Forum: Gesundheit
Pflegeheime im Ausland: Das lukrative Geschäft mit den Alten
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Weil das Geld im Alter knapp wird, ziehen viele Senioren in ausländische Heime, etwa in Osteuropa oder in Spanien. Dort ist die Pflege bezahlbar - und manchmal riskant.

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01099 13.03.2019, 15:38
20.

Lukrativ ist das "Geschäft mit den Alten" auch hier in Deutschland, sonst würden nicht über all die Heime wie Pilze aus dem Boden schießen. Außen sehen diese Rentner-Knäste top aus, innen sind sie in der Regel das Gegenteil. Es wird an allen Ecken und Enden gespart, damit sich der Großkonzern im Hintergrund die Taschen füllt.
Dumm nur, dass die Branche gerade genau den gleichen Fehler wie die Gastronomie macht. Klar, Klientel als "Bewohner" ist genug da und wird immer mehr, nur kann man kein Heim betreiben, wenn man kein Pflegepersonal mehr findet, dass sich aus absolut nachvollziehbaren Gründen aus dem Bereich verabschiedet hat und kein Mensch mehr eine Ausbildung darin machen will. Die derzeitige Arroganz wird sich bitter rächen, auch wenn die Heimbetreiber gedanklich noch in Zeiten leben, in denen der Arbeitsmarkt gut gefüllt war und man sich hemmungslos bedienen konnte. Das ist vorbei. Besagter Mangel herrscht und die Menschen sind heute vernetzt und tauschen sich über Arbeitsbedingungen aus. Hat ein Arbeitgeber einmal seinen schlechten Ruf weg, ist es für ihn praktisch unmöglich, Arbeitnehmer zu finden, die sich weiter ausbeuten lassen. Es ist jetzt schon so. Am Ende wird die Arbeit für die verbleibenden Pflegekräfte immer anstrengender, was auch an die weitergegeben wird, die der Pflege bedürfen. Ich erlebe es jeden Tag und Angehörige haben keine Vorstellung davon, was abgeht, wenn sie nicht zugegen sind. Und das ist in ALLEN Heimen so, egal wie nobel sie daherkommen.

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kj.az 13.03.2019, 15:38
21. Offenbarungseid

Das ist Deutschland heute. Die Generation, die erheblichen Anteil am Wohlstand Deutschlands hatte, kann sich das Heimatland nicht mehr leisten. Weg mit den Alten; aus den Augen, aus dem Sinn.

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House_of_Sobryansky 13.03.2019, 15:39
22. Die Strafkolonie

Zitat von Great White Buffaloo
Interessante Ansicht. Nur wenn das Ding "falsch" programmiert wurde, evtl. sogar absichtlich? Dann finden sie mal den Schuldigen bei einer selbstlernenden KI. Es ist schon schade, dass es viell. auf das hinausläuft. Für 08/15 Routinetätigkeiten mag es ok sein, wenn man die "echten" dadurch nicht zu sehr ausdünnt .
Die Insassin vom Zimmer nebenan hatte am ganzen Körper Tätowierungen, die im Alter bedauerlicherweise noch entstellender wirkten als in einer etwaigen fragwürdigen Blüte. Und so war es völlig natürlich, dass der Roboter diese als Verunreinigungen angesehen hat, die entfernt werden mussten. Die ganze Nacht über gab es ein furchtbares Geschrei in der sonst so stillen Einrichtung. Ich konnte mich gar nicht auf meine Lektüre konzentrieren: Die Strafkolonie.

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dione_gutzmer 13.03.2019, 15:45
23.

Zitat von wire-less
z.B. die Regierung beschließt eine zusätzliche Maßnahme zur Wärmedämmung. -> Wohnheim wird teurer weil die Gebäudekosten steigen. Die Miete des Pflegers steigt also muss er mehr verdienen, ... Auch die Mütterrente muss bezahlt werden. Die zahlt auch der männliche Pfleger, .... Unsere Regierung ist ständig dabei Gesetze zu machen die die Kosten steigern. Und wer versucht zu sparen wird ausgenommen wie eine Weihnachtsgans.
Ich kann mir nicht helfen, aber mit der Wärmedämmung haben Sie es irgendwie. Persönlicher Hintergrund?
Heimbetreibern in Deutschland geht es um Profit, nicht nur denen im Ausland, DESHALB sind die Heimkosten so hoch. Da geht das Jammern los, wenn der Profit mal nicht so auszufallen droht wie gewohnt. Gerne werden dann die Argumente Lohnkosten und eben auch "Was wir nicht alles investieren müssen wegen der gesetzlichen Auflagen" vorgeschoben.
Davon abgesehen, Wärmedämmung senkt, glaube ich, die Heizkosten. Oder ist der Anspruch auf ein warmes Zimmer für die Heimbewohner auch sone Sozenidee, die alles nur teurer macht?

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cobaea 13.03.2019, 15:48
24.

Zitat von Mesi0013
Entweder man kann es irgendwie stemmen und die Kosten aufbringen oder man muss ans Eingemachte gehen, Haus und Hof sowie weitere werthaltige Dinge verkaufen. ... Keine Generation hat mehr Vermögen aufbauen können als die derzeitigen Rentner. Vieles dieses bitter aufgebrachten und durch Konsumverzicht abgesparten Kapitals ist in Form einer Immobilie oder Gartengrundstücks wieder zu finden. In der Gesamtheit steht in nächster Zeit eine enorme (Güter)-Geldmenge zum Vererben an. Die Frage ist ob durch die notwendigen Pflege-/Unterbringungskosten nicht vorab diese Güter verwertet werden müssen.
Dieses Eigentum wird zur Deckung der Pflegekosten herangezogen, wenn die Rente/Pension und das übrige Vermögen des/der Pflegebedürftigen nicht ausreicht. Wenn es nicht herangezogen werden soll, muss die Eigentumsübertragung zwischen Pflegebedürftigem/r und Kindern/Enkeln mehr als zehn Jahre vor dem Eintritt ins Heim erfolgt sein. Ansonsten wird es auf den Beitrag aufgerechnet, den die Angehörigen zuzahlen müssen. (Der Erbfall spielt keine Rolle, da dazu die Erblasser ja gestorben sein müssen und keiner Pflege mehr bedürfen, die bezahlt werden muss). Besteht das Eigentum beim Heimeintritt noch, muss es selbstverständlich für die Begleichung der Heimkosten verwertet werden. Weshalb auch nicht? Weshalb sollten die künftigen Erben profitieren und jene, die das Eigentum erwirtschaftet haben, wissen nicht, wie sie ihre Pflege finanzieren sollen?

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fatherted98 13.03.2019, 15:50
25. Wäre ich auch...

Zitat von markus1907
schon sehr bald über den Einsatz von Pflegerobotern nachdenken muss um die Pflegekräfte zu entlasten. Verstehe nicht, warum man sich noch so in Deutschland dagegen streubt. Ich bin dieser Technologie gegenüber jedenfalls sehr aufgeschlossen. Mir ist eine dauernd gut gelaunte Maschine viel lieber, als ein permanent frustrierter Pfleger.
....nur die sogenannten Pflegeroboter....a la Japan....können noch rein gar nichts. Die stehen nur rum und machen Stimmen nach....die eigentliche Arbeit....füttern, waschen, Intimbereich säubern, Toilettengang usw. kann kein Roboter....das ist alles Zukunftsmusik in 100 oder 200 Jahren....sorry....ich würde mich auch lieber von einem Roboter sauber machen lassen....wäre weit weniger peinlich als von einem Pfleger/in....vor allem würde der Roboter das dann machen wenn es nötig wäre und nicht irgendwann mal wenn ich schon Stunden im meinen Fäkalien liegen musste...

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zzipfel 13.03.2019, 15:50
26. Der Sozialismus ist hingegen

Zitat von House_of_Sobryansky
Der Kapitalismus ist der Feind alles Sozialen. Würde gibt es nur für die, die sie sich kaufen können. Sie ist maximal antastbar für alle, die sich nicht freikaufen können. Unsere Gesellschaft ist exakt so, wie wir sie haben wollen: erbarmungslos in ihrer Verachtung.
gleich eine Größenordnung menschenverachtender: Ich kannte Altersheime in der sozialistischen DDR. Da gabs schon mal Prügel und andere Misshandlungen, wenn jemand nicht "spurte". Und das nationalsozialistische Unrechtsregime eine Generation zuvor war sicherlich keinen Deut besser, als das realsozialistische.

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MJR 13.03.2019, 15:55
27. Sicherheit aus sicherer Quelle: Die deutschen Heime sind sicher!

Ein gewisser "Niels H." sagte in Oldenburg, dass er über 100 seiner Patienten befragt hat, ob sie sich in Deutschland besser gepflegt fühlen, als im Ausland. Sie alle bejahten, stehen heute jedoch leider für Nachfragen nicht mehr zur Verfügung....
Ein weiterer Pluspunkt für deutsche Heime ist die hervorragende Fürsorge. Man könnte meinen, deutsche Heime haben Gevatter Tod persönlich den Tod erklärt: Das Ziel deutscher Senioren sei es, dass sie mit 80 die Weltreise antreten, wo sie einen neuen Partner kennenlernen, den sie mit 85 Lenze heiraten.
Wenn schon ein solches Ziel aufgrund einer Pflegesituation nicht zu erzielen ist, so muss zumindest ums Verrecken das Zielalter erreicht werden; Nötigenfalls im Wachkoma, wundgelegen im Bett.
Dann kann der Herr "Renten-Verwaltungs-Minister" das hohe Lied vom Leid der Finanzen singen: "Wir werden doch alle immer älter! Darum müssen wir einfach länger arbeiten." Alternativlos.

Genug Sarkasmus! Mal zum Ernst zurück:
Warum sollte ich ausgerechnet in Deutschland bleiben und ins Heim wollen? Weil man anderswo eine Horrormeldung vernahm: "In diesem Ausland, da mag man uns so wenig: Da quälen die nicht nur Hunde, sondern auch alte, deutsche Rentner!".
Man muss sich schon taub stellen um solche Meldungen aus unserem eigenen Land zu ignorieren! Zum einen kommen ja aufgrund des Pflegekraftmangels immer mehr Pfleger aus den Ländern, die "uns nicht mögen" und zum anderen ist die Profitgier hierzulande mit Nichten geringer, als sonstwo! Zudem sind mir die Horrormeldungen um Niels H. sehr präsent. Ich hörte auch von wundgelegenen oder verwahrlosten Pflegebedürftigen Rentnern, teils sediert, teils festgebunden, teils anderweitig misshandelt und zwar in Deutschland!
Es ist, wie es ist: Bis Pflegestufe eins haue ab, wer noch fit ist und kann! Eventuell hat man im Ausland auch das Glück nicht nur in Würde zu altern, sondern auch so zu sterben. Wenn ich sehe, wie Menschen um weiter die Pflege zu kassieren in ihnen absolut unwürdigsten (!) Umständen am Leben gehalten und selbst Todeswünsche ignoriert werden: Ist jedes deutsche Heim besser als "Villa Germania"?

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minimax9 13.03.2019, 15:56
28. Häusliche Pflege verbessern

Den schwarzen Schafen im Ausland könnte man eindämmen durch häusliche Pflege. Da werden immer große Worte gesprochen ohne nennenswerte Ergebnisse. Wir pflegen meine Schwiegermutter 24h Pflege seit nunmehr 16 Jahren. Den Spruch: "Das bekommt ihr ja auch bezahlt" kann icht nicht mehr hören. Unsere Lebenszeit geht verloren. Kurzzeit Pflege keine Lösung, da die Pflegeperson total verwirrt wiederkommt . Das Geld und das eventuelle Erbe tauschen wir gerne wenn wir ganz sicher sein könnten, dass meine Schwiegermutter menschenwürdig gepflegt wird. Und das ist keine Sache die man nur für Geld macht.

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cobaea 13.03.2019, 16:00
29.

Zitat von Freidenker10
Wenn man den Beruf auch nur halbwegs attraktiv machen will muss mehr Geld ins System, denn die Pflegekräfte haben auch keine Lust für "Gottes Lohn" zu arbeiten und sich kaputt zu schuften! Das macht die Heime natürlich auch teuer, aber hier muss der Staat einspringen! Es kann ja nicht wirklich angehen das man als pflegebedürftiger Rentner ins Ausland muss weil man sich die Pflege hierzulande nicht leisten kann! Hatte die GroKo nicht auch eine Schutzklausel für Angehörige im Programm, so dass Angehörge erst ab einem Einkommen von über 100.000 Euro einspringen müssen? Was ist daraus geworden, wäre mal eine Recherche wert, denn dann hätten sich viele Probleme schon von selbst gelöst. Pflegeplätze werden vom Sozialamt unterstützt sollte der ungewöhnliche Fall eintreten keine 3000 Euro Rente zu beziehen...
Dass Pflegeplätze vom Sozialamt unterstützt werden, ist keine allgemein taugliche Lösung. Selbstverständlich soll das Sozialamt, damit der Steuerzahler, einspringen, wenn Pflegebedürftige die notwendige Pflege nicht selbst bezahlen können. Aber man sollte dabei nicht vergessen, dass dieser Zuschuss zuvor erst durch Steuern finanziert werden muss. Mehr Zuschüsse bedeuten auch mehr Steuern. Das Sozialamt zahlt ja erst auf, wenn Rente/Pension und Pflegeversicherung zusammen nicht mehr ausreichen und die Angehörigen auch nichts mehr beisteuern können.
Gleichzeitig finanziert die Allgemeinheit damit nicht nur die Pflege, sondern auch die Gewinne der Heimbetreiber, während die Löhne der Pflegekräfte weiterhin mau bleiben. Heime sind heutzutage ein lukratives Geschäft geworden. Würde man Gewinne entweder ganz verbieten oder auf einen niederen Prozentsatz vom eingesetzten Kapital begrenzen, bliebe auch Geld fürs Personal (allerdings wollten dann wohl nicht mehr so viele private Heimbetreiber ins Geschäft einsteigen).

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