Forum: Gesundheit
Pharmalohn für Ärzte: Vielen Dank für die Millionen!
DPA

Rund 71.000 Ärzte erhielten 2015 Geld von der Pharmaindustrie, die Verstrickungen sind fragwürdig. SPIEGEL ONLINE und "Correctiv" haben eine Datenbank erstellt, mit der Sie Ihren Arzt suchen können.

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heikom36 20.07.2016, 16:09
230. Ist ja ganz nett

Aber ich denke, dass sich der Spiegel hier verdammt weit aus dem Fenster lehnt. Die DB dürfte gegen das Urheber- und Persönlichkeitsrecht verstoßen.
Zudem ist es eine miese Tour, ohne weitere Infos, mal eben viele Menschen an den Pranger zu stellen.
Mittelalter in Purform!
NEIN! Ich bin kein betroffener und auch in meinem Familien-/Freundeskreis ist keiner betroffen.

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spon-facebook-18262421009 28.07.2016, 13:34
231. Reißerisch und wenig hilfreich

Glückwunsch SPON! Die Zeiten des seriösen Journalismus sind wohl vorbei!?

Kurz vorweg: Ja, ich bin Klinikarzt. Ja, auch ich habe der Veröffentlichung zugestimmt und erscheine in obiger Liste. Transparenz und Antikorruption sind doch das, was wir alle wollen!

Und dann kommt so ein Titelbild: Ein Klinikarzt, der sich Geldscheine in seine Kitteltasche stopft! Klinischer Alltag? Nein, denn dies wäre in allen deutschen Kliniken ein Grund für eine fristlose Kündigung und das zurecht! Warum also verwendet SPON so ein unsachliches und reißerisches Foto? Weil es Quote bringt. Es zählen die Klicks, nicht die Qualität - schade!

Jetzt zur Sache: Ich werde immer wieder von Haus- und Fachärzten gebeten, Fortbildungsvorträge zu halten. Die Kollegen brauchen die Fortbildungspunkte, das ist Pflicht! Ich sitze über 1-2 Wochen jeden Abend zu Hause mit dem Laptop, recherchiere Literatur und bereite einen Vortrag vor. Das mache ich nicht umsonst, sondern gegen Honorar. Nach einem durchschnittlichen 10h Tag in der Klinik würde ich mich sonst nämlich lieber mit meiner Familie beschäftigen, als noch zu arbeiten. Das Honorar kommt von irgendeiner Pharmafirma, die beschlossen hat, genau diese Ärztefortbildung zu unterstützen. Natürlich könnten mich auch die Ärzte selbst bezahlen, aber ganz ehrlich: Die haben auch einen 8-10h Tag hinter sich, brauchen Fortbildungspunkte und wollen dafür nicht noch 30 EUR Eintritt zahlen.

Wie ist das mit den Kongressen? Der 3-4 tägige Besuch des Jahreskongresses meines Fachgebietes in Deutschland kostet ca. 1500 bis 2000,- EUR. 90% der Teilnehmer zahlen das nicht selbst, sondern werden eingeladen um sich dort NEUTRAL über die neueste Forschung zu informieren (auch wenn Firma A mich einlädt, erhalte ich Informationen zur Firma B). Was glauben Sie, wie viele Leute kommen, wenn sie das selbst bezahlen müssen? Und wer in Praxis und Klinik ist dann über aktuelle Entwicklungen noch informiert?

Kurzum: Auch ich finde die aktuelle Sponsoring Praxis nicht optimal aber man muss offen zugeben, dass in Deutschland 90% der Fortbildungsangebote wegbrechen, wenn die Pharmaindustrie sich hierbei nicht mehr engagiert. Das kann man machen, aber dann muss man auch Alternativen schaffen, die bezahlbar sind, damit es mit dem Wissensstand nicht rapide bergab geht!

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