Forum: Gesundheit
Organspenden in Deutschland: Plötzlich geht es voran
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Wird künftig jeder Organspender, der nicht ausdrücklich widerspricht? Darüber entscheidet bald der Bundestag. Doch die Zahl der Entnahmen steigt sowieso - nur aus anderem Grund.

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eliaskg 01.04.2019, 20:59
150. Diese ganzen Aluhutträger,

die bei solchen Themen aus ihren Löchern gekrochen kommen...
Ja das System ist nicht perfekt. Wird es nie sein. Aber der Großteil den Großteil der Ärzte, die ich kenne und das sind von Berufs wegen ein paar hundert, leisten großartige, integere Arbeit an ihren Patienten. Und damit an uns allen.

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rkinfo 01.04.2019, 21:01
151. Menschsein endet schon vor dem Totenschein

Vielen ist gar nicht bewusst, dass schon der Totenschein eines Arztes keinen Menschen mehr betrifft, sondern ein Erbstück, für den die Hinterbliebenen statt die frühere Krankenkasse zahlt.
Dazu die Krokodilstränen der Leute, die gerne fremde Organe hätten ohne selbst bereit zum Geben zu sein. Bald ist es aber aktenkundig, wer von der Empfängerliste runter käme.

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shechinah 01.04.2019, 21:03
152. Opt Out? Im Ernst?

Selbst für sowas völlig lächerliches und unbedeutendes wie Browser Cookies ist ein ausdrücklicher Opt-In vorgeschrieben, aber wenn mir einer Körperteile Rauschneiden und verkaufen will, wird pauschal angenommen, daß mir das egal ist, und ich muß auf einer dubiosen Opt-Out Webseite zusehen, wie ich das verhindern kann? Nein, Opt-In als bewußte Entscheidung ist der einzige Weg.

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hans.schaller 01.04.2019, 21:10
153. Ach ihr Deutschen ...

... nicht alle natürlich, aber wenn ich mir einen Großteil der Kommentare hier so ansehe dann erinnert mich das an den (Österreicher) Ich-habe-nichts-zu-verschenken-Lauda, dabei selbst größter Organ-Spendenempfänger. Unter den acht Eurotransplant-Ländern gibt es sieben Netto-Spender und einen Nettoempfänger: Aalle spenden für Deutschland ... ist euch das nicht peinlich? Ihr selbst lasst eure toten Körper lieber vermodern oder verbrennen als sie einem notleidenden Mitmenschen zukommen zu lassen und holt die fehlenden Organe aus solidarischeren Nachbarländern.

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SchmidtPe 01.04.2019, 21:17
154. Organe können nur lebenden Menschen entnommen werden

Um die rücksichtslose Ausweidung lebendiger Menschen juristisch zu bemänteln, hat man den Begriff "Hirntod" erfunden. Also, alles nur eine Definitionsfrage?

Wer diese Definition für sich übernimmt, kann von mir aus gerne "Organspender" werden, aber die Unwissenheit anderer Menschen zum eigenen Vorteil zu nutzen, ist unethisch.

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im_ernst_56 01.04.2019, 21:22
155.

Zitat von eliaskg
... von körperlicher Unversehrtheit lese. Bitte alle die so argumentieren mal an den Kopf fassen. Wenn man ein Fall fürs "ausschlachten" wird, dann ist man nicht mehr unversehrt. Da gibt's nichts mehr zu beanspruchen. Jeder hat das Recht zu widersprechen. Damit hat jeder die Pflicht, sich damit zu beschäftigen. Gut so. Wir leben in einer Gesellschaft. Nicht jeder für sich. Das ist zutiefst menschliche "Programmierung". Der Vorschlag, wer nein sagt kriegt auch nix, der ist prima. Dieses ganze Gemecker auf das korrupte System lenkt entweder von der Unfähigkeit eine Entscheidung treffen zu müssen ab, oder aber soll den eigenen widerlichen Egoismus übertünchen. Abstoßend. Und ja, Eltern entscheiden für ihre Kinder. Und sobald diese 18 sind, ist die Entscheidung wieder offen. Ganz einfach. Habe selbst 2 kleine Kinder. Und ja, der Gedanke an deren Tod ist der schlimmste den man haben kann. Aber wenn es passiert und ein Organ meiner Kinder das Leben eines anderen rettet, dann lebt mein Kind auf eine bessere Weise weiter, als komplett eingeäschert unter ner Marmorplatte und nur in meinem Kopf.
Sie sagen Wir leben in einer Gesellschaft. Nicht jeder für sich. Das ist zutiefst menschliche "Programmierung".
Richtig, aber die Möglichkeit der Organtransplantation ist - gemessen an der Geschichte der Menschheit - ein sehr neues Feld (erste Nierentransplantation 1954, Herztransplantation 1967). Aus der menschlichen "Programmierung" die moralische Verpflichtung zur Organspende post mortem herleiten zu wollen, halte ich für ziemlich gewagt. Ich selbst habe einen Organspendeausweis (inzwischen das dritte Exemplar). Dennoch bin ich dagegen, das der Staat qua Gesetz jeden zum potentiellen Organspender macht. Ich halte das für eine Grenzüberschreitung. Wann kommt dann Verpflichtung zur Lebendspende im Rahmen einer Güterabwägung?

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neugebauer.gabi 01.04.2019, 21:26
156. Mein Organ - Dein Organ

Ich bin seit vielen Jahren Blutspende, habe mit 100 Spenden sicher vielen Menschen helfen können. Sicher auch vielen Menschen geholfen, die selber noch nicht darüber nachgedacht haben, selbst zu spenden. Und genauso verhält es sich mit der Organspende. Viele Menschen sind dankbar über ein erhaltenes Organ. Wer davon wäre bereit, ebenfalls Spender zu werden oder Spender zu sein? Wer sich dem Thema verschließt, nein zur Organentnahme sagt, sollte auch festlegen, dass er nie ein Organ empfangen möchte. Ich persönlich habe immer meinen Organspendeausweis bei mir und JA , ich bin freiwilliger Spender.

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huha0208 01.04.2019, 21:35
157. Mephisto

so ein Gesetz wird sowieso vom Bundesverfassungsgericht kassiert aufgrund des sogenannten Mephisto-Urteils. Das Bundesverfassungsgericht hat beim sogenannten Mephisto- Urteil eindeutig festgestellt, dass die Würde als unveräußerliches Recht auch post-mortal gilt. Selbst bei Anwendung des Artikels 79 kann Art. 1 nicht gekippt werden - und da gibt es einen Grund für ... wie war der nochmals... denk ...?

Des weiteren, eine ultimative Nötigung zu einer Wahl hat mit Selbstbestimmung oder gar mit Freiheit nichts zu tun.

Ich denke unser Gesundheitsminister weiss das alles ... aber es gibt halt ne prima Publicity ohne großen Aufwand, wie man unschwer an der Diskussionsbeteiligung ersehen kann.

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lathea 01.04.2019, 21:39
158. @xyzleser Nr.12. "Wo genau liegt der....

...Verlust, wenn einer Leiche ein paar Teile vor der Einäscherung entnommen werden?" Teile, die man einer Leiche entnehmen würde, kann man nicht für eine Organspende nutzen. Die Organe müssen einem lebendem Menschen entnommen werden, damit man sie transplantieren kann. D.h. der Organspender ist noch nicht tot und die Seele als Träger des Schmerzes hat den Körper auch noch nicht verlassen, der Körper lebt noch. Es wird lediglich fingiert, dass der Organspender tot sei, weil sein Gehirn (wie bei einem Scheintoten auch) keine Funktionen mehr zeigt, d.h. sie werden "hirntot" genannt. Hirntote und Koma-Patienten können jedoch ebenso wie Scheintote wieder aufwachen. Ausserdem können sie Schmerzen empfinden. Sie müssten vielleicht einfach mal bei einem sterbenden Komapatienten einen natürlichen Tod und bei einem Organspender eine Organentnahme miterleben, um zu verstehen, um was es hier wirklich geht. Ich habe früher eine Organspende als etwas sehr Positives betrachtet und bin aufgrund meiner Erfahrungen mit dem Sterben von Koma-Patienten, die angeblich bereits hirntot waren und den Erfahrungen mit den Ärzten dieser Patienten zu einem absoluten Gegner von Organspenden geworden. Ich habe nichts dagegen, dass Menschen ihre Organe spenden möchten und werde diese Menschen auch niemals davon abhalten. Aber solange mein Körper und der Körper meiner Familie oder meiner Verwandten sowie der Personen, für die ich eine Verantwortung übernehme, nicht eine echte Leiche ist, werden diese Menschen weder durch eine Organspende noch durch Vergiftung mit einem Opiat sterben, sondern - soweit es in meiner Macht liegt - nur durch einen natürlichen und schönen Sterbevorgang, damit ihr Gesicht auf dem Totenbett nicht schmerzverzerrt, sondern friedlich und in sich selbst ruhend aussieht.

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oisklar 01.04.2019, 21:40
159. Jeder hat das Recht . . .

sich auch nicht zu entscheiden und auch niemand darüber Rechenschaft abgeben zu müssen. Die Gründe für dieses Sich-Nicht-Entscheiden-Wollen, welche auch immer das im Einzelfall sind, gehen niemanden etwas an. Was hier teilweise unterstellt wird, wenn man sich nicht entscheiden will, grenzt schon fast an Unverschämtheit. Jeder in einer freien Gesellschaft hat das Recht, seine Gründe für sich zu behalten, ohne dafür beleidigt zu werden. Derjenige muss deswegen nicht asozial sein, nur weil er nicht jedem sein Inneres öffnet. Da wäre es doch fairer, dass im Fall des Falles nur diejenigen Organe erhalten, die auch registriert sind. Dann kann jeder für sich entscheiden, was er will, ohne beschimpft oder diffamiert zu werden.

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