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PSMA-Therapie gegen Prostatakrebs: Das Geschäft mit der Hoffnung
DPA

In Frankfurt therapierten Ärzte an Prostatakrebs erkrankte Männer mit zweifelhaften Methoden. Eine SPIEGEL-Recherche zeigt nun, wie die Mediziner die tiefe Verzweiflung ihrer Patienten zu Geld machten.

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CancunMM 20.12.2018, 14:50
50.

Zitat von robeuten
wirkt bei einem Drittel der Patienten - das ist der Klassiker nonspezifischer Therapieansätze, und besser als z.B. viele Chemotherapien. Problem ist nicht, daß die Therapie eingesetzt wurde, sondern daß überzogene Hoffnungen geweckt, und bei Therapieversagen zu spät auf ......
Ich denke Big Pharma macht gegen diese Therapie Stimmung, weil dann keine Chemotherapeutika gekauft werden.
Na was denn nun ?

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mat2718 20.12.2018, 14:53
51. unverantwortlicher Artikel!

wer die Zusammenfassung liest, bekommt den Eindruck, dass eine Behandlung mit Lu-PSMA generell ein Problem wäre. Wie kommen sie dazu, ein vielversprechendes Therapieverfahren so in Misskredit zu bringen?
Ganz so experimentell ist das Verfahren auch nicht, wie der Eindruck erweckt wird. Es geht letztlich darum, den Tumor zu bestrahlen. Die Wirksamkeit von Strahlen gegen Tumore wie z.B. Prostatakarzinome ist schon lange belegt.

Das besondere ist der Ligand, mit dem die Strahlenquelle an ihren Wirkort gebracht wird. Dass das mit PSMA-Liganden funktioniert, darf inzwischen als ebenfalls gesichert gelten.
Welche Therapie bei welchem Patient wann genau am wirksamsten ist, ist nicht so einfach herauszufinden. Das wird auch bei den konventionellen Therapieverfahren des Prostatakarzinoms durchaus kontrovers diskutiert.

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CancunMM 20.12.2018, 14:53
52.

Zitat von HaraldSchicke
ungerechtfertigte Empörung? Die Ergebnisse sind auch nicht schlechter als mit der herkömmlichen "Therapie". 7.000 Euro hört sich viel an, scheint aber durchaus konkurrenzfähig zu sein mit den preisen für Chemotherapie.
Für Ihe Behauptung gibt es wo den Beleg ?

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thebarnold 20.12.2018, 15:01
53. Neue Verfahren

werden ja nicht aus dem Nichts geschaffen. Ist ihr Artikel nur die neidische Replik auf einen Artikel von Focus, der die Entwicklung dieser Therapie in Heidelberg als Hoffnung für Prostatakarzinompatienten beschrieben hat? Die Therapie wird auch nicht, wie Sie schreiben, beworben, nein, man muss sich als Patient schon selber schlau machen. Dazu findet man im Netz passende Informationen, z.B. im forum.prostatakrebs-bps.de. Und noch ein Wort zu "Geldmacherei". Die Kosten für eine inzwischen "leitliniengerechte" Therapie mit Hormonen und Abiraterone kostet im Jahr um 50000 Euro inklusive aller Nebenwirkungen, die kostenlos sind. Erfolg ebenfalls nicht garantiert. Da meine Lebenserwartung mit Knochenmetastasen sowieso eingeschränkt ist, ziehe ich die "billigere", aber nebenwirkungsarme Lu-PSMA-RLT vor. Dieser Artikel ist ein Schlag ins Gesicht aller Prostatakarzinompatienten. Bevor Sie sowas schreiben, sollten Sie gründlich recherchieren und nicht den Relotius machen.

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citizen01 20.12.2018, 15:38
54. Mich stört die offenkundige Empörung im Artikel.

Da macht sich der Autor mit dem Objekt - dem Patienten - gemein. Bei solche sensiblen Themen ein krasser journalistischer Fehler. Meinungsbildung bitte nicht mit gelenkter Unterstützung.

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ohminus 20.12.2018, 16:01
55.

Zitat von hans-rai
...über diesen haltlosen Ärztebashing-Artikel mit unendlichem Geschwafel. Fakten hätten gut getan nach der gestrigen "Offenbarung". Es fehlt die Gegenüberstellung z.B. bei wie vielen Patienten die bisherige Behandlungsmethode hilft und wie viele letztendlich dann doch der Krankheit erliegen. Die neue Methode soll immerhin bei 1/3 dauerhaft geholfen haben.
Geschwafel und Bashing sind eine gute Beschreibung für diesen Kommentar. Keinerlei Sachkompetenz, aber andere angreifen wollen.
Ja, es fehlt die Gegenüberstellung. Genau das ist das Problem. Die muss nämlich nicht der Spiegel machen, der führt keine klinischen Studien durch. "Soll immerhin" ist "hätte, hätte, Fahrradkette". Es gibt keine Studie, die das belegt.

Die Behandlung von Patienten mit dieser Methode wäre zu rechtfertigen, wenn dies im Rahmen einer Studie geschehen würde. Solange sie sich aber nur auf pure Spekulation stützt und nicht in einer Weise erfolgt, die geeignet ist, neue Erkenntnisse zu gewinnen, ist das schlicht mit keinem ethischen Standard begründbar.

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ohminus 20.12.2018, 16:03
56.

Zitat von Michael3770
Ich bin kein Mediziner und auch nicht betroffen, aber eine neue Therapie mit immerhin 30% Heilungschance und nahezu ohne Nebenwirkung erst dann einzusetzen, wenn alle anderen Therapien versagt haben und im Körper durch das aggressive Vorgehen......
Ob es denn tatsächlich immerhin 30% Heilungschance sind steht völlig in den Sternen. Dazu bedürfte es einer vernünftigen klinischen Studie - gerade die wollen die Herren Professores aber ganz offensichtlich nicht durchführen, weil die Marge dann durch den dokumentarischen Aufwand kleiner wird - und vielleicht sogar etwas dabei herauskommt, was man so genau gar nicht wissen wollte.

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CancunMM 20.12.2018, 16:09
57.

Zitat von mat2718
wer die Zusammenfassung liest, bekommt den Eindruck, dass eine Behandlung mit Lu-PSMA generell ein Problem wäre. Wie kommen sie dazu, ein vielversprechendes Therapieverfahren so in Misskredit zu bringen? Ganz so experimentell ist das Verfahren auch nicht, wie der Eindruck erweckt wird. Es geht letztlich darum, den Tumor zu bestrahlen. Die Wirksamkeit von Strahlen gegen Tumore wie z.B. Prostatakarzinome ist schon lange belegt. Das besondere ist der Ligand, mit dem die Strahlenquelle an ihren Wirkort gebracht wird. Dass das mit PSMA-Liganden funktioniert, darf inzwischen als ebenfalls gesichert gelten. Welche Therapie bei welchem Patient wann genau am wirksamsten ist, ist nicht so einfach herauszufinden. Das wird auch bei den konventionellen Therapieverfahren des Prostatakarzinoms durchaus kontrovers diskutiert.
Nö eigentlich nicht.
Wenn man den Artikel liest wird eigentlich schon erklärt, dass es sich nicht um eine Erstlinientherapie handelt. Und es wird eigentlich auch klar, dass der Kollege sich über die Empfehlungen der Tumorkonferenz und der Kollegen hinweggesetzt hat. Es geht hier nicht um die letzte Hoffnung eines austherapierten, sondern um Patienten, die bei kurativen Ziel wahrscheinlich eine Therapie erhalten haben, die nach bisher vorliegenden Daten, sogar weniger wirksam ist. 30 % ?
Mein Gott, wir haben heute bei vielen Krebserkrankungen Therapiemöglichkeiten, die diese bösartigen Erkrankungen zu chronischen Erkarnkungen macht wie KHK, Diabetes usw. und die Patienten eher an anderen Erkrankungen versterben als an ihrer bösartigen Erkrankung.
Dieser Arzt hat sich zutiefst unethisch verhalten.

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Johannes der Säufer 20.12.2018, 16:37
58. Evidenz

Schade, dass dies ein Artikel ist, der offensichtlich primär von medizinischen Laien geschrieben worden ist, obwohl er vermutlich eine große Reichweite in der Gesellschaft bekommt.

Grundsätzlich ist es so, dass eine Therapie weder generell schlecht noch generell gut sein kann. Auf die Indikationsstellung kommt es an. Das scheint auch der SPIEGEL erkannt zu haben, wenn man zwischen den Zeilen liest.

Die Polemik hier ("zweifelhafte Methoden" etc.), welche man von einem Boulevardblatt erwarten würde suggeriert aber, dass es sich hier um Scharlatanerie handelt.

Es empfiehlt sich (auf für Laien), einige Primärquellen zu lesen, bevor man sich eine Meinung bildet. 57% der Patienten hatten in einer prospektiven Phase II Studie ein Therapieansprechen im Sinne eines PSA-Abfalls um die Hälfte(!). Umso bedeutsamer ist aber die Schmerzreduktion und deutliche Verbesserung der Lebensqualität in etwa 37% dieser Patienten. Dennoch erwarten wir noch Ergebnisse zum Vergleich mit anderen Medikamenten, welche bereits vorher angezeigt sind, welche momentan Gegenstand zweier Studien sind (VISION und TheraP). Bis dahin ist diese Therapie erst beim metastasierten, hormonrefraktären Prostatakarzinom angezeigt, nachrranging zu Chemotherapie mit Docetaxel (ggf. auch Cabazitaxel) sowie einer Antihormonellen Therapie mit Abirateron/Enzalutamid. Sozusagen fast als Letztlinie und als palliativer (nicht heilender) Ansatz. So wird es auch vergütet von den meisten Krankenkassen.

Nun sollte man weder diese Therapie zu sehr glorifizieren wie es Herr Bergter wohl getan hat. Aber auch nicht als Scharlatanerie darstellen, wie es der Spiegel tut.

(Phase II Studie : https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29752180)

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Johannes der Säufer 20.12.2018, 16:43
59. Gute Quellen für die Nachwelt

Deutsche Multicenter Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27765862

Phase II Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29752180

Konsens der Krankenkassen und MDK-Nordrhein zur Vergütung (und Indikationsstellung):
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29671080

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