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Postpartale Depressionen: Von der Angst, keine gute Mutter zu sein
Corbis

Rund 50.000 Frauen in Deutschland leiden nach der Geburt ihres Kindes an einer schweren Depression. Viele von ihnen begegnen Vorurteilen. Die Autorin Ulrike Schrimpf beschreibt, wie sie es sich anfühlt, vor allem Angst zu haben.

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ShotgunBlues 22.12.2014, 13:54
10. Falsch

Zitat von Charanga
.... Aber an ihre Nachsorge Hebamme werden sich viele Frauen künftig gar nicht mehr wenden können da Hebammen Dank unbezahlbar gewordener Versicherungsprämien gerade reihenweise ihren Beruf aufgeben (müssen). Meine Familienplanung ist zum Glück abgeschlossen , aber wehe den Frauen die ihre Nachsorge bald nicht mehr daheim bekommen sondern dafür jedesmal zum Gyn müssen....
Die um ihr inneres und äußeres Aussehen bemühte Frau wird gar keine Geburten mehr wie früher durchführen lassen.

Planbarkeit und keine Schmerzen sind erwünscht.
Deswegen wird sich die Kaiserschnittrate in unserer neu-sexpro-feministischen Welt an die 100 Prozent annähern.

Gerne finanzieren das dann alle mit oder werden von Frau Schleswig dazu gezwungen.

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storchentante 22.12.2014, 15:17
11.

Eine postpatrale Depression kann eine Frau treffen, unabhängig ob sie 25 oder 45 Jahre ist und welche Berufsausbildung sie erworben hat. Häufige Risiken sind zu wenig Schlaf, zu wenig Zeit zum Essen und Trinken nach der Geburt. Manchmal auch eine unerwartet anstrengende Geburt.
Nach der Geburt benötigen viele Frauen Unterstützung durch ihre Angehörigen. Gut wäre es, wenn die 8 Wochen Elternzeit, die die Väter haben können direkt nach der Geburt genommen würden, wenn die Frau die Hilfe braucht . Und nicht, wenn das Kind 1 Jahr alt ist und der Vater "etwas mit ihm anfangen" kann. Wenn das Kind 1 Jahr ist hat die Frau den Bogen raus was wann vom Kind benötigt wird und warum es weint. Da braucht sie die besondere Hilfe durch den Partner weniger als direkt nach der Geburt.
Und liebe Väter: die Elternzeit ist nicht dafür gedacht die Steuererklärung zu basteln oder den Keller aufzuräumen, sondern daß ihr euch um Frau und Kind (er) kümmert. Das reduziert das Risiko einer PPD.
Ach ja, manchmal trifft es auch die Väter, wenn sie sich überlastet fühlen. Ruhe, Schlaf und Essen, sowie Entlastung helfen weiter.
Ansonsten fragen Sie Ihre Hebamme oder ihre Hausärztin...

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kika2012 22.12.2014, 16:08
12. Nachsorge gab es bei mir garnicht...

ich war auf mich alleine gestellt; keine Kur, keine Therapie nur Antidepressiva...aber auch die nicht lange...und ja ich will alles, und noch immer :-)
jetzt ist mein Kind etwas aelter und wir machen Fortschritte! Evtl gibt es noch ein zweites! Das sehr gerne wieder mit Kaiserschnitt und PDA...

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mrsa 22.12.2014, 16:41
13.

Zitat von ShotgunBlues
Die um ihr inneres und äußeres Aussehen bemühte Frau wird gar keine Geburten mehr wie früher durchführen lassen. Planbarkeit und .....
Sie haben vollkommen Recht, Schmerzen werden überbewertet.
Bei der Finanzierung helfen Sie doch lieber mit: Verzichten Sie einfach bei der zukünftigen Prostata-OP auf den Anästhesisten. Das spart Kosten und stärkt die Willenskraft. Auch die Wurzelbehandlung muss nicht zwingend narkotisiert erfolgen.

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blueman75 22.12.2014, 16:50
14. Und die Männer..?

Auch Männer können nach der Geburt eine PPD entwickeln und das sind garnicht mal so wenig. Etwa 5% der Väter leiden auch an einer PPD, doch hier wird das Thema noch mehr tabuisiert. Ein wichtiges gesellschaftliches Thema insgesamt, kommt es hier doch auf schnelle gezielte Hilfe an.

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storchentante 22.12.2014, 18:05
15.

Auch bei den Männern kommt es nicht darauf an, wie alt, oder welche Vorbildung sie haben. Und ja, es erwischt auch die Männer oft ohne Vorankündigung.
Als nachsorgende Hebamme frage ich grundsätzlich beide Elternteile nach ihrem Befinden, auch noch, wenn ich nach 6 Monaten zur Beikosteinführung komme, und habe schon manchen Mann zum Arzt geschickt.

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hörnchen76 22.12.2014, 19:38
16. Kommt immer auf die Situation an

mein Lebensgefährte und ich saßen nach der Geburt zuhause und langweilten uns. Das Baby schlief viel, er hat gekocht und Haushalt habe ich geschmissen. Er hatte Gott sei dank nur zwei Wochen urlaub, Elternzeit erst mit drei und dann nochmal mit 8 Monaten. War bei uns genau richtig weil unsere Tochter da lebhafter wurde und viel mehr Aufmerksamkeit benötigte. Pauschalierungen helfen hier nicht. Jede Geburt läuft anders und so ist auch jedes Baby anders. Ich hatte meine Depression mit anfang 30. Gott sei dank ist es seitdem nie wieder aufgetaucht und nach der Geburt gar nicht, obwohl ich mit 37 ja auch schon zu den Spätgebährenden zähle.

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_da 23.12.2014, 05:38
17. Danke Storchentante

Ich wünschte, ich würde solche Worten öfter hören. Es ärgert mich immer wieder zu hören, dass Männer gerne die Elternzeit am Ende nehmen, weil es dann mehr Spaß macht. Oder sie gar nicht nehmen, weil es nicht gut für die Karriere ist. Das viele Frauen, nach der Elternzeit in dieser Beziehung große Einbußen haben oder sogar fast von vorne anfangen müssen, ist völlig normal. Die Väter sollten wirklich mehr Verantwortung für die Familie übernehmen. Meistens ist es für sie leider mit Geld verdienen schon getan. Viele führen ihr altes Leben unverändert fort und beschweren sich noch, dass sie jetzt nicht mehr so gut schlafen. Vielleicht fällt dieser Kontrast auch bei Akademikerinnen stärker auf.

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kika2012 23.12.2014, 12:44
18. @_da

"Viele führen ihr altes Leben unverändert fort und beschweren sich noch, dass sie jetzt nicht mehr so gut schlafen"
Sie nicht? Was hat sich denn so veraendert in Ihrem Leben? Wir machen mehr oder weniger so weiter wie vor dem Kind, und natuerlich lege ich Wert auf viel Schlaf, ansonsten halte ich so nicht durch. Aber mein Sohn ist einfach in der Hinsicht.
Man muss sein altes Leben doch nicht aufgeben nur weil jetzt ein Kind da ist....

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frank9417 15.01.2015, 14:12
19. Ins Bewusstsein bringen

Ich finde, man sollte den Artikel nicht zum Anlass nehmen, um Genderstreitigkeiten oder politische Überzeugungen zu diskutieren, sondern sich einfach nur die Fakten und Zahlen ins Bewusstsein holen.
Ich bin Jahrgang 70, meine Mutter war weder Akademikerin noch gehörte sie einer der anderen genannten Risikogruppen an. Trotzdem verfiel sie nach meiner Geburt in eine Depression, die nicht erkannt oder behandelt wurde und unter deren Folgen sie bis zu ihrem Tod litt und ich bis heute (indirekt) leide.
Deshalb ist es imho wichtig, mit den überholten und stereotypen Rollenbildern aufzuräumen. In meinen Augen ist das Mutterbild in unserer Gesellschaft stark überhöht, was es betroffenen Müttern nochmal zusätzlich erschwert, sich zu "outen" und Hilfe zu holen - gleichzeitig wird die Rolle der Väter heruntergespielt, was es Männern einerseits zu einfach macht, sich zu entziehen, und andererseits unnötig erschwert, sich tatsächlich einzubringen.

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