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Partnerwahl: Wir verlieben uns immer in die Gleichen
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Die Partnerwahl ist berechenbarer als viele glauben, zeigt eine neue Studie mit Daten aus Deutschland. Demnach ähneln neue Partner oft stark dem Ex - nur sehr neugierige Menschen fallen aus dem Muster.

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hannibalanteportas 15.06.2019, 12:42
10. Komplexes Thema mit einfachen Mitteln zu erfassen ist schwierig

Das Thema Partnerwahl hat (evolutions-)biologische, soziale und psychologische Komponenten. Und meiner Erfahrung nach lassen sich diese nicht so klar abgrenzen, dass einfache, an den Big Five orientierte Selbstauskunftsbögen die Sache erfassen. Biologische Kompatibilität, Status&Ressourcen und gesellschaftliche Vorgaben sind hierbei nur die Überschriften.
Ich sehe in der täglichen Praxis aber, dass Menschen sich regelmäßig an denselben Beziehungsmustern orientierten, die sie seit ihrer Kindheit erlernt haben und denken, dass in der nächsten Beziehung alles anders wird weil der/die Partner/in ein/e Andere/r ist. Was nicht bedeutet, dass wir uns alle in Papa-oder Mama-Figuren verlieben!!!
Es bedeutet, dass viele von uns Menschen und Beziehungen aufsuchen, die auf die ein oder andere Weise unsere z.T. unbewussten Einstellungen uns selbst, nahen Menschen gegenüber oder unserer „Rolle“ in Beziehungen widerspiegeln. Hinzu kommen die Wünsche, die man in die Partnerschaft bzw. an den/die Partner/in heranträgt oder sogar überstülpt.
Das Problem ist eher, dass sich die wenigstens Menschen mit sich und den anderen auseinandersetzen um diese Muster langfristig zu durchbrechen. Vor allem am Ende von Beziehungen ist es oft der/die Andere, die ja „böse“ oder „gemein“ waren. Und Fragen über die eigene Verantwortung in einer Beziehung sind in postmodernen Zeiten sowieso nicht en Vogue. Da ist die Ex-Partnerin und v.a. der Ex- Partner schuld an allem übel.
Und wenn man/frau gleich in die nächste Beziehung hüpft, macht es ganze nicht besser.
Und last but not least spielt die leider immer noch bestehende Wunschvorstellung eine Rolle, es gäbe den/die exklusive/n Richtige/n. Den einen Menschen, bei dem/r alles richtig ist und gut läuft. Menschen können uns nur enttäuschen, wenn wir unrealistische Erwartungen an sie haben.
Beziehung ist eine Wachstumsmöglichkeit, kein Selbstbedienungsladen.

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playintime 15.06.2019, 14:06
11.

Dann muss ich ein ganz neugieriger Mensch sein. Ich bin zum dritten Mal verheiratet. Meine jetzige Frau und meine Ex Frauen haben überhaupt keine Ähnlichkeit. Auch meine Freundinnen zwischen durch waren verschieden. Ich kenne wiederum sogar zwei Männer die ebenfalls dreimal geheiratet haben. Und zwar die gleiche Frau. Mehr Ähnlichkeit geht nicht.

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James Blönd 15.06.2019, 14:15
12.

Zitat von hannibalanteportas
Das Thema Partnerwahl hat (evolutions-)biologische, soziale und psychologische Komponenten. Und meiner Erfahrung nach lassen sich diese nicht so klar abgrenzen, dass einfache, an den Big Five orientierte Selbstauskunftsbögen die Sache erfassen. Biologische Kompatibilität, Status&Ressourcen und gesellschaftliche Vorgaben sind hierbei nur die Überschriften. Ich sehe in der täglichen Praxis aber, dass Menschen sich regelmäßig an denselben Beziehungsmustern orientierten, die sie seit ihrer Kindheit erlernt haben und denken, dass in der nächsten Beziehung alles anders wird weil der/die Partner/in ein/e Andere/r ist. Was nicht bedeutet, dass wir uns alle in Papa-oder Mama-Figuren verlieben!!! Es bedeutet, dass viele von uns Menschen und Beziehungen aufsuchen, die auf die ein oder andere Weise unsere z.T. unbewussten Einstellungen uns selbst, nahen Menschen gegenüber oder unserer „Rolle“ in Beziehungen widerspiegeln. Hinzu kommen die Wünsche, die man in die Partnerschaft bzw. an den/die Partner/in heranträgt oder sogar überstülpt. Das Problem ist eher, dass sich die wenigstens Menschen mit sich und den anderen auseinandersetzen um diese Muster langfristig zu durchbrechen. Vor allem am Ende von Beziehungen ist es oft der/die Andere, die ja „böse“ oder „gemein“ waren. Und Fragen über die eigene Verantwortung in einer Beziehung sind in postmodernen Zeiten sowieso nicht en Vogue. Da ist die Ex-Partnerin und v.a. der Ex- Partner schuld an allem übel. Und wenn man/frau gleich in die nächste Beziehung hüpft, macht es ganze nicht besser. Und last but not least spielt die leider immer noch bestehende Wunschvorstellung eine Rolle, es gäbe den/die exklusive/n Richtige/n. Den einen Menschen, bei dem/r alles richtig ist und gut läuft. Menschen können uns nur enttäuschen, wenn wir unrealistische Erwartungen an sie haben. Beziehung ist eine Wachstumsmöglichkeit, kein Selbstbedienungsladen.
Volle Zustimmung. Ergänzend vielleicht noch: Mich hat der (viel zu frühe) Tod meiner engsten Verbündeten, darunter meine erste Frau, gelehrt, dass ich mein Glück und meine Zufriedenheit nur in mir selber finden kann. Nicht der andere ist dafür verantwortlich, sondern nur ich selbst. Das ist die Pflicht. Meine Kinder, meine Partnerin und gute Freunde sind hingegen die Kür. Wunderschön, dass sie da sind, und aus meiner Haltung heraus kann ich sie umso mehr genießen.

Der letzte Satz Ihres Postings, der ist für mich der wichtigste. Die sich aus einer Partnerschaft ergebenen Wachstumsmöglichkeiten sind es ja gerade, die eine Beziehung so interessant und auch so innig werden lassen. Und zwar in jedem einzelnen (noch so kleinen) Aspekt, den eine Partnerschaft für _beide_ bietet.

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mirage122 15.06.2019, 14:34
13. Es gibt auch andere Wege

Wer immer wieder mit seinem Beute-Schema daneben liegt, sollte es dann irgendwie einfach mal lassen. Wer mit sich absolut im Reinen ist, benötigt niemandem, der ihm das Leben zur Hölle macht. Viele Interessen und Aktivitäten, angenehme Freunde, eine tolle Familie und ebenso tolle Enkelkinder: Das ist für mich das pure Glück!

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curly988 15.06.2019, 16:27
14. @7 Rainald

Wow ...wirklich einfach nur wow. Ich hoffe ihre Aussagen sind der Uhrzeit geschuldet als Sie diesen Kommentar verfasst haben. Denn falls Sie wirklich diese Einstellung vertreten hatten sie entweder sehr viel Pech in Ihren Bekanntschaften oder ein trauriges sexistisches Weltbild.

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hinz.und.kunz 15.06.2019, 18:37
15.

"Partnerwahl: Wir verlieben uns immer in die Gleichen"

Unter dem Aspekt braucht's also gar keine Trennung.

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remedias.cortes 15.06.2019, 21:57
16. Und ich habe gelesen....

dass man sich unbewußt Partner mit abweichender genetischer Ausstattung aussucht, weil das widerstandsfähigen Nachwuchs verspricht. Wenn man aber immer im gleichen Umkreis lebt, gibt es nicht allzu viel Auswahl von "Abweichung", dann nimmt man ähnliche Typen.

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postmaterialist2011 16.06.2019, 12:46
17. Das gilt vielleicht für Menschen die immer in Posemuckel leben

ich habe bisher auf drei Kontinenten gelebt und meine Partner sind dementsprechend komplett unterschiedlich und hatten weder optisch noch charakterlich auch nur eine Gemeinsamkeit. Vielleicht liegt es ja aber auch an meiner Extrovertiertheit und dem Spass an Neuem , wahrscheinlich nicht sehr deutsche Wesenszüge.

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nobody_incognito 16.06.2019, 15:11
18.

Zitat von hinz.und.kunz
"Partnerwahl: Wir verlieben uns immer in die Gleichen" Unter dem Aspekt braucht's also gar keine Trennung.
Die Trennung braucht es wahrscheinlich, weil es sonst nichts zu begreifen gäbe. Alles hat ohnehin ein Ende und ob nach 7 oder 50 Jahren macht wenig Unterschied, bzw. so hat man die 43 Jahre zum Grübeln. Und dies wird gut so sein, denn der Mensch definiert sich über den Verstand und wohl kaum über das Glück beim Geschlechtsverkehr. Das eine muss das andere nicht unbedingt ausschließen, aber wenn dem so ist, sollte man es für Lernprozesse, insbesondere der kritischen Selbstreflexion nutzen und positiv sehen. In jedem Scheitern hat man auch selbst ein Problem, sei es nur eins in der Wahrnehmung, bzw. Emotionen sollten generell vom eigenen Verstand bzw. Bewusstsein "abgesegnet" sein.

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odenkirchener 18.06.2019, 07:34
19. Neugierig?

Hm, das hätte ich jetzt nicht gedacht. Ich hatte nicht so viele Freundinnen. Aber da waren keine zwei ähnliche drunter. Weder im Alter, relativ zu mir, noch im Aussehen.

Naja.

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