Forum: Gesundheit
Pflegeroboter: Hightec-Kameraden fürs Alter
Fraunhofer IPA/ Jens Kilian

Sie heißen "Robo-K", "Jaco" oder "Big Robot": Haushaltsroboter sollen es Senioren und Behinderten erleichtern, ihren Alltag zu bewältigen und länger selbständig zu bleiben. Auf einer Robotermesse haben Hersteller ihre Hilfen der Zukunft vorgestellt - die jedoch meist unerschwinglich sind.

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det-c 23.03.2013, 10:56
10. Tamagotchi

[QUOTE=hr_schmeiss;12326932Ach, ich fand die Fotos auch so schön, so menschlich, die Senioren, wie sie da so ihren Blechkameraden anhimmeln...[/QUOTE]
Ich fand es schon bei den Tamagotchis vor vielen Jahren interessant, wie viele Menschen emotional an diesen Plastikdingern hingen.
Ob man dann Pflegeroboter zu Erben einsetzen kann? "Er soll den Rest seiner Existenz gut geölt werden und seine Batterien immer aufgeladen werden?"

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EmmaDiel 23.03.2013, 11:01
11. Hightec-Kameraden nur fürs Alter?

Ich frage mich, ob so ein Plastikkamerad nicht auch den Partner ersetzen kann.
Wenn Robbi die wichtigen Funktionen von Pflegepersonal abbilden kann, warum dann nicht auch die vom Ehepartner?
Schwule und Lesben können heiraten, warum soll man nicht auch den humanoiden Partnerersatz ehelichen können?
Mal sehen, zum Befruchten gehe ich besser zur Samenbank, da bekomme ich bessere Qualität als beim Blind-Date.
Zuhause komme ich mit Siemens und AEG sonst ganz gut hin. Und hat man dem Mann erst mal seine genuine Funktion als Samenspender genommen, so kann ein handelsüblicher Dildo die übrigen maskulinen Funktionen vollauf bedienen. Ist die überkommen Vorstellung vom schwitzenden und schnaufenden Testosteronhelden erst mal überwunden, dann kann man hier direkt noch Entwicklungspotential sehen. War da sonst noch was? Nee, nur Alphamännchengehabe und teures Benzingeschwätz. Kann frau drauf verzichten. Zukunft, ich komme!

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TheBear 23.03.2013, 11:35
12. Franzosen vorne

Zitat von EmmaDiel
Ich frage mich, ob so ein Plastikkamerad nicht auch den Partner ersetzen kann. Wenn Robbi die wichtigen Funktionen von Pflegepersonal abbilden kann, warum dann nicht auch die vom Ehepartner? Schwule und Lesben können heiraten, warum soll man nicht auch den humanoiden Partnerersatz ehelichen können?
Da sind die Franzose vorne!

In den Diskussionen über Homoehe, wurde ausdrücklich von der "mariage pour tous" (Heirat für alle) gesprochen, damit man gleich klar sieht: Die Bewegung führt weit über die (im Grund ja langweilige) Alternative für Lesben und Schwule hinaus.

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#Nachgedacht 23.03.2013, 12:16
13. Keine Bange!

Zitat von steyrtal
Roboter bedienen - das fällt mir nur dazu ein..... so als würde gerade alten Menschen die Technik vertraut sein - die älteren Menschen in meiner Umgebung sind schon mit einem Mobiltelefon schlichtweg überfordert - was für ein Blödsinn....
:p Bis diese Geräte eine bezahlbare Massenproduktion erreicht hat ist die Generation Computer sowei!
#Navchgedacht

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greentiger 23.03.2013, 12:18
14. Wie sich diese Techniken im Laufe der...

Zitat von hr_schmeiss
...hmmm...und Sie sind sicher, dass das Personal dann behalten wird, um sich um die "menschlichen Seiten" zu kümmern?
...Jahrzehnte entwickeln, weiss ich natürlich nicht. Man denke nur an eine einfache Sache, nämlich dass sehr viele Menschen zu ihrem Auto ein persönliches Verhältnis entwickelt haben, wie es vor 100++ Jahren eher zu Pferden existierte. Nachfolgende Generationen werden eventuell eine völlig andere Umgangsform im Zusammenhang mit Artefakten dieser Art entwickeln. Schon heute sieht man, dass knappe zwei Jahrzehnte Handys dazu geführt haben, dass die virtuelle Umgebung für Jüngere weit wichtiger ist, als die reale. an kann das gut daran ablesen, dass in einem Cáfe oder einer Kneipe viele Leute SMS benutzen oder Telefonieren und sich viel weniger als früher um die anderen anwesenden Personen scheren.

Bezüglich der Krankenhäuser war leicht zu erkennen, dass bestimmt mehr zwei Drittel der Tätigkeiten des Pflegepersonals aus Arbeiten bestand, die ihnen ein zukünftiges künstliches System abnehmen könnte. Selbst wenn dann weniger Personal zur Verfügung stehen sollte(1), hätten die trotzdem mehr Zeit sich um die Sachen zu kümmern, für die eine Maschine nicht geeignet ist (jedenfalls in absehbarer Zeit nicht geeignet sein wird).

Da ich gute 40 Jahre lang mit der Entwicklung von Software und Software-basierten Systemen zu tun hatte, habe ich wahrscheinlich schon heute ein anderes Verhältnis zu diesen Geräten. Ich war jedenfalls froh, dass durch den Einsatz der recht primitiven Messroboter die Pflegerin/der Pfleger ein paar Sekunden mehr Zeit hatte mir bezüglich der Sachen behilflich zu sein, bei denen ich wirklich Hilfe brauchte.

Zu (1): Selbstverständlich wird das Verhältnis Patientenzahl/Pleger immer ungünstiger werden. Da voraussichtlich immer mehr ältere Patienten, die selber nicht mehr produktiv an der Gesellschaft teilnehmen können, für die Einkommen des Pflegepersonals aufkommen müssen, muss sich eine derart strukturierte Gesellschaft so oder so etwas einfallen lassen.

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freigeist56 23.03.2013, 12:51
15. Träumer....

Zitat von greentiger
...auch im Krankenhausbereich mehr derartige Maschinen eingesetzt werden, begrüsse ich das sehr. Ich habe wegen zweier Krebserkrankungen Krankenhäuser längere Zeit kennengelernt und erleben müssen, dass ein grosser Teil des Pflegepersonals wegen Routinearbeiten, wie Medikamentenverteilung, Fieber- und Blutdruckmessungen etc. durch die vielen zu betreuenden Patienten - menschlich verständlich - genervt war, weil sie wegen der Routinearbeiten kaum Zeit hatten, sich um Patienten zu kümmern. Es wurde etwas besser, als Automaten für die Messaufgaben eingesetzt wurden. Man wurde verkabelt und nach ein oder zwei Minuten konnte das Pflegepersonal die Messergebnisse komplett ausdrucken. Während dieser Zeit hatten sie die Möglichkeit sich um die nicht-mechanischen Tätigkeiten zu kümmern. Ich befürworte diese Entwicklung sehr.
Die Maschinen helfen den Menschen... und die Freigesetzte Arbeitszeit wird dann dazu verwendet um.....STELLEN einzusparen !
In einen Rendite gierigen Gesundheitssystem wird Kohle gemacht und sonst gar nix.
Sollte sich der Einsatz von Robotern betriebswirtschaftlich rentieren dann stehen die schlecht bezahlten Schwestern und Pfleger auf der Straße und die Investoren der Krankenhaus AG verdienen super Renditen. Ist doch heute schon so und würde es nicht so einige Menschen mit Helfersyndrom geben wäre die Situation unerträglich. Ich bewundere die Menschen die in diesen Menschenverachtenden System für wenig Geld arbeiten. Also Schwestern, Pfleger und Hilfspersonal und einige jungen Ärzte. Der Rest stopft sich die Taschen voll. Dies werden auch Roboter nicht ändern...im Gegenteil...

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greentiger 23.03.2013, 13:36
16. Denken Sie mal über den zeitlichen...

Zitat von freigeist56
Die Maschinen helfen den Menschen... und die Freigesetzte Arbeitszeit wird dann dazu verwendet um.....STELLEN einzusparen!
...Tellerrand hinaus. Ich spreche von realistischen Zeiträumen für die Realisierung von Techniken, die sich derzeit teilweise noch in der reinen wissenschaftlichen Experimentalphase befinden, bei denen also keinesfalls die Methoden und Prozessverfahren in Kürze absehbar sind, die Ingenieure für ihre Arbeit benötigen - und ohne Ingenieur-mässiges Vorgehen wird es keine Massenproduktion derartiger Artefakte geben. Erst durch eine Massenproduktion werden diese dann olks- oder betriebswirtschaftlich attraktiv. Bevor Artefakte dieser Art in der Lage sein werden, mit Menschen, die nicht selber völlig handlungsfähig sind, auf geplante Art und Weise sinnvoll umzugehen, also auch auf spontane Unsinnigkeiten reagieren können, werden einfachere Formen den Alltag der gesunden Menschen im Berufs- und Privatleben völlig durchdrungen haben.

Ich spreche hier also von Sachen, die sich wohl erst in 30 oder 40 Jahren, vielleicht sogar später, ereignen können. Selbstverständlich wird die Arbeitwelt dann nichts mehr mit der heutigen zu tun haben, ebenso wie wohl auch die Organisation der Gesellschaft und der Finanzsysteme.

Ich habe, wie schon erwähnt, seit Beginn der 1970er Jahre mit der Entwicklung von Software und Software-basierten Systemen zu tun gehabt (inzwischen beschäftige ich mich nur noch nebenbei mit maschinellem Lernen und Sprachtechnologie, in erster Linie als Hobby) und im Laufe dieser Jahrzehnte in allen Bereichen des Lebens verfolgen können, wie Technik die Gesellschaft in jeder Hinsicht verändert hat.

Gleichzeitig kamen aber neue Generationen in die Gesellschaft, für die schon ganz andere Startbedingungen für ihre Wahrnehmung existierten, während die älteren Generationen Stück für Stück abtraten. Das wird sich wohl kaum ändern.

Mitte bis Ende der 1970er waren wir (damals in der Forschung) schon sehr sicher, dass in wenigen Jahrzehnten der normale Arbeiter fast verschwunden sein wird und stattdessen der Ingenieur diese untere Schicht in der Arbeitswelt übernehmen wird. Inzwischen stehen die Entwicklungen semantisch orientierter Datenverarbeitung in den ersten Versuchsstadien zur Verfügung, so dass in einigen Jahrzehnten auch Arbeiten wegfallen werden, für die heute noch eine mehrjährige Ausbildung nötig ist.

Diese Entwicklung - letztendlich wird auf künstliche Art und Weise die Sklavengesellschaft der Römischen Republik aufgebaut - wird wohl kommen und zukünftige Generationen werden schon Mittel und Wege finden, das dann irgendwie in den Griff zu bekommen - so oder so.

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bolek1234 23.03.2013, 16:09
17. Pflege

Das mag ja alles ja sein :( ich hoffe es ja nicht , ich sehe das von der pflegerischen Seite .Dieser Roboter sind spielzeuge. Für die intensiv Pflege unbrauchbar ein Gag mehr nicht . Respekt für die Idee leider völlig am Thema vorbei.Was wichtig waere IST die mobilisation am Körper und die demenz in ihrer verschiedenen Formen zu heilen evtl. protesen für Gelenke oder ersatzorgane zu erfinden um die Lebenszeit zu verlaenger und Qualität zu verbessern.

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paradigm 23.03.2013, 18:01
18. optional

Nochmal an die, die sagen, dass ein Roboter in der Pflege "mechanische Arbeiten" abnehmen könnte. Wie ich ja schon schrieb, haben die meisten glaube ich keine wirkliche Vorstellung davon, was "Pflege" eigentlich ist und was man da tut. Als Außenstehender oder selbst als langjähriger Patient nimmt man z.B. das Blutdruckmessen oder ähnliches nur als mechanische, lästige Routineaufgabe wahr, die man doch eigentlich toll "Outsourcen" könnte. Dabei wird aber übersehen, wie wichtig diese Patientenkontakte über das reine Messergebnis hinaus sind: Man sieht den Patienten, kann seinen Zustand direkt und vor Ort beobachten/erfahren. Es fallen einem Dinge auf, die zunächst mit der reinen Messtätigkeit nichts zu tun haben. Genauso verhält es sich mit Dingen wie der Unterstützung bei oder die komplette Übernahme der Körperhygiene, was man bestimmt irgendwie auch einen Roboter machen lassen könnte. Aber z.B. fallen dann Dinge wie Beobachten des Hautbildes und der generellen Verfassung weg. Oder auch das Verteilen von Medikamenten ist so eine Sache: Man muss z.B. beurteilen ob jemand die Tablette überhaupt noch selbstständig einnehmen kann oder dabei Unterstützung braucht. Vielleicht sogar einen möglichen Fehler noch im letzten Moment erkennen.

Natürlich erfordert all das, dass man gut ausgebildetes und aufmerksames Personal hat, aber bis die Robotik soweit ist, das alles genauso gut zu können, naja, da bin ich weniger optimistisch. Letztlich bräuchte man einen Roboter, der mehr oder weniger "alles" kann, da die "Isolierung" der Tätigkeiten nicht unproblematisch ist (Stichwort Funktionspflege).

Ich bin selbst Informatiker (meine Frau ist Krankenschwester, ich selbst habe ein Jahr in der Pflege gearbeitet) und weiß aus meinem Umfeld und von mir selbst nur zu gut, wie schnell man glaubt Dinge vereinfachen zu können oder dass irgendeine "Technik" doch eine super Lösung für irgendein "Problem" sein könnte. Aber gerade in diesem Bereich wird doch vieles zu sehr Vereinfacht und von einem technischen Standpunkt aus betrachtet.

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greentiger 23.03.2013, 18:38
19. Sich bezüglich des Themas...

Zitat von paradigm
Natürlich erfordert all das, dass man gut ausgebildetes und aufmerksames Personal hat, aber bis die Robotik soweit ist, das alles genauso gut zu können, naja, da bin ich weniger optimistisch. Letztlich bräuchte man einen Roboter, der mehr oder weniger "alles" kann, da die "Isolierung" der Tätigkeiten nicht unproblematisch ist (Stichwort Funktionspflege).
...Pflegenotstand in Deutschland in irgend einer Form an technisch relevante Unterstützung zu klammern ist völlig illusorisch. Wenn man sich die in wenigen Jahren zu erwartende Bevölkerungsstrukturierung ansieht (Baby-Boomer alle im kritischen Alter) und berücksichtigt, dass es von Seiten der arbeitsfähigen Jüngeren immer weniger sein werden, dann ist die einzige Hoffnung, dass die Medizin Mittel und Wege findet Demenz zu heilen oder zumindest deren Krankheitsverlauf stark zu verändern.

Ansonsten finden wir uns hier in der Situation wieder, dass die Hälfte der arbeitsfähigen Bevölkerung, eventuell sogar mehr, einzig mit der Pflege der älteren Leute beschäftigt ist. Artefakte, die bei einer derartigen Arbeit wirklich Hilfe anbieten können, werden bestimmt erst verfügbar sein, nachdem diese Generation längst gestorben ist.

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