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Prostatakrebs-Therapie: Bestrahlen, operieren oder abwarten?
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Nach der Diagnose Prostatakrebs gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Für welche Therapie sollte man sich entscheiden? Ein Urologe erklärt die wichtigsten Kriterien.

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nobuemi 13.06.2014, 17:27
1. im Zweifel Behandeln

Ich hatte vor 12 Jahren die Entscheidung zu treffen (mit 59J). Ich bereue nicht. Die Untersuchung des Gewebes zeigte eine sehr schnell wachsende, aggresive Krebsart. Die Ultraschall Vorabuntersuchung zeigte, dass die Nerven bereits in bösartiges Gewebe eingewachsen waren. Die Nerven sind aber für die Erektion notwendig
Trotzdem habe ich die OP machen lassen. Der Erfolg ist 100 %. Seither ist kein PSA mehr nachweisbar und die Gesundheit ist sicher gerettet. Und für die Erektion gabs auch eine Lösung. Die Ärzte können beraten, wenn man darüber offen sprechen mag.
Ich kann nur empfehlen: nicht abwarten, das ist auch für Psyche besser!

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koroview 13.06.2014, 17:27
2. In kurzer Zeit

zweimal die gleiche nicht mal verschleierte Werbung für eine experimentelle Therapie. Lokale Hyperthermie mit fokussiertem Ultraschall ist nicht neu, geht aber nicht als Empfehlung in den Leitlinien ein, weil Effektivität und Nebenwirken weit schlechter als bei Operation oder Strahlentherapie sind. Gerade die Patienten, die für eine fokale Therapie in Betracht kommen, wären ebenso gute Kandidaten für active Surveillance. Die Rate der erektilen Dysfunktionen nach Strahlentherapie ist weit geringer als nach einer Operation (auch der robotisch assistierten). Die Aussage 50-90% gilt definitiv nicht für Strahlentherapie!
Wenn der verehrte Kollege (ich bin Strahlentherapeut) seine Empfehlungen so formuliert, dass diejenige bestrahlt werden sollten, die er ungern operieren würde,(weil zu krank) verfehlt er die Empfehlungen seiner eigenen Fachgesellschaft. Die sieht nämlich eine gemeinsame Beratung des Patienten vor. Strahlentherapie ist keine zweite Wahl, vielmehr sollte bei Patienten bei deren Eingangsbefunden bereits fraglich ist ob eine erfolgreiche Operation gelingen kann, vorgezogen werden.
Eine Pauschale Aussage, dass nach Operation die Rückfallquote geringer ist, ebenso falsch. Ihr Artikel ist leider auffällig tendenziös und irreführend. Schade.

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wrissi 13.06.2014, 19:17
3. Danke, koroview

mich überrascht nicht zum ersten Mal die schlampige bzw. wenig objektive Recherche des Spiegel online. Ist doch eher die BILD-Ausgabe des SPIEGEL !

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JuliaG 13.06.2014, 20:33
4. Mit Alternativen versuchen

Die Galvanotherapie ist in einer Studie 2007 der Uni Frankfurt, Vogl & Mayer, publiziert in "Radiologie", als sehr wirksam mit kaum Nebenwirkungen nachgewiesen. Es ist ein elektrochemisches Verfahren und folgt nicht der Statistik sondern elektrochemischen Gesetzen.

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mirage122 13.06.2014, 21:33
5. Individuelle Therapie-Möglichkeiten

Mein Vater lebt seit mehr als 25 Jahren mit der Diagnose Prostata-Krebs. In ein paar Tagen wird er 92 Jahre alt. Darum muss ich mich immer sehr zurück halten, wenn Herr Bosbach da so einen großen Akt aus seiner Erkrankung macht.
Mein Vater wurde mit weiblichen Hormonen behandelt, was den an sich schlanken, drahtigen und sportlichen Mann plötzlich mit recht femininen Attributen ausgestattet hat. Das hat sich aber bald gegeben. Möglich, dass in jedem Fall eine individuelle und persönliche Therapie notwendig ist. Ich wünsche den Fachärzten diesbezüglich immer die richtige Entscheidung, habe da aber leider meine Zweifel. OP als "Priorität 1" ist sicherlich finanziell lukrativ, aber selten der richtige Weg.

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albert schulz 13.06.2014, 21:43
6. Beschäftigungstherapie

Zitat von wrissi
mich überrascht nicht zum ersten Mal die schlampige bzw. wenig objektive Recherche des Spiegel online. Ist doch eher die BILD-Ausgabe des SPIEGEL !
Das Thema gab es erst kürzlich bei SPON, ebenfalls scharf an der Schleichwerbung für die geheiligte Ärzteschaft vorbei. Fakt ist, daß neunzig Prozent aller Achtzigjährigen Prostatakrebs haben und nicht daran sterben. Man kann verunsichern und den Leuten Angst machen, was immer gut für den Geldbeutel ist. Und man kann untersuchen, daß die Schwarte kracht. Und operieren kann man auch.

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hehnsascha 14.06.2014, 06:37
7. ich halte es mit hackethal...

"wenn Ihnn ein urologe uf der strasse begegnet, nehmen Sie die Beine in die hand und rennen, so schnell es geht"
ok, ihn hats selbst getroffen, im alter von 74 starb er an prostatakrebs, hatte aber davor ein erfuelltes leben, im dienste seiner patienten.
bin jetzt 68, noch nie an irgendeiner vorsorge teilgenommen und das soll auch so bleiben. wenns mich erwischt, erwischts mich halt, hunde, wollt ihr ewig leben?
in quarks&co podcast ist eine informative folge ueber den (un)sinn der vorsorge, kann ich nur jedem betroffenen empfehlen.

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dr.klaus.schueler 14.06.2014, 07:48
8. genau

Es gibt keinen Mann über 80 der nicht ein Prostatakarzinom in situ hat - das heißt : sie haben alle Krebs , aber es macht nichts. Außer man bastelt daran rum. Dann wirds schlimm.

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