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Organspenden in Deutschland: Plötzlich geht es voran
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Wird künftig jeder Organspender, der nicht ausdrücklich widerspricht? Darüber entscheidet bald der Bundestag. Doch die Zahl der Entnahmen steigt sowieso - nur aus anderem Grund.

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opeongo 01.04.2019, 19:15
120. Klar!

Ich habe immer vermutet, dass 10-15 Prozent freiwillige potentielle (!) Organspender sind und 10 - 15 Prozent strikt dagegen. Den anderen 70-80 Prozent ist's wurscht (zumindest solange, bis sie selbst ein Organ brauchen).

Und diese 70 - 80 Prozent müssen wir kriegen. Ob jeder, der nicht widerspricht, potentieller (!) Organspender ist oder nur der Organe bekäme, der selbst Spender wäre (!) - das ist mir dann wurscht.

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ch.e 01.04.2019, 19:17
121. Warum?

Auch wenn Spenderorgane Leben retten können, warum soll ich spenden, wenn sich die Ärzte und Krankenhäuser an meinen Organen dumm und dämlich verdienen? Warum nicht den Hinterbliebenen für die Organe Geld zahlen?

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bockmist 01.04.2019, 19:22
122. Geld auf den Tisch

Die Kliniken können gutes Geld mit Spenderorganen verdienen. Für den Empfänger und die Krankenkassen wird es billiger. Da ist es gutes Recht, dass der Spender bzw. die Familie auch etwas erhält. Aber so wie Wohnungseigentümer enteignet werden sollen, werden auch die Spender leer ausgehen. Daran erkennt man den Geist unserer Politiker.

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DorianH 01.04.2019, 19:25
123.

Zitat von scotty61
Zitat "....Wollen Sie ihn zahlen?" Natürlich. Jedem ist es freigestellt, sich dagegen auszusprechen. Wenn jemand den Hintern aus Bequemlichkeit nicht hochbekommt, dann kann er wenigstens noch einem, der dringend ein Organ benötigt, damit helfen. Das Leben und die Gesundheit von Menschen, die eine Organspende benötigen, setze ich höher an, als die Bequemlichkeit von Nichtspendewilligen.
Und ich setze das Recht auf Unversehrtheit des eigenen Körpers höher an als das "Recht" eines Kranken auf ein Organ.
Denn dieses Recht gibt es nicht.

Mit der Widerspruchslösung wird der Mensch zur Ware, das ist inakzeptabel...und verfassungswidrig, wie hier auch schon zu lesen war.

Seitdem dieser Unsinn als Option hier herumgeistert, habe ich meinen Spendeausweis geändert.
Unter diesen Umständen werde ich auf keinen Fall spenden.

Das ist die ureigenste Entscheidung jedes Einzelnen und nicht des Staates!

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wasistdalos 01.04.2019, 19:25
124.

Zitat von gantenbein3
Da ist so eine Registerdatei schon besser: Einfach reingeklickt - kein Widerspruch da - und raus mit den Organen.
Habe das gerade hier veröffentlicht:
Was ist mit Ausländern, die in Deutschland unvorhergesehen sterben und ohne Widerspruch lebten?

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vera gehlkiel 01.04.2019, 19:31
125.

Mir geht es um den mir unerträglichen Gedanken, dass das "Gesundheitssystem" im Sinn von Niklas Luhmann und Klaus Dörner undsoweiter sich weiter in den Alltag einfraest, jetzt auch schon in so etwas hoechst Privates wie den eigenen Tod. Machbarkeitsphantasien eitler Politiker emittieren hier schamlos "Totschlagargumente" fast schon im woertlichsten Wortsinn, die alle dagegen seienden Menschen als mangelhaft sozialbezogen deklarieren. Hingegen muß das System in Gestalt seines Sprechers Spahn uns gar nichts erläutern, weder im Bezug auf die absurde Hoehe der verlangten Zuzahlung auch für lebenswichtige Medikamente, noch im Bezug auf den passiv hingenommenen Zusammenbruch der Pflege, noch im Bezug auf die absurde Tatsache, dass bestimmte Aerzte im Vergleich zu anderen Aerzten nachgerade kranke Gewinnmargen abräumen, Pflegeheime zu einer Goldgrube für Investorenkartelle wurden. Die "Gesundheitskasse" uns monatlich mit turnenden Mädchen mit Karottendrinks in der Hand kopfpenetriert. Ich mach seit meinem siebten Lebensjahr ständig viel Sport, aber wenn dieses Heftchen ankommt, hab ich immer den Impuls, mich mit einem fetten Joint und ner Flasche Korn aufs Sofa zu flaetzen, rein kompensatorisch. Und so ist es zuguterletzt auch mit dem, was eigentlich segensreich wäre, dem Mitfühlen mit Todgeweihten in ihrer letzten Hoffnung: es ertrinkt im generalisierten Misstrauen gegen ein Expertentum, das ob seiner Statistikverliebtheit und Zählwut längst jeden Anspruch, gelebte Wirklichkeit adäquat abzubilden, ad acta gelegt hat. Den resultierenden Effekt haben die von mir eingangs genannten "alternativen" Experten schon vor Jahrzehnten treffsicher beschrieben: Krankheit wird im Gesundheitswesen zum Störfall, der Kranke paradoxer Weise zum Teil einer stets vergeblich Asyl begehrenden Randgruppe. Und Sterbende einfach in Frieden lassen, wenn ihnen danach ist, das geht schon gleich gar nicht. Dafür drücken sich Aerzte nach wie vor, abgeschirmt durch hierarchische Systemsprache ohne aeusseren Konnektor, um Aufklärung und Angehörigengespraeche. Wer schon mal stundenlang in erweiterter Todesangst um einen heissgeliebten Menschen auf ein Arztgespraech auf einem Klinikflur wartete, um dann mit anzueglichen Floskeln durch Herrn Oberarzt beglückt zu werden, weiß sicher, was ich meine. Wie soll in diesem Klima so etwas Essentielles wie Vertrauen darauf, dass es vor und während der Organentnahme mit der entsprechenden Würde zugeht, entstehen? Die niedrigen Spenderraten sind ein Ausfluss der Vertrauenskrise der Menschen in ihrer Sprachlosigkeit und bedrohten Würde gegenüber einem technokratischen System, in dem sie nur noch als Fallzahlen mit zugehörigem Coeffizienten vorkommen. Und in Erweiterung der Ungnade, in die wir alle fallen, werden wir oder unsere Angehörigen schwer krank, hat nun auch noch ein Algorithmus nachgewiesen, dass wir leider in Permanenz so chronisch denkfaul sind, dass uns nun per kleinem Besteck aus dem Musterkoffer des autoritären Staatswesens auf die Sprünge geholfen werden muss.

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Yoroshii 01.04.2019, 19:34
126. Will "dippegucker" tiefer gucken?

Zitat von dippegucker
.... von "Spende" zu sprechen, ist schon kein Euphemismus mehr. Das ist blanker Hohn. Wir müssen alle sterben, der eine früher, der andere später. Was daran "dringend" sein sollte, wenn jemand sein Leben auf Kosten anderer befristet verlängern will erschließt sich mir nicht. Der Staat hat körperliche Unversehrtheit zu gewährleisten, auch ohne daß ich das explizit einfordere. Ich empfehle Monty Python "der Sinn des Lebens" zur Kontemplation.
Auf Kosten anderer? Wer sind die anderen? Tote sind keine anderen mehr! Tote sind tot! An Kosten haben Tote kein Interesse - sie haben sich von dieser Welt verabschiedet. Doppelte Buchhaltung gibt es drüben wohl nicht.
Der Staat kann keine körperliche Unversehrtheit gewährleisten. Er kann allerdings sein Bestes tun dafür. Tote sind weit weg. Sie sind so versehrt, dass sie tot sind. Da gibt es für den Staat nix zu garantieren.

Bislang hieß das Spende, da dahinter der Wille eines Lebenden steht. Schauen Sie tiefer und finden Sie einen passenden Begriff. Ihnen allerdings sollte besser kein rettendes Organ eingepflanzt werden. Bei Ihrer Einstellung wird das abgestoßen - Sarkasmus pardon!

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gantenbein3 01.04.2019, 19:36
127. Weil das nicht im Sinne der doppelten Moral ist

Zitat von ch.e
Auch wenn Spenderorgane Leben retten können, warum soll ich spenden, wenn sich die Ärzte und Krankenhäuser an meinen Organen dumm und dämlich verdienen? Warum nicht den Hinterbliebenen für die Organe Geld zahlen?
Die Spender sollen für Gotteslohn hergeben, wofür die Transplantationsmediziner viel Geld bekommen. Ist doch klar: Wenn man den Spendern bzw. den Hinterbliebenen Geld für die Organe geben müsste, sie ihnen also quasi abkaufen würde, würde das die Beschaffungskosten in die Höhe treiben. Das muss man vermeiden, was am besten geht, wenn man es moralisch bemäntelt, etwa damit, dass es unmoralisch wäre, Organspenden zu kommerzialisieren. Denn Spenden müssen schon freiwillig sein, auch wenn bei der Widerspruchslösung von Freiwilligkeit keine Rede sein kann. Aber wer wird denn schon so pingelig sein? Das Ganze ist vollkommen widersprüchlich.

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velbart 01.04.2019, 19:39
128. Nachdem

die Rechtsanwälte mit Geld überschwemmt wurden, sind nun die Ärzte drann. Wer die Entlohnug für eine Transplantation sieht, weiss, dass es primär um Gekdmachen geht und nicht um Hilfe, wie uns vorgegaukelt wird. Die Entscheidungen zum Abszelken der Überlebensmassnahmen wiry so zum schnlden Kalkül.

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camshaft_in_head 01.04.2019, 19:41
129. @ ch.e

ich weiss das ich keine Hinterbliebenen haben will. Ich bin weder verheiratet noch in einer Beziehung. Ich bin weder schwul noch lesbisch um das auch gleich noch dazuzufügen.
Ich habe von mir aus damals schon klargestellt das ich keine Nachfahren haben will. Punkt! Aber dennoch möchte ich nicht als Schlachtvieh für profitgeile Konzerne hinhalten die mein Fleisch gewinnbringen verbrauchen und verarbeiten

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