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Organspenden-Skandal: Minister will Sonderkontrolleure in den Kliniken
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Ein Mehr-Augen-Prinzip soll Manipulationen bei der Vergabe von Organspenden verhindern. Gesundheitsminister Daniel Bahr will diesen Vorschlag bei einem Krisentreffen am Montag durchsetzen. Derweil wird über neue Fehler bei der Vergabe von Spenderherzen berichtet.

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Privatier 25.08.2012, 14:24
1. Hurra! Sollte jemals Fr.Timoschenko Organe benötigen, ist jetzt die Versorgung sicher

Zitat von sysop
Ein Mehr-Augen-Prinzip soll Manipulationen bei der Vergabe von Organspenden verhindern. Gesundheitsminister Daniel Bahr will diesen Vorschlag bei einem Krisentreffen am Montag durchsetzen. Derweil wird über neue Fehler bei der Vergabe von Spenderherzen berichtet.
Dann müssen sich unsere Politiker, die sich noch vor wenigen Wochen um ihre Ex-Regierungsfreundin in kürzester Zeit mehr Gedanken machten, als um zehntausende Deutscher Patienten, nicht mehr damit begnügen, deutsche Ärzteteams zu schicken, sondern können die Listen, die im Bedarfsfall eine vorzügliche Ersatzteilversorgung regeln, bereits auf dem kleinen Dienstweg an keinerlei Aufschub duldenden staatstragenden Bedürfnissen anpassen.

Und wie lange mag es wohl dauern, bis die Parteibücher das heimliche Gegengewicht zu den Spenderausweisen werden?

Als Vorteilsscheine für den Bezug.

MfG

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leser008 25.08.2012, 14:31
2. Alles anonymisieren

Das Problem ist doch der "Götter in Weiss" Wahn, dem man in D. vor allem seit der Nazizeit huldigt. Warum dürfen die Ärzte, die selber operieren, auch die Entscheidung über die Vergabe treffen; und zusätzlich daran verdienen.
Das muss schiefgehen. Warum bekommt das Krankenhaus K. nicht von der Organbehörde B. das Organ für den Patienten P. nach den Daten und einem Punktsystem zugewiesen. Und Chirurg C. hat das Organ dann reinzubauen, ohne Spender und Patient namentlich zu kennen. Ein gutes Beispiel ist die Baubranche, sobald Handwerker oder Architekten zusätzlich einkaufen dürfen, geht es mit Kickbacks, Provisionen und Geschenken los. Deshalb trennt man das ob wo es irgend geht.

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spiegelator 25.08.2012, 14:45
3. Das ist ja nicht mehr zum Aushalten

Der junge Herr Bahr übertrifft ja noch die Frau Ilse Aigner.

Wenn mit solcher Qualifikation die Spendenbereitschaft stark zurückgefahren wird, dann sterben Menschen. Vielleicht sollte mal jemand diesem Herrn die zum Amt gehörende Verantwortung etwas näher bringen.

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hingeschaut 25.08.2012, 15:14
4. @leser008

Wie halten Sie es denn wenn Sie mal operiert werden müssen? Möchten Sie nicht vorher mal mit dem Chirug reden und sich selber ein Bild machen ob er Ihnen zusagt?
Status in D ist: Zum Prozedere um auf die Liste für ein Spenderorgan zu gelangen gehört auch, dass der Empfänger sich mit dem ganzen Team welches die Transplantation (TPX) durchführen wird ( wie bei mir [Niere]) weit vor der TPX mehrfach bespricht.
Mir wäre es ein greuseliger Gedanke zu dieser, für mich wichtigen und lebensentscheidenen Op, nur von vollkommen Unbekannten behandelt zu werden.
Als Vergleich die Baubranche heranzuziehen, entschuldigen Sie, das ist mir etwas weltfremd.
Ware(n) und Menschen vergleiche ich ungern.
Die Crux liegt wohl eher daran, dass nicht konsequent bei der Strafverfolgung der schwarzen "Schafe" vorgegangen wurde und wird! Die Lobby besitzten eben nie die "Schwachen" hier die Patienten.

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leser008 25.08.2012, 16:32
5. Antwort auf hingeschaut

Zitat von hingeschaut
Wie halten Sie es denn wenn Sie mal operiert werden müssen? Möchten Sie nicht vorher mal mit dem Chirug reden und sich selber ein Bild machen ob er Ihnen zusagt? Status in D ist: Zum Prozedere um auf die Liste für ein Spenderorgan zu gelangen gehört auch, dass der Empfänger sich mit dem ganzen Team welches die Transplantation (TPX) durchführen wird ( wie bei mir [Niere]) weit vor der TPX mehrfach bespricht. Mir wäre es ein greuseliger Gedanke zu dieser, für mich wichtigen und lebensentscheidenen Op, nur von vollkommen Unbekannten behandelt zu werden. Als Vergleich die Baubranche heranzuziehen, entschuldigen Sie, das ist mir etwas weltfremd. Ware(n) und Menschen vergleiche ich ungern. Die Crux liegt wohl eher daran, dass nicht konsequent bei der Strafverfolgung der schwarzen "Schafe" vorgegangen wurde und wird! Die Lobby besitzten eben nie die "Schwachen" hier die Patienten.
Ich bin noch nie operiert worden. Aber wenn, kann man sich auch als Privatpatient den Chirurg eh nicht aussuchen. Ein Gespräch, nächste Woche operieren wir sie soundso, Chancen usw. führen die Ärzte sowieso wegen der Haftung. Transplantation ist eine OP und keine Psychotherapie.
Ausser der ihnen missliebigen Baubranche können sie jeden Bereich ranziehen wo Kunden Druck machen und Geld daist. Justiz, Prüfungsämter, Polizei, Zoll, Gewerbeaufsicht, Ausländerämter und besonders korrupt, Konsulate und Botschaften. Usw.
Und da hat die von Ihnen favorisierte "konsquente Strafverfolgung" die Misstände noch nie beseitigen können.

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titurel 25.08.2012, 16:36
6. Vergebliche Mühe

Zitat von sysop
Ein Mehr-Augen-Prinzip soll Manipulationen bei der Vergabe von Organspenden verhindern. Gesundheitsminister Daniel Bahr will diesen Vorschlag bei einem Krisentreffen am Montag durchsetzen. Derweil wird über neue Fehler bei der Vergabe von Spenderherzen berichtet.
Der Skandal untermauert doch nur, was sich ohnehin abzeichnet bzw. weitgehend schon Realität ist: Gesundheitsleistungen sind eine Angelegenheit des individuellen Geldbeutels! Wer glaubt, dass da lediglich nach gesundheitlichen Kriterien entschieden wird, ist allenfalls naiv. Mir kann niemand erzählen, dass dann alles noch mit rechten Dingen zugeht, wenn irgendein Milliardär bereit ist, jeden Preis für ein Organ zu zahlen, damit er selbst oder sein Kind überleben. Dann werden sich Mittel und Wege finden lassen, um Kontrollsysteme auszuhebeln. Vor allem wenn man sich klar macht, dass Kliniken ja längst Wirtschaftsunternehmen sind. Was in der sog. Dritten Welt ganz offen passiert - nämlich das für ein paar Dollar Organe ge- und verkauft werden - wird sich auch bei uns nicht verhindern lassen, zumal die Zahl der Reichen und Superreichen immer mehr steigt.

Insofern ist für mich klar: Meine Organe bekommen im Zweifelsfall entweder meine Angehörigen oder niemand.

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lisa_pa 25.08.2012, 18:58
7.

Zitat von sysop
Ein Mehr-Augen-Prinzip soll Manipulationen bei der Vergabe von Organspenden verhindern. Gesundheitsminister Daniel Bahr will diesen Vorschlag bei einem Krisentreffen am Montag durchsetzen. Derweil wird über neue Fehler bei der Vergabe von Spenderherzen berichtet.
Es ist klar, dass sich jetzt öffentlichkeitswirksam dahinter "geklemmt" wird. Schließlich ist die
Organtransplation ein Milliardengeschäft.

Jetzt wo die Spendebereitschaft durch die Skandale zurück geht, muss ja schnellstens etwas getan werden.

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Softship 25.08.2012, 20:25
8.

Zitat von leser008
... Warum bekommt das Krankenhaus K. nicht von der Organbehörde B. das Organ für den Patienten P. nach den Daten und einem Punktsystem zugewiesen.
Das ist ja was Eurotransplant ja normalerweise tut.
Zitat von leser008
Und Chirurg C. hat das Organ dann reinzubauen, ohne Spender und Patient namentlich zu kennen. ....
Chirurg C kennt den Spender nie. Aber das Transplantationsteam muss den Empfänger kennen gelernt haben, um zu beurteilen, ob er überhaupt als Organempfänger geeignet ist, oder ob er überhaupt schon gelistet werden müsste. Die Tx-Zentren bekommen teilweise Patienten überwiesen nur zur Bewertung, oder solche, die überhaupt nicht für eine Tx in Frage kommen.

Dann muss der Zustand des Patienten ständig überwacht werden - wenn er noch nicht gelistet ist, um dann gelistet zu werden. Oder wenn er schon gelistet ist, um sicher zu gehen, dass er noch nicht in unmittelbare Gefahr ist. Oder dass nicht zwischenzeitlich eine neue Diagnose dazu gekommen ist, die eine Transplantation erschweren oder verbieten würde (z.B. Krebs).

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aljoschu 25.08.2012, 20:40
9. Organspendeausweis

Den habe ich seit 30 Jahren mit mir herumgetragen. Nun habe ich das einstweilen ausgesetzt. Habe das Vertrauen in das System gründlich verloren.
Vielleicht kann ich das wiedergewinnen, wenn einer wegen des obigen Skandals eingesperrt wird. Aber das ist wohl naiv zu glauben.

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