Forum: Gesundheit
Personalnot: Ärztepräsident bemängelt 5000 offene Stellen in Kliniken
DPA

In Krankenhäusern seien Tausende Ärztestellen unbesetzt, kritisiert Ärztepräsident Montgomery. Die Arbeitsverdichtung könne nur durch mehr Personal kompensiert werden.

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dasfred 25.12.2018, 09:51
1. Ich bin erschüttert

Sind die fünftausend Ärzte plötzlich alle gleichzeitig in Pension gegangen? Das Problem hätte Herr Montgomery in den letzten Jahren schon viel intensiver angehen können. Jetzt hängt er sich nur ganz bequem an den Pflegekräftemangel und will gleich noch mit abstauben. Dann bitte auch noch die Putzkräfte aufstocken, damit wieder ein Mindestmaß an Hygiene im Krankenhaus eingeführt wird. Immerhin dürfen wir nicht vergessen, dass die Lobby der Ärzte bisher mehr Einfluss hatte, als die, der Pfleger und Krankenschwestern.

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jujo 25.12.2018, 09:57
2. ....

Man kann es nur bis zum Überduß wiederholen.
Die Privatisierung der Kliniken ist das Grundübel. Mit Krankenhäusern muß keine Dividende für Aktionäre oder Millionengehälter für Kaufleute erwirtschaftet werden. Eine schwarze Null als Betriebergebnis müßte reichen!

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Nordstadtbewohner 25.12.2018, 10:01
3. Alles eine Frage der Finanzierung

""Es ist ein Grundübel, dass die Länder ihren Finanzierungsverpflichtungen nicht ausreichend nachkommen", sagte der Ärztepräsident.""

Das "Grundübel" liegt nicht bei den Ländern, sondern es liegt am System der gesetzlichen Krankenversicherung. Der gesetzliche Leistungskatalog hindert Krankenhäuser und Praxen daran, den steigenden Behandlungsbedarf auch nachfragegerecht abzurechnen. Mit den Mehreinnahmen könnten auch mehr Ärzte finanziert werden. Da aber die meisten (Patienten) denken, mit ein paar niedrigen Fallpauschalen erster Klasse behandelt zu werden, "krankt" natürlich das System. Mein Lösungsvorschlag zu besseren Finanzierung der Ärzteausbildung: Patienten der gesetzlichen Krankenversicherungen stärker an den Ausbildungskosten zu beteiligen: Entweder höhere Krankenversicherungsbeiträge und ein Rückfahren der Anzahl der beitragsfreien Behandelten oder eine Erhöhung des finanziellen Eigenanteils bei Behandlungen. Damit wären die zusätzlichen 5000 Ärzte kein Problem.

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schinnerhannesx 25.12.2018, 10:05
4. Paradoxes System

Warum hat mein Sohn nach mittlerweile über 6 Jahren Wartezeit immer noch keinen Studienplatz, während auf der anderen Seite mehr als die Hälfte der Assistenzärzte meiner chirurgischen Abteilung aus dem Ausland kommen?

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ginorossi 25.12.2018, 10:26
5. Es war doch die Ärzte-Lobby,

angeführt durch Figuren wie Herrn Montgomery, die seit Jahrzehnten "erfolgreich" dafür gesorgt hat, daß die Zahl der Medizin-Studienplätze weit unterhalb des Ärztebedarfs liegt und immer weiter gesunken ist. Denn so lange Mangel an Ärzten besteht, kann diese Berufsgruppe auch noch die maßlosesten Forderungen durchsetzen.

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Nordstadtbewohner 25.12.2018, 10:27
6. Die Privatisierung ist kein Grundübel

Zitat von jujo
Man kann es nur bis zum Überduß wiederholen. Die Privatisierung der Kliniken ist das Grundübel. Mit Krankenhäusern muß keine Dividende für Aktionäre oder Millionengehälter für Kaufleute erwirtschaftet werden. Eine schwarze Null als Betriebergebnis müßte reichen!
Es steht Ihnen und anderen völlig frei, ein Krankenhaus auf der Basis einer gemeinnützigen GmbH zu gründen, das sich finanziell an einer schwarzen Null orientiert. So sind die fast alle Krankenhäuser in Deutschland Eigentum der öffentlichen Hand (meistens der Bundesländer). Die Bewirtschaftung, also der Klinikbetrieb, wird öffentlich ausgeschrieben, wobei oftmals, aber nicht immer, private Klinikbetreiber den Zuschlag erhalten. Wenn Sie damit also unzufrieden sind, können Sie gerne an einer solchen Ausschreibung teilnehmen und gemeinnützige Krankenhäuser betreiben. Wer aber nur fordert und das zum Nulltarif, der darf sich nicht beschweren, dass es privat bewirtschaftete Krankenhäuser gibt. Dazu kommt, dass ein Arzt- und Krankenhausbesuch eine Dienstleistung ist, für die auch entsprechend bezahlt werden muss.

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floydpink 25.12.2018, 10:32
7. Weiß man doch...

...Personalkosten sind böse!
Schmälern die Dividende!

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joomee 25.12.2018, 10:34
8. Sicher?

Zitat von jujo
Man kann es nur bis zum Überduß wiederholen. Die Privatisierung der Kliniken ist das Grundübel. Mit Krankenhäusern muß keine Dividende für Aktionäre oder Millionengehälter für Kaufleute erwirtschaftet werden. Eine schwarze Null als Betriebergebnis müßte reichen!
Zuerst einmal müsste man analysieren, ob der Ärztemangel vor allem bei privaten Krankenhäusern oder bei staatlichen bzw. non-profit-Kliniken vorherrscht bevor Sie anschuldigen.

Generell werden auch die Gewinnsabsichten und Dividendenauszahlungen für Aktionäre überschätzt - besonders aus der linken Ecke. Die tatsächlichen Daten geben das allerdings nicht her.

Die allermeisten Unternehmen fahren Nettogewinne in niedriger einstelligen %-Sätzen ein. Das heisst 95%+ gehen i.d.R. für Mitarbeiter, Investitionen, Waren, somstige Betriebskosten und Steuern drauf. Und das hält sich meiner Meinung nach im vertretbaren Rahmen. Schließlich gibt es auch noch ein unternehmerisches Risiko.

Die DAX Unternehmen hatten zum Beispiel in dem bis jetzt besten Jahr ever im Schnitt rund 10% Gewinn vor Steuern und Zinsen eingefahren. Nach Steuern und Zinsen gehen da locker nochmal bis 3 - 5 Prozentpunkte weg. Wie gesagt, in einem absoluten Boomjahr. Es gab auch viele andere Jahre mit weniger Gewinn.

Wenn man das oben berücksichtigt, bin ich immer sehr skeptisch wenn man bei Gesundheitsversorgung, Bahn, Post (und womöglich Banken) usw. immer meint, in staatlicher Hand wäre alles besser weil die angeblich exorbitanten Gewinne besser verwendet werden könnten.

Viele staatliche Unternehmen, die ja letztendlich dann von Politikern und Beamten geleitet werden, sind oft auch nicht besonders effizient. Und ob Sie jetzt nun 4% Nettogewinn einfahren oder 4% Effizienzverluste haben, macht auch keinen Unterschied. Womöglich sind die Effizienzverluste ja sogar höher als die Gewinnmargen bei Privatunternehmen. Und schauen Sie mal, was in der Finanzkrise mit den staatlichen Landesbanken passiert ist.

Das Thema wird letztendlich mit sehr viel Ideologie angegangen... Problematisch sehe ich eher die Überbehandlungen, die in den Krankenhäusern manchmal stattfinden (besonders wenn man Privatpatient ist) weil Ärzte teilweise erfolgsorientiert bezahlt werden.

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bernd80b 25.12.2018, 10:41
9. Seit Jahrzehnten

ist man nicht in der Lage die erforderliche Zahl der Lehrer zu ermitteln, seit Jahren die von Ärzten, und das lässt sich auf andere Berufe ausdehnen. Was klappt in dieser Bananenrepublik eigentlich noch? Wenn etwas nicht funktioniert muss man als erstes die Gründe dafür ermitteln und dann abstellen. Und zwar nicht wie es einer Partei gefällt, sondern wie es notwendig ist. Ebenso bei der Bahn. Mit Befehlen lässt sich nichts abstellen, mit Ursachenbekämpfung schon. Aber wenn nur noch Dilettanten in der Politik sind, kann es nicht funktionieren.

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