Forum: Gesundheit
Organspende-Vorstoß von Jens Spahn: Widerspruchslösung ist keine Lösung
DPA

Dass in Deutschland so wenige Organe gespendet werden, liegt vor allem an den Kliniken. Trotzdem will Gesundheitsminister Spahn, dass jeder, der nicht widerspricht, automatisch Spender wird. Was soll das?

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eulenspiegel1979 03.09.2018, 14:52
70.

Zitat von Grummelchen321
Staat mich generell zu einem Organspender erklärt,muss er auch die Bestattungskosten der sterblichen Hülle bezahlen.
Das wäre tatsächlich mal ein denkenswerter Ansatz. Jeder, der sich als Organspender eintragen lässt und dem tatsächlich min. 1 Organ entnommen wird, sollte einen üppigen staatlichen Beerdigungskostenzuschuss erhalten.

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sanfernando 03.09.2018, 14:53
71. Die Wartelisten....

....würden schlagartig kürzer werden, wenn man einen Weg finden könnte (ich seh aber leider keinen geeigneten), dass für Organempfang nur die genannten 36 Prozent aufgelistet werden, die auch spendenbereit sind, die Restlichen nur, wenn was übrig bleibt und natürlich nur, wenn die das auch wollen! Immerhin haben diese ja deutlich gemacht, dass sie gegen Organspende sind, oder? Ich denke aber, dass fast alle Nichtspender Heuchler sind und sich ihre Einstellung zur Organspende schlagartig ändert, wenn sie selbst oder ein Angehöriger mit einer Transplantation gerettet werden könnten! Auch das Argument, dass Deutsche von der Regelung in anderen europäischen Ländern profitieren, allerdings zu Lasten der Menschen dort. Mit einer geänderten Regelung bei uns würde Europas Organbank sicher mehr Organe bekommen. Hier hat Herr Spahn mal recht. Die Freiheit ist nicht beschnitten, wer nicht will, kann widersprechen. Dass man sich dafür aufraffen muss, beeinträchtigt diese Freiheit nicht. Auch wer wählen will, muss sich aufraffen und ein Wahllokal aufsuchen

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mario.rosa-bian 03.09.2018, 14:53
72.

Zitat von jj2005
Ich fände jede Lösung unsympathisch, bei der die Mediziner schon VOR der offiziellen Feststellung des Hirntodes wüssten, dass ich ein potenzieller Spender bin. Auch Ärzte sind Menschen, und wenn sie todkranke Ölmilliardäre auf dem Operationstisch haben, dann will ich nicht mit Spenderausweis halbtot im Nebenzimmer liegen. Mit Betonung auf "halb".
Die Organspende funktioniert so nicht. In Europa jedenfalls.
Nach Feststellung des Hirntodes, nach Feststellung der Zustimmung (durch Ausweis oder Angehörige) werden die Daten an EUROTRANSPLANT gemeldet. --> https://de.wikipedia.org/wiki/Eurotransplant
dort werden die am besten passenden Empfänger gefunden, dann werden die entnommenen Organe zu den Transplantationszentren in DEU, A, BENELUX, SLO, H, oder CRO gebracht, wo sie transplantiert werden.
Ach ja, die Hirntodfststellung: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/irrev.Hirnfunktionsausfall.pdf

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tafelsilber 03.09.2018, 14:53
73. Organspende rettet Leben

Spahn hat völlig recht dass wir die Widerspruchslösung brauchen - und das sage ich bei aller sonstigem Kritik an dem Herrn.
Jeder der widersprechen will kann das ausdrücklich tun. Allen anderen, die bisher zu faul sind einen Organspendeausweis ins Portemonnaie zu stecken, war es wohl nicht wichtig genug - die können dann gefälligst auch spenden, anstatt das verrotten zu lassen, was anderen Menschen das Leben rettet.

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Michael 1234567 03.09.2018, 14:55
74. Es gibt kein Recht auf Organspende!

Es gibt kein Recht auf Organspende, die Befürworter sollten sich eines vor Augen halten. Ein Junge der für Hirntod erklärt wurde erwachte kurz vor seiner Organentnahme was wäre passiert wenn er später erwacht werde bzw. nicht mehr erwachen hätte können?
Einfach in die Suchmaschine eingeben: Trenton McKinley aus den USA

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mario.rosa-bian 03.09.2018, 14:55
75.

Zitat von marsupilama
kann man in Spanien beobachten: Die Chancen nach einem Herzstillstand wiederbelebt zu werden sind in Spanien, meines Wissens nach, nicht ein mal halb so hoch wie in Deutschland. Ich vermute, dies liegt nicht an den mangelnden Fähigkeiten der spanischen Ärzte, sondern daran, dass sich ausschlachten mehr lohnt als wiederbeleben. Unser Krankensystem ist profitorientiert. Zitat aus einer AOK Broschüre: "der Brückenfuß ist auch eine krankhafte Veränderung des Fusses, die aber keinen Krankheitswert hat"....
Ja, in Spanien werden auch unter bestimmten Gesichtspunkten Herztote als mögliche Organspender betrachtet.
In Spanien, nicht bei uns, ist im Transplantationsgesetz beschrieben.
In DEU sprechen wir "nur" (bitte verzeihen Sie die sprachliche Ungeschicklichkeit) von Hirntoten im Zusammenhang mit der Organspende.

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extra330sc 03.09.2018, 14:59
76.

Zitat von rad666
Weder möchte ich ein fremdes Organ noch meine eigenen zur Verfügung stellen. Der Tod ist ein Teil des Lebens, und selbst als Atheist bin ich der Meinung dass man sich in manchen Fällen einfach damit abfinden sollte - und damit meine ich explizit nicht Fälle ......
Genau...deswegen sollt man auch Ärzte verbieten und Krankenhäuser abreissen....der Tod ist schließlich Teil des Lebens.
Wenn sie schon kein Organ wollen, kaufen sie sich vielleicht mal einen Duden...und ein Buch über juristisches Grundwissen. Gruselig hier.....

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**Kiki** 03.09.2018, 14:59
77. Lesekompetenz?

Zitat von Airkraft
Falls Sie oder andere mit einer Widerspruchslösung ein Problem haben, legen Sie halt für sich Widerspruch ein. Ich hingegen befürworte diese Lösung und brauche da auch keine ungebetene Fürsprache.
Mein Problem mit der Widerspruchslösung ist kein persönliches, sondern ein grundsätzliches. Worin ich dieses grundsätzliche Problem sehe, hatte ich beschrieben.
Noch einmal, da es Ihnen beim ersten Mal offenbar zu hoch gewesen ist: Die Widerspruchslösung täuscht aus Bequemlichkeitsgründen durch einen Taschenspielertrick ein Einverständnis vor, wo in Wirklichkeit gar keines vorhanden ist. Wenn Sie da kein ethisches und verfassungsrechtliches Grundsatzproblem erkennen, müssen Sie das mit sich selbst ausmachen. Aber was bilden Sie sich eigentlich ein, mir den Mund verbieten zu wollen, nur weil Sie solche Dinge nicht hören wollen?

Und kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit dem ethischen Erfordernis, weil Organempfänger auf der Warteliste stehen. In Wirklichkeit würde nicht einmal eine gesetzliche Organspendepflicht (ohne Widerspruchsrecht) die nötige Anzahl an Organen herbeischaffen können. Das wird auch nicht mehr besser, sondern im Gegenteil Jahr um Jahr immer nur noch schlimmer werden.
Organspenden sind von vornherein eine Sackgasse. Deshalb ist es außerdem sinnlos, die Grenzen der Freiwilligkeit auf eine höchst problematische Weise umzudefinieren, um den Mangel wenigstens ein bißchen zu verringern. Entwickelt werden müßte eigentlich eine ganz neue Lösung. Es wäre doch mal eine nette Abwechslung, wenn man sein Geld und sein Hirnschmalz in ein Ziel stecken würde, das durchdacht genug ist, um beides auch wert zu sein.

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sw-grisu 03.09.2018, 15:03
78. Das eine zu tun heißt noch lange nicht das andere zu lassen.

Schwächen/Mängel habe immer mehrere Ursachen. Die wurden im Kommentar auch richtigerweise dargestellt. Nur finde ich darin nicht ein Argument warum man den Punkt der Widerspruchslösung nicht auch angehen sollte.

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extra330sc 03.09.2018, 15:03
79.

Zitat von mario.rosa-bian
Ja, in Spanien werden auch unter bestimmten Gesichtspunkten Herztote als mögliche Organspender betrachtet. In Spanien,......
Wenn man die ganzen Kommentare der Organspendeverweigerer hier liest, scheint der Hirntod ein weit verbreitetes Phänomen unter postenden zu sein......

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