Forum: Gesundheit
Porträt einer Borderlinerin: "Ich bin ein Mensch, auch mit Narben"
privat

Michaela hat einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Seit Jahren ist sie ihren Gefühlsschwankungen hilflos ausgeliefert, verletzt sich oft selbst. Das Porträt einer Frau, die viel verloren hat und dennoch für Anerkennung kämpft.

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upalatus 04.11.2017, 22:37
20.

Zitat von capote
Ich bin keine "Selenklempner", ich bin Naturwissenschaftler, eher von der mathematischen Sorte und ich habe mal meine Bedenken von der Seite der Logik her geäussert, das war ja auch kein Verriss. Ich bin seelisch recht stabil, trotzdem habe ich Anfang 50 so eine Art leichter Depressionsphase gehabt, was sich vor allem in Musik-CDs äusserte, also vollkommen harmlos. Liess sich trotzdem mit Anheben des Serotoninspiegels nicht beheben (Gott behüte, bloss keinen SSRI) Ich würde die Lösung für die junge Dame eher in einem aufreibenden Job sehen, der Ihr keine Zeit lässt, zu viel über sich nachzudenken, wo Sie am abend todmüde ins Bett fällt und gleich einschläft. Das ist das Merkwürdige, in der Schweiz mit einem der höchsten Lebensstandate der Welt gibt es auch die meisten Suizide. In den Slums von Rio de Janeiro gibt es jeden Tag Tote von gewaltverbrechen, aber nie einen Suizid, die haben viel zu sehr ums nackte Überleben zu kämpfen und für trübe Gedanken keine Zeit.
Da kann man zustimmen, dass zuviel 'Nachdenkzeit' schon auch mal was heraufbeschwören kann, das bei guter Tagesauslastung keine Chance zum Hochkommen hätte. Die prinzipiellen 'Rucksäcke' aber, die manche mehr, manche weniger, vielleicht schon als Kind oder später auf dem Buckel (bekommen) haben, die sollte man nicht übertünchend vor sich her schieben und mit Arbeit zudecken. Dabei gibts fette Rucksäcke, die sich zb erst dem schleppenden Mittfünfziger zeigen, wenn dieser zunehmend ehrlicher auf sich selbst schaut.

Ich denke, irgendwann wird die Auseinandersetzung fällig sein, und je länger man es hinauszögert, desto schwerer scheint diese zu werden.

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matteo51 04.11.2017, 22:37
21. Bereichernd

Zitat von control-curtis
sind fehl am Platz. Und von Vornhinein ausschließen, dass jemand mit Borderline-Diagnose Erzieherin werden darf, finde ich grenzwertig. Ich kenne mehrere BL, die in sozialen Berufen sehr gut arbeiten. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Heilung möglich ist.
Genau. Ich kenne Therapeutin, die an diesen Symptomen leiden, mit diesen aber umgehen und gelernt haben, sich zu regulieren.
Darüber hinaus habe ich diese Menschen als überaus kreativ, kooperativ, fantasievoll und bereichernd erlebt. Wie bei allem und jedem kann dies natürlich nicht pauschal behauptet werden.

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bul 04.11.2017, 23:00
22. @Sniper100 #1

Zitat von Sniper100
Diese Menschen leiden unter Sinn- und Gefühlslosigkeit. Vermitteln von Werten und Sinn würde auf jeden Fall helfen, bloss die kranke atheistische Gesellschaft kann das nicht bieten. Daher wird bei BL nur herumgedoktort und betreut.
Sie meinen wohl auch die armen bemitleidenswerten Menschen, die diese schreckliche Frau vergewaltigen mussten, da sie ja keine Werte an deren Machtgelüsten erkennen konnte.
Ihre Ignoranz bereitet mir Übelkeit, schon deshalb, weil ich die in religiösen Kreisen verbreiteten Missbrauchs- und Misshandlungsakzeptanz selber kennen lernen musste.

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Koda 05.11.2017, 01:01
23. @capote:"Es hindert am Vergessen"-eben DAS konnte sie Jahre nicht...

das "Vergessen" könnte man auch VERDRÄNGEN nennen.
Und daher kamen diese Dinge in Form der Selbstverletzung wieder.
Ich bin selbst kein Psychiater, habe aber selber erfahren, dass es sehr GUT tun kann, sich zum Schmerz zu bekennen - oder gar ggf. laut auszusprechen.

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Koda 05.11.2017, 01:05
24. @capote: Ihr Vergleich mit Rio passt nicht

"Das ist das Merkwürdige, in der Schweiz mit einem der höchsten Lebensstandate der Welt gibt es auch die meisten Suizide. In den Slums von Rio de Janeiro gibt es jeden Tag Tote von gewaltverbrechen, aber nie einen Suizid, die haben viel zu sehr ums nackte Überleben zu kämpfen und für trübe Gedanken keine Zeit."

Denn mal ernsthaft: können Sie sicher seinm, dass in den Slums von Rio de Janeiro, Johannesbourg, Nairobi oder Shanghai es nicht doch Menschen gibt, die sich selbst umbringen?
Wo kommen denn eigentlich die dortigen Drogensüchtigen her, die es auch dort gibt? Wollen die nicht auch irgendetwas "vergessen"`?

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wortmacht 05.11.2017, 05:35
25. @1

Was für ein kranker, dummer Kommentar.

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dondon 05.11.2017, 06:25
26. Diskussion

Bei etlichen diskussionswürdigen Themen ist der Kommentarbereich gesperrt. Aber hier, wo es um ein sehr persönliches, emotional sensibles Thema geht, soll diskutiert werden. Ich frage mich, was soll man hier diskutieren? Eine Diskussion zwischen Ärzten/ Experten ist hier wohl kaum zu erwarten. Mit etwas Glück ein paar vergleichbare Erfahrungsberichte, die der Story und der Person aber sicher auch nicht zuträglich sind.

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isar56 05.11.2017, 09:33
27.

Zitat von spruty
Leider wird viel zu wenig über die Opfer von Borderlinern gesprochen. Wenn solche Leute die Wut packt und man in den Fokus des unbedingten Vernichtungswillens gerät, kann man sich nur wünschen, diesen Menschen nie begegnet zu sein. Nach vorsichtiger Zurückweisung der an Borderline erkrankten Person wurden erfundene Vergewaltigungen, Misshandlungen, sonstige abartige Lügengeschichten, Anrufe bei Arbeitgebern, Freunden und Verwandten... zum Alltag. Und leider wird diesen Leuten auch noch Glauben geschenkt, selbst nach der eindeutigen Entkräftung solcher Vorwürfe bleibt etwas hängen. Wenn ich höre, dass die junge Frau Erzieherin werden will, wird mir schlecht.
Zustimmung. Ich arbeite mit Kindern psychisch kranker Eltern. Eine sog. Borderlinerin (Mutter von drei Kindern, die in Pflegefamilien leben) kann von Zeit zu Zeit locker 5-8 Menschen beschäftigen. Sie mobilisiert Behörden und Betriebe, Tierschutzverein, Polizei u.v.m. indem sie Dritte der Straftaten bezichtigt u.a. Ab und zu zieht sie sich ein Spitzenkleid an und spaziert in der Innenstadt umher, ohne Unterwäsche drunter und schäkert mit jedem Typen, der ihr in die Quere kommt. Die Frau scheint getrieben und ist in solchen Phasen nicht aufzuhalten. Die Kinder schämen sich /oder leiden schrecklich mit ihr. Meine Kollegen und ich arbeiten daran, die Kinder altersgemäß darin zu unterstützen mit ihrem Schicksal und der Krankheit ihrer Mutter zurecht zu kommen.

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David_K_79 05.11.2017, 09:46
28. Ob hier ein Forum geeignet ist?

Wenn diese Geschichte real ist, dann sollte man vielleicht gerade hier mal auf ein "Forum" verzichten. Die Dame wird sich ja durchgehend verletzt fühlen.
Ob Erzieherin die geeignete Berufswahl für eine Borderlinerin ist, ist mehr als fragwürdig.
Und was in dem Artikel tatsächlich komplett fehlt, ist der Missbrauch, welcher von Borderlinern selbst ausgeht. Sie manipulieren Menschen - wahrscheinlich wie den Autor dieses Artikels - und stellen sich konsequent als Opfer dar, aber sie sind i.d.R. auch Täter aufgrund des narzissistischen Anteils in der Erkrankung. Dazu zählen dann typischerweise auch erfundene Vergewaltigungen ohne jetzt behaupten zu wollen, dass dies im geschilderten Fall so war.
Last but not least: Stichwort Religion - gerade Menschen, die als Kind in streng-christlichen Haushalten aufwachsen, erleben Missbrauch. Nicht sexuell, aber Missbrauch über die beständige Angst vor einem strafenden Gott. Diese Menschen sind im Erwachsenenalter "hervorragend" für eine Borderline-Erkrankung geeignet.

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felsen2000 05.11.2017, 09:55
29. Was man diskutieren kann...

Sicher nicht kann man die medizinische Seite diskutieren, dafür ist das zu komplex und noch immer teilweise unerforscht.
Aber fast schon ein Tabuthema ist die Frage, in welchem Umfang die Umgebung (Familie, Freunde, medizinischer Sektor, Gesellschaft) solche schweren Fälle betreuen muss; wie weit sich die Umgebung anpassen muss.
Das geschilderte Schicksal ist grausam und jeder empathische Mensch wird einen Funken Mitgefühl haben.
Aber wie stark würde ich es zulassen, dass ein solcher Mensch in meinem Bekanntenkreis mein Leben beeinflusst? Insbesondere SPON positioniert sich ja immer stärker argumentativ so, dass selbst extremste Beeinträchtigungen von der Gesellschaft toleriert, ja als Bereicherung begrüßt werden müssten. Moralische Verpflichtung und so.
Auch dieser Artikel konzentriert sich ja vor allem auf die Sichtweise der Kranken. Schwieriges Thema, aber die Lösung kann meiner Meinung nach nicht sein, die zu verurteilen, die ein normales Leben leben wollen.

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