Forum: Gesundheit
OECD-Studie: Menschen aus reichen Ländern schlucken immer mehr Antidepressiva
REUTERS

Ärzte verschreiben Erwachsenen aus wohlhabenden Ländern immer häufiger Antidepressiva. Das zeigt der neue OECD-Gesundheitsreport. Der Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Psyche könnte eine Rolle spielen - aber auch ein leichtfertigerer Umgang der Ärzte mit den Medikamenten.

Seite 7 von 21
carranza 21.11.2013, 08:45
60. Darf ja alles nichts kosten

Zitat von fatherted98
...vielfach werden Anitdepressiva einfach so verschrieben...nur ein bißchen rumjammern beim Arzt schon hat man das Rezept und der Doc seine Prozente beim Pharmaverein...
Da wird's mit den Prozenten vom Psychologen schon schwieriger.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
christophe_le_corsaire 21.11.2013, 08:45
61. Eine Gesellschaft,

die ihre Bevölkerung zugunsten einiger weniger auspresst, auslutscht und anschließend entsorgt, produziert einfach viel seelische Kolateralschäden. Entschleunigung wäre die Lösung, nicht Medikamente.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
falcon33 21.11.2013, 08:47
62. wieder so ein halbrecherchierter Bericht

Mittlerweile ist diese Stimmungsmache gegen psychisch kranke Menschen ekelhaft!
1. rund 15.000 Menschen nehmen sich jedes Jahr das Leben (zum Vergleich: es gibt rund 5000 Verkehrstote) die Dunkelziffer ist sicher noch viel höher.
2. Die Zahlen nehmen zum Glück leicht ab, das hat mit der höheren Sensibilität und den besseren Behandlungsmöglichkeiten zu tun.
3. Medikamente sollten nur in Verbindung mit einer Therapie verschrieben werden. Die Realität ist aber, dass man zB. in Berlin rund 3 Monate auf einen Therapietermin warten muss und viele Hausärzte nicht ausreichend geschult sind. Im Ernstfall (suizidale Krise) ist der Patient in dieser Zeit schon tot.
3. Auf eine Therapieplatz in einer Klinik wartet man in Berlin rund 9 Wochen.
4. Sicher können äußere Umstände den Krankheitsverlauf beeinflussen, aber wenn man schwer depressiv ist, ist einem die Umwelt scheissegal, Krise hin oder her. Ich habe in der Klinik Menschen getroffen, denen es scheinbar im Leben an nichts fehlte und die trotzdem mehrere Suizidversuche hintersich hatten.
4. In der ach so behüteten DDR waren die Zahlen ungefähr doppelt so hoch und wurden von den Genossen sogar unter Verschluss gehalten.
Depression ist eine Erkrankung des Gehirns und der Betroffene hat selber kaum Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. Es sei denn, er holt sich professionelle Hilfe.
Wenn es unmöglich erscheint, morgens aufzustehen und sich die Zähne zu putzen, sind so Ratschläge, wie geh doch mal joggen oder reiss dich mal zusammen, absolut kontraproduktiv. Sie bewirken nur, dass der Patient sich noch mehr in sich zurückzieht und im schlimmsten Fall "völlig unerwartet" in der Garage hängt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
JaIchBinEs 21.11.2013, 08:56
63. Kopfsache und Biochemie

Zitat von sysop
Ärzte verschreiben Erwachsenen aus wohlhabenden Ländern immer häufiger Antidepressiva. Das zeigt der neue OECD-Gesundheitsreport. Der Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Psyche könnte eine Rolle spielen - aber auch ein leichtfertigerer Umgang der Ärzte mit den Medikamenten.
Ich durchlaufe jedes Jahr mein Herbsttief.
Der Placebo-Effekt sagt mir aber, das negative Gemütsverfassungen nicht nur eine Frage der Bio-Chemie, sondern auch eine Kopfsache sind. Wenn ich nicht zulasse, das sie meine Seele vereinnahmen, ist das schon ein Weg.

Das die Pharmaindustrie und die mit ihr verbandelten Ärzte auch noch andere Interessen als meine psychische Gesundheit haben, dürfte doch klar sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Maya2003 21.11.2013, 08:57
64.

Zitat von osmanian
Wo das Materialistische Herrscht, da herrscht auch eine innere Leere und fehlende Empatie und Nächstenliebe..Amokläufe aus heiterem Himmel und ect. finden meist in den Industrienationen und Reichen Ländern statt..
Die Reduzierung des Lebens auf rein materialistische Werte lässt in vielen Mitbürgern das Gefühl aufkommen "versagt" zu haben - jeden Tag wird ihnen die schöne Welt der "Erfolgreichen" vorgehalten und gezeigt und unterschwellig gefordert den gleichen Weg zu gehen. Und allzu viele machen dieses Spiel mit, "funktionieren" nur noch, vergessen daß Leben mehr ist als Anhäufung (zumeist nutzloser) Dinge mit dem Ziel reich zu sterben.
Jeder kennt Menschen die alles haben, nach den Werten unseres Finanzkapitalismus also erfolgreich sind, und trotz allem Reichtum eine permanente Unzufriedenheit ausstrahlen - sie befinden sich in einem nicht zu lösenden Dilemma: Immer noch mehr zu wollen - denn nur wer MEHR will ist in dieser Gesellschaft erfolgreich; nur wer seine Mitmenschen als Gegner betrachtet und skrupellos agiert spielt nach den Regeln. Die Frage des WOZU wird nicht gestellt, ja ist geradezu Häresie. Sie würde nämlich die ganze Sinnlosigkeit vieler Existenzen offenlegen.

Tief im Inneren spüren das viele und, im Wissen fehlerbehaftete nicht perfekte Wesen zu sein, sind sie nicht in der Lage den (gesellschaftlich geforderten) Selbstanspruch und Wirklichkeit in Deckung zu bringen - die schöne heile Welt des Erfolgs, der ewigen Gesundheit, der perfekten Familie die uns als Ideal jeden Tag präsentiert wird existiert in der Realität eben nicht, hat nie existiert und wird es nie.

Je reicher wir werden, desto ärmer werden wir IN uns. Und viele Mitbürger reagieren auf dieses Problem mit psychischen Problemen. Wir sind eben mehr als "Humankapital" das funktionieren muss - in unserem derzeitigen System hat "der Mensch" keine Lobby, wird zum reinen Kostenfaktor degradiert, wird "berechnet" - und nicht als fühlendes, sensibles Wesen wahrgenommen. Alte "kosten", Junge müssen schnellstmöglich in die Tretmühle, werden "dem Markt zur Verfügung gestellt".

Unser "Fortschritt" entpuppt sich zunehmend als ein Rückschritt in dunkle Zeiten. Aber zum Glück gibt es ja schöne Pillen; damit sich NICHTS ändern muss.
Die Mehrheit fühlt daß "das System" keinen Bestand haben wird; es ist im Kern inhuman, menschenverachtend und faschistoid-darwinistisch. Ein Raubtiersystem das kulturellen und gesellschaftlichen Fortschritt nur noch an der Höhe des Kontostands definiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
desaint 21.11.2013, 08:57
65. in den reichen Laendern finde ich zu pauschal und zu wenig

Differenziert. Wer ist denn genau ungluecklich in diesen Laendern? Reiche, Arme, Menschen mit Fokus auf die Arbeit oder mit Fokus auf Konsum, sind es vornehmlich die Zaungaeste im vgl. zu den maximalen Profitieren des Wohlstands? Oder welche Rolle spielen klimatische Bedingungen? Immer lustig und vergnuegt in der prallen Sonne und depressiv und verstimmt im kalten sonnenarmen Norden? Welche Rolle spielt Religion, das sieht man doch hierzulande schon zw den ewig am karneval feiernden Katholiken und den eher nuechterner evangelisch gepreagten Landstrichen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-10000684033 21.11.2013, 08:58
66.

Zitat von Bowie
zunehmender Stress an sich kann es kaum sein, dann hätten Generationen vor uns weit depressiver sein müssen (Kriege, Krankheiten, Lebensbedingungen, etc.).
Ich habe 'Früher', nur aus Erzählungen erlebt, aber ich halte es für falsch, den Stress von damals mit dem Stress von heute vergleichen zu wollen.

Wenn man heute von Stress redet, ist das meistens kein Stress, der aus physischer Beanspruchung entsteht, sondern Stress den man hat, während man im Warmen auf einem Bürostuhl sitzt.

Früher konnte man daher wahrscheinlich eher einen 'Sinn' in den Stress verursachenden Situationen erkennen als heute.

Hinzu kommt, dass wir heute in Sekundenschnelle über alles informiert werden, was irgendwo auf der Welt passiert, etwas was damals ebenfalls ncht so gegeben war und aus diversen Gründen auf das Gemüt schlagen kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tp-pt 21.11.2013, 09:00
67. Pharma-Lobby

Warum kein Wort über die Macht der Pharma-Lobby in den OECD Ländern? Ärzte werden beschenkt, wenn sie Psychopharmaka verschreiben. Klar gibt es Indikationen für Antidepressiva! Aber nach 10 Jahren Arbeit in einer großen psychiatrischen Klinik und drei Jahren Erfahrung mit der Verschreibungspraxis der Niedergelassenen muss ich sagen: Es wird verschrieben, was das Zeug hält. Und: Das Drängen der Patienten trägt mit zur Verschreibungsflut bei. Offenbar haben die
Ärzte dem nur noch wenig entgegen zu halten. Schade.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
falcon33 21.11.2013, 09:00
68. Suizidhäufigkeit nach Ländern

http://de.wikipedia.org/wiki/Suizidrate_nach_Ländern
hier für alle die glauben, dass die wirtschaftliche Situation einen Einfluss auf die Suizidrate hat...
Es gab in der vergangenheit allein in Deutschland Zeiten, wo man annehmen müsste, dass die Menschen "allen Grund" gehabt hätten, sich zu töten. Ende 2. Weltkrieg, Konzentrationslager, Massenvergewaltigungen etc. aber erstaunlicherweise sind die Zahlen in diesen Zeiten nicht signifikant angestiegen.
Bei aller Küchentischwissenschaft: die Ursachen sind bis heute nur in Ansätzen erforscht. Es ist offensichtlich immer eine bestimmte Mischung aus verschiedenen Faktoren. Aber keiner weiss bis heute, warum in einer vergleichbaren Lebenssituation der Eine sich tötet und der Andere damit umgehen kann und nicht depressiv wird (traumatischer Verlust eines Angehörigen zB. oder Insolvenz des eigenen Unternehmens).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
GrinderFX 21.11.2013, 09:01
69. optional

Die Depression ist nur wieder eine Neuzeitkrankheit, die auf mangelnder Bewegung und Ernährung beruht.
Dazu wird noch zu wenig Zeit draußen verbracht, was sich mit der mangelnden Bewegung deckt.
Würden die Leute nur wieder mit einem vernünftigen Lebenswandel anfangen, wären all diese Probleme schnell gelöst aber man sucht ja lieber den bequemen weg und bekämpft die Symptome als die Ursache!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 21