Forum: Gesundheit
Oberschenkelbrüche: Kliniken lassen Tausende Patienten auf OP warten
DPA

Die meisten Patienten werden in deutschen Krankenhäusern gut behandelt - aber es gibt auch Ausreißer nach unten. Ein aktueller Report kritisiert lange Wartezeiten und den Einsatz riskanter OP-Methoden.

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trinityguildhall 01.10.2015, 18:58
1. Wartezeiten lang..

...2 Tage? Fahr mal nach GB bzgl. Wartezeiten bei der NHS!

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ramon 01.10.2015, 19:02
2. Wieder mal ne Frage des Geldes...

Patienten mit Knochenbrüchen werden über die Notaufnahme stationär aufgenommen. An 7 Tagen die Woche, 24 Stunden und das nach dem Zufallsprinzip. Wer kürzere Wartezeiten für OPs haben möchte muss entsprechend Personal vorhalten. Ich spreche nicht nur von einem Unfallchirurgen, sondern von einem ganzem OP Team samt Assistenten, Anästhesist und Pflegekräfte. Wer sein Personal nicht verschleißen möchte, plant seine OPs entsprechend. Bei den Herzschrittmacher handelt es sich meistens um Patienten mit dauerhafter Blutverdünnung, da ist z.B. das nachblutungsrisiko immer erhöht. Und wer Krankenhäuser zwingt marktwirtschaftlich und profitorientiert zu denken, der kriegt dann auch entsprechend agierende Kliniken...

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Spiegelleserin57 01.10.2015, 19:04
3.

"Bei rund drei Prozent der Patienten " wenn es nur so wenige wäre das ja super. Verglichen mit der Anzahl der gelegten Katheter ist verschwindend wenig.

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Lügenimperium 01.10.2015, 19:07
4. Patienten befragen?

2x Narkose bekommen trotz Hinweis, dass ich keine will (Antwort: "Machen wir immer so.") und trotz Hinweis, dass ich Standardnarkosemittel nicht vertrage. Kam am nächsten Tag mit dem Krankenwagen wieder zurück ins Krankenhaus, dann wurde mir Psychosomatik unterstellt, ich wäre als Kind vergewaltigt worden. Kann man sich kaum ausdenken!

Ultraschall abrechnen obwohl kein Ultraschall gemacht wurde.

8 Stunden (!) warten lassen weil Arzt vom 1. Beispiel Psychosomatiker/Hypochonder in die Akte geschrieben hat.

Ärztin, die kaum deutsch sprechen kann und einen zugeschwollenen Hals ohne anzufassen als OK diagnostiziert und einen Psychologen holt, der sich bei mir nur über die Kollegin auslässt.

Monatelanges Kopfweh wird beim stationären Aufenthalt nicht untersucht sondern ich soll halt Schmerzmittel nehmen.

Und so weiter. 8 Monate ging das so, zig Ärzte besucht, zig Mal ins Krankenhaus geschickt worden, zig Mal in der Notaufnahme gewesen. Bis ich zu Spezialisten bin und eine Borreliose mit 5 Coinfektionen diagnostiziert wurde. Nix Hypochonder. Nix Psychosomat.

Und gäbe es noch Zivis, dann sollten die mal befragt werden. Da wurden Menschen zum Sterben dem Zivi übergeben damit er die solange rumschiebt bis sie sterben damit das Zimmer sofort wieder belegbar ist. 2 Leichen in einem Sarg damit man nur einmal laufen muss. Hilflose Leute auf dem Klo vergessen,...

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DieButter 01.10.2015, 19:15
5.

Klassischer Fall von Kritik von Leuten, die medizinisch nicht so richtig viel Durchblick haben.
Es wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nämlich einen signifikanten Unterschied an Komplikationen, wie zB. einem Schlaganfall, geben, je nachdem, ob der Patient jung und fit oder alt und multimorbide ist.
Ob die Studie auch nach dem Alter der Patienten differenziert, wird in dem Artikel übrigens offengelassen.
Ein weiterer Grund für die Kathetermethode dürfte der Thoraxschnitt sein, der damit erstens unschöne Narben produziert und zweitens, falls man das Brustbein durchtrennt, die Cerclage erspart. Damit dürfte die Lebensqualität, insbesondere junger Menschen, die noch Sport treiben wollen, erhalten bleiben.
Und zum Abschluss der wichtigste Grund für die Kathethermethode - man kann gegen die Komplikation des Schlaganfalles Blutverdünner geben, die das Risiko minimieren und da eine OP gerade vermieden wird, minimiert man damit auch das Risiko einer relevanten Blutung. Bei einer großen Thorax-OP dagegen muss man die Blutverdünnung absetzen, was insbesondere bei alten Patienten das Risiko eines Schlaganfalles wiederum stark erhöht.

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meninblack02 01.10.2015, 19:20
6. Mehr als zwei Tage Wartezeit...

Sicherlich ist es erstrebenswert, die Operation so schnell wie möglich durchzuführen - wenn die Chance besteht, dass der Patient diese in seinem jetzigen Zustand gut übersteht oder wenigstens mittelfristig überlebt. Schauen wir uns "die Kundschaft" mit Oberschenkelhalsbruch (denn das ist "der obere Oberschenkel") mal genau an -- in der Regel geriatrische Patienten mit jeder Menge Nebenerkrankungen, oft ausgetrocknet und mit überhohem Blutzucker usw.. Hier muss man erst einmal den Menschen, der am kaputten Oberschenkelknochen dranhängt, für die OP "flott" machen -- wenn das zu schnell erfolgt, kippt das oft sehr fragile System oft komplett. Nicht umsonst war der Oberschenkelhalsbruch an sich lange Zeit das "Signum mali ominis", und ist auch heute noch eine prinzipiell lebensbedrohliche Verletzung bei entsprechender Konstellation. Diesem Umstand wird bei der hier zitierten Qualitätssicherungsauswertung nicht notwendiger Weise Rechnung getragen.

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hermanngaul 01.10.2015, 19:39
7. @Lügenimperium

glaub mir. Du bist kein Hypochonder, sondern ein Patient mit einem psychsomatischen Problem. Und eine Borreliose hast du auch nicht.

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susa_pilar 01.10.2015, 19:45
8. ...lustig...

Krankenhäuser sollen wirtschaftlich arbeiten, die großen Klinikkonzerne sogar Gewinn machen! Hmmm, wenn über DRGs eigentlich die Kosten gedeckt werden sollen...!?

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bbr1960 01.10.2015, 19:49
9. Gerade beim Oberschenkelhalsbruch darf man nicht warten.

Zitat von meninblack02
Sicherlich ist es erstrebenswert, die Operation so schnell wie möglich durchzuführen - wenn die Chance besteht, dass der Patient diese in seinem jetzigen Zustand gut übersteht oder wenigstens mittelfristig überlebt. Schauen wir uns "die Kundschaft" mit Oberschenkelhalsbruch (denn das ist "der obere Oberschenkel") mal genau an -- in der Regel geriatrische Patienten mit jeder Menge Nebenerkrankungen, oft ausgetrocknet und mit überhohem Blutzucker usw.. Hier muss man erst einmal den Menschen, der am kaputten Oberschenkelknochen dranhängt, für die OP "flott" machen -- wenn das zu schnell erfolgt, kippt das oft sehr fragile System oft komplett. Nicht umsonst war der Oberschenkelhalsbruch an sich lange Zeit das "Signum mali ominis", und ist auch heute noch eine prinzipiell lebensbedrohliche Verletzung bei entsprechender Konstellation. Diesem Umstand wird bei der hier zitierten Qualitätssicherungsauswertung nicht notwendiger Weise Rechnung getragen.
Vergehen mehr als 24 Stunden zwischen Unfall und OP, dann sinkt die Überlebensrate dramatisch. Das ist meines Wissens durch Studien sehr gut belegt.

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