Forum: Gesundheit
Novartis: Pharmakonzern erhält Zulassung für teuerstes Medikament der Welt
Novartis/ AP

Das mit Kosten von rund zwei Millionen Dollar pro Dosis teuerste Medikament der Welt hat seine Zulassung in den USA erhalten. Es ist ein neuer Höhepunkt einer Preiseskalation bei Gentherapien.

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Dr.T 25.05.2019, 19:38
50. @47 kamax: anders rechnen!

Eins von 10.000 Kindern wird mit dieser schrecklichen Krankheit geboren. Das sind pro Kind gerechnet knapp 200€. Die zahle ich gerne.

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gammoncrack 25.05.2019, 19:43
51. Aber Sie haben das einmal durchgerechnet?

Zitat von kamax
Eine Person mit diesem Medikament zu heilen, würde die GKV grob überschlagen 240 Höchstbeiträge ein Jahr lang kosten. Also 240 Personen, die dafür ein Jahr lang keine Kosten verursachen dürfen. Bei aller Begeisterung über die Möglichkeit, diese Krankheit zu heilen - wenn das so weitergeht, bricht das Gesundheitssystem zusammen.
Bei ca. 70.000 Geburten in Deutschland und somit 70 Babys mit dieser Erkrankung belaufen sich die Kosten auf 140 Mio. Euro.

Die Gesamteinnahmen der GKV belaufen sich auf 180 Mrd. Euro. Der Überschuss 2018 betrug 1,9 Mrd. Euro.

Wo sehen Sie die Gefährdung des Gesundheitssystems, selbst wenn sich der Aufwand durch weitere Entwicklungen von Medikamenten für seltene Erkrankungen verzehnfacht?

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gammoncrack 25.05.2019, 19:55
52. Ich muss hier noch korrigieren

Zitat von gammoncrack
Bei ca. 70.000 Geburten in Deutschland und somit 70 Babys mit dieser Erkrankung belaufen sich die Kosten auf 140 Mio. Euro. Die Gesamteinnahmen der GKV belaufen sich auf 180 Mrd. Euro. Der Überschuss 2018 betrug 1,9 Mrd. Euro. Wo sehen Sie die Gefährdung des Gesundheitssystems, selbst wenn sich der Aufwand durch weitere Entwicklungen von Medikamenten für seltene Erkrankungen verzehnfacht?
Das waren die Zahlen aus den drei ersten Quartalen 2018.

In 2018 gesamt waren es 220 Mrd. Euro mit einem Überschuss von 2 Mrd. Euro.

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gammoncrack 25.05.2019, 20:20
53. Man muss sogar noch anders rechnen.

Zitat von Dr.T
Eins von 10.000 Kindern wird mit dieser schrecklichen Krankheit geboren. Das sind pro Kind gerechnet knapp 200€. Die zahle ich gerne.
55 Mio. zahlende GKV-Mitglieder. 70 Kinder pro Jahr mit dieser Erkrankung und somit Leistungen von 140. Mio. Euro.

Bedeutet für jeden Versicherten einen Beitragsanteil von 2, 50 Euro.
Ich würde die auch gerne zusätzlich bezahlen, wenn damit diesen Babys geholfen werden kann.

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egonv 25.05.2019, 20:26
54.

Alle Kosten und Schritte in Forschung, Entwicklung und Herstellung müssten entsprechenden staatlich Stellen bis ins kleinste Detail offen gelegt werden. Danach bestimmt der Konzern zusammen mit staatlichen Stellen einen Preis. Eine Teilverstaatlichung der Pharmakonzerne ist darüber hinaus unumgänglich.

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owald_dumitru 25.05.2019, 20:48
55. Widerlich

Wir sollten solche Konzerne zerschlagen und deren Eigner enteignen. Der Preis bedeutet das Leben der Kinder zu beenden die sich das nicht leisten können.

Ich hoffe es gibt jemand der das Mittel kopiert

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kumi-ori 25.05.2019, 21:03
56.

Zitat von keksguru
dabei ist das schon längst Praxis und hat beim Interferon angefangen. Um z.B. eine chronische Hepatitis B zu kurieren muß man ca. 3 Jahre lang Interferon in Tablettenform einnehmen, eine 2-Wochen-Packung kostet ca. 900 Euro - das macht 26.000 Euro im Jahr. Aber das sind Peanuts... gegenüber der Kur für Hepatitis C. Diese koste schon mal eine Viertelmillion Euro. Eigentlich müßten Pharmakonzerne dazu verpflichtet werden, hier nach den Regeln des kostenneutralen Wirtschaftens die Preise zu berechnen, ansonsten müßte ja auch eine Tetanus-Impfung schon in die Hunderttausende gehen wenn man die Argumentation zuläßt daß ein Medikament mindestens mal so teuer sein kann wie die Therapie der damit verhinderten Krankheit. Die beim Tetanus mal schnell ne Million kosten kann. Aber Tetanol ist seit fast 100 Jahren patentfrei, nachdem sich die Behringwerke daran gesundgestoßen hatten.
Aber Tetanol (aut idem) wird bei regelmäßg zehnjähriger Auffrischung Jahr für Jahr ca. 8 Millionen mal verkauft (allein in Deutschland). Da verteilen sich die Entwicklungskosten ganz anders als bei Therapie die jedes Jahr an wenige Dutzend Patienten ausgegeben werden muss.

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vinzenz 25.05.2019, 21:03
57. Donnerwetter

.. müssen die Entscheidungsträger anderen Pharmafirmen bescheuert sein, glaubt man einigen Foristen hier..
da nimmt man eine Gensequenz, die eh bekannt ist, mischt die mit nem Virus - und zack.. hat man eine neues Medikament für nen Appel und n Ei.. und kann Mondpreise dafür verlangen..
Ja, ich bin in der Pharmabranche tätig und hatte das Glück, an der Entwicklung eines Medikaments gegen eine Krebserkrankung mitarbeiten zu dürfen.. .von der Idee (samt Patent, darum gehts ja irgenwo auch, das Geld sollte schon mal wieder reinkommen) bis zur Zulassung: 21 Jahre.. und mittelbar hingen da bis zu 250 Mitarbeiter dran.. noch Fragen?

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kumi-ori 25.05.2019, 21:07
58.

Zitat von karlheinz-hesse
Wie war das mit der Intelligenz noch mal? Oder ist Intelligenz jetzt das Gegenteil von Logik? Wieviel Gewinn hat noch einmal Bayer im Jahr 2016 gemacht? Richtig; 42 Milliarden. Da kommen mir aber die Tränen.
42 Milliarden waren der Umsatz. Der Gewinn (vor Steuern) lag bei knapp 6 Milliarden. Auch nicht schlecht, aber doch einiges weniger.

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Koana 25.05.2019, 21:08
59. Was noch schlimmer wäre....

Zitat von gammoncrack
die ein Kind haben, das genau diese Behandlung benötigt, Novartis aber mitteilt: "Damit beschäftigen wir uns nicht. Die Entwicklungskosten sind zu hoch. Und wenn wir das preislich im Verkauf umsetzen, dann werden wir an den Pranger gestellt."
.... ja es gibt sauberes Wasser, doch Ihr Kind erhält keines, da sie es nicht zahlen können.
..... und wie viele Familien in den USA werden die Kosten für diese Behandlungen aufbringen können?
Es ist die menschliche Intelligenz, die dieses Mittel ermöglicht, nicht das Geld, doch die Intelligenz ist eben nur noch eine Ware, die gut bezahlt wird, somit einen hohen Wert geriert, der allerdings nur zahlungskräftigen Artgenossen zur Verfügung steht.
Ich bin gespannt, welche Kassen in Deutschland dieses Mittel finanzieren, ... aber sie werden sagen, besser ein Kind bekommt es, als keines, die Verteilungsfrage ist eben eine Sache der Kaufkraft - Kinder reicher Eltern sind eben potentiell auch mehr wert - ein Kind das dieses Mittel schluckt, sicher 2 Millionen - Kinder die in Elendsregionen verhungern, sind nicht einmal einen Schluck sauberes Wasser wert!
Sie werden sagen, das ist die pure Menschenverachtung.

Ich frage Sie, was ist verächtlicher, mein Vergleich, oder die Tatsache, dass dieser Vergleich die Realität beschreibt?

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