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Novartis: Pharmakonzern erhält Zulassung für teuerstes Medikament der Welt
Novartis/ AP

Das mit Kosten von rund zwei Millionen Dollar pro Dosis teuerste Medikament der Welt hat seine Zulassung in den USA erhalten. Es ist ein neuer Höhepunkt einer Preiseskalation bei Gentherapien.

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quark2@mailinator.com 25.05.2019, 14:42
10.

Also Leukämie mit einmal 500k zu heilen, ist ein Schnäppchen, wenn es funktioniert. Der entscheidende Punkt ist _heilen_.

Leider gibt es oft genug wenig Interesse an der Entwicklung von Medikamenten, die Krankheiten wirklich abschaffen. Viel besser verdient man daran, nur deren Folgen erträglich zu machen. Das ist ein klassisches Beispiel, wo der Markt den Firmen den falschen ökonomischen Anreiz setzt.

Was nun die extremen Preise angeht ... die sind OK, solange das Medikament nach halbwegs kurzer Zeit aus dem Patentschutz fällt und die Firmen die Zusammensetzung veröffentlichen müssen, damit danach dann der Markt für einen vernünftigen Preis sorgen kann. Ich maße mir nicht an, von außen zu beurteilen, wie teuer die Entwicklung für die Firma wirklich war und wie hoch das Risiko war, daß es am Ende nicht funktioniert.

Was wir aus meiner Sicht brauchen, ist eine Art "Anreizministerium", welches prüft, wo falsche Anreize zu Fehlentwicklungen sorgen. Also wenn z.B. das Steuerrecht nicht vereinfacht wird, nur weil dann die unproduktiven Steuerberater ihren Job los wären. Macht keinen Sinn, sowas auch in 300 Jahren noch zu haben, also muß man da "ausschleichen". Oder eben, wenn Firmen lieber Zahnschmerztabletten entwickeln als etwas, daß die Karies auszurottet. Aber all das muß mit viel Vernunft angegangen werden.

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nachtmahr79 25.05.2019, 14:44
11.

Wir reden hier über eine vollkommen neue Therapieform. Alleine die Entwicklungskosten dürften sich im Bereich mehrerer Milliarden Euro bewegen. Zum Einen kann man für jedes Medikament, dass es zur Markreife schafft von 5 - 10 Fehlschlägen ausgehen, die irgendwo in Phase I bis III stecken bleiben und niemals einen Cent Gewinn generieren.
Zum Anderen dürften die klinischen Studien für eine noch nicht bekannte Therapieform sehr umfangreich gewesen sein - ohne Wirksamkeits- und Sicherheitsnachweis bekommt man seit Thalidomid keine Freigabe durch die FDA mehr.
Der dritte Punkt: Es ist davon auszugehen, das die Chargenfreigabe für den Wirkstoff hunderte Laborstunden frisst und die Chargen nicht gerade im Tonnenbereich hergestellt werden. Komplizierte Biomoleküle sind da eine ganz andere Nummer als bspw. Ibuprofen, das man im 10000-Liter-Kessel anrührt und zwei Wochen später als fertige Tablette über den Ladentisch geht.
Ein weiterer Punkt: Falls es tatsächlich eine Heilung für eine Krankheit ist, die ansonsten zu frühem Tod und/oder jahrelanger Pflege für mehrere hundertausend Euro/Jahr führt, dann ist dieser Preis tatsächlich günstiger als die Alternative.

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Hörbört 25.05.2019, 14:45
12. Nix für schwache Nerven: Ketzerei a la Kühnert

Was spricht eigentlich gegen die Verstaatlichung (besser: Vergesellschaftung) der Pharmaindustrie? Universitäre Forschung wird ohnehin betrieben und sie macht auch den Löwenanteil der Gestehungskosten aus. Der Rest ist aktionäre Abzocke zum Leidwesen der Kranken und Versicherten. Hier kann die Gemeinschaft, also der Staat, wahrlich bessere Ergebnisse im Sinne der Betroffenen erzielen. Sollen die Shareholder doch in Katzenfutter investieren. Das geht auch wie "geschnitten' Brot".

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apoberzerk 25.05.2019, 14:49
13.

Der Preis hört sich erst einmal absurd an, ist für mich aber nachvollziehbar. Ja, die wollen damit Geld verdienen, wie ungewöhnlich für eine Firma. Warum machen die das nicht aus reiner Barmherzigkeit?!
Ich habe beruflich viele Einblicke in die Pharmaindustrie bekommen. Da stehen riesige Gebäude, mit vielen Menschen, die bezahlt werden wollen und da geht es um die Entwicklung und Forschung für einzelne Medikamente. Tatsächlich, ein Medikament, ein Haus, plump formuliert.

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d45gts 25.05.2019, 14:51
14. Klar, böse Firmen und böse Forschung ...

... schafft es doch tatsächlich eine meist tödliche Krankheit zu besiegen und dann auch noch Geld dafür zu wollen. Warum übernehmen es eigentlich nicht die ganzen Kritiker hier, solch offensichtlich tolle Medikament zu entwickeln und dann zu verschenken?
Wie Fridays for Future, erst zu Demo und dann mit dem Flieger zur Klassenfahrt.

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ebieberich 25.05.2019, 14:52
15. Ernsthaft?

Zitat von kzs.games
#1 ist Mal wieder typisch links/grün oder Gutmenschen-denken. wenn man das so billig herstellen kann, wieso ist es dann so teuer - äh ja Forschung, Entwicklung, Genehmigung, Löhne, Versicherung für etwaige Schäden, Gewinn für den Konzern etc
Gutmenschen scheinen ja manchmal die zu sein, die ueber ein Mindestmass an Intelligenz verfuegen. Die angesprochene Gentherapie ist Standard an jedem besseren Labor. Die Kostenerhebung von Novartis ist kriminell und in keinster Weise gerechtfertigt durch Entwicklungs- oder Produktionskosten. Der benutzte Virusvektor, AAV9 (adeno-assoziiertes Virus 9) ist ein Segen fuer die Gentherapie und wird das gesamte Feld revolutionieren https://en.wikipedia.org/wiki/Adeno-associated_virus). Novartis hat nichts, aber auch gar nichts dazu beigetragen.Das geschah alles mit Steuergeldern in Universitaetslabors. Die Kosten sind nur durch Verzweiflung der Eltern eines kranken Kindes "gerechtfertigt". Da koennen Sie sich wohl nicht hineinversetzen.

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keksguru 25.05.2019, 14:55
16. mit einem Male störts die Leute...

dabei ist das schon längst Praxis und hat beim Interferon angefangen. Um z.B. eine chronische Hepatitis B zu kurieren muß man ca. 3 Jahre lang Interferon in Tablettenform einnehmen, eine 2-Wochen-Packung kostet ca. 900 Euro - das macht 26.000 Euro im Jahr. Aber das sind Peanuts... gegenüber der Kur für Hepatitis C. Diese koste schon mal eine Viertelmillion Euro. Eigentlich müßten Pharmakonzerne dazu verpflichtet werden, hier nach den Regeln des kostenneutralen Wirtschaftens die Preise zu berechnen, ansonsten müßte ja auch eine Tetanus-Impfung schon in die Hunderttausende gehen wenn man die Argumentation zuläßt daß ein Medikament mindestens mal so teuer sein kann wie die Therapie der damit verhinderten Krankheit. Die beim Tetanus mal schnell ne Million kosten kann. Aber Tetanol ist seit fast 100 Jahren patentfrei, nachdem sich die Behringwerke daran gesundgestoßen hatten.

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meinemutti 25.05.2019, 14:59
17. Klar ist die Preisgestaltung der Pharmaindustrie obszön

Anstatt mir links-grünes Gutmenschentum vorzuwerfen sollten die Kritiker meine Statements sich mal die Preisentwicklung der Medikamente in letzten Jahren anschauen. Sie werden feststellen das die gleichen Präparate mit identischen Wirkstoffen bei eine Neuzulassung mit nur minimaler Veränderung die Preise deutlich erhöht worden. Dieses kann man sicherlich nicht durch Forschung oder sonst was begründen. Es gibt keine hinreichende Begründung warum ein Medikament so exorbitant teuer sein soll. Es handelt sich einzig und allein um den Vorteil einer Monopolstellung und der Hoffnung auf Heilung für die Betroffenen.

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equigen 25.05.2019, 15:09
18. Antibiotika

Wenn da eine lebensrettende Dosis das selbe gekostet hätte ... entweder wären die meisten Erkrankten bis heute gestorben oder alle Krankenkassen wären pleite.
Mein Vorschlag: Trump muss den Medizinnotstand ausrufen ...

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mike.mendez 25.05.2019, 15:14
19. der schnöde Mammon

die lieben Pharmakonzerne agieren im Stillen und generieren Milliarden an Gewinn. Alle wollen gesund sein oder länger Leben. Um jeden Preis. Das wissen die Firmen. Leider vergessen wir alle, dass es in der Natur normalerweise eine natürliche Auslese gibt. siehe das unbedeutende Problem mit der Überbevölkerung. Aber solange die Aktionäre zufrieden sind dreht sich das Rad weiter.

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