Forum: Gesundheit
Opfer resistenter Keime: Die Mär von den zehn Millionen Toten
REUTERS

Resistente Erreger könnten schon bald Millionen Menschen töten, warnte eine viel zitierte Studie. Eine neue Analyse zeigt: Die Autoren haben mächtig übertrieben.

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malanders-oder 18.12.2016, 21:17
50. Statistiken und Wahrheiten

Traue keiner Ststistik, die du nicht selbst gefälscht hast...
Sei es der Saure Regen, das Waldsterben in D, der wirtschaftlichen Lage der Republik und ihrer Bürger und so weiter

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checkitoutple 19.12.2016, 04:28
51. Was für eine Pharma gläubige Darstellung.

Zitat von permissiveactionlink
Und wer weit über 100 Millionen Euro ( ! ) bis zur Erstzulassung eines Antibiotikums investiert hat, möchte möglichst viel davon verkaufen, bis das Patent abläuft. Kliniken können nicht einfach mehr Pflegekräfte einstellen, da die Kosten pro Patient und Fall gedeckelt sind. Hygiene ist teuer, nicht nur das Procedere selbst, auch die Weiterbildung der Pflegekräfte und die Einstellung diesbezüglicher Fachmediziner. Und der Blick über die Grenzen lohnt allemal
Wirklich neue Antibiotika gibt es schon lange nicht mehr. Die Kosten für die Herstellung einer Pille liegt meist unter 1 Cent! Der Aufwand für Transport, Werbung und Verkauf sind noch der größte Anteil an den Kosten.
Die Unternehmen verdienen sich Dumm und Dämlich daran. schon sobald es die ersten Generika gibt ist die Forschung längst bezahlt. eigentlich ist ein Preis oberhalb von 1 € für 99% der Medikamente locker hoch genug um Gewinne zu machen.
Nur selten verwendete Medikamente rechtfertigen einen höheren Preis.

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permissiveactionlink 19.12.2016, 12:13
52. #51, checkittoutple

Da irren Sie sich aber gewaltig. Wären die Gewinnspannen der Pharmaindustrie beim Verkauf von Antibiotika so exorbitant hoch, wie von Ihnen angenommen, dann kämen diese Unternehmen bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe gar nicht mehr nach, vor lauter Gewinnmaximierung ! Tatsache ist etwas völlig anderes : Für die meisten Pharmaunternehmen lohnt sich die Entwicklung neuer Antibiotika nicht mehr, da sie zu geringe Gewinne abwerfen. Das ist auch der Grund, warum diese Unternehmen erheblichen politischen Druck ausüben, sogar Reserveantibiotika an die Tiermäster verkaufen zu dürfen, nicht als Mastbeschleuniger wie früher, sondern heute zur prophylaktischen Behandlung aller übrigen Tiere nach Auftreten von Infektionen. Fragen Sie mal Ihren zuständigen Gesundheitsminister Gröhe, warum er diesem Treiben noch kein Ende gesetzt hat : In dem Fall würden die Pharmaunternehmen sich vollständig aus der Antibiotikaentwicklung verabschieden. Wir leben in einer Marktwirtschaft. Sie dürfen gerne politische Mehrheiten sammeln, um eine Gesundheitspolitische Planwirtschaft durchzusetzen. Bis es soweit ist sollten Sie akzeptieren, dass Patente hohe Investitionen erfordern, die gegenfinanziert werden müssen !

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futtereimer 20.12.2016, 11:05
53.

solange in der Hygiene in Krankenhäusern soooo geschlampt wird- wird es immer wieder solche Vorfälle geben. Mein Onkel starb an sowas.
Ich lag selber vor drei Wochen in einer Klinik- und war entsetzt über die Putzfrau...Mit EINEM Lappen putzte sie erst den Boden, dann den Klo, und DANN erst das Waschbecken (ich hab es SELBER gesehen!)
Nach einer massiven Beschwerde von "unserem" Zimmer kam die Oberhygiene-Tussie dazu und meinte dann "Naja, du nehmen eben zweiten Lappen!".....wurde alles schön in der Krankenhausbewertung aufgeschrieben. Betten wurden gerade mal mit Wasser-Lösung abgerieben für den neuen Patienten. Ich kenne es zb aus meinem Lehrkrankenhaus, dass man die Betten in die Bettenzentrale zum desinfizieren brachte. Bekannte von mir hatte nen Job in einem kleinen Krankenhaus NUR für Bettenreinigung.... es kommt viel auf die Leitung des Krankenhauses an.
Wenn nicht richtig gereinigt wird, gewöhnen sich die Keime an die Desinfektionsmittel...und werden resistent...genauso wie mit den nicht richtig genommenen (bis zum Schluß auch nach Syntom-Abklingen bei Krankheit) Antibiotika.

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berndschlüter 20.12.2016, 16:52
54. Nicht die Multiresistenz ist das Gefährliche

Gefährlich sind, nach Auskunft der nierländischen Hygienebeauftragten, alleine die Erreger, die auf den Menschen spezialisiert sind. Die gibt es in Viehställen nicht, obwohl sie die gleichen Resistenzen aufweisen.
In Deutschland werden nur die Patienten für MRSA verantwortlich gemacht, weil nur auf die Resistenzen geprüft wird. Die Ärzte und das Pflegepersonal können sich dann rein waschen, ohne je ein Stück Seife aus der Nähe gesehen zu haben.
Meine Freundin, Ärztin, hat sich einmal, aus freien Stücken, als Hygieneaufseherin betätigt und mich hinzugezogen. Ich kann nur sagen, viele Ärzte handeln, ebenso, wie das OP-Personal unverantwortlich, wenn sie sich unbeobachtet fühlen.
In den Niederlanden droht heute die Gefahr ausschließlich aus Deutschland. 2010 versuchte ich, mich dort operieren zu lassen. Aussichtslos. Die Niederländer wissen heute, wie sie ihren Laden in Ordnung halten.

Gleich, wo sie sich in Deutschland informieren: es wird abgestritten.
"Die Schweinebauern sinds, basta."

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JanW 15.01.2017, 20:24
55.

Zitat von kassadra
Das Thema wird meines Erachtens nach bewußt von der Pharmalobby gepusht, um weiterhin Geld mit noch spezielleren Antibiotika verdienen zu können. Dabei gibt es seit Anfang des vorigen Jahrhunderts eine wirksame Alternative natürlicher Gegenspieler der Bakterien, ohne die unsere Welt heute nicht existieren dürfte. Bakteriophagen. Ist im Westen in Vergessenheit geraten und wurde in Expertenkreisen schon vor 10 Jahren wieder diskutiert. Ist jetzt groß im Kommen. Eine gute Doku dazu läuft derzeit (noch) auf Arte in der Mediathek. Auch das erste Auto war ein Elektroauto. Hat sich aber auch nicht durchgesetzt, nachem alle auf Öl gesetzt haben. Wo wären wir heute mit 100 Jahren Batterieforschung? Es setzt sich leider nicht immer die beste Lösung durch.
Und wieder mal werden die Fakten verdreht und mit einer Portion Verschwörungstheorie gemixt.

* Phagen sind interessant, aber auch keine Wunderwaffe. Es wird daran geforscht, aber wie bei Pharmakotherapeutika sind die Anforderungen an Effektivität und Sicherheit hoch. Also dauert es lange, bis der Einsatz im klinischen Umfeld beginnt.
* Mit antimikrobiellen Wirkstoffen (Antibiotika, Antimykotika) ist aus zwei Gründen kein großes Geld zu verdienen: vergleichsweise kurze Anwendungsdauer (Tage oder Wochen im Vergleich zu Monaten oder Jahren etwa bei vielen Onkologika) und ein relativ geringer Anteil an Wirkstoffen, die überhaupt noch patentrechtlich geschützt sind. Generika sind bekanntlich billig. Lange Zeit gab es kaum Forschung an neuen Antibiotika (wieder ganz im Gegensatz zu Medikamenten, die auf Dauer angewendet werden, also Krebsmedikamente, Medikamente für Multiple Sklerose, für HIV etc.) - sicher der beste Indikator für die Profiterwartung.

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IB_31 18.01.2017, 09:26
56. Tja die Fakten

Zitat von checkitoutple
Wirklich neue Antibiotika gibt es schon lange nicht mehr. Die Kosten für die Herstellung einer Pille liegt meist unter 1 Cent! Der Aufwand für Transport, Werbung und Verkauf sind noch der größte Anteil an den Kosten. Die Unternehmen verdienen sich Dumm und Dämlich daran. schon sobald es die ersten Generika gibt ist die Forschung längst bezahlt. eigentlich ist ein Preis oberhalb von 1 € für 99% der Medikamente locker hoch genug um Gewinne zu machen. Nur selten verwendete Medikamente rechtfertigen einen höheren Preis.
Mit Fakten und Tatsachen haben Sie es nicht so oder ?
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/stellenabbau-am-frueheren-novartis-standort-14680486.html

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olwel 19.06.2019, 15:26
57. Verstehe ich nicht

"dass Keime in Zukunft deutlich mehr Resistenzen entwickeln. Und zwar gehen sie von einer Steigerung um 40 Prozentpunkte aus. "
Haben die das einfach mal angenommen? oder vielleicht doch aus der bisherigen Entwicklung extrapoliert?
"Zudem geht man in diesem Szenario von einer Verdopplung der Ansteckungsrate aus. Auch das ist schwer nachvollziehbar, wird doch die Hygiene weltweit immer besser."
Was ist daran schwer nachvollziehbar? Wenn sich die Infektionsrate aufgrund der Zunahme von Resistenzen verzigfacht, steigt logischer Weise die Ansteckungsrate. Eine Verdopplung finde ich da eher noch konservativ angenommen.
"Die Briten rechnen in ihrem Report hoch, dass heute weltweit rund 700.000 Menschen an resistenten Erregern sterben [...] Auch diese Zahl dürfte eine ziemliche Übertreibung sein. "
Ist das jetzt eine Meinung des Autors? Oder gibt es für diese Einschätzung eine Quelle?

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ulijoergens 06.10.2019, 15:51
58.

Zitat von kassadra
Das Thema wird meines Erachtens nach bewußt von der Pharmalobby gepusht, um weiterhin Geld mit noch spezielleren Antibiotika verdienen zu können. Dabei gibt es seit Anfang des vorigen Jahrhunderts eine wirksame Alternative natürlicher Gegenspieler der Bakterien, ohne die unsere Welt heute nicht existieren dürfte. Bakteriophagen. Ist im Westen in Vergessenheit geraten und wurde in Expertenkreisen schon vor 10 Jahren wieder diskutiert. Ist jetzt groß im Kommen. Eine gute Doku dazu läuft derzeit (noch) auf Arte in der Mediathek. Auch das erste Auto war ein Elektroauto. Hat sich aber auch nicht durchgesetzt, nachem alle auf Öl gesetzt haben. Wo wären wir heute mit 100 Jahren Batterieforschung? Es setzt sich leider nicht immer die beste Lösung durch.
Ein bisschen Verschwörungtheorie klingt natürlich immer gut und die Pharmaindustrie eignet sich da natürlich hervorragend als Übeltäter.
Im klinischen Alltag sind Multiresistente Keime sicher ein sehr ernstes Problem. Die großen Pharmaunternehmen verdienen an etablierten Antibiotika besonders gut, vor allem an Breitbandantibiotika, die von sorglosen Ärzten vorschnell verschrieben und dann von arglosen Patienten eingenommen werden. Das fördert die Entstehung resistenter Stämme.
An der Entwicklung spezialisierter Antibiotika verdient die Pharmaindustrie dann eher wenig, denn der Entwicklungsaufwand ist extrem hoch. Dem steht ein geringer Ertrag gegenüber, denn das Medikament hilft ja nur in relativ seltenen Spezialfällen.
Ihre Behauptung, dass Multiresistente Keime kein Problem sind und nur von der Pharmalobby propagiert wird halte ich für ebenso haltlos wie gefährlich und im besten Fall unüberlegt.

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