Forum: Gesundheit
Organspenden in Deutschland: Plötzlich geht es voran
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Wird künftig jeder Organspender, der nicht ausdrücklich widerspricht? Darüber entscheidet bald der Bundestag. Doch die Zahl der Entnahmen steigt sowieso - nur aus anderem Grund.

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zausi 01.04.2019, 16:51
60. Habe keine lust....

Dass irgend ein Mörder, Schläger, oder sonstige Verbrecher (auch Reichtum kommt nicht, ohne andere auszunutzen) meine Organe erhält. Letzteres sind "wichtige" der Gesellschaft, ohne die wir alle keine Arbeit hätten. Also müssen die eventuell gleicher behandelt werden......

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cougar60 01.04.2019, 16:53
61. Es würde mich doch sehr wundern,

wenn es dabei tatsächlich um das wohl der Patienten geht. Ich vermute doch sehr. Das man damit mehr die Verdienstmöglichkeiten von Krankenhäusern, Pharmakonzernen usw im Sinn hat. Denn mit Organtransplantationen läßt sich ein sehr gutes Geschäft machen. Denn viele Organempfänger müßen für den Rest ihres Lebens teure Medikamente einnehmen, um die Abstoßungsreaktion des Körpers zu unterdrücken, und manch anderes mehr. Ethische Gründe interessieren in der heutigen Zeit Niemanden mehr, das Einzige was heutzutage zählt. Ist der mögliche Gewinn, der mit einem Menschen / Patienten zu machen ist.

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im_ernst_56 01.04.2019, 16:53
62. Keine Spende

Bei der Widerspruchsregelung - jeder ist potentieller Organ"spender", sofern er zu Lebzeiten keinen Widerspruch erhoben hat - würde ich nicht mehr von "Spende" sprechen. Spende ist eine wissentliche, willentliche, freiwillige Verfügung ohne eine rechtliche Verpflichtung. Der moralisch gerechtfertigte Griff in mein Portemonnaie, weil ich nicht widersprochen habe, ist auch dann keine Spende, auch wenn der Taschendieb mein Geld ganz dringend zum Überleben braucht. Wenn der Gesetzgeber eine grundsätzliche Verpflichtung zur Abgabe der verwendbaren Organe mit der Möglichkeit des Widerspruchs ausspricht, dann sollte man nicht mehr von Organspende, sondern von fremdnütziger Organverwertung sprechen. Das wäre dann zwar ein negatives Framing, aber wenigstens ehrlich.

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MeinForumname 01.04.2019, 16:54
63.

Zitat von hans.schaller
Deutschland als einziges Land bei Eurotransplant mit Einverständnis-Lösung, es gibt sympathischere Nachbarn
Nun, die bösen Niederländer haben ebenfalls eine Zustimmungsregelung, bei der sogar noch der Herztod festgestellt werden muss (in Deutschland reicht es, wenn der Hirntod attestiert wird).

Und finden Sie es nicht irritierend, dass die Transplantationsorganisationen keine staatlichen Organisationen oder EU-Organisationen sind, sondern tatsächlich Non-Profit-Organisationen in privater Hand?

Ich finde das irritierend.

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adal_ 01.04.2019, 16:59
64. Postmortale Phantasien

Zitat von camshaft_in_head
Da darf in Deutschland bald einmalig die Politik entscheiden was mit der Ware Mensch passieren soll wenn diese nicht explizit erwidert? Das bringt mir ein ganz dezentes Würgen in den Hals weil ich entscheiden MUSS was mit mir passiert.
Postmortale Phantasien waren schon immer sehr beliebt. Im 19.Jahrhundert war die Angst, scheintot beerdigt zu werden, weit verbreitet. Heute ist es die Angst vor dem "Ausgeweidetwerden", während die Angst vorm Krematorium stark abgenommen hat, seit viele Friedhöfe eh nur noch Feuerbestattete aufnehmen.

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MeinForumname 01.04.2019, 17:01
65.

Zitat von Löschknecht
Wir leben in einer Zeit immer größerer Ignoranz gesellschaftlicher Themen und einer immer geringeren Bereitschaft, etwas selbstlos für die Gesellschaft zu tun. Im Zweifelsfall wird immer häufiger der bequeme Weg des Desinteresses und des Nicht-Engagierens gewählt. Es geht uns zu gut - und die wesentlichen Dinge funktionieren (noch).
Das mag sein, aber wo genau kommen hier Organspenden ins Spiel? Darum geht die Diskussion. Die Transplantation von Organen ist ein Geschäft, unsere Politik hat sich vor vielen Jahren dazu entschlossen, Medizin zu einem Wirtschaftszweig zu machen. Organspende ist, profan gesagt, Warenwirtschaft mit einem zeitlichen engen Bedarfsfenster. Sie handeln hier derzeit (!) nicht selbstlos für die Gesellschaft, sie handeln hier für die wirtschaftlichen Interessen weniger Parteien.

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rathat 01.04.2019, 17:03
66. Spahns Liste

Ja, lasst und die Bevölkerung in immer noch mehr Register und Listen eintragen, zum Wohle der Menschheit. Vielleicht kann das ja gleich die GEZ, Verzeihung, der Beitragsservice miterledigen. Zukünftig dann nur noch Spenderorgane für diejenigen, die sich vor der Diagnose auch selbst in „der Liste“ als potentiellen Spender bereiterklärt haben. Am Ende sollen alle gewinnen: die Patienten, die Ärzte, die Kliniken. Und die Spender? Die verlieren zumindest ihr Leben und bekommen...?

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gibbons 01.04.2019, 17:04
67.

@Newspeak: Das ist falsch. Organe dürfen grundsätzlich nur einem lebenden Körper entnommen werden. Es ist der Arzt der entscheiden muss, in wiefern die betroffene Person wieder rehabilitiertbar ist. Ein Gehirntot ist nicht der körperliche Tot und seit Jahren gibt es zunehmend Zweifel an der Definition des Hirntodes.
Unterm Strich ist es eine wirtschaftliche Entscheidung und eine Abwägung was profitabler ist: Das ungewisse Erhalten eines Körpers dessen Rückgewinnung des Bewusstseins unklar ist gegen eine höchst profitable Organspende für das Krankenhaus.
Und darin habe ich kein Vertrauen was mich, nicht aus egoistischen Gründen, zur Ablehnung dieser zwingt.

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foreigner99 01.04.2019, 17:06
68. Meine Grundrechte

Ich sehe keine Veranlassung, mich in irgendein Register zwangsweise eintragen zu lassen und ich gebe diesem Staat nicht das Recht, meinen Willen nach Belieben zu interpretieren. Das Ganze ist eine Diskriminierung von Menschen, die sich nicht einem Staatswunsch unterwerfen wollen.

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Pless1 01.04.2019, 17:07
69. Nur in Deutschland denkbar!

Zitat von Proletheus
Vergleichen wir mal zwei aktuelle Spiegel-Themen: Ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen und die Organspende. Während das Tempolimit eine geringere Anzahl von Leben (wenn überhaupt) rettet und die persönliche Freiheit direkt einschränkt (>130 früher erlaubt, jetzt verboten), propagiert es der Spiegel. Die Widerspruchslösung bei der Organspende dagegen, die absolut keine Vorschriften für Bürger setzt (wer nicht will, kann rechtswirksam widersprechen) und zweifelsohne mehr Leben rettet, wird kritisiert. Für die durch Organspende geretteten Leben ist es offensichtlich schon zu viel verlangt, dass die Bürger dieses Landes eine freie Entscheidung treffen müssen. Über den Grund kann ich nur mutmaßen und das tue ich jetzt auch: Beim Tempolimit sind eh nur "die anderen" betroffen und was "die anderen" wollen ist mir sowieso pumpe. Bei der Organspende bin ich aber selbst betroffen und wehe man mutet mir zu, für das Leben anderer auch nur fünf meiner kostbaren Minuten zu verschwenden!
Dass jemand allen Ernstes das vermeintliche "Recht, zu rasen" und dabei Leib und Leben anderer zu gefährden und unnötig Umwelt und Klima zu belasten höher wertet als das Recht, über seinen eigenen Körper zu verfügen ohne irgend jemanden über diese höchstpersönliche Frage zu informieren ist wohl nur in Deutschland denkbar.

Wir sind beim Thema Auto genau so unbelehrbar wie die Amis bei ihren Waffen.

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