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Patientenverfügung: Wünsche für den Ernstfall richtig formulieren
Ian Hooton/ Science Photo Library/ Getty Images

Mit einer Patientenverfügung kann jeder die medizinischen Maßnahmen festhalten, die er sich für den Notfall und das Lebensende wünscht. Allerdings helfen nur konkrete Angaben.

ginorossi 22.05.2019, 14:51
1. Vorsicht!

Sie machen mit 50 Ihre wohlüberlegte Patientenverfügung, die Sie brav alle zwei Jahre bestätigen. Anfang 70 werden Sie - bei unveränderter Willenslage - ein wenig tüddelig und vergessen zwei oder drei Mal die fällige Unterschrift. Wenn dann der "Ernstfall" eintritt, wird JEDER Jurist sagen: "Ja, bis 72 hat er/sie immer noch alle zwei Jahre unterschrieben, dann nicht mehr. Also war dann gewollt, daß die Verfügung nicht mehr gilt." Und damit war alles für die Katz. - Schreiben Sie lieber am Ende der Verfügung: Diese Patientenverfügung gilt ohne weitere Bestätigung zeitlich unbegrenzt, bis ich sie ausfrücklich widerrufe". - Und eine notarielle Unterschriftsbeglaubigung, die fast nichts kostet, ist zwar nicht erforderlich, schließt aber sämtliche Zweifel an der Echtheit Ihrer Unterschrift aus und schafft zumindest die Vermutung, daß Sie bei der Unterschrift geschäftsfähig waren.

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blumchen 22.05.2019, 21:57
2. Leaschatz1996

Genauso ist es. Manchmal ist tatsächlich weniger mehr,denn wenn die Intervalle nicht regelmäßig eingehalten werden könnten Zweifel daran bestehen ob die Verfügung noch ernst gemeint ist. Also besser keine regelmäßige Bestätigung.

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blumchen 22.05.2019, 22:00
3. Leaschatz1996

Genauso ist es. Manchmal ist tatsächlich weniger mehr,denn wenn die Intervalle nicht regelmäßig eingehalten werden könnten Zweifel daran bestehen ob die Verfügung noch ernst gemeint ist. Also besser keine regelmäßige Bestätigung.

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Hirschkuh 48 23.05.2019, 12:25
4. Wir haben eine Kopie der PV

in der Notfalldose im Kühlschrank. Da findet beim Notarzteinsatz jeder die Dose und ist gleich informiert.
Erhältlich in jeder Apotheke.

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Spr. 23.05.2019, 13:25
5. Reicht nicht!

Wer wirklich sicher gehen will, sollte die Patientenverfügung vom Notar aufsetzen und hinterlegen lassen. Nur so kann man halbwegs sicher sein, dass sich Krankenhäuser, Ärzte, Pflegepersonal und Familie wirklich daran halten. Bei sonstigen Patientenverfügungen kommt es leider zu oft vor, dass sich doch darüber hinweggesetzt wird. Oft mit der Unterstellung, dass der Patient sich im nun eingetretenen Schadenfall doch anders entscheiden würde, wenn er nur könnte.

Gleichzeitig sollte man vom Notar eine Betreuungsverfügung fertigen lassen, in der festgehalten wird, wer im hoffentlich nie eintretenden Fall als gesetzlicher Betreuer bestellt werden soll. Damit lässt sich vermeiden, dass einem im Fall der Fälle genau die Person, die man für ungeeignet hält, als quasi-Vormund vor die Nase gesetzt bekommt.

Oder gar eine vollkommen fremde, vom Gericht bestimmte Person, die nach Schema-F verfährt: ab ins Pflegeheim und alle Vermögenswerte zur Sicherung der Pflegekosten meist unter Preis versilbern. Da wird dann die heimische Pflegekraft entlassen und das Haus notverkauft, obwohl allein die laufenden Einnahmen ausreichen, um die Pflegekosten zu decken. Die Erben wundern sich anschließend, dass Pflege noch sehr viel mehr kosten kann, als die Preise selbst der teuersten Pflegeheime hergeben.

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fspade 09.06.2019, 21:44
6. Vorurteile helfen nicht weiter

Eine Patientenverfügung muss konkret sein, hieß es schon im Gesetz von 2009, daran hat die BGH-Entscheidung von 2016 nichts geändert. Zu einer Patientenverfügung braucht es immer legitimierte Vertreter, die den Willen des Verfügenden zur Kenntnis und Geltung bringen müssen, denn ohne steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Verfügung nicht zur Kenntnis kommt bzw. deren Nicht-Beachtung nicht auffällt. Eine Aktualisierung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben und genauso wenig erforderlich wie bei einem Testament. Eine Aktualisierung sollte im eigenen Interesse vorgenommen werden, wenn sich an der eigenen Einstellung etwas verändert hat oder sich die Erkenntnis einstellt, dass die bisherige Verfügung ungenügend ist. Leider ist von den meisten Ärzten dazu keine qualifizierte Beratung zu erwarten, da dies keine kassenärztliche Leistung ist. Auch von Notaren ist da nicht viel zu erwarten, da ihnen i.d.R. die medizinischen Kenntnisse fehlen (eine schlechte Patientenverfügung wird durch ein notarielles Siegel nicht besser!). Es gibt hunderte Anbieter von Patientenverfügungen, die sich nicht einig sind, was sie zur Festlegung anbieten. Ganz entscheidend sind die unterschiedlichen Reichweiten, die von maximalem Lebensschutz (wie bei den christlichen Patientenverfügungen) bis zur legalen Sterbehilfe (wie beim Humanistischen Verband, der auch kostenlos berät) reichen. Wer sich nicht auskennt, gibt sich im schlechtesten Fall mit dem erst-'besten' Formular zufrieden und erwarte dann mehr, als die Verfügung leisten kann.

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hexenbesen.65 10.06.2019, 08:58
7.

Zitat von Spr.
Wer wirklich sicher gehen will, sollte die Patientenverfügung vom Notar aufsetzen und hinterlegen lassen. Nur so kann man halbwegs sicher sein, dass sich Krankenhäuser, Ärzte, Pflegepersonal und Familie wirklich daran halten. Bei sonstigen Patientenverfügungen kommt es leider zu oft vor, dass sich doch darüber hinweggesetzt wird. Oft mit der Unterstellung, dass der Patient sich im nun eingetretenen Schadenfall doch anders entscheiden würde, wenn er nur könnte. Gleichzeitig sollte man vom Notar eine Betreuungsverfügung fertigen lassen, in der festgehalten wird, wer im hoffentlich nie eintretenden Fall als gesetzlicher Betreuer bestellt werden soll. Damit lässt sich vermeiden, dass einem im Fall der Fälle genau die Person, die man für ungeeignet hält, als quasi-Vormund vor die Nase gesetzt bekommt. Oder gar eine vollkommen fremde, vom Gericht bestimmte Person, die nach Schema-F verfährt: ab ins Pflegeheim und alle Vermögenswerte zur Sicherung der Pflegekosten meist unter Preis versilbern. Da wird dann die heimische Pflegekraft entlassen und das Haus notverkauft, obwohl allein die laufenden Einnahmen ausreichen, um die Pflegekosten zu decken. Die Erben wundern sich anschließend, dass Pflege noch sehr viel mehr kosten kann, als die Preise selbst der teuersten Pflegeheime hergeben.
Naja, schon mal einen Pflegefall in der Familie gehabt oder kennen Sie dieses "Szenario" aus eigener Erfahrung ?
Das stimmt nämlich nicht, was Sie da geschrieben haben.
Notariel braucht man gar nix--es reicht, wenn der Hausarzt , evt ein anderer zusätzlicher behandelnder Artz es weis. Liegt ein Dokument vor, MÜSSEN sich die Ärzte dran halten.
Und diese vom Gericht bestimmte Person, die nach Schema F verfährt...
Jaja, wir waren Betreuuer der Schwiegermutter. Wir mussten JEDES Jahr vor Gericht antanzen, und die Ausgaben für die SChwiegermutter offen legen. (Also nix mit Haus notverkaufen usw).
Ja, sie kam in ein Heim--wo sie sich schon Jahre zuvor auf die Liste hat setzen lassen. (ein teures, weil für "Ärzte-Gattinen" usw eingerichtet war...und sie war "nur" Hausfrau gewesen).
Zuerst hatten wir angst, dass wir zuzahlen müssen...was aber nicht so war...da wir selber kleine Kinder hatten, lagen wir unter der Zuzahlungsgrenze.
Ihre Rente reichte nicht ganz, und sie musste aus dem Ersparten zuzahlen.
Da haben wir uns als "Erben" rauszuhalten-es ist immer noch IHR Geld gewesen. Klar hat das das Erbe verkleinert...aber sie war gut aufgehoben dort.
Und ich sch** auf ein paar tausend Euro, wenn es dem anderen Menschen hilft, sich besser zu fühlen. So halte ich (wir) es mit meiner Mutter...sie könnte jetzt schon sich für Jahre ein super Seniorenheim leisten...Aber da sie noch fit genug ist, will sie das (noch ) nicht. Sie ist 78 Jahre und verpflegt sich trotz kaputter Kniegelenke / Hüftgelenke und hohen Diabetes und Herzschwäche noch selber.. (Natürlich sehen wir nach ihr )

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