Forum: Gesundheit
Novartis: Pharmakonzern erhält Zulassung für teuerstes Medikament der Welt
Novartis/ AP

Das mit Kosten von rund zwei Millionen Dollar pro Dosis teuerste Medikament der Welt hat seine Zulassung in den USA erhalten. Es ist ein neuer Höhepunkt einer Preiseskalation bei Gentherapien.

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Augustusrex 26.05.2019, 01:22
70. Kleiner Fehler

Zitat von gammoncrack
Bei ca. 70.000 Geburten in Deutschland und somit 70 Babys mit dieser Erkrankung belaufen sich die Kosten auf 140 Mio. Euro. Die Gesamteinnahmen der GKV belaufen sich auf 180 Mrd. Euro. Der Überschuss 2018 betrug 1,9 Mrd. Euro. Wo sehen Sie die Gefährdung des Gesundheitssystems, selbst wenn sich der Aufwand durch weitere Entwicklungen von Medikamenten für seltene Erkrankungen verzehnfacht?
wir haben knapp 800.000 Geburten im Jahr in Deutschland. das macht nicht ganz 80 an dieser Krankheit leidende Kinder im Jahr. Bei Ihren Zahlen käme ein krankes Kind auf 1000 Geburten, nicht aber ein krankes Kind auf 10.000 Geburten. mein erster Beitrag hierzu, der hoffentlich gelöscht wird, war ebenfalls fehlerhaft.

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Faktomat 26.05.2019, 05:49
71. Tetanol Deutschland

Zitat von kumi-ori
Aber Tetanol (aut idem) wird bei regelmäßg zehnjähriger Auffrischung Jahr für Jahr ca. 8 Millionen mal verkauft (allein in Deutschland). Da verteilen sich die Entwicklungskosten ganz anders als bei Therapie die jedes Jahr an wenige Dutzend Patienten ausgegeben werden muss.
Schoen, dass durch die Auffrischung alle zehn Jahre in Deutschland 8 Millionen Dosen Tetanol pro Jahr verkauft und Tetanusvakzine deshalb billig sein koennen. In England haelt eine Tetanus-Durchimpfung lebenslang. Nicht auszudenken, wo die Preise liegen wuerden, wenn das britische medizinische Wissen aufs Festland ueberschwappte.

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mgrevenstein 26.05.2019, 07:33
72. Wenn

ich das hier lese mit "Kosten reinholen" dreht sich mir der Magen um. Schlussendlich zahlen Sie hier die Kosten mit der nächsten Erhöhung der Krankenkassenbeiträge. "Eine Krähe......" Also langsam sollte doch jeder verstanden haben wie Systeme funktionieren.

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robeuten 26.05.2019, 10:37
73.

Zitat von Hörbört
Was spricht eigentlich gegen die Verstaatlichung (besser: Vergesellschaftung) der Pharmaindustrie? Universitäre Forschung wird ohnehin betrieben und sie macht auch den Löwenanteil der Gestehungskosten aus. Der Rest ist aktionäre Abzocke zum Leidwesen der Kranken und Versicherten. Hier kann die Gemeinschaft, also der Staat, wahrlich bessere Ergebnisse im Sinne der Betroffenen erzielen. Sollen die Shareholder doch in Katzenfutter investieren. Das geht auch wie "geschnitten' Brot".
Nur ein kleiner Tip - Novartis IST schon längst "vergesellschaftet" - nennt sich "AG", die Aktien werden frei gehandelt - niemand hält Sie davon ab, Mitbesitzer von Novartis zu werden!
Umgekehrt - wieviele innovative Medikamente wurden durch die verstaatlichte Forschung und Entwicklung in der DDR, der UDSSR etc. entwickelt? Mir fällt nur Bendamustin ein, und das war das geniale Wirken zweier Chemiker, kein sozialistisches Kollektiv....

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robeuten 26.05.2019, 10:41
74.

Zitat von keksguru
Eigentlich müßten Pharmakonzerne dazu verpflichtet werden, hier nach den Regeln des kostenneutralen Wirtschaftens die Preise zu berechnen, ansonsten müßte ja auch eine Tetanus-Impfung schon in die Hunderttausende gehen wenn man die Argumentation zuläßt daß ein Medikament mindestens mal so teuer sein kann wie die Therapie der damit verhinderten Krankheit. Die beim Tetanus mal schnell ne Million kosten kann. Aber Tetanol ist seit fast 100 Jahren patentfrei, nachdem sich die Behringwerke daran gesundgestoßen hatten.
Ahem, genau das wollte Gilead ja für sein HCV-Medikament - die bisherige Therapie ist mittel- bis langfristig deutlich teurer als die gut 200,000 Euro, die Gilead haben wollte. Das war dann aber plötzlich zuviel - das ganze Geschwätz von "pay for performance" der Kassen hat sich entlarvt, als erstmalig solche gewaltigen Verbesserungen möglich waren, und dann allen Ernstes über die Kosten der nasschemischen Herstellung des API diskutiert wurde....

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robeuten 26.05.2019, 10:45
75.

Zitat von owald_dumitru
Wir sollten solche Konzerne zerschlagen und deren Eigner enteignen. Der Preis bedeutet das Leben der Kinder zu beenden die sich das nicht leisten können. Ich hoffe es gibt jemand der das Mittel kopiert
Wenn Sie solche Konzerne "zerschlagen", werden viel mehr Menschen sterben, weil dann genau diese hochriskante Entwicklung nicht mehr stattfinden wird - wieviele innovative Medikamente wurden denn in den Ländern des "real existierenden Sozialismus" entwickelt?

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Hoberg 26.05.2019, 11:26
76. Krankenhauskosten?

was kostet die Krankheit die KK? Das ist entscheidend. Jahrelange Krankenhausaufenthalte sind deutlich teurer über die Jahre als ein gutes Arzneimittel. Es waren ja die KK, die immer die Erfolge neuer Arzneimittel hinterfragen und einen (finanziellen) Nutzen fordern. Wenn ein Arzneimittel nun diesen Nutzen hat, was ist es dann wert?

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marcaurel1957 26.05.2019, 11:52
77.

Zitat von birdie
für ihre Produkte wiederkehrend mit angeblichen ausserordentlich hohen Entwicklungskosten. Einen Einblick in diese Kostenstrukturen verweigern sie jedoch ohne Ausnahme. Es wäre deswegen wünschenswert, wenn die Gesetzgeber massgenaue Vorschriften sowohl für die Offenlegung der Entwicklungskosten als auch konkrete Prüfverfahren für vereidigte internationale Top-Experten zur Bewertung der Entwicklungs- und Herstellverfahren etc. beschliessen würden. Zu Beginn einer solchen Entwicklung würden die Pharma-Riesen ein Riesenlamento anstimmen und mit den Totschlagargumenten Freiheit der Forschung und Gefährdung des Patentschutzes etc. Stimmung zu machen versuchen. Am Ende würden sich dann unseriöse Hersteller still und leise aus dem so lukrativen Markt verabschieden. Und die seriösen Hersteller würden dann zu als anerkannten angemessenen Preise ihre Produkte liefern. Die wäre ein gangbarer Weg, um der bisherigen Abzockpraxis wirkungsvoll zu begegnen.
Tja, eine gute Idee.....die aber schon lange umgesetzt wurde!

Bei der Zulassung ins Europa müssen nach 1 Jahr die Kostenstukturen und die Wirksamkeit offengelegt werden. Nur wenn das Verhältnis stimmt, erfolgt die Kassenzulassung.

Dabei gibt es natürlich immer Grauzonen, wo viel Interpretationsspeilraum vorhanden ist, aber Auswüchse werden zuverlässig verhindert

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rolantik 26.05.2019, 13:38
78. Gewissensbisse sind vorprogrammiert

Stellen Sie sich vor, Sie müssten für Ihr Kind, Ihren Partner oder eine nahestehende Personen entscheiden, falls nur dieses Medikament noch helfen könnte, Sie aber nicht die finanziellen Mittel haben, es zu kaufen?!
Ich denke es ist unangebracht für ein Medikament zu werben, das sich nur Millionäre leisten können, ein Krankenkasse würde das nie bezahlen.
So schön der Fortschritt in der Entwicklung neuer Medikamente ist, so sollte kein journalistischer Beitrag auch nur im Geringsten die Hoffnung wecken, dass jeder das bekommen könnte.
Mehr Zurückhaltung in der Berichterstattung wäre angebracht.

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gammoncrack 26.05.2019, 14:27
79. Wie kommen Sie auf das schmale Brett,

Zitat von rolantik
Stellen Sie sich vor, Sie müssten für Ihr Kind, Ihren Partner oder eine nahestehende Personen entscheiden, falls nur dieses Medikament noch helfen könnte, Sie aber nicht die finanziellen Mittel haben, es zu kaufen?! Ich denke es ist unangebracht für ein Medikament zu werben, das sich nur Millionäre leisten können, ein Krankenkasse würde das nie bezahlen. So schön der Fortschritt in der Entwicklung neuer Medikamente ist, so sollte kein journalistischer Beitrag auch nur im Geringsten die Hoffnung wecken, dass jeder das bekommen könnte. Mehr Zurückhaltung in der Berichterstattung wäre angebracht.
dass die Krankenkassen die Behandlung mit diesem Medikament nicht zahlen?

Das müssten aber wirklich einmal begründen. Womit will die Krankenkasse denn argumentieren, wenn ein Kind mit dieser Krankheit geboren wird und nur mit diesem Medikament, nachdem die Zulassung erfolgt ist, geheilt werden kann?

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