Forum: Gesundheit
Pharma-Boom: Deutsche schlucken so viele Schmerzmittel wie nie
dapd

Deutschlands Ärzte verordnen ihren Patienten eine Rekordmenge an Schmerzmitteln. Laut Arzneiprüfungsinstitut waren es zuletzt 6,3 Millionen Packungen im Jahr - 50 Prozent mehr als 2005. Experten warnen vor Medikamenten-Abhängigkeit.

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Pelao 02.11.2012, 23:09
40. Ein verantwortungsvoller Medikamentenmißbrauch

ist doch durchaus erwünscht.

Krankfeiern ist verpönt, Migräne, Spannungskopfschmerz ist ausruhen auf Kosten der Allgemeinheit. Und natürlich ist jeder zu jeder Zeit und Überall voll einsetzbar.

80 Wochenstunden hält man halt nur mit Aspirin, Diclofenaco, Paracetamol, Coffein, Alkohol und Migränehemmern durch (bitte im Mix einnnehmen). Ein Tipp: abundzu ein Omeprazol nachwerfen.

Ja und? Kräht kein Hahn nach ... nur wenn Du die Leistung nicht erbringst bist Du ein Versager.

Mein Vorschlag: Schmerzmittel von der Mehrwertsteuer befreien.

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s.n.a.f.u 02.11.2012, 23:09
41. Grundwasser

Hallo Forum,

ich habe hier irgendwo einen Eintrag gelesen, der mich sehr beängsitgt hat.

Ein Mitforist hat beschrieben das Prozac, Ritalin, Tilidin usw. über die Toilette in den Wasserkreislauf geraten und von den Filteranlagen nicht wirklich "gesäubert" werden. Einige dieser Substanzen verändern sich im Körper, andere bleiben so wie sie sind und landen im Wasserkreislauf...

Das macht mir Sorgen. Das könnte sehr zur DE-Generation beitragen...

SNAFU

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zulup 02.11.2012, 23:21
42. Gute Arbeit der Pharmalobby

Wie hier schon ausgeführt wurde ist es richtig, dass bei vielen Ärzten nach wie vor zu große Zurückhaltung in der Verordnung starker Schmerzmittel (sog. Opioide - die mit dem Rezept mit den 3 Durchschlägen) bei Patienten mit *Tumor*-(also Krebs-) bedingten Schmerzen gibt.

ABER: Die Schmerzen um die es hier geht sind zum großen Teil Schmerzen die *nicht*-tumorbedingt sind wie z.B. chronische Rückenschmerzen. Und hier ist unter auf Schmerztherapie spezialisierten Ärzten bekannt, dass sie oft vielfältige Ursachen, nicht zuletzt auch in belastenden Lebens- und Arbeitsumständen haben und dass im Vordergrund der Therapie vor allem auch *nicht-medikamentöse* Maßnahmen wie Krankengymnastik (Physiotherapie), das Erlernen gesünderen Verhaltens und auch eine Veränderung von Lebensumständen (u.U. auch mit Unterstützung durch Psychotherapie) stehen müssten.

Aber schon ein etwas längeres Gespräch wird dem Hausarzt oder Orthopäden meist nicht bezahlt, von der Möglichkeit ausreichend Krankengymnastik, Schulungsmaßnahmen, Kunstherapien oder anders zu verordnen ganz zu schweigen.

Stattdessen finanzieren die Kassen die immer weiter wachsende Verschreibung gerade auch von starken Schmerzmitteln (Opioiden) - und dass obwohl unverändert nicht erwiesen ist, dass diese Medikamente bei chronischen Schmerzen langfristig zu einer Schmerzlinderung führen. Dies zeigt eine erst vor zwei Jahren veröffentlichte Leitlinie aller relevanten medizinischen Fachgesellschaften. (Das Risiko von Nebenwirkungen besteht dabei allerdings sehr wohl.)

Aber die Lobby der Pharmaindustrie ist - offenbar im Gegensatz zu der z.B. der Krankengymnasten - stark und leistet gute Arbeit. Schließlich verdienen am Verkauf von Medikamenten auch weltweit die Shareholder. An einer personal- und zeitintensiven - dafür aber den Patienten zugewandten - Medizin verdienen sie nichts.

Also werden wir wohl auch in Zukunft im Gesundheitswesen Strukturen haben, die nicht danach ausgerichtet sind, was den Menschen hilft sondern danach, womit große Unternehmen das meiste Geld verdienen können. Leider sehr traurig - auch für die Ärzte - aber wahr.

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reihenfolge 02.11.2012, 23:21
43. Gottseidank

Zitat von sysop
Deutschlands Ärzte verordnen ihren Patienten eine Rekordmenge an Schmerzmitteln. Laut Arzneiprüfungsinstitut waren es zuletzt 6,3 Millionen Packungen im Jahr - 50 Prozent mehr als 2005. Experten warnen vor Medikamenten-Abhängigkeit.
Puhh, und ich hatte schon Angst, heute würde ich keine Studie (Analyse) bekommen. Danke!

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mayazi 02.11.2012, 23:29
44. optional

Nach Unfall, über 50 OPs (nein, kein Kunstfehler dabei) und jahrelanger Krankenhauskarriere bin ich inzwischen schwerbehindert und Schmerzpatientin. Dank meiner Schmerzärztin, bei der ich übrigens keine Wartezeit hatte, auch wenn ich nicht privat versichert bin, und Dank starker Schmerzmittel alle 8 Stunden kann ich bald mit der Wiedereingliederung beginnen, kann meine ambulante Reha machen und einigermaßen am sozialen Leben teilnehmen. Ich habe auch auf meiner Heimatstation in meinem Heimatkrankenhaus am eigenen Körper miterlebt, wie sich der Umgang mit Schmerzmitteln änderte, nachdem die Stationsleitung eine Fortbildung absolviert hatte. Ein Unterschied wie Tag (hinterher) und Nacht (vorher)! Von "Sie haben schon genug bekommen, Sie können gar keine Schmerzen mehr haben, Sie wollen sich nur abschießen lassen" zu "Ihr Körper hat sich an die normalen Dosierungen halt schon gewöhnt, ich piepe den Schmerzarzt an, damit der nach Ihnen schaut und was Besseres aufschreibt". Ich bin heilfroh, dass Deutschland sich im Bereich der Schmerztherapie vom Entwicklungsland zum Schwellenland gemausert hat. Wer hier schreibt, dass man einen kleinen Pieks auszuhalten habe, dem wünsche ich von Herzen, dass er in seinem Leben niemals mehr als dem kleinen Pieks erleiden muss. Schmerzen fressen die Seele und jegliche Lebensfreude auf, und ich bin der Pharmaindustrie dankbar, dass da jemand meine Pilken erfunden hat. Alternativmedizin wende ich zusätzlich an, außerdem mache ich Yoga und meditiere. Das hilft alles Hand in Hand, aber ohne die Pillen des bösen Pharma-Abzocker-Kapitalisten hätte ich eine außerordentlich unschöne Zeit, und zwar die ganze Zeit. Wer das für sich wünscht, werfe den ersten Stein :-)

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cb81 02.11.2012, 23:32
45. Einlösefrist

Die sogenannten Rosa Rezepte sind nicht einen Monat einlösbar, sondern es wird nur innerhalb von vier Wochen nach Ausstellung von der Krankenkasse erstattet. Danach wird es automatisch zu einem Privatrezept, welches seine Gültigkeit nicht verloren hat. In den nicht verbleibenden zwei Monaten der Gültigkeit (danach ist Schluss) muss der Patient die kosten des Arzneimittels voll übernehmen. Präzise recherchieren, liebe Spiegel-online-Redaktion!

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Mindbender 02.11.2012, 23:34
46. ...

Zitat von metaller16
Arzneimittel nehm ich gar keine. Höchstens mal ne Vitaminpille. Und nen Arzt hab ich schon 10 Jahre keinen gesehen. Die meisten haben eh keine Ahnung und wollen sich auch gar nicht länger mit einem beschäftigen. Geht auch ohne Pillen.
GENAU! Die Ärzte haben haben eh alle keine Ahnung. Deswegen schlucke ich auch nur die Vitamintabletten vomn Netto. Die wissen das eh bessser!
*facepalm

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irreal 02.11.2012, 23:52
47. Also irgendwas ist hier

Zitat von sysop
Deutschlands Ärzte verordnen ihren Patienten eine Rekordmenge an Schmerzmitteln. Laut Arzneiprüfungsinstitut waren es zuletzt 6,3 Millionen Packungen im Jahr - 50 Prozent mehr als 2005. Experten warnen vor Medikamenten-Abhängigkeit.
bei der Recherche von spiegel-online Reportern definitiv falsch gelaufen, weil Paracetamol als allgemein bekanntes Schmerz,ittel wird nicht verschrieben , weil die Verschreibung ist teuerer durch die 5€Rezeptgebühr, als das Medikament tatsächlich kostet. Somit kaufen Menschen das sowieso selbst.

Das dieses Schmerzmittel mitlerweile vielleicht die Schmerzen der Menschen in Deutschland gar nicht mehr beeindruckend verhindern könnte und somit viel stärkere Mittel notwendig werden, könnte doch auch genauso daran liegen, dass Menschen mitlerweile auch mit Schmerzen voll arbeiten müssen, was natürlich in unseren Genen, also die Unwissenheit von Journalisten und die Gier der leistungslosen Absahner nicht berücksichtigt und somit genau im Zeichen der Zeit mitläuft.

Die Krankenkassen haben doch auf Grund der Beiträge ein Plus gemacht, also wo ist das Problem eigentlich, was hier spegel-online ggf. meint??

Ich seh da kein problem.

MFG

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kaishakunin 03.11.2012, 00:04
48.

Das zuviel Schmerzmittel genommen werden mag sein.
Man muß nicht bei jeden kurzfristigem Wehwehchen Pillen fressen.
Bei chronischen Schmerzen sieht das aber ganz anders aus.
Ich habe seit 2004 chronische Dauerschmerzen die vom Kreuz ausgehen.
Der Hausarzt doktorte mit vielen verschiedenen Medikamenten an mir rum, Diclofenac, Rheumamittel etc bis der Magen nicht mehr mitspielte, gewirkt hat das ganze Zeug kaum.
Chronischer Schlafmangen, Depressionen, Selbstmordgedanken und durch das seelische Leid wiederum mehr körperliche Schmerzen.
Wetterwechsel die schon Tage zuvor böse Schmerzen bewirken.
Sport bringt kaum was, Krankengymnastik ebenso, Massagen lindern höchstens kurzfristig im marginalem Bereich.
Dann hatte der Doktor ein Einsehen und kam von seiner Linie "was stärkeres kann ich ihnen nicht verschreiben,das macht alles abhängig" und verschrieb Tramal Tropfen. Zuerst wars gut, die Schmerzen waren weg, aber die Nebenwirkungen waren böse.
Hohes Suchtpotential, war halt "zu schön", also weg davon zu Tillidin.
Und? Der Schmerz wurde nur in Watte verpackt, ich war dauermüde und agressiv. Dann eine Schmerztherapie durch die man im Hauruck Verfahren rechte wenig individuell durchgepaukt wurde, was bei mir nur noch mehr Schmerz erzeugte.
Dann mehrere Wechsel von Schmerztherapeuten ,immer nur Tilliidin, besser als nichts, Akkupunktur von in wochenendausgebildeten deutschen Ärzten = null Wirkung. Dann Versuch einer Akupunkturtherapie beim Chinesen = sehr gut, aber teuer.
Fast ein halbes Jahr ruhe und kaum mehr Schmerzmittel, immer weiter runterdosiert, dann kam der Schmerz mit voller Wucht wieder und für eine weitere Chinadoktor Akkupunktur fehlte das Geld.
Wieder Tillidin, wieder ständig müde.

Dann weiterer Wechsel des Schmerzdoktors und da hatte ich Glück und fand einen der mir ohne mit der Wimper zu zucken Oxycodon verschrieb. Seitdem bin ich weitgehend schmerzfrei, die Nebenwirkungen halten sich in sehr enggesteckten Grenzen, das Zeug macht nicht so schlapp, ich kann mich wieder halbwegs an der Welt erfreuen, habe nur noch wenig Depression und kann wieder ordentlich schlafen.

Sicher sind Pillen keine Optimallösung,aber Dauerschmerz kann bis zum Selbstmord führen was für unsere profitorientierte Gesellschaft und das Gesundheitssystem dann wohl die Optimallösung ist, da ein Patient der aus Verzweifelung diesen Weg wählt ja keine Kosten mehr verursacht........

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claudiosoriano 03.11.2012, 00:13
49. Sie

Zitat von mr.feelgood
gute besserung!! Die geschilderten zustände dürften richtig sein. Mein tochter arbeitet bei apollo, wo ihr sofort ein gespräch mit dem chef a n g e b o t e n wird, wenn sie mal krank ist. Aus angst vor den herrschenden, gnadenlosen verhältnissen nahm sie auch tagelang schmerzmittel und alles mögliche, um trotzdem arbeiten zu können, bis sie zusammenbrach. Wäre die arbeitswelt nicht so unerbittlich, wären die leute auch nicht soviel krank.
sollten diesbezüglich nicht darüber klagen, aber vieleicht mal ihr wahlverhalten ändern! Dieses system macht leute krank, und diese kranken wählen auch noch ihren eigenen schlächter, schön pervers diese leute!

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