Forum: Gesundheit
Optimale Behandlung vs. optimaler Verdienst: Dr. Dilemma
Corbis

Gesetzlich oder privat? Wie Patienten versichert sind, beeinflusst das Verhalten von Ärzten. Mediziner berichten, was für ein Spagat es ist, zwischen Verdienst und Versorgung abwägen zu müssen.

Seite 1 von 11
Phil2302 07.05.2015, 18:53
1.

Seit ich als Beamter privat versichert bin war ich noch nie beim Arzt, weil ich angst habe, dass ich genauso abgezockt werden wie es im Artikel beschrieben wird. Ich bin zwar vorher auch nicht wegen jedem Wehwehchen zum Arzt gelaufen, aber jetzt bin ich da sehr vorsichtig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
juergw. 07.05.2015, 18:57
2. Es geht immer ums Geld..

mir wurden schon als Privatpatient unnütze Operationen
empfohlen.Am liebsten gleich in den OP Saal bringen.
Eine neue Hüfte ?Machenwir doch vorsorglich gleich die andere Seite mit ! Hilfe!Dank fehlender Demenz und
fehlender Bewunderung dieser Götter in Weiß habe ich alles abgelehnt und nur böse Blicke geerntet.Wo doch der Computer schon den Betrag der Fallpauschale anzeigte...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sam-berlin 07.05.2015, 19:03
3. Wow

Wow, ganze zwei Ärzte, die sich zu Wort melden. Davon einer in einer britischen Zeitschrift. Recherche kann so einfach sein. Es gab Zeiten, da musste man als "Journalist" mehr Aufwand betreiben, um beim Spiegel arbeiten zu können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
skeptiker53 07.05.2015, 19:04
4. Abraten ?

Als langjähriger und erfahrener Hausarzt muss ich fast genauso häufig Patienten abraten von (schon geplante, aber überflüssige oder sogar schädliche) Operationen als wohl dazu überreden, sich operieren zu lassen.
Dadurch bin ich nicht unbedingt gern gesehen in (chirurgischen) Kollegenkreisen. Zusätzlich denken manche dieser Patienten, ich versuche Kosten zu sparen für die Krankenkassen. Und ich bekomme diese zeitaufwändige Beratungen überhaupt nicht vergütet im heutigen, technik-orientierter Honorarsystem.
Da fühlt man sich schon wie Don Quichote, sinnlos kämpfend gegen eine ungerechte Welt, die man sowieso nicht ändern kann, und die auch nicht geändert werden will...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MatthiasPetersbach 07.05.2015, 19:12
5.

Tja, die Einführung der privaten Krankenkassen war ein Fehler. SOLIDARITÄT ist angesagt, nicht rausbrunzen.

Mich rufen jede Woche irgendwelche Drücker an, daß ich zu ihnen kommen soll. Können mich gernehaben .- ich bleibe in der gesetzlichen Krankenkasse. Ich könnte wechseln und billiger wäre es auch - aber Geld ist nicht alles.

Ich finde das Konzept sehr sinnvoll - und nen Spiegel hab ich eben auch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ernstullrichschultz 07.05.2015, 19:14
6. Dvt

Der Bundesausschuss, das sogenannte Sebstverwaltungsorgan der GK, eher Selbstbedienungsorgan der Interessenverbände, in dem kein einziger Versicherter stimmberechtigt sitzt, bestimmt nach Gutsherrnart, was gezahlt wird und was nicht. Diejenigen, welche die Beiträge bezahlen, haben da nichts zu sagen. Dafür werden Standeskämpfe um Geld der Versicherten ausgefochten. Zum Beispiel kämpfen Radiologen gegen Zahnärzte, die das bessere Diagnosegerät DVT für Zahnfehlstellungen haben, aber nicht erstattet wird. 200 Euro darf der Versicherte zahlen, obwohl alle Fachleute und Zahnkliniken das Verfahren für besser erklären.Teurer ist es auch nicht, nur weil die Radiologen sich nicht die Butter vom Brot nehmen will und mehr Macht im Bundesausschuss zu haben scheinen, wird der Zwangsversicherte zur Kasse gebeten.
Ich habe Einspruch erhoben. Aussicht schlecht, weil alle Entscheider bis hin zu den Gerichten nicht in der gesetzlichen Versicherung sein müssen.
Das ist der eigentliche Skandal!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
menschsagmal 07.05.2015, 19:14
7. Recht hat er

Die private gehört abgeschafft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sibylle1969 07.05.2015, 19:15
8. Besonders schlimm bei Fachärzten

Bei meinem Hausarzt konnte ich bisher noch nicht feststellen, dass er "Privatpatienten-Melken" betreibt. Aber etliche Fachärzte, darunter Augenärzte, Gynäkologen, HNO-Ärzte und Orthopäden haben sich bei mir durchaus schon intensiv damit betätigt, d.h. Untersuchungen oder Behandlungen durchzuführen, deren medizinischer Nutzen durchaus fragwürdig ist, die aber gut vergütet werden. Auch sind die Ärzte kreativ im Finden von Begründungen, wie nach Möglichkeit der höchstmögliche Satz aufgrund von Erschwernissen abgerechnet werden kann. Hier hilft eine Software namens "GoÄ-Optimierer", und Schulungen gibt es da sicher auch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pfaffenwinkel 07.05.2015, 19:22
9. Als Beamtin

musste ich Privatpatient werden - hat aber einen großen Nachteil: Die (meisten) Ärzte doktern viel zu lange an mir rum.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 11