Forum: Gesundheit
Personalnot: Ärztepräsident bemängelt 5000 offene Stellen in Kliniken
DPA

In Krankenhäusern seien Tausende Ärztestellen unbesetzt, kritisiert Ärztepräsident Montgomery. Die Arbeitsverdichtung könne nur durch mehr Personal kompensiert werden.

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renker2001 25.12.2018, 20:20
50.

Zitat von ruebke
Und danach über die Optik schimpfen... Das sind selbst gemachte Leiden. Es gab Zeiten, da hat das alles funktioniert alle konnten davon und damit leben: Gesundheitswesen, Post, Bundesbahn, Rente, Straßewesen, öffentliche Bauten... Aber dann müsste alles und jedes an die Privatwirtschaft abgegeben werden, die kann das alles besser. Einen Sch... kann sie. Dafür ist alles genannte irgendwie weit teurer, unzuverlässiger, schlimmer für die Mitarbeiter oder unsicherer geworden. Vielen Dank an den Neoliberalismus.
Na ja, da muss man schon sehr anspruchslos und weltfremd sein um das zu behaupten

1: Rente:
Was hatten wir damals für ein Verhältnis Beitragszahler/Rentner, als es "noch auskömmlich" war

2: Post, Bundesbahn
Briefe, die tagelang unterwegs waren, 1/20stel des heutigen Volumens, Züge, die auseinzelnen, nicht zusammenhängenden Wägen oft Dieselbetrieben...

Schon sehr deutlich Äpfel mit Birnen verglichen

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susa_pilar 25.12.2018, 22:39
51. Drg

...jemand aufgefallen dass DRG in Deutschland eingeführt wurde als die Erfinder es abschafften? U.a. weil es sich selbst erwürgt! Private und öffentliche Träger können nur existieren, wenn gesetzliche Regelungen Personaluntergrenzen festlegen und Rosinenpickerei ausschließen...

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DogHoliday1 25.12.2018, 22:55
52. Keine Ahnung zu haben...

Zitat von dasfred
Sind die fünftausend Ärzte plötzlich alle gleichzeitig in Pension gegangen? Das Problem hätte Herr Montgomery in den letzten Jahren schon viel intensiver angehen können. Jetzt hängt er sich nur ganz bequem an den Pflegekräftemangel und will gleich noch mit abstauben. Dann bitte auch noch die Putzkräfte aufstocken, damit wieder ein Mindestmaß an Hygiene im Krankenhaus eingeführt wird. Immerhin dürfen wir nicht vergessen, dass die Lobby der Ärzte bisher mehr Einfluss hatte, als die, der Pfleger und Krankenschwestern.
verhindert ofensichtlich nicht etwas zum ''Besten'' zu geben.
Ist Herr Herr Montgomery ganz sicher nicht die Vertretung, die ich mir für meinen Berufsstand wünsche, so ist er aber nicht für den Ärztemangel verantwortlich und ehedem als Präsident der Ärztegewerkschaft Marburger Bund auch an verbesserten Arbeitsbedingungen der ärztlichen Kollegen interessiert gewesen.
Die seit vielen Jahren katastrophalen Arbeitbedingungenbedingungen sind es, die die Ursache dafür darstellen.
Die Einführung des AiP (Arzt im Praktikum oder richtiger Arzt im Pech) Ende 80 mit unverschämter Vergütung war ein bedeutender Meilenstein hierfür. Bei ca. 50 Std. Arbeit nach langer harter Ausbildung langte es dafür, ein Entgeld zu erhalten, mit dem mit Familie sehr deutlich unter Hartz 4 - Niveau lebte.... und es hatte niemand!!! interessiert (auch nicht die Heuchler von der PDS oder den Grünen). 80-100 Std/Woche in der Klinik, Überstunden weder in Frei noch bezahlt (im Gegensatz zu der Pflege, wo jede 5 min aufgeschrieben wurden), Fortbildung während der Freizeit und selbst bezahlt (ebenfalls im Gegensatz zur Pflege, die das als Arbeitszeit angerechnet bekamen) und bei dieser Form der Arbeit war es für eine Familie nicht möglich, daß der Partner ebenfalls verdiente (wiederum im Gegensatz zur Pflege). Bezahlt wurde ganz normal nach BAT.
Und Sie reden vom Einfluß ''der Ärztelobby''.

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DogHoliday1 25.12.2018, 22:59
53. Der Spezialist...

Zitat von benutzer1000
Wir haben genügend Ärzte. Viele nutzen die Möglichkeiten der Technik nicht und machen sich dadurch Stress. Ich habe einige Tage im Krankenhaus verbringen müssen, es war nahezu ein Chaos. Wenn Ärzte die Landung eines Flugzeugs managen müssten, würde kein Flugzeug heil am Boden ankommen, obwohl sie sehr gut fliegen können. An einem Tag würden sie vergessen das Fahrwerk auszufahren am andern Tag hätten sie die Landeklappen vergessen........
nach einigen Tagen im Krankenhaus.
Auch solchen dünnen Äußerungen von Spezialisten sind es, die den berühmten Tropfen darstellen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

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DogHoliday1 25.12.2018, 23:06
54. Mal wieder....

Zitat von backundweg
Die Leistungserbringer wählen doch den Beruf, um angehimmelt zu werden,wenn man Arztforen glauben mag. Das kann im Jahr 2018 halt nicht mehr funktionieren,insb. dann,wenn das Verhalten ganz klar das Desinteresse am Kranken zeigt.Keine Hausbesuche, verkürzte Praxisarbeitszeiten,die Herr Lauterbach gerade thematisiert hat (die anderen Großskandale sind ja auch bekannt). Tja, so wird das nichts mehr mit dem sinkenden Ansehen der Leistungserbringer, welches letzlich das Haben Wollen stetig kompromittieren wird.
mit Dummschwätzerei das Thema verfehlt.

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DogHoliday1 25.12.2018, 23:11
55. Spiegelleser's

Zitat von spiegelleser987
Zitat: "Die Arbeitsverdichtung könne nur durch mehr Personal kompensiert werden." Hat der etwas vergessen? Die Arbeitsverdichtung gibt es auch in sehr vielen anderen Bereichen. Über den medizinischen Bereich wurde 2007 umfangreich in vielen Zeitschriften und auch im Fernsehen berichtet. Ursache sind die damals eingeführten bürokratischen Regeln. Das hat den Arbeitsaufwand extrem erhöht. Da wird z.B. eine Menge Papier ausgefüllt ... für nichts. Wenn man sich in der Apotheke z.B. 10 Milliliter eines Medikaments kauft, welches nicht als feriges Medikament zur Verfügung steht, müssen eine Menge Papier und Aufkleber ausgefüllt werden. Das dauert 30 Minuten und kostet nur 0,80 Euro. Ich war vor vielen Jahren mal in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Die Untersuchung hat 12 Stunden gedauert. Dafür waren 7 Ärzte zuständig. Der eine Arzt hat den Blutdruck gemessen, der andere ein EKG (ohne Körperbewegung) gemacht, der nächste Blut abgezapft, der nächste die Kopfbewegung beobachtet usw. Mein Vorschlag ein EKG mit Körperbewegung zu machen, wurde abgelehnt, weil es diesem Arzt verboten war. Der den Blutdruck gemessen hatte, durfte auch nicht das Blut abzapfen. Die Schmerzen durfte niemand untersuchen, weil es dazu keinen speziellen Arzt gab. Einige Ärzte konnte ich in den seitlichen Räumen sehen, z.B. die zur EKG-Untersuchung. Die saßen da und warteten auf Patienten. Es gab aber keine mehr. Das ist alles gesetzlich so schmalspurig festgelegt. So ist es nunmal seit die EU das Schmalspurstudium in allen Bereichen festgelegt hat. Bei mir hat damals keiner der Ärzte etwas festgestellt. Alles wäre in Ordnung. Die nächsten Untersuchungen wären erst nach 6 Tagen wieder durchgeführt worden. Deshalb wollte ich die Notaufnahme des Krankenhauses nach 12 Stunden verlassen. Dazu wurde ein zweiseitiger Beleg zur Ablehnung erzeugt, den ich unterschreiben musste. Als ich zu Hause war, habe ich einen Rentner angerufen, der 40 Jahre lang in einem Krankenhaus gearbeitet hatte. Der konnte helfen. Es war die sogenannte TIA, eine Vorstufe des Schlaganfalls. Der hatte mir dann empfohlen täglich eine ASS100 einzunehmen. 4 Wochen später hatte ich einen Termin bei einem Kardiologen bekommen und 2 Monate (bin ja privat versichert) später einen Termin zur Tomographie. Die haben dann festgestellt, dass mein Herz absolut gesund ist und mein Gehirn besser durchblutet als bei anderen in meinem Alter. Das damalige Problem war schnell gelöst. Wenn man aber den bürokratischen Unsinn beobachtet, kann man nur fordern, dass die Bürokratie weg muss. Wir brauchen nicht mehr Ärzte, sondern besser ausgebildete.
Märchenstunde. Mehr braucht man hier nicht zu sagen.

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DogHoliday1 25.12.2018, 23:21
56. Es ist wirklich erschreckend...

Zitat von Lion
Da darf man nur Medizin mit Einser-Abitur studieren aber später muss man dann 24-Stundendienste leisten und kommt als junger Arzt ohne die massive Hilfe von Krankenschwestern im Nacht-und Wochenenddienst gar nicht alleine klar. Denn Chef-und Oberärzte überlassen diese Dienste den Jungen, weil sie ja auch früher so dämlich ausgebeutet wurden und sich jetzt auf ihren Verdiensten ausruhen. Neben der Kirche ist kein System so hierarchisch, wie das der Krankenhäuser. Für normal denkende Menschen muss es unattraktiv sein, in einem solchen System zu arbeiten. Und dann werden da Krankenhäuser massiv privatisiert auf Kosten derjenigen, die dort arbeiten und der Patienten. Da überschütten Krankenkassen die Stationen und Ärzte mit überflüssiger Bürokratie. Kein Wunder, dass da dann Ärzte fehlen. Und dann wird ausgerechnet Spahn Gesundheitsminister! Wen wundert's da noch, dass sich nichts ändert!
was hier immer wieder bar jeglicher Ahnung rausgehauen wird.
Natürlich ist der Oberarzt nicht im Vordergrunddienst tätig sondern nur vor Ort, wenn die Situation es erfordert. Während der im Vordergrund tätige Arzt jedoch (zumeist) irgendwann im Laufe des Morgens nach Hause geht, steht der Oberarzt noch den ganzen Tag im OP um dann anschließend wieder den Hintergrund abzudecken. Da kann wahrlich nur ein Unwissender wie Sie von ausruhen reden.

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DogHoliday1 25.12.2018, 23:37
57. Schon deutlich bevor...

Zitat von ruebke
Und danach über die Optik schimpfen... Das sind selbst gemachte Leiden. Es gab Zeiten, da hat das alles funktioniert alle konnten davon und damit leben: Gesundheitswesen, Post, Bundesbahn, Rente, Straßewesen, öffentliche Bauten... Aber dann müsste alles und jedes an die Privatwirtschaft abgegeben werden, die kann das alles besser. Einen Sch... kann sie. Dafür ist alles genannte irgendwie weit teurer, unzuverlässiger, schlimmer für die Mitarbeiter oder unsicherer geworden. Vielen Dank an den Neoliberalismus.
die Privatisierung eingeläutet wurde, wurde Klinikärzte wie Sklaven behandelt und dies ist der Grund, warum der Nachwuchs weg bleibt.

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DogHoliday1 25.12.2018, 23:46
58. Befristete Arbeitsverträge....

Zitat von Taiga_Wutz
Pflegekräfte, Herr Montgomery! Pflegekräfte, Pflegekräfte, Pflegekräfte! Mehr - mehr - MEHR! Besser bezahlt! Entfristet eingestellt! Besser abgesichert! SUPERVISION! Regelmäßige Fortbildungen und Bildungsurlaubs-Anspruch bei vollem Kräfteersatz in der Zeit! Bevor Sie die Söhne von ehemaligen Mitstudenten irgendwo unterzubringen versuchen - Pflegekräfte! *tobfluch* mfg Ehemann einer Krankenschwester
waren in den 90ern für Ärzte die Regel (sicher 95% der Arbeitsverträge): 1 oder 2 Jahre, 1/2 Jahr oder sogar nur drei Monate. Hat niemanden interessiert, auch nicht die Pflege, denn die hatten alle unbefristete Verträge.

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susa_pilar 26.12.2018, 00:04
59. Drg

hat sich schon mal jemand gefragt, warum die Erfinder des DRG-Systems es in dem Jahr abgeschafft haben, als wir es einführten??? Ua weil es sich selbst erwürgt! Außerdem: Private und öffentliche Träger können nur sinnvoll koexistieren, wenn entsprechende gesetzliche Vorschriften zB Personaluntergrenzen regeln und Rosinenpickerei verhindert wird. Ist es sinnvoll, dass private Investoren oder Personen aus dem solidarischen Versorgungstopf Renditen abschöpfen??? Dabei ist es auch egal, ob es Kliniken sind, die sich auf lukrative DRGs fokussieren oder ob am Zwischenhandel mit Medikamenten verdient wird?!?!?!?!

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