Forum: Gesundheit
Organspende-Vorstoß von Jens Spahn: Widerspruchslösung ist keine Lösung
DPA

Dass in Deutschland so wenige Organe gespendet werden, liegt vor allem an den Kliniken. Trotzdem will Gesundheitsminister Spahn, dass jeder, der nicht widerspricht, automatisch Spender wird. Was soll das?

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desktopper 03.09.2018, 16:36
180. Gerecht

Noch besser als die Widerspruchslösung fände ich ja eine andere: Es bleibt im Prinzip bei der Zustimmungslösung. Aber als Organempfänger kommt dann nur in Frage, wer zugestimmt hat. Alle anderen bekommen kein Organ, auch wenn sie es brauchen. Das wäre "gerecht". Ist aber wohl nicht machbar, weil es dann unterlassene Hilfeleistung wäre.

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claus7447 03.09.2018, 16:40
181.

ich hoffe sie regen sich nach ihrem Tot auf ... sie glauben an die Wiedergeburt - gut so - aber ich kann sie beruhigen: Die Empfänger werden sehr sorgfältig ausgesucht - das was sie schildern kann nicht vorkommen. Vielleicht beschäftigen sie sich mal mit der Materie bevor einfach hier was losgeworden wird.

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elcaron 03.09.2018, 16:40
182. Wer andere sterben lassen will ...

Wer andere sterben lassen will, um seine Organe kompostieren zu können, sollte wenigsten die Eier haben, das offen kundzutun. Meiner Ansicht ist es nicht falsch, erst einmal elementaren Anstand vorauszusetzen. Das hat mit Freiheitseinschränkung nichts zu tun.

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Pickle__Rick 03.09.2018, 16:42
183.

Zitat von Spiegelleserin57
(...) Wer weiß denn schon dass ein Spender im OP noch eine Narkose bekommt? gibt das nicht zu denken? Braucht ein Toter eine Narkose??
Wenn Ihnen das zu denken gibt, warum informieren Sie dich dann nicht? Sie haben doch offensichtlich Zugang zum Internet und dieses liefert in wenigen Sekunden die Antwort. Es geht um Hirntote. Durch die Betäubung sollen Reaktionen des Körpers vermieden werden. So auch Reflexe. Das bedeutet aber nicht, dass hier ein aktives Bewusstsein z. B. Schmerzen verspürt.

http://organspende-entscheide-ich.de/organentnahme-nur-mit-vollnarkose/

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schwerpunkt 03.09.2018, 16:44
184.

Zitat von ignazpietsch
Dann könnte es ja sein, dass ich einem, meiner Meinung nach asozialen privatversicherten Reichen oder Beamten (oder deren Nachkommen), die sich sonst in allen Fragen der Gesundheit bewusst und mit starker Lobby der SOLIDARITÄT entziehen, das Leben rette!
Richtig!
Furchtbarer Gedanke, oder?

Aber wer weiß, vielleicht retten Sie somit auch einem jungen Mädchen mit 21 Jahren das Leben.
Aber egal ... das Risiko einen reichen Beamten das Leben zu retten ist einfach ZU hoch, egal wie niedrig es ist. Ich kann das verstehen
[/Zynismus9]

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cobaea 03.09.2018, 16:45
185.

Zitat von wiesenflitzer
Seit Jahrzehnten werden immer wieder teure Kampagnen dazu gestartet. Genutzt hat es bis heute rein gar nichts. Es ist sogar noch weniger Bereitschaft dazu vorhanden. Und noch dazu kommt, dass die muslimische Bevölkerung, welche ja nun mal einen immer größer werdenden Anteil bei uns ausmacht, dieser Sache zu fast hundert Prozent mit absoluter Abneigung begegnet, was wiederum bedeutet, dass die Spenderzahlen in der Zukunft noch weiter rückläufig sein werden. Und wie ihr Nachkommentator schrieb, dass die dümmsten Ausreden die religiösen seien; nun, da mag er zwar recht mit haben, aber machen Sie das mal einem Muslim klar; mit dem man eh nicht vernünftig über Glauben/Religion reden kann.
Manchen Leuten ist doch kein Thema zu entfernt, um gegen eine bestimmte Glaubensgemeinschaft Stimmung zu machen. Im Islam ist die Ansicht zu Transplantationen genauso uneindeutig, wie im Judentum oder im Buddhismus oder Hinduismus - oder eben auch im Christentum. Konservative Geistliche in allen drei monotheistischen Religionen halten gewöhnlich nichts von Organtransplantationen, liberale und/oder modernere haben nichts dagegen. Im Buddhismus und im Hinduismus muss jeder selbst entscheiden, ob er darauf hofft, durch eine Organspende positive Punkte fürs Jenseits zu sammeln (bzw für die Wiedregeburt) oder ob er fürchtet, dadurch in der eigenen Vollendung der Person bzw des Karmas gestört zu werden. Bei den Christen übrigens gibt es eben nicht nut konservative Vertreter von Amtskirchen sondern auch Freikirchen, von denen einige nichts von Organtrasnplantationen wissen wollen (Zeugen Jehovas lehnen ja sogar schon Bluttransfusionen ab). Es gibt in dieser Frage nun wirklich gar keinen Grund, auf eine Glaubensgemeinschaft speziell loszugehen.

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RenRlp 03.09.2018, 16:45
186. Staatseigentum

Mit der Widerspruchslösung sagt der Staat zuerst einmal nichts anderes, als dass ich ihm gehöre- samt Innereien. Aus diesen Zeiten sind wir lange raus. Letztenendes spekuliert man lediglich darauf, dass möglichst viele Menschen dieses "Opt-Out" schlicht verschnubbeln. Wer aktiv spenden will, sollte auch aktiv werden. Ein Unding, dass ich aktiv werden muss, weil ich etwas nicht will.
Wo hört das Ganze dann eigentlich auf? In 5 Jahren bemerken wir dann, dass die Natur ja doch wichtig ist. Per "Opt-Out" bekommt man dann 5 Hektar Regenwald zur Pflege aufs Auge, wird das Vermögen bei Ableben eingezogen? Zu sagen wer nicht spendet, solle auch nichts bekommen sage ich, dass ich damit einverstanden wäre. Endlich ein liberaler Staat, der seinen Bürgern Entscheidungen, aber natürlich auch Konsequenzen überlasst. Diesen Gedanken dann aber unbedingt auch auf unsere Solidarsysteme ummünzen!

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Juro vom Koselbruch 03.09.2018, 16:46
187. Tja, ...

Zitat von schwerpunkt
Tja, aber in der Situation, in der die Frage relevant wird, gibt es Sie nicht mehr, können also auch nichts mehr besitzen. Auch nicht ihren Körper.
... was geschieht denn, wenn Sie aus welchen komischen Gründen auch immer aus der Leichehalle eine Leiche klauen oder diese als Bestatter bestehlen, etwa Goldzähne entfernen oder teure Schuhe austauschen, was man unter der Leichendecke im Sarg nicht bemerkt?!

Warum gibt es wohl den Straftatbestand der Störung der Totenruhe?!

Mein Vater, der damals Dorfpolizist war, musste mal nachts zu einem tödlichen Unfall. Der Bestatter konnte nicht kommen, da am Vorabend dessen Leichenwagen defekt wurde.
Man half sich und ein Landwirt brachte auf einem Anhänger die Leiche zum nächsten Krankenhaus.
Nur lehnte der katholische Pförtner des katholischen Krankenhauses die Aufnahm der evangelischen Leiche ab. Das muss man sich mal vorstellen.
Mein Vater erklärte, den Stationsarzt sprechen zu wollen. Ansonsten gäbe es eine Strafanzeige unter wegen Störung der Totenruhe, unterlassener Hilfeleistung (an der Leiche) und Nötigung.
Relativ schnell war dann auf einmal der Chefarzt da und die Leiche angemessen würdig aufgebahrt.

Man kann mit einer Leiche nicht machen, was man will. Man hat die Würde des Verstorbenen zu respektieren, so weit wie möglich seinem Willen zu folgen. Da kann man aus einer Nichtaussage keine Zustimmung machen.

Auch deshalb trage ich meinen zustimmenden Organspendeausweis mit mir rum.

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burgundy 03.09.2018, 16:49
188.

Zitat von dani-loulou
Dann führe ich nun im Portemonnaie neben meinem Ausweis ein Dokument, aus dem ganz klar hervorgeht, dass ich KEINE Organspenderin bin. Basta.
So einfach "Basta" ist das nicht. Ein solcher Widerspruch verschwindet im Interessenskonflikt leichter als eine Zustimmung konstruiert werden kann.

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Fuscipes 03.09.2018, 16:50
189.

"Persönlich würde ich sogar vorschlagen, dass bei der Ausstellung des Personalsausweises grundsätzlich abgefragt wird, ob man möchte oder nicht. Eintrag ins Spenderregister bzw. Nichtspenderregister und fertig. Für den Bürger unterm Strich kein großer Aufwand, weder pro noch contra."
Was jemand möchte oder nicht, da fällt mir das Thema Datenschutz ein, und das ist auch im Zusammenhang mit Patientendaten und Organspende eine äußerst heikle Angelegenheit, weil die damit verbundenen Gefahren sollte man schon sehen.

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