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Prostatakrebs-Screening: Vorsorge mit schweren Nebenwirkungen
Corbis

Ist die Prostatakrebs-Früherkennung für alle älteren Männer sinnvoll? Laut einer europäischen Studie senkt sie die Zahl der Todesfälle. Doch der Preis ist hoch: Viele Männer werden unnötig behandelt und müssen schwere Nebenwirkungen ertragen.

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anderermeinung 07.08.2014, 06:48
1. Es scheint weniger ein Problem des Tests,

als der anschließenden Behandlungen zu sein. Kann man bei kleineren Tumoren nicht einige Zeit beobachten?

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bald.eagle 07.08.2014, 08:04
2. Und was ist so schlimm am PSA Test?

Nach meiner persoenlichen Erfahrung wird ein bestimmter Blutwert ermittelt - naemlich wieviel PSA (ein Antigen) im Blut vorhanden ist. Warum sollte das nicht automatisch jaehrlich gemessen werden? Damit ich weiterhin mit geschlossenen Augen durch die Welt gehen kann? Was entscheidend ist, ist doch was ICH mache, wenn ein zu hoher Wert festgestellt wird. Ich muss mich ja dann nicht automatisch jedweder Behandlung unterwerfen - HIER ist die Entscheidung gefordert. Nicht zu wissen, was im Koerper vorgeht, bietet keinen Schutz gegen ebendiese Vorgaenge. Es ist mein Koerper, ich will wissen, was los ist, und dann entscheide ICH, was der Arzt macht oder nicht macht - solange ich bei vollem Bewusstsein bin, ist der Arzt ist ein Ratgeber, keine Entscheidungsinstanz, der ich mein persoenliches Wohl und Wehe ueberlasse.

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cc1452 07.08.2014, 08:53
3. Das stimmt so leider nicht...

Zitat von bald.eagle
...Es ist mein Koerper, ich will wissen, was los ist, und dann entscheide ICH, was der Arzt macht oder nicht macht - ...
In den USA wird vom PSA Test mittlerweile aufgrund der harten statistischen Daten abgeraten (http://www.uspreventiveservicestaskf...rscreening.htm).
Der Test trägt nicht zu einer statistisch bedeutsamen Verringerung der Sterblichkeitsrate bei (anders ausgedrückt: die Sterblichkeitsraten an Prostatakrebs von Patienten die keinen PSA Test machen sind praktisch identisch mit denen die den Test jährlich machen).
Ein öffentliches Gesundheitssystem hat sehr wohl das Recht Leistungen zu verweigern, die keinen messbaren gesundheitlichen Vorteil erbringen oder aufgrund evidenziär-medizinischer Ergebnisse als sinnlos oder sogar schädlich einzustufen sind.
Wenn jemand für sinnlose Tests aus eigener Tasche bezahlen will, dann kann er das natürlich machen (ethisch ist es dennoch bedenklich wenn ein Arzt soetwas mitmacht...).
Aber niemand kann erwarten, dass die Allgemeinheit für mediyinisch sinnlose Tests aufkommt bloss weil "...ich wissen will was in meinem Körper vor sich geht..." - soetwas ist einfach Quatsch.

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7eggert 07.08.2014, 09:39
4.

Kann man nicht wenigstens gegen die Inkontinenz standardmäßig eine Pumpe legen, die dann ein Schließmuskelkissen aufpumpt? Einmal schlimmstenfalls 200 € Zusatzkosten gegen ansonsten das Zigfache an Windeln und Nachbehandlungen?

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ohminus 07.08.2014, 09:43
5.

Zitat von anderermeinung
als der anschließenden Behandlungen zu sein. Kann man bei kleineren Tumoren nicht einige Zeit beobachten?
Genau das kann und sollte man. Sogenanntes "watchful waiting" ist eigentlich Standard bei Prostatakrebs.
Das Problem hier ist nicht zuletzt allerdings, den Patienten davon zu überzeugen, denn häufig verfällt der in Panik und will nichts davon wissen, tatenlos zuzusehen, wie der Krebs in seiner Prostata sich so entwickelt. Zum anderen sind natürlich auch finanzielle Anreize, zu therapieren - für "watchful waiting" gibt es nicht viel Geld.

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ohminus 07.08.2014, 09:45
6.

Zitat von cc1452
In den USA wird vom PSA Test mittlerweile aufgrund der harten statistischen Daten abgeraten (). Der Test trägt nicht zu einer statistisch bedeutsamen Verringerung der Sterblichkeitsrate bei (anders ausgedrückt: die Sterblichkeitsraten an Prostatakrebs von Patienten die keinen PSA Test machen sind praktisch identisch mit denen die den Test jährlich machen). Ein öffentliches Gesundheitssystem hat sehr wohl das Recht Leistungen zu verweigern, die keinen messbaren gesundheitlichen Vorteil erbringen oder aufgrund evidenziär-medizinischer Ergebnisse als sinnlos oder sogar schädlich einzustufen sind. Wenn jemand für sinnlose Tests aus eigener Tasche bezahlen will, dann kann er das natürlich machen (ethisch ist es dennoch bedenklich wenn ein Arzt soetwas mitmacht...). Aber niemand kann erwarten, dass die Allgemeinheit für mediyinisch sinnlose Tests aufkommt bloss weil "...ich wissen will was in meinem Körper vor sich geht..." - soetwas ist einfach Quatsch.

Quatsch ist auch ihr Beitrag - sie haben offensichtlich den Artikel nicht gelesen. Es gibt durchaus Belege dafür, dass der PSA-Test, richtig angewandt, die Mortalität senken kann. Das hängt aber eben von der Anwendung und von verschiedenen anderen Aspekten ab. Das Spielchen, die USA mit Europa zu vergleichen zeugt eher davon, sich nie mit den Leitlinien auseinandergesetzt zu haben, denn die sind deutlich unterschiedlich.

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hollo43 07.08.2014, 09:46
7. Patient ist oft überfordert

Zitat von bald.eagle
...Ich muss mich ja dann nicht automatisch jedweder Behandlung unterwerfen - HIER ist die Entscheidung gefordert. Nicht zu wissen, was im Koerper vorgeht, bietet keinen Schutz gegen ebendiese Vorgaenge. Es ist mein Koerper, ich will wissen, was los ist, und dann entscheide ICH, was der Arzt macht oder nicht macht - solange ich bei vollem Bewusstsein bin, ist der Arzt ist ein Ratgeber, keine Entscheidungsinstanz, der ich mein persoenliches Wohl und Wehe ueberlasse.
Nach meiner persönlichen Erfahrung ist es fast unmöglich, als medizinischer Laie die Empfehlungen des Krankenhausarztes, der eine Operation anempfiehlt, kritisch zu begegnen.
Oder können Sie beurteilen, wie ein Biopsieergebnis zustande kommt, und welche Schlussfolgerungen zu ziehen sind, gerade bei geringen Scores?

Zumal niedergelassener Urologe und Operateur bisweilen am gleichen Strang ziehen.

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cherrypicker 07.08.2014, 09:51
8.

Zitat von bald.eagle
Nach meiner persoenlichen Erfahrung wird ein bestimmter Blutwert ermittelt - naemlich wieviel PSA (ein Antigen) im Blut vorhanden ist. Warum sollte das nicht automatisch jaehrlich gemessen werden? Damit ich weiterhin mit geschlossenen Augen durch die Welt gehen kann? [...]
Können Sie ja alles gerne machen. Es ging darum, ob so etwas generell gemacht werden soll. Und da lautet die Antwort "eher nein".

Der Grund ist einfach: Der PSA-Test ist zu unspezifisch und hat eine statitische Fehlerquote von etwa 20%. Das heißt, einer von 5 Männern wird falsch diagnostiziert. Es gibt eben Männer, die haben hohes PSA, aber keinen Krebs und es gibt welche, die haben niedriges PSA und trotzdem Krebs.

Um genauer zu testen, müsste man das freie versus das gebundene PSA testen. Das ist aber sehr teuer und wird nur von wenigen Ärzten überhaupt angeboten. Lieber wid gleich biopsiert, also Gewebeproben entnommen und histologisch untersucht.

Der Standard-PSA-Text ist wie ein Stadtplan, auf dem 20% aller Straßen fehlen. Für so etwas gebe ICH kein Geld aus. Und deswegen bezahlt in auch in Deutschland die Kasse nicht.

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UlliK 07.08.2014, 09:51
9. Selbst erlebt

Wieso fixieren sich alle nur auf den PSA-Test?
Ich bin seit ich 50 geworden bin jedes Jahr zur Vorsorge gegangen, und habe immer alle drei Untersuchungen machen lassen:
- PSA
- Ultraschall
- abtasten
und dies hat mir das Leben gerettet! Vor 2,5, Jahren wurde so eine hochaggressive Prostatakrebsvariante festgestellt, und ohne sofortige Operation würde ich heute nicht mehr leben!
Also: Nicht NUR PSA kontrollieren, sondern die Untersuchung auf eine breitere Basis stellen!!

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