Forum: Gesundheit
Organspende-Vorstoß von Jens Spahn: Widerspruchslösung ist keine Lösung
DPA

Dass in Deutschland so wenige Organe gespendet werden, liegt vor allem an den Kliniken. Trotzdem will Gesundheitsminister Spahn, dass jeder, der nicht widerspricht, automatisch Spender wird. Was soll das?

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ceen 03.09.2018, 15:56
140. Herr Spahn = instant downvote by Spiegel

Eigentlich halte ich garnichts von unserem Gesundheitsminister.
Dieser Vorschlag ist allerdings klasse. Beim blick in mein Portmonee fiehl mir gerade auf, dass mein organspendeausweis garnicht mehr drin ist. Heute wäre es ein Problem doch schon bald sind wir alle automatisch spender.

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timo_kohlhepp 03.09.2018, 15:56
141. Guter Gedanke, aber...!

Ich finde es grundsätzlich gut und richtig, die Regelung umzudrehen. Grundsätzlich besteht in Deutschland die Pflicht zur Hilfe. Wer nun mit damit argumentiert, der Staat greife in die körperliche Unversehrtheit ein, der vergisst wohl, dass 1. durch den Staat auch eine Obduktion angeordnet werden kann, 2. mit dem Eintritt des Todes dieses Grundgesetz wohl nur noch bedingt gültig sein kann.
Probleme sehe ich hier allerdings bei Menschen mit Infektionskrankheiten oder anderen Beeinträchtigungen, die heute bereits von der Organspende ausschließen. Wie werden diese Menschen im Fall der Fälle rechtzeitig identifiziert? Werden diese dann dazu verpflichtet einen Widerspruch stets bei sich zu tragen? Wie will man das nachhalten?

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schwerpunkt 03.09.2018, 15:56
142.

Zitat von gantenbein3
dass an den Organen des Patienten interessierte ÄrztInnen andere Überlegungen anstellen, als Ärzte, die noch um sein Leben kämpfen. Und es ist ja auch nicht so, dass erst im Moment des Todes über eine Organspende medizinisch entschieden wird. Das hat man vorher - als der Patient noch lebte - eingehend geklärt. Außerdem wird der Patient im lebenden .....
Wie von anderen Foristen bereits mehrfach dargestellt:
Erst NACH Feststellung des Hirntodes wird, geprüft, ob der hintote Patient Organspender ist. Die Möglichkeit ihn im bewussten Zustand zu befragen hat man eher selten (und würde auch durchaus recht befremdlich auf den Patienten wirken).

Mich würde noch interessieren, ob es auch nur einen belegbaren Fall in Deutschland gibt, wo eine Situation, wie die von Ihnen beschriebene, jemals eingetreten ist.

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Spiegelleserin57 03.09.2018, 15:57
143. ganz so ist es nicht!

Zitat von draco2007
Deshalb wird laut Transplantationsgesetz ERST der Hirntod festgestellt, DANN geschaut ob es ein Organspender ist. Und wieso sollte man das jetzt nicht auch schon machen? Immerhin gibt es eine 36%ige Chance auf einen Jackpot. Und aktuell ......
wenn in einer Klinik ein Patient ankommt. z.B. ein Autounfall und man erkennen kann dass er ein Organspender werden kann wird der Fall nach Leiden in Holland gemeldet. Dann kommt ein Arzt und spricht mit den Angehörigen , Spezialist für Transplantationen. Dann sollen die Angehörigen in der extremen Situation entscheiden ob eine Spende für sie in Frage kommt.
Es kommen zusammen :
1. der Schock über den Unfall
2. die Situation der Patient sei tot.
3. die Entscheidung zur Organentnahme.
Ich möchte den sehen der da sachlich entscheiden kann.
Die Hirntoddiagnostik ist da schon längst gelaufen und das Blut in die Labore geschickt worden.
Der Patient wird dann mittels Maschinen und vielen Medikamenten am Leben erhalten. er ist nur Hrintod, wie es per definitionem festgelegt ist.
Es ist schon eine besonders Situation einen Menschen auf Station in den OP zu verabschieden, ihn noch mal anzuschauen und zu wissen dass er eine Narkose bekommt und anschließend nach der OP in einen Sarg gelegt wird. Schauriger und härter geht wohl für keinen Menschen mehr!
Das muss man mal erlebt haben um sich ein neutrales Urteil bilden zu können.

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Michael 1234567 03.09.2018, 15:57
144. Befürworter

Die Befürworter sind Menschen die gewohnt sind alles und jeden kaufen zu können. Diese Menschen haben nicht gelernt was zu akzeptieren. Anstatt Menschen als potentielle Ersatzteilspender zu betrachten sollte diese und der Spahn lieber mehr Geld in die Forschung investieren bzw. spenden. Der Spahn ist für mich unglaubwürdig, ja was macht nicht alles um an der Macht zu bleiben!
Es ist schrecklich das manche Ihre Mitmenschen als laufende Ersatzteillager betrachten und Ihnen sogar die Selbstbestimmung absprechen möchten!

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draco2007 03.09.2018, 15:58
145.

Zitat von Pickle__Rick
Es wäre möglich, dass eine Widerspruchslösung dieses wachsende Vertrauen zerstört und damit vor allem Schaden anrichtet." Sehe ich änhlich. Ich ärgere mich zwar über diese Dümpelei bei dem Thema aber mit der Widerspruchslösung bringt man viele Menschen auf die Barrikaden. Deren Gründe und Argumente halte ich zwar zu einem großen Teil für Bullsh*t aber letztendlich geht es doch um die Sache. Wie ......
Das halte ich tatsächlich für eine gute und brauchbare Lösung!

Ich bin genau so einer, den sie meinen. Ich bin bereit zu spenden, aber nicht bereit mich mit dem Thema zu beschäftigen.

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gantenbein3 03.09.2018, 16:00
146. Es spricht für sich

Zitat von viceman
ein echter spahn, hohl + medienwirksam und aktionistisch. es liegt durchaus nicht an der spendenbereitschaft der bürger und eine zwangsverpflichtung löst das problem nicht, weil es dagegen massiven widerstand geben wird. naja, wenn man einen bankkaufmann zum gesundheitsminister macht...nicht jeder ist ein 'guter mensch', bloß weil er katholik und lgtb sein will...
dass Herr Spahn für die Widerspruchslösung Partei ergreift, ohne sich mit den dagegen sprechenden Einwänden auch nur andeutungsweise auseinandergesetzt zu haben. So handeln Leute, die sich als Macher profilieren wollen, nicht aber Leute, die das Für und Wider verantwortungsbewusst abwägen. Sie tun einfach, was ihnen nützlich erscheint, auch für sie selbst, und lassen Einwände links liegen oder treten sie vorsätzlich in die Tonne. Das ist der Stil von Herrn Spahn.

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1337h4x0r 03.09.2018, 16:00
147. Werbeaktionen völlig daneben

Ich nehme immer wieder mal einen Packen Organspender-Flyer zu Events und Konferenzen mit, und spreche das Thema dort dezent and freundlich an. Und siehe da: Interesse und Nachfrage sind groß! Aber nicht mit ministeriellen Verkündungen ex cathedra erreicht man die Menschen, sondern im persönlichen Gespräch in der Peergroup. Jahrelanges Marketing völlig an diesem sensiblen Thema vorbei.

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Alexander77 03.09.2018, 16:01
148. Der Staat wird übergriffig

Dass der Staat versucht, eine so persönliche Entscheidung wie die zur Organspende zu manipulieren, ist skandalös. Schon die Zielstellung ist falsch: Ziel sollte nicht die Maximierung der zur Verfügung stehenden Organe sein, sondern die möglichst gut informierten Entscheidung der Betroffenen. Hier versagt der Staat seit Jahren kläglich: Statt sachlicher Informatione gibt es Werbe-Kampagnen - das ist der Sache nicht dienlich. Die Krankenhäuser hingegen leisten nach meiner Erfahrung hierbei gute Arbeit.
Wenn Bürger ihre Organe nicht spenden wollen, ist das zu akzeptieren. Der "sanfte Zwang" einer Widerspruchs-Regelung ginge in die völlig falsche Richtung. Mit OrganSPENDE hätte das nichts mehr zu tun, die Körper der Bürger würden zum Allgemeingut degradiert. Kommentare, die sagen "man kann ja immer noch widersprechen", sind naiv.

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schwerpunkt 03.09.2018, 16:02
149.

Zitat von Paul-Merlin
Nach derzeitigem Recht ist es so, dass von einer Organtransplantation eine ganze Menge Personen und Einrichtungen profitieren. Nur einer geht leer aus, der wo am meisten gibt: der Spender. Dessen Angehörigen erhalten wenn es hoch kommt einige aufmunternde Worte des Klinikpersonals. Zudem ist nicht auszuschließen, dass. wenn potentiell jeder ein Spender ist, eine ......
In dem Fall, empfehle ich Ihnen, sich eben als Nicht-Spender einzutragen.
Dann müssen Sie auch nichts mehr in der Hinsicht befürchten.
Richtig?

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