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Novartis: Pharmakonzern erhält Zulassung für teuerstes Medikament der Welt
Novartis/ AP

Das mit Kosten von rund zwei Millionen Dollar pro Dosis teuerste Medikament der Welt hat seine Zulassung in den USA erhalten. Es ist ein neuer Höhepunkt einer Preiseskalation bei Gentherapien.

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kamax 25.05.2019, 21:08
60. Kosten 2.

Dazu kommen ja die ganzen anderen neuen Medikamente, die extrem teuer sind. Wenn man an die neuen Krebsmedikamente denkt, die pro Person und Jahr einige 100000 kosten? Und so weiter.... Was soll bezahlt werden und was nicht? Wer ist wichtiger? Ich habe übrigens auch keine Idee, wie das Problem gelöst werden kann.

Nebenbei: dass die GKV einen Überschuss erwirtschaftet, kommt auch eher selten vor. Normalerweise ist das Geld knapp.

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gammoncrack 25.05.2019, 21:13
61. Wie Sie sicherlich schon bemerkt haben, interessiert das

Zitat von vinzenz
.. müssen die Entscheidungsträger anderen Pharmafirmen bescheuert sein, glaubt man einigen Foristen hier.. da nimmt man eine Gensequenz, die eh bekannt ist, mischt die mit nem Virus - und zack.. hat man eine neues Medikament für nen Appel und n Ei.. und kann Mondpreise dafür verlangen.. Ja, ich bin in der Pharmabranche tätig und hatte das Glück, an der Entwicklung eines Medikaments gegen eine Krebserkrankung mitarbeiten zu dürfen.. .von der Idee (samt Patent, darum gehts ja irgenwo auch, das Geld sollte schon mal wieder reinkommen) bis zur Zulassung: 21 Jahre.. und mittelbar hingen da bis zu 250 Mitarbeiter dran.. noch Fragen?
einige Foristen nicht die Bohne.

Die wären gegen Ihren Arbeitgeber mit Enteignung vorgegangen (siehe Kommentar #55) und hätten Sie und die andern 249 Mitarbeiter in ein Arbeitslager (bei Wasser und Brot) geschickt, damit das Medikament dann kostengünstig auf den Markt kommt.

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susie.soho 25.05.2019, 21:14
62. Was kostete die Forschung?

Zitat von meinemutti
ist obszön. Der Wirkstoffpreis wird im Centbereich liegen, die Gewinnmarge im Milliardenbetrag.
Da die Pharmaindustrie nicht sehr oft an Medikamenten für eher seltene Krankheiten forscht, scheint mir der Betrag zwar überzogen, aber nicht "obszön". Ich würde im konkreten Fall die Einrichtung eines Fonds durch die Pharmaindustrie begrüßen, in die alle Pharmafirmen einen bestimmten Prozentsatz ihrer Umsätze einzahlen müssten. Dieser Fond sollte dann denjenigen zur Verfügung stehen, deren Krankenversicherung nicht bezahlt.

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ebieberich 25.05.2019, 22:13
63. Nicht hier...

Das sind Durchschnittszahlen und sind nur dann gueltig, wenn ein Pharmaunternehmen alles von Entwicklung und klinische Tests finanziert. Trifft hier nicht zu. Der Virus wurde weder von Novartis noch Avexis erfunden. Das einzige was Novartis abdecken moechte ist die Investition in die Uebernahme von Avexis, knapp 9 Millarden Dollar. Die zitierten 2.5 Milliarden Dollar sind also Unsinn und die Quelle hat auch nichts mit dem Medikament zu tun. Natuerlich kostet die Entwicklung von Medikamenten Geld, sogar soviel wie sie zitieren (da hier viele vergebliche Versuche mitbezahlt werden muessen). Aus diesem Grund wird ja auch an Pharmaunternehmen kaum noch an Krankheiten wie Alzheimer's geforscht. Das lohnt sich einfach nicht. Diese Forschung ueberlaesst man dann lieber den Universitaeten, was ja auch ok ist. Ich moechte eben ein Stueck weitergehen und eine effiziente Pipeline von Universitaeten zu staatlch gefoerderter Produktion sehen. Uebrigens geht es Novartis nicht um SMA, das ist nur ein Testfall. Avexis hatte noch viel lohnendere Medikamente auf AAV9 Basis in Entwicklung. https://www.avexis.com/research-and-development. Scrollen Sie ruhig mal runter. Ist zwar noch vorklinisch, wirft aber bestimmt noch viel mehr ab. Darum geht es Novartis.

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ebieberich 25.05.2019, 22:29
64. Uninformiert?

Zitat von vinzenz
.. müssen die Entscheidungsträger anderen Pharmafirmen bescheuert sein, glaubt man einigen Foristen hier.. da nimmt man eine Gensequenz, die eh bekannt ist, mischt die mit nem Virus - und zack.. hat man eine neues Medikament für nen Appel und n Ei.. und kann Mondpreise dafür verlangen.. Ja, ich bin in der Pharmabranche tätig und hatte das Glück, an der Entwicklung eines Medikaments gegen eine Krebserkrankung mitarbeiten zu dürfen.. .von der Idee (samt Patent, darum gehts ja irgenwo auch, das Geld sollte schon mal wieder reinkommen) bis zur Zulassung: 21 Jahre.. und mittelbar hingen da bis zu 250 Mitarbeiter dran.. noch Fragen?
Naja, natuerlich kann nicht jeder eine Gentherapie auf AAV9 Basis auf den Markt werfen. Ich wuerde mal sagen, dass ein gut ausgeruestetes Labor innerhalb von 3 Monaten den Virus herstellen kann. Das bringt aber nichts, da Sie dann gegen Patentrechte verstossen und sich ruinieren. Uebrigens gilt das auch fuer viele andere potentielle Gentherapien, sonst wuerde das jeder so - zack - machen wie sie sagen. Immerhin waren die Novartis Manager so schlau und haben diese einmalige Gelegenheit (voll-entwickelte Therapie, im "Orphan drug" Eilverfahren durchgeboxt) erkannt und brauchen Konkurrenz nicht zu fuerchten.

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pacoeisi 25.05.2019, 22:31
65. Da müssten sie schon

Zitat von wdiwdi
Das weltweite chemische, biologische und medizinische Forschungsbudget an Universitäten beträgt weniger als 25% der weltweiten gesundheitsbezogenen Forschungsausgaben (Pharmaindustrie 65% der Gesamtausgaben, Stiftungen, staatliche Forschungsinstitute, etc. der Rest). Die Uni-Zahlen beinhalten dabei sämtliche chemische und biologische Forschung, die irgendwas mit Gesundheit zu tun hat oder irgendwann einmal haben könnte - zielorientierte Pharmaforschung ist da nur ein kleiner Bruchteil. Firmen-Pharma-Forschungsausgaben 2007-2016 Summe weltweit: 1.36 Billionen USD (ja, Billionen, auf Englisch Trillionen). Damit vergleichbare anwendungsorientierte Uni-Forschung deutlich unter 5% dieser Summe, realistisch wohl so um 1-2%.
ihre Quellen und die Grundlage ihrer Berechnung preisgeben.
Wenn sie Forschung allein an den Ausgaben festmachen, liegen die Ausgaben der kommerziellen Forschung über denen an Universitäten.
Sie Unterschlagen dabei aber, das Personalkosten einen erheblichen Anteil ausmachen und die Bezahlung im universitären Mittelbau häufig nur 25% der am freien Markt erzielbaren beträgt.
Zudem findet an den Universitäten sehr viel mehr Grundlagenforschung statt. Der Erkenntnistransfer wird zunehmend zur Einbahnstraße. Während im universitären Umfeld Publikationszwang herrscht, wird das kommerziell gewonnene Wissen geheimgehalten und schließlich patentiert.
Nicht selten forschen deshalb mehrere Firmen auf einem Feld ohne Austausch und unter Aufwendung erheblicher Summen.
Nobelpreise gewinnt nach wie vor die universitäre Forschung.

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Otto Versand 25.05.2019, 22:46
66. wenns denn sooo einfach wäre

Gentherapie wird seit ca 20 (?) Jahren ausprobiert, zum Teil mit desaströsem Ausgang. Scheint hier nicht der Fall zu sein. Soviel zu Mitforist 9.
Nach sehr kurzem Googeln scheint mir das Ergebnis aussergewöhnlich gut, gerade im Vergleich zu mittlerweile üblichen kontinuierlichen Therapien mit ebenso exorbitanten Kosten und etlichen Therapieversagern.

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tucaman 25.05.2019, 22:58
67. Antobiotika

Was passiert, wenn der Markt die Entwicklungskosten für neue Medikamente nicht adäquat bezahlt bzw. die bestehenden Geschäftsmodelle eine entsprechende risiko-adjustierte Rendite nicht zulassen, kann man ja mal am Beispiel der Zulassung neuer Antibiotika begutachten: Die privat-finanzierten Biotechs (Big Pharma hat sich aus dem Bereich bereits zurück gezogen) gehen reihenweise Pleite (auch nach erfolgreicher Zulassung). Die öffentliche Hand unternimmt hier aber gar nichts - weder im Hinblick auf die Schaffung ökonomischer Anreize, noch durch entsprechende Förderung universitäre Forschung und Verstaatlichung der Herstellung und Vermarktung.

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marcaurel1957 25.05.2019, 23:05
68.

Zitat von owald_dumitru
Wir sollten solche Konzerne zerschlagen und deren Eigner enteignen. Der Preis bedeutet das Leben der Kinder zu beenden die sich das nicht leisten können. Ich hoffe es gibt jemand der das Mittel kopiert
Wenn diese Unternehmen zerschlagen sind, wird es keine neunen Medikamente mehr geben....der Staat kann solche Dinge sicher nicht!

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birdie 26.05.2019, 00:19
69. Die Pharmakonzerne begründen ihre abenteuerlichen Preise ....

für ihre Produkte wiederkehrend mit angeblichen ausserordentlich hohen Entwicklungskosten. Einen Einblick in diese Kostenstrukturen verweigern sie jedoch ohne Ausnahme. Es wäre deswegen wünschenswert, wenn die Gesetzgeber massgenaue Vorschriften sowohl für die Offenlegung der Entwicklungskosten als auch konkrete Prüfverfahren für vereidigte internationale Top-Experten zur Bewertung der Entwicklungs- und Herstellverfahren etc. beschliessen würden. Zu Beginn einer solchen Entwicklung würden die Pharma-Riesen ein Riesenlamento anstimmen und mit den Totschlagargumenten Freiheit der Forschung und Gefährdung des Patentschutzes etc. Stimmung zu machen versuchen. Am Ende würden sich dann unseriöse Hersteller still und leise aus dem so lukrativen Markt verabschieden. Und die seriösen Hersteller würden dann zu als anerkannten angemessenen Preise ihre Produkte liefern. Die wäre ein gangbarer Weg, um der bisherigen Abzockpraxis wirkungsvoll zu begegnen.

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