnehin langsam fahren müsste.

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ulijoergens 08.11.2012, 22:43
15.

Zitat von sysop
Neugeborene gehören zu den heikelsten Patienten im Rettungsdienst. Um sie zu transportieren, gibt es in speziellen Rettungswagen gewärmte Inkubatoren. Jetzt enthüllt eine Studie: Ausgerechnet in diesen Transportboxen lauert bei Vollbremsungen eine potenziell tödliche Gefahr für Säuglinge.
Darum hat der RTW ja auch die Blaulichter. Wenn der Patient aufgenommen ist, gilt es zwar zügig, aber vor allem sicher in die Notaufnahme zu kommen. Bei schlechtem Strassenbelag kann das eben auch mal Tempo 30 sein, egal, ob Inkubatorfahrt oder Wirbelsaeulenverletzung.
Leider zu oft erlebt: Autofahrer, die knapp überholen (fährt so langsam, kann nichts ernstes sein) oder knapp vorher einscheren, um noch vorher weg zu kommen und zum scharfen Bremsen zwingen.
Alarmfahrt heißt halt für die anderen Verkehrsteilnehmer: rechts ranfahren, wenn nötig anhalten, passieren lassen und vor allem nicht behindern. Immer daran denken, dass man selbst irgendwann Patient sein könnte.

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bjuv 08.11.2012, 23:25
16. schon der Transport ohne Bremsen ist potentiell lebensgefährlich

da es auch bei normalem Beschleunigen zu Hirnblutungen kommen kann, wenn die Kinder "Frühgeborene" sind. Das ist seit mehr als 30 Jahren bekannt. Der beste Transportschutz ist die Gebärmutter. Das ist lange bekannt.

Übrigens: In den 70ern reichte ein Blaulicht auf dem Dach, und die PKW-Fahrer ließen dem "Krankenwagen" die Vorfahrt. Heute reichen 8 BLaulichter (LED) und mehrere Hörner nicht mehr aus. Nicht, dass sie nicht gehört werden, aber man hat es doch selber so eilig. Entsetzt über (auch eigenes) Verhalten sind oft die Angehörigen des Patienten auf dem Beifahrersitz im RTW. Aber so ist es nun mal und wird sich auch nicht mehr ändern: Egoismus allenthalben

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boekels 08.11.2012, 23:33
17. Rücksicht der anderen Verkehrsteilnehmer

Ich mache als Notarzt regelmässig Intensiv-Verlegungen, manchmal auch von Neugeborenen oder Frühchen in Inkubatoren. Ich sehe täglich, wie andere Verkehrsteilnehmer mit Handy am Ohr und lauter Musik nicht willens oder in der Lage sind, uns freie Fahrt zu gewähren. Das Rettungspersonal befindet scih manchmal stehend, ohne Anschnallgurte, in der Ambulanz, einfach, weil der Zustand des Patienten es erfordert (laufende Reanimation zum Beispiel). Manchmal lassen wir uns durch den Notarztwagen den Weg frei machen, damit die Ambulanz folgen kann, aber die fehlende Rücksicht und mangelnde Umsicht der anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet unsere Gesundheit und die des Patienten eigentlich jeden Tag aufs Neue. Blinker setzen und rechts ran, ist doch gar nicht so schwer.

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chalchiuhtlicue 09.11.2012, 03:26
18. optional

Und neben den Dutzenden von Vorschlägen von Leuten, die es "immer schon wussten", hier noch eine ganz einfache Möglichkeit, Neugeborenen den Transport sicherer zu machen, von der - ganz nebenbei - auch alle anderen Rettungsdienstfahrzeuge (und somit auch die transportierten Patienten) profitieren würden: Wenn alle Verkehrsteilnehmer mal aufmerksamer im Straßenverkehr unterwegs wären, sich nicht während der Fahrt mit ultralauter Musik das Hirn zerbröseln würden, die Finger von ihren verdammten Mobiltelefonen weg ließen und nicht ständig während der Fahrt irgendwo im Handschuhfach, in Handtaschen oder sonstwo rumkramen würden, wäre die Welt für Rettungsdienstfahrzeuge ein ganzes Stück sicherer. Dazu sollten dann noch diejenigen ausgemustert werden, die zu alt sind, um noch selber PKWs zu führen. Leider sind meine lieben Mitmenschen immer mit aufwändigen und teuren Lösungen, für die natürlich bitte immer andere bezahlen sollen, rasch bei der Hand, aber auf die Idee, das eigene Verhalten zu verbessern, kommen sie irgendwie nie.

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c.PAF 09.11.2012, 07:22
19.

Zitat von tcrnj
Aus eigener Tätigkeit im Baby-Notarztdienst in Mittelhessen kann ich berichten, dass allen in diesem Bereich tätigen Mitarbeitern diese Gefahr der Schädigung des Frühchens durch starke Beschleunigungskräfte sehr bewusst ist. Bei Transporten von Frühgeborenen wird in der Regel innerorts (auch mit Sonderrechten und -signal) nicht mehr als ca. 20 km/h gefahren, an heiklen Stellen auch Schrittgeschwindigkeit oder langsamer. Dadurch wird neben den Beschleunigungen auch die Wahrscheinlichkeit einer nötigen Vollbremsung deutlich verringert.
Ok, die Wahrscheinlichkeit eine Vollbremsung wird verringert. Aber die Beschleunigung? Au weia, da liegen Sie aber voll daneben.
Will ich meinen Beifahrer durchs Auto fliegen lassen, weil er sich nicht angurten will, gehe ich bei 20km/h mal voll in die Eisen (einfach mal selbst testen). Je schneller man fährt, desto geringer die Beschleunigung des Körpers beim Bremsen. Das soll jetzt aber nicht heißen, daß schnell zu fahren die Lösung ist...

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