Forum: Gesundheit
Opfer resistenter Keime: Die Mär von den zehn Millionen Toten
REUTERS

Resistente Erreger könnten schon bald Millionen Menschen töten, warnte eine viel zitierte Studie. Eine neue Analyse zeigt: Die Autoren haben mächtig übertrieben.

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vantast64 16.12.2016, 10:09
1. Da bin ich aber beruhigt,

ich hatte nämlich immer befürchtet, daß wegen des Vorrangs des Profits vor dem Leben der Menschen in Krankenhäusern selbst die allerletzten Antibiotika in Massentierställen und darüber hinaus, erlaubt sind. Wir dürfen also beruhigt sein und die Massentierhalter
dürfen weitermachen, obwohl:
niemand wollte die Antibiotika aus Liebe zu Kranken einschränken....

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patras 16.12.2016, 10:18
2. Klar

alles übertrieben. Wer erlebt hat, wie ein geliebter Mensch an Multiresistenten Keimen zugrunde geht nach einem Routineeingriff, die Hilflosigkeit der Ärzte erlebt hat, der kann so eine Verharmlosung nur als Hohn empfinden.

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kassadra 16.12.2016, 10:21
3. Multiresistenz ist kein Problem

Das Thema wird meines Erachtens nach bewußt von der Pharmalobby gepusht, um weiterhin Geld mit noch spezielleren Antibiotika verdienen zu können. Dabei gibt es seit Anfang des vorigen Jahrhunderts eine wirksame Alternative natürlicher Gegenspieler der Bakterien, ohne die unsere Welt heute nicht existieren dürfte. Bakteriophagen. Ist im Westen in Vergessenheit geraten und wurde in Expertenkreisen schon vor 10 Jahren wieder diskutiert. Ist jetzt groß im Kommen. Eine gute Doku dazu läuft derzeit (noch) auf Arte in der Mediathek. Auch das erste Auto war ein Elektroauto. Hat sich aber auch nicht durchgesetzt, nachem alle auf Öl gesetzt haben. Wo wären wir heute mit 100 Jahren Batterieforschung? Es setzt sich leider nicht immer die beste Lösung durch.

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interessierter Laie 16.12.2016, 10:35
5. So unseriös finde ich das nicht...

Erstens: Die Resistenzen haben in kurzer Zeit stark zugenommen. Man kann durchaus annehmen, dass sie sich weiter so entwickeln und durch Rekombination verschiedener Stämme zusätzlich verstärken. Zweitens: Regional verschlechtert sich die Hygiene eher - Krieg, Flucht und Vertreibung und Hunger sorgen für ideale Bedingungen für die Verbreitung und Verstärkung. Drittens: In der ersten Welt werden die Menschen immer älter. Das heißt auch, dass viel mehr Eingriffe nötig sind und mehr alte und geschwächte Menschen in Pflegeheimen und Krankenhäusern landen, die zudem mit steigenden Zahlen und höherem Kostendruck konfrontiert sind. Wieder: Ideale Bedingungen für ein echtes Problem. Viertens: Die wachsende Bevölkerung: Mehr Menschen bedeutet auch dann mehr Opfer, wenn Ansteckungsrisiken und Sterblichkeit konstant bleiben. Und dass die Medizin besser wird, ist zwar zu erwarten. Aber auch, dass dieser Fortschritt nur einer Minderheit von Betroffenen nützt.

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erzengel1987 16.12.2016, 10:43
6. Trotzdem gefährlich

Oh wunder eine Studie war nicht korrekt. Welche Studie ist wirklich ehrlich?
Einerseits ist es gut, dass etwas Entwarnung gegeben werden kann nur sollte das Problem der Multiresistenten Keime ernstgenommen werden.
Fatal wird es nämlich dann, wenn diese Resistenzen auf ein Bakterium gelangen, dass sich schnell ausbreitet ähnlich der Pest.

Multiresistenzen sind mit Antibiotika unvermeidbar die werden immer gebildet sobald man eine Antibiotikabehandlung hatte und paar Keime überleben.
Nur MRSA beispielsweise ist für geschwächte Menschen ein richtiges Problem. Es ist fast unheilbar außer irgendein Reserveantibiotikum spricht noch an

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permissiveactionlink 16.12.2016, 10:43
7. Das Worst-Case-Szenario

wäre dann erreicht, wenn irgendwann kein Antibiotikum mehr wirkt. Diese Annahme ist natürlich völlig unrealistisch. Aber was wäre die Konsequenz ? Weltuntergang ? Bezüglich der Behandlung von (Wund-)Infektionen wären wir schlagartig wieder in den 1930ern (doch, da gab es schon Gerhard Domagks Sulfonamide !). Allerdings hat sich seitdem nicht nur bei uns eine Menge getan auf den Gebieten Bildung, Nahrungsversorgung, Hygiene, Information, Seuchenschutz, Arbeitsbedingungen, medizinischer Fortschritt u.s.w. Soweit mir bekannt, sind die Menschen damals nicht nur an Infektionen gestorben. Es dürfte ausgesprochen schwierig sein, all die enormen Verbesserungen seit etwa 90 Jahren bei der Vorhersage zu berücksichtigen, und auch alle Verbesserungen, die in Zukunft noch kommen. Die Förderung der Suche nach alternativen Behandlungsoptionen, auch in Form völlig neu zu entwickelnder Antibiotika sollte nicht von "Luftnummern" abhängen, die irgendwo veröffentlicht werden. Jeder an einer Sepsis Verstorbene ist ein enormer Verlust für seine Familie, jede Gliedmaßenamputation eine unvorstellbare Belastung für die Betroffenen. Allein das sollte Anlass genug sein, nach immer neuen scharfen Waffen gegen die Mikroben zu suchen. Wenn Förderanträge von immer neuen Superlativen abhängen, dann sollten wir diesbezüglich die Resettaste drücken !

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horst.koehler.2 16.12.2016, 10:53
8. @patras

Zitat von patras
alles übertrieben. Wer erlebt hat, wie ein geliebter Mensch an Multiresistenten Keimen zugrunde geht nach einem Routineeingriff, die Hilflosigkeit der Ärzte erlebt hat, der kann so eine Verharmlosung nur als Hohn empfinden.
Sie sind ein gutes Beispiel für die Menschen, die alles nur schwarz oder weiß sehen und nicht in der Lage sind, differenziert zu urteilen. Sie haben scheinbar ein Familienmitglied durch multiresistente Keime verloren und akzeptieren jetzt nur noch, was in ihr Schwarz-Weiß-Denken passt. Da kam ihnen eine Studie, die hoch dramatisch "zehn Millionen Tote pro Jahr durch multiresistente Keime" prognostiziert gerade recht, bestätigt sie doch ihr Feindbild. Wenn nun durch sachliche Analyse dieser (von Anfang an) fragwürdigen Studie deren Glaubwürdigkeit komplett zerstört wird, zürnen sie gleich los und werfen "Verharmlosung" vor. Wo hat irgendjemand etwas verharmlost? Sie scheinen maßlose Übertreibung für ein probates Mittel zu halten, die eigenen Ziele zu erreichen. Nun, darüber sollten sie mal nachdenken, denn maßlose Übertreibung kann auch gegen IHRE Interessen verwendet werden! Sachlich und differenziert zu denken und handeln ist der richtige Weg, nicht emotional übertreibend. Letzteres schadet unserer Welt mehr als MRSA es jemals könnte.

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dasoe 16.12.2016, 10:55
9. entweder oder?

Zu den Beiträgen im Forum: Warum nur müssen sich Menschen immer auf einen Seite schlagen und diese mit Händen und Füssen verteidigen?
- die Studie hat unseriös gearbeitet und die Zahl voraussichtlich 10.000.000 Tote fußt auf falschen Daten
- multiresistente Keime sind gefährlich und man muss etwas tun
Diese Aussagen sind für ohne Probleme zu vereinen.

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