Forum: Gesundheit
Porträt einer Borderlinerin: "Ich bin ein Mensch, auch mit Narben"
privat

Michaela hat einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Seit Jahren ist sie ihren Gefühlsschwankungen hilflos ausgeliefert, verletzt sich oft selbst. Das Porträt einer Frau, die viel verloren hat und dennoch für Anerkennung kämpft.

Seite 1 von 5
capote 04.11.2017, 17:49
1.

Ist das Tagebuch sinnvoll? Es hindert am Vergessen und Sie kann alles ständig wieder hochkochen und sich in schlechten Erinnerungen suhlen, wo von Sie eigentlich Abstand nehmen sollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kerze 04.11.2017, 17:55
2. Angehörige von Borderliner - es gibt Hilfe

Es gibt Hilfen speziell für Angehörige mit Borderline. Sei es über das Telefon ein kostenloses Selbsthilfeprogramm (auch auf Deutsche die englisch können) aus/in Canada/USA 12 Wochen à 2 Std., alles strukturiert in einem Buch (wie man es aus dem DBT kennt), angelehnt an das DBT (Family Connections Program) oder das Bonetz- Das trialogische Pro - Borderline Netzwerk (da sollten Teilnehmende selbst besser darüber schreiben). Aber es geht bei Borderline nicht nur um den Betroffenen sondern auch um seine Familie. Nur aktuell sind die Hilfen für Angehörige noch nicht so bekannt ....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
brux 04.11.2017, 18:06
3. Hinweis

Bei den leichteren Fällen ist das Bewusstsein der Anomalie der Gefühle oftmals nicht vorhanden. Die werden dann voll ausgelebt und die Mitmenschen werden regelrecht terrorisiert. Habe ich selbst so erlebt und nur die Androhung eines Gerichtsverfahrens konnte den Terror stoppen. Wenn jemand meint, sie müsse um 3 Uhr morgens vorbeikommen, um die überbordenden Gefühle zu diskutieren, ist das nicht mehr lustig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tockolosh 04.11.2017, 18:14
4.

@capote Ich will nicht Ihre Meinung angreifen, aber Ihnen sagen, dass genau dieses Tagebuch einem sehr helfen kann. Ob es nun Öffentlich sein muss, sei dahingestellt. Ich bin ebenfalls von dieser Störung betroffen und führe seit Jahren ein eigenes Tagebuch und mir hilft es. Ich verstehe Ihre Bedenken und ja es gibt Tage, da ist dieses Tagebuch eine Qual, doch ich kann es schließen und weglegen. Schlimmer als die geschriebenen Worte meiner vegangenen Tage sind Momentgeschehnisse.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lancerfoto 04.11.2017, 18:18
5. In meinen Augen ...

ein viel ernsthafteres Thema als das "me too". Von ersterem kenne ich (leider) massenhaft, von letzterem nur solche, die ihre Weiblichkeit zu ihrem Vorteil ausgenutzt haben.
Hilfe für Borderliner zu geben erfordert, vor allem Vertrauen aufzubauen, sich Zeit zu nehmen und unheimlich viel Verständnis zu haben. Ein Unding für die Schulmedizin.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
helena.pierser 04.11.2017, 18:25
6.

Zitat von Sniper100
Diese Menschen leiden unter Sinn- und Gefühlslosigkeit. Vermitteln von Werten und Sinn würde auf jeden Fall helfen, bloss die kranke atheistische Gesellschaft kann das nicht bieten. Daher wird bei BL nur herumgedoktort und betreut.
Ihr Kommentar ist einfach nur widerlich. Der Glaube an Götter soll also psychisch kranke Menschen heilen? Und wer nicht glaubt, kann nicht psychisch gesunden? Es handelt sich um eine Krankheit, die wirklich jeden Menschen treffen kann. Religion ins Spiel zu bringen ist wirklich schräg.

Und nur mal so als Denkanstoß: Ist es nicht psychisch krank an höhere Wesen zu glauben, die besonder Kräfte und unergründliche Absichten haben? Wesen, für deren Existenz und Macht es nicht den geringsten wissenschaftlichen und rationalen Beweis gibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
al2510 04.11.2017, 19:04
7. Wozu die ganzen Pillen,

schlimmer wäre es ohne auch nicht. Schlimmer ginge nimmer. Warum wollte Michaela Erzieherin werden? Vielleicht wäre eine Aufgabe mit Erfolgsaussichten geeigneter. Z.B. Gärtner. Wenn man sich selber vergessen muss, um sich auf die Pflanze zu konzentrieren. Den eigenen Wert bestimmt man selber. Durch andere Leben ist ungesund, für alle. Wie man so eine Frau noch vergewaltigen kann? Der war eine große Drecksau. Da hilft auch nur Selbstbewusstsein. Anbrüllen und beleidigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
capote 04.11.2017, 19:08
8. Selenklempner

Zitat von tockolosh
@capote Ich will nicht Ihre Meinung angreifen, aber Ihnen sagen, dass genau dieses Tagebuch einem sehr helfen kann. Ob es nun Öffentlich sein muss, sei dahingestellt. Ich bin ebenfalls von dieser Störung betroffen und führe seit Jahren ein eigenes Tagebuch und mir hilft es. Ich verstehe Ihre Bedenken und ja es gibt Tage, da ist dieses Tagebuch eine Qual, doch ich kann es schließen und weglegen. Schlimmer als die geschriebenen Worte meiner vegangenen Tage sind Momentgeschehnisse.
Ich bin keine "Selenklempner", ich bin Naturwissenschaftler, eher von der mathematischen Sorte und ich habe mal meine Bedenken von der Seite der Logik her geäussert, das war ja auch kein Verriss.

Ich bin seelisch recht stabil, trotzdem habe ich Anfang 50 so eine Art leichter Depressionsphase gehabt, was sich vor allem in Musik-CDs äusserte, also vollkommen harmlos. Liess sich trotzdem mit Anheben des Serotoninspiegels nicht beheben (Gott behüte, bloss keinen SSRI)

Ich würde die Lösung für die junge Dame eher in einem aufreibenden Job sehen, der Ihr keine Zeit lässt, zu viel über sich nachzudenken, wo Sie am abend todmüde ins Bett fällt und gleich einschläft.

Das ist das Merkwürdige, in der Schweiz mit einem der höchsten Lebensstandate der Welt gibt es auch die meisten Suizide. In den Slums von Rio de Janeiro gibt es jeden Tag Tote von gewaltverbrechen, aber nie einen Suizid, die haben viel zu sehr ums nackte Überleben zu kämpfen und für trübe Gedanken keine Zeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gloria444 04.11.2017, 19:18
9. Borderline, PTBS... trotzdem normaler als manche.

Es ist immer fragwürdig und kritisch zu betrachten, wenn extreme Fälle geschildert werden. Ich habe eine Bekannte, die trotz drei Diagnosen, Borderline und PTBS ( abgeschoben und dort missbraucht) und unter Depressionen leidet ( zwei Selbstmordversuche in jungen Jahren).
Aber diese Person hat lange funktioniert, einen Beruf ausgeübt, ein Kind allein groß ziehen können (Tochter studiert)...bis zum Zusammenbruch.
Nach Jahren der Therapie hat die Bekannte ihre Stimmungsschwankungen ganz gut im Griff, hat verstanden und gelernt zu reflektieren.
Jedoch!!
Es muss alles durchlebt und ertragen werden, bis sich was bessert.
Und dann wird festgestellt, dass die
"Normalen" oft viel übler drauf sind.
Nicht jeder hat die Stärke.
Aber es gibt Menschen, die mit Borderline behandelbar sind.
Und ein besseres Leben vor sich haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5