Forum: Gesundheit
Orthorexie: Die Sucht nach dem gesunden Kick
Corbis

"Ich habe in einer Blase des Verzichts gelebt": Orthorexie ist eine Störung, bei der sich die Betroffenen krankhaft gesund ernähren. Oft sind nicht mal mehr Restaurantbesuche mit Freunden drin.

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Übersichtsaufnahme 28.12.2015, 23:32
30. Rechtfertigungrolle

Zitat von OskarVernon
Die gehen in aller Regel damit los, dass jemand raushängen lässt, Vegetarier*ix oder Veganer*ix zu sein - und Fleischesser*ixe für schlechte Menschen zu halten: Wer austeilt... ;-)
Was meinen Sie mit "raushängen"? Es reicht schon aus, bei einem Essen zu sagen "Nein Danke, ich esse das nicht". Es folgt kurz darauf die Frage, nach dem "warum?" und die Sache ist gelaufen. Sie haben - mit egal welcher Antwort - bereits diverse Zeitgenossen gegen sich aufgebracht. Der Fleischesser fühlt sich in die Rechtfertigungrolle gedrängt (warum eigentlich: schlechtes Gewissen?) und dann ergeben sich solche Diskussionen, wie von den anderen Foristen beschreiben.

Wenn Sie das höfliche Ablehnen von gewissen Lebensmitteln als "austeilen" verstehen und nach noch so grotesken wie provokanten Gegenargumenten suchen, dann entspricht dies den Erfahrungen, die so mancher Tierkostverweiger machen muss.

Ich schlage Ihnen deshalb folgendes vor: nehmen Sie beim nächsten Mal in der Kantine das vegetarische Gericht und sagen den Arbeitskollegen das Sie nun kein Fleisch mehr essen (sparen Sie sich das aufzählen von Gründen). Ich verspreche Ihnen ein unvergessliches Erlebnis, was austeilen bzw. einstecken angeht. Womöglich überdenken Sie dann Ihr Schubladen-denken.

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OskarVernon 29.12.2015, 09:10
31.

Zitat von Übersichtsaufnahme
Es reicht schon aus, bei einem Essen zu sagen "Nein Danke, ich esse das nicht". Es folgt kurz darauf die Frage, nach dem "warum?" und die Sache ist gelaufen. Sie haben - mit egal welcher Antwort - bereits diverse Zeitgenossen gegen sich aufgebracht
Eben nicht "egal mit welcher Antwort":
Ein einfaches "nein, danke" genügt in aller Regel völlig - auch ohne Grundsatzerklärung der oberlehrerhaften Art "ich esse das nicht".
Klappt bestens: Ich pflege auch so meine Marotten, etwa außer Haus weder Alkohol noch Kaffee zu trinken - und selbstverständlich bestelle ich auch in Gesellschaft schon mal was fleischloses, wenn mir gerade der Sinn danach steht; warum denn nicht...?
Geht alles - ganz ohne Grundsatzdiskussionen vom Zaun zu brechen oder irgendwem anders Anlass dazu zu geben: Der Ton macht die Musik ;-)

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a320cdr 29.12.2015, 10:04
32. Spon informiert hier nur

ohne sich dabei auf eine Seite zu stellen.

Grundsätzlich sollte jeder selbst bestimmen, was er essen möchte.
Als ich Schulkind war mußte ich in der Schulküche jede Jauche herunterwürgen. Das nenne ich Fressterror.
Mein Sohn isst nur, was er sich selbst auf dem Teller nimmt.

Hat es jemand endlich geschafft , einige Kilogramm abzunehmen, dann gehört das respektiert.

Wer bei mir ein paniertes Schnitzel will, bekommt es.
Wer nur Salat möchte, bekommt ihn. Sie dürfen sich damit nur nicht gegenseitig bewerfen.

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paganus 29.12.2015, 10:29
33. Orthorexie

Im Fernsehen, insbesondere in Talkshows und bei Interwiews outet sich regelmäßig ein Herr als Mensch mit einer Orthorexie. Seine Äußerungen lassen auch an eine Angst- und Zwangsstörung denken. Das wäre nicht weiter problematisch, wenn dieser Herr nicht Gesundheitssprecher einer unserer großen Parteien wäre.

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ruhepuls 29.12.2015, 11:22
34. Eben...

Zitat von Übersichtsaufnahme
Was meinen Sie mit "raushängen"? Es reicht schon aus, bei einem Essen zu sagen "Nein Danke, ich esse das nicht". Es folgt kurz darauf die Frage, nach dem "warum?" und die Sache ist gelaufen. Sie haben - mit egal welcher Antwort - bereits diverse Zeitgenossen gegen sich aufgebracht. Der Fleischesser fühlt sich in die Rechtfertigungrolle gedrängt (warum eigentlich: schlechtes Gewissen?) und dann ergeben sich solche Diskussionen, wie von den anderen Foristen beschreiben. Wenn Sie das höfliche Ablehnen von gewissen Lebensmitteln als "austeilen" verstehen und nach noch so grotesken wie provokanten Gegenargumenten suchen, dann entspricht dies den Erfahrungen, die so mancher Tierkostverweiger machen muss. Ich schlage Ihnen deshalb folgendes vor: nehmen Sie beim nächsten Mal in der Kantine das vegetarische Gericht und sagen den Arbeitskollegen das Sie nun kein Fleisch mehr essen (sparen Sie sich das aufzählen von Gründen). Ich verspreche Ihnen ein unvergessliches Erlebnis, was austeilen bzw. einstecken angeht. Womöglich überdenken Sie dann Ihr Schubladen-denken.
Und warum esse ich nicht einfach das vegetarische Gericht ohne gleich meine Bekehrung zu outen. Genau da geht nämlich der Ärger los: Der Bekehrung folgt (entweder sofort oder auf Nachfrage) die Missionierung. Und die verlockt dann natürlich zur Gegenwehr (Pille & Co.) Wie bei allen Glaubensfragen sind die Argumente (hüben wie drüben) nicht wirklich alle stimmig.

Würden Veganer oder Vegetarier einfach nur ihren Weg gehen - ohne den Anspruch, andere müssten ihn auch gehen - würden viele "Streitgespräche" gar nicht erst stattfinden.

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ruhepuls 29.12.2015, 11:27
35. Hm, keine Vorurteile?

Zitat von mike.bu
entfernt hat, benötigt man eine neue "Scheinreligion". Vegan oder Vegetarisch, Glutenfrei, Laktosefrei..... Man hat inzwischen das Gefühl, man ist umzingelt von solchen gehirnfreien mit missionarischen Eifer. Denn anstatt ihren Gemüsekram in Ruhe in sich reinzuwürgen, versuchen sie immer anderen mit den Vorteilen von Mangelernährung zu indoktrinieren.
Ganz offensichtlich ist auch Ihnen das Missionarische nicht ganz fremd. "Gemüsekram" und "Mangelernährung" sind ideale Gesprächseinstiege, wenn es um Ernährungsfragen geht.

Wieso eigentlich dieser Rechtfertigungsdrang, den Sie den Veganern/Vegetariern vorwerfen, aber anscheinend selbst auch nötig haben.

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OskarVernon 29.12.2015, 11:53
36.

Zitat von ruhepuls
"Gemüsekram" und "Mangelernährung" sind ideale Gesprächseinstiege, wenn es um Ernährungsfragen geht.
"Ich esse das nicht" & Co. ebenso ;-)
Am besten, man geht solchen Diskussionen einfach aus dem Weg - die braucht nämlich eigentlich kein Mensch!

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Celegorm 29.12.2015, 14:30
37.

Zitat von ruhepuls
Würden Veganer oder Vegetarier einfach nur ihren Weg gehen - ohne den Anspruch, andere müssten ihn auch gehen - würden viele "Streitgespräche" gar nicht erst stattfinden.
Das geht durchaus oft auch in die andere Richtung, nach meiner Erfahrung. Gerade weil Fleischverzehr halt deutlich dominiert stehen in vielen Situationen Vegetarier fast automatisch unter Abwehr- bzw. Rechtfertigungszwang. Nur weil es im urbanen Raum mittlerweile normal ist, auch als "Flexitarier" das vegetarische Menü zu bestellen, bedeutet das nicht, dass das anderswo nicht umgehend zu vorwurfsvollen Fragen führt - sofern überhaupt ein vegetarisches Menü existiert.

Das Problem ist letztlich auf beiden Seiten, dass zu viele Essen als solches zu sehr als etwas Quasi-religiöses und Identitätsstiftendes betrachtet. Und damit die reine Existenz anderer Lebensformen als Provokation und Bedrohung ihrer ganzen Lebenswelt betrachtet. Das verhält sich gleich wie bei vielen Gläubigen, die die reine Existenz von Atheisten bzw. ein gleichberechtigtes Auftreten von diesen bereits als ungeheure "Beleidigung" betrachten und entsprechend empfindlich reagieren.

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OskarVernon 29.12.2015, 14:45
38.

Zitat von Celegorm
Gerade weil Fleischverzehr halt deutlich dominiert stehen in vielen Situationen Vegetarier fast automatisch unter Abwehr- bzw. Rechtfertigungszwang.
Mir will scheinen, das könnte (auf beiden Seiten wohlgemerkt!) eher ein gefühlter sein:
Ein einziges Mal hab ich auf einer Betriebsfeier ein halbwegs entsetztes "Was essen Sie denn da...?" zu hören bekommen, vom Chef persönlich:
Der hatte überhaupt kein Problem mit meinen Nudeln - konnte aber schlicht nicht fassen, dass da einer die Gelegenheit "Chef bezahlt" nicht nutzt, teuer zuzulangen.

Es gibt bei Licht besehen überhaupt keinen Grund, sich für seine Essgewohnheiten zu rechtfertigen - und kein Recht, andere Leute wegen der ihrigen unter Rechtfertigungsdruck zu setzen: Das kann gar nicht mehr sein als ein netter Versuch - sich auf den einlassen und mitspielen muss man natürlich nicht!

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deepdiveralex 29.12.2015, 15:20
39. Was ist gesund?

Jeder sollte das für sich selbst beantworten, aber dabei möglichst seine Entscheidung für sich behalten und einfach das Essen zubereiten oder im Restaurant bestellen. Punkt. Niemand muss belehrt werden, okay, ausser die, die aus gesundheitlichen Gründen spezielle Diäten einhalten müssen. Wir werden ohnehin irgendwann zu dem Schluss kommen, dass Fleisch einfach zu energieaufwendig (Bindung von Ressourcen ab Geburt bis zur Schlachtreife) herzustellen ist. Ab wann Orthorexie diagnostizierbar ist ist doch klar. Wie bei allen psychischen Erkrankungen. Entweder es besteht eigener Leidensdruck (Einschränken im sozialen Umfeld, selbstgewählte Isolation, etc) oder es löst im Umfeld Leidensdruck aus. Vegetarier, Veganer, Fruktarier, lowcarber, etc, etc., sind nicht mit Orthorexiepatienten gleichzustellen, wenn sie keinen Leidensdruck verspüren, der dieser Ernährungsweise einen Krankheitswert geben würde.

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