Forum: Gesundheit
Prostatakrebs-Screening: Vorsorge mit schweren Nebenwirkungen
Corbis

Ist die Prostatakrebs-Früherkennung für alle älteren Männer sinnvoll? Laut einer europäischen Studie senkt sie die Zahl der Todesfälle. Doch der Preis ist hoch: Viele Männer werden unnötig behandelt und müssen schwere Nebenwirkungen ertragen.

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ruhepuls 07.08.2014, 10:54
20. Wer selbst betroffen ist...

Zitat von UlliK
... wie wir im Ruhrgebiet sagen, KAPPES! Ohne seinerzeit meinen PSA-Wert zu kennen, wäre ich schon längst tot! Und vielen Dank für Ihre Motivationshilfe, die nächsten 8 Jahre zu überleben :-(
Jeder der von irgendeiner Maßnahme tatsächlich oder scheinbar profitiert findet diese "gut".
Nur, wenn Sie das als Entscheidungsgrundlage her nehmen, dann müssen sie alles "gut" finden, denn irgendjemand profitiert immer davon.
Die Frage ist aber, schadet eine Maßnahme unterm Strich mehr als sie nützt?

Wenn ein Medikament beispielsweise von 100 Infarktpatienten einem das Leben rettet, aber zwei andere umbringt, die ohne das Medikament noch leben würden, dann ist das ein schlechtes Medikament - auch wenn der eine Gerettete das natürlich anders sieht.
Ein Gesundheitssystem, das wir alle ja bezahlen, muss auch die Frage stellen, wo man mit dem vorhandenen Geld am meisten erreicht. Alles wird man nie bezahlen können...

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ruhepuls 07.08.2014, 10:57
21. Verschleppung

Zitat von UlliK
Wollen Sie auch die Biopsie als letzte und verlässlichste Diagnosemöglichkeit ausschliessen, ablehnen, verbieten oder was auch immer? Wie groß ist denn die von Ihnen geschilderte Gefahr, wenn, wie bei mir, schon ein sehr aggressiver Krebs vorlag? Klar, mir kann auch der Himmel auf den Kopf fallen, um mit Majestix zu sprechen.
Es ist aber leider so, dass durch die Biopsie Krebszellen aus der Prostatakapsel verschleppt werden können. Das passiert sicher nicht häufig, aber wenn Sie zu den "seltenen Fällen" gehören würden, wäre Ihnen das auch nicht recht.

Jede Methode hat eben ihren Nutzen UND ihre Risiken. Das sollte man einfach wissen und entsprechend entscheiden. Es gibt kein "Null-Risiko".

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ruhepuls 07.08.2014, 10:59
22. Wie wahr...

Zitat von capote
Das heisst, wenn bei der Biopsie was gefunden wird, dann wissen Sie "es" und auch schon Ihre Todesursache! Wenn Sie innerhalb von 5 Jahren daran versterben, ist die Todesursache Prostatakrebs und wenn Sie erst nach 5 Jahren an dem Prostatakrebs versterben, fallen Sie statistisch aus aus den Prostatakrebstoten raus, weil Sie "geheilt" und "gerettet" wurden.
Tja, leider nur zu wahr. In der Onkologie zählt der Tumor und nicht der Mensch...

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doppelpunkt 07.08.2014, 11:22
23. Unverantwortliche Argumentation

Ohne jeden Zweifel muss der PSA-Test wie jede andere Diagnosemethode ständig kritisch hinterfragt werden. Doch den PSA-Test zu verteufeln, ist unverantwortlich. Denn er ist die einzige halbwegs brauchbare Möglichkeit zur Früherkennung von Prostatakrebs. Allerdings liefert er keinen definitiven Beleg für „Krebs ja oder nein“, sondern gibt nur einen Anhaltspunkt für eine weitere Überprüfung (z.B. durch Biopsie). Doch klar ist, dass es ohne den Test kaum möglich ist, Prostatakrebs in einem behandelbaren Stadium zu erkennen. Das lässt sich auch der im Artikel zitierten Studie entnehmen: Mit PSA-Test steigt die Wahrscheinlichkeit, einen Prostatakrebs zu überleben. Andererseits wird niemand zu einem PSA-Test gezwungen, genauso wenig wie zur Mammografie oder zum Hautkrebs-Screening. Bei der Diskussion für oder wider PSA-Test werden von den Kritikern häufig zwei Dinge miteinander vermischt, nämlich Diagnose und Therapie. Das heißt, eventuelle negative Folgen einer Therapie werden der Diagnosemethode angelastet. Das ist unverantwortlich. Anders gesagt: Falls es zu „Übertherapien“ oder unangenehmen Nebenwirkungen der Therapie kommt, liegt das nicht an der Früherkennung, sondern an der Therapie im jeweiligen Fall. Zudem verkennen die Kritiker des PSA-Tests, dass unzählige Menschen dank einer Therapie einen Krebs langfristig besiegen konnten – Voraussetzung ist jedoch immer eine rechtzeitige Diagnose. Im Übrigen sei der Hinweis erlaubt, dass Langzeitstudien - wie die im Artikel erwähnte - sich notwendigerweise immer auf Diagnosen und Therapien beziehen, die einige Jahre in der Vergangenheit liegen. Die Studien bilden also nicht den aktuellen Stand der Medizin ab.

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UlliK 07.08.2014, 11:39
24. Da sind ...

Zitat von ruhepuls
Es ist aber leider so, dass durch die Biopsie Krebszellen aus der Prostatakapsel verschleppt werden können. Das passiert sicher nicht häufig, aber wenn Sie zu den "seltenen Fällen" gehören würden, wäre Ihnen das auch nicht recht. Jede Methode hat eben ihren Nutzen UND ihre Risiken. Das sollte man einfach wissen und entsprechend entscheiden. Es gibt kein "Null-Risiko".
... wir uns doch einig, aber meine Frage haben Sie dennoch nicht beantwortet:
Wie stehen SIE zur Biopsie?
Würden Sie sie im Zweifelsfall bei sich selbst anwenden (lassen)??

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UlliK 07.08.2014, 11:44
25. Genau

Zitat von doppelpunkt
Ohne jeden Zweifel muss der PSA-Test wie jede andere Diagnosemethode ständig kritisch hinterfragt werden. Doch den PSA-Test zu verteufeln, ist unverantwortlich. .... Bei der Diskussion für oder wider PSA-Test werden von den Kritikern häufig zwei Dinge miteinander vermischt, nämlich Diagnose und Therapie. Das heißt, eventuelle negative Folgen einer Therapie werden der Diagnosemethode angelastet. Das ist unverantwortlich. ... Die Studien bilden also nicht den aktuellen Stand der Medizin ab.
Ich möchte gerne mal wissen, warum hier einige Foristen so fundamentalistisch gegen den PSA-Test argumentieren.
Und so blöd, mein Überleben NUR dem PSA-Test zuzuschreiben, bin ich auch nicht!
Ich hatte bereits in einem anderen Beitrag meine Geschichte dargestellt.
(Hoffentlich täusche ich mich mit dem Eindruck, daß mir @Capote mein längeres Überleben nicht gönnt, weil ich sonst nicht in sein Vorurteil passe)

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capote 07.08.2014, 12:04
26. Semmelweis

Zitat von UlliK
Ich möchte gerne mal wissen, warum hier einige Foristen so fundamentalistisch gegen den PSA-Test argumentieren. Und so blöd, mein Überleben NUR dem PSA-Test zuzuschreiben, bin ich auch nicht! Ich hatte bereits in einem anderen Beitrag meine Geschichte dargestellt. (Hoffentlich täusche ich mich mit dem Eindruck, daß mir @Capote mein längeres Überleben nicht gönnt, weil ich sonst nicht in sein Vorurteil passe)
Ich gönne Ihnen ein langes Leben! Es hat auch schon Schadenersatzprozesse gegeben, weil sich nach der Operation herausstellte, das kein Krebs zu finden war.

Umgekehrt hat man die Prostatas von jungen, tödlich verunfallten Männern unter 30 total im Mikrotom aufgeschnitten und untersucht, bei den meisten findet sich schon in dem Alter ein winzig kleiner Prostatakrebs. Alle wissen, dass der noch Jahrzehnte klinisch nicht relevant werden wird.

Lesen Sie mal die Geschichte des Dr. med Semmelweis, da geht es um etwas ganz anderes, aber der hat seine richtigen Schlüsse auch aus medizinischen Statistiken hergeleitet.

Oder die von der deutschen Krebshilfe in Szene gesetzte Suche nach Neuroblastiomen bei Kleinstkindern, die man dann schleunugst eingestellt hat, als die Statistiken ergaben was man damit anrichtet, nur da lebten auch keine 2800 Urologen von.

Gesundheit ist nur ein Zustand mangelhafter medizinischer Diagnostik!

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chris4you 07.08.2014, 12:05
27. Es gibt durchaus

schonende Behandlungsmethoden (z. B. Galvanotherapi -> http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/30842/Galvanotherapie-ist-eine-schonende-Behandlung-des-Prostatakarzinoms), aber die sind in -D- nicht zugelassen. Was interessiert uns da der Patient!

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UlliK 07.08.2014, 12:09
28. Das gibt es ...

Zitat von krassopoteri
Mag ja sein das es stimmt, aber vielleicht ist es auch nur Ihre Einbildung. Vergessen Sie es. .
... doch wohl nicht!
Mit einer Tumor-Formel: pT4 pN1 (1/30) cM0 L1 V0 R1 G3
Gleason Score 4 + 5 = 9
ist es mit Sicherheit KEINE Einbildung, ohne sofortige OP zu überleben!
(Ach ja, ich vergaß: ich war ja gesund, diese Diagnose haben nur profitorientierte Ärzte gestellt, um mich abzuzocken :-( )

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UlliK 07.08.2014, 12:13
29. Ach ja, ...

Zitat von capote
Ich gönne Ihnen ein langes Leben! ... Lesen Sie mal die Geschichte des Dr. med Semmelweis, ...
... der altbekannte Dr. Semmelweis.
Ich bin froh, daß ich TROTZ ihm noch lebe!

Und zu Ihrem ersten Satz:
Danke :-)

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