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Psychische Erkrankungen: Der Mythos vom Massenleiden
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Depressionen, Angststörungen, Süchte: Psychologen und Psychiater bauschen die Verbreitung seelischer Leiden systematisch auf. Dabei zeigen Studien, dass die Zahl psychisch Kranker gar nicht gestiegen ist.

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Mac_Beth 03.04.2014, 10:04
20.

Zitat von fridericus1
... sollte man mal untersuchen, in welcher Weise die Anzahl von Therapeuten jeglicher Couleur sich entwickelt hat.
Die hat sich kaum oder garnicht entwickelt, weil die notwendige Kassenzulassung für Therapeuten sich nach der Bedarfsplanung richtet. So weit ich weiß hat sich an dieser nur bedingt was geändert. Liegt allerdings auch dran, weil die Behörden der Realität in dem Punkt immer hinterherhinken.
Anders als Ärzte können Therapeuten leider nicht aus den Böden sprießen oder so viele Patienten annehmen wie sie wollen. Da gibt es Beschränkungen.

Davon abgesehen frage ich mich wie man ernsthaft behaupten kann, dass die Anzahl an psychischen Leiden nicht gestiegen ist.
Unsere Gesellschaft macht sich selbst kaputt mit dem falsch-definierten Wertesystem um dem Streben nach "Glück". Gerade zweiteres ist ein extrem konsumistisches und materialistisches Weltbild, welches der Kapitalismus gezielt fördert.

Mich wundert dieser Lobby-Artikel also kein Stück. Die Gesellschaft fängt mittlerweile an umzudenken und bemerkt, dass dieser Materialismus und der unbedingte Wille nach "höheren" zu streben eben _nicht_ notwendig sind um ein zufriedenstellendes Leben führen zu können.
Es würde zwangsläufig darauf hinauslaufen, dass die Menschen anfangen die Systemfrage zu stellen und ihren extremen Konsum einzustellen. Da passt natürlich so ein Artikel der sagt "alles nicht so schlimm".

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hatorihanzo 03.04.2014, 10:04
21. Falsche Schlussfolgerungen

Zitat von sysop
Depressionen, Angststörungen, Süchte: Psychologen und Psychiater bauschen die Verbreitung seelischer Leiden systematisch auf. Dabei zeigen Studien, dass die Zahl psychisch Kranker gar nicht gestiegen ist.
Hier wird ziemlich plakativ viel Unsinn erzählt.
1. Wenn heute psychische Erkrankungen in erheblich größerem Umfang diagnostiziert werden als früher, bedeutet das natürlich nicht, dass diese Krankheiten auch häufiger vorkommen, sondern lediglich häufiger als solche erkannt werden. Dies ist in hohem Maße auf die Gottlob stattfindende Entstigmatisierung der psychischen erkrnakungen zurück zu führen. Die Menschen schämen sich einfach nicht mehr, zum Psychiater zu gehen.
2. Die epidemiologische Stude, die hier inhaltlich nur sehr knapp und ohne relevanten Hintergrund angesprochen wird, wirft viele methodische Fragen auf. Schon allein der vegrleich der daten wäre interesasant, da die Diagnosesysteme der ICD/DSM in dieser Zeitspanne mehrfach gewechselt wurden. Hat man psychische Krankheiten fürher nach dem Neurosemodell und der Jahsperschen Schichtenregel kategorisiert haben wir heute DSMIV und ICD10 bald 11, das lässt sich inhaltlich sehr schwer vergleichen.
3. Der Ausdruck psychischer Störungen wandelt sich auch anhand soziokultureller Umstände. Nicht alles, was heute als Störung gewertet wird, wurde früher auch so gesehen
4. Die WHO ermittelt regelmäßig die sog. "Global Burden of diseases", eine anhand zahlreicher Parameter ermittelte Leidensstäre, die von Krnakheiten ausgeht, dabei dominieren psychische Erkrankungen weltweit
5. Ich denke auch, dass psychische Störungen tendenziell überdiagnostiziert sind und wir sollten diesen Trend auch wieder umkehren und auf die Bremse treten, bevor eine Diagnose gestellt wird. Daraus aber im Umkehrschluss zu folgern, dass insgesamt kein Anstieg psychischer Erkrankungen besteht, ist Unsinn.

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jos777 03.04.2014, 10:05
22. Ursachen erkennen - TEIL 1. April 2014

Negative Gedanken (= als Depression beschrieben, und zeigt sich als Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, gestörten Selbstwertgefühl etc.)

Ursachen von negativen Gedanken:

1. Partnerkonflikte

Durch eine Trennung oder die Verlustangst durch eine anstehende Trennung bekommen vor allen Dingen Frauen negative Gedanken. Nach 1-3 Jahren verschwinden die negativen Gedanken meistens wieder. Weil viele Frauen das Thema Partnerkonflikt nicht im persönlichen Umfeld aussprechen können (Scham) landen sie meistens bei den Leuten, die mit der Psyche Geld verdienen. Eheberater, Pharmagläubige Ärzte, etc. Es gibt natürlich auch noch die Neurologen, welche teilweise sogar richtig menschlich sind, aber am Ende leider auch nur auf Tabletten verweisen.

2. Mobbing-Konflikte

Ich kenne z.B. Fälle von Frauen, die durch die Arbeitsstelle schwer psychisch erkrankt sind. Gerade Frauen können hochgradig gemein zu anderen Frauen sein. Gründe: Es kommt eine neue Frau und hat mehr Macht als die Frauen, die schon länger im Büro sind. Oder eine Frau, die schon länger im Büro tätig ist, hat durch den guten Kontakt zum Vorgesetzten mehr Macht als die anderen Frauen. Das erzeugt dann auch wieder "Neid". Am Ende führt das Mobbing zu Schlafstörungen, etc. bei den angegriffenen Frauen. Diese Frauen landen dann auch irgendwann im Psychiatriekreislauf, weil der Konflikt nicht sofort gelöst wird (Arbeitsplatzverlust, etc.) und sich dadurch die negativen Gedanken (Angstgefühle, Unwohlsein, etc.) sich noch verstärken.

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Fazit:
Ein Großteil der negativen Gedanken hat Ursachen. Mit Tabletten werden nur die Schlafstörungen, etc. bekämpft, ohne daß die Ursache angegangen wird.

Es mag rund 1-3 % wirklich kranke Menschen geben (Schizophrenie, etc.), welche durchaus medizinische Hilfe benötigen könnten. Aber die große Masse an "negativ denkenden" Menschen wird krank gehalten, bis der zeitliche Abstand zum Konflikt ausreichend groß ist, um irgendwann wieder am normalen Alltagsleben teilzunehmen. Am Ende sagt man dann, daß die Tabletten geholfen haben. Die Nebenwirkungen und teilweise sogar tödlichen Folgen von Tabletten gehen aber in der Statistik unter.

Woran liegt das alles: Es ist zuwenig Geld für die persönliche Betreuung vorhanden und die Pharmaindustrie hat natürlich Interesse daran, daß die Menschen dauerhaft Tabletten nehmen. Natürlich sind auch die heutigen Strukturen mitverantwortlich: Zerfallende Familienstrukturen etc. Früher gab es die Großfamilie, wo man sich noch ausreden oder ausweinen konnte.

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gbrt48 03.04.2014, 10:08
23. Propagandaverdacht

Die Zusammenhänge sind interessant. Kaum wird festgestellt, daß die psychischen Erkrankungen zunehmen - wäre ja auch kein Wunder bei den Deprinachrichten der steuerfinanzierten ARD-ZDF-Sender und der Politik, die derzeit alles Porzellan, das noch in Deutschland übrig ist, zerschlägt. Da kommt wieder so ein Professor daher, wer weiß von wem bezahlt und beauftragt, der die politisch korrekte Propaganda verbreitet - Nein, es gibt gar keine Zunahme der psychischen Erkrankungen - und siehe da, dann werden auch die Krankenkassen, besser Sparkassen, auch demnächst Leistungen verweigern können.

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ikeaboy 03.04.2014, 10:10
24. Nicht wirklich überaschend

Je mehr die gesellschaftliche Akteptanz für bestimmte Krankheiten zunimmt, desto mehr Menschen werden eben auch versuchen sich Hilfe zu suchen und damit ihr Leben zu verbessern. Früher waren die Leute einfach deshalb nicht statistisch als psyhchisch krank erfasst, da man keinesfall als verrückt gelten wollte. Mit dem Burnout-Syndorm hat man ja sogar eine Krankheit entwickelt, die zu dem modernen dynamischen Karrieremenschen passt. Der ist heute nicht mehr verrückt oder labil, sondern der hat einfach zu viel gearbeitet. Das es sich dabei trotzdem um eine handelsübliche Depression handelt, ist eben ein pretigeschonender Etikettenschwindel.

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nomadas 03.04.2014, 10:11
25. cui bono

Über die Fakten braucht keine Pseudodiskussion geführt werden. Ob Krankenkassen, Gesundheitsministerien, Wissenschaft: Die Seele leidet im Turbokapitalismus. Doch, ohne Zweifel will da jeder sein "Schäfchen ins Trockne" bringen. Ob Psycho-Industrie oder noch schlimmer Pharma-Industrie. Oder beide, womöglich Hand in Hand, win win, quasi. Industriell jedenfalls kann dieses Problem der "Emotionalen Verkrüppelung" nicht gelöst werden. Körper-Seele-Geist, life balance!

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sikasuu 03.04.2014, 10:14
26. Wir sollten da unterscheiden!

a. Tatsächlich Erkrankte, also Menschen mit manifesten Leiden, die nötigst einer medizinischen, ausdauernder psychterepeutischen Hilfe bedürfen!
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b. Befindlichkeitsstörungen. Einbruch im allgemeinen Wohlbefinden, das als psychische Störung diagnostziert wird.
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Grenzen sind da fliessend!
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In massiven Formen a. sehr schlimm für die Betroffenen. In Form b. wohl häufig eine Verlegenheitsdiagnose wie z.b. früher "vegatative Dystonie" in der umgangssprach "nicht genaues weis man nicht aber der Patient fühlt sich nicht wohl!"
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Da die Patiente dann mit einem wirksamen Medikament aus dem Bereich "Psychpharmaka" wieder "gesund" werden, bleibt die Diagnose, "psychische Erkrankung"
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In vielen Fällen hätte in 30 Minuten Gespräch, ein Glas Bier, Placobos wohl auch geholfen:-((
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Gefärhlich wird es aber mMn. bei Kindern, wo abweichendes Verhalten, Unruhe, Bewegungsdrang sehr schnell mit dem Label AHDS versehen wird.
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Das da, anstelle von Ritalin, oft ein "Wohnortwechsel" raus auf die Wiese,in den Wald.... wo Kinder ihren natürliche Mototrik ausleben können, genau so, oft besser wirkt, ist auch schon oft erwiesen:-((
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Ein wenig "scheinen" auch Moden, da rein zu spielen. Nachdem Freud "Hysterie" entdeckt und diagnostiziert hatte, nahm die Zahl der Fälle mit diesem Krankheitbild massiv zu:-)

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gbrt48 03.04.2014, 10:16
27. Blech

Zitat von hatorihanzo
Hier wird ziemlich plakativ viel Unsinn erzählt. 1. Wenn heute psychische Erkrankungen in erheblich größerem Umfang diagnostiziert werden als früher, bedeutet das natürlich nicht, dass diese Krankheiten auch häufiger vorkommen, sondern lediglich häufiger als solche erkannt werden. Dies ist in hohem Maße auf die Gottlob stattfindende Entstigmatisierung der psychischen erkrnakungen zurück zu führen. Die Menschen schämen sich einfach nicht mehr, zum Psychiater zu gehen. 2. Die epidemiologische Stude, die hier inhaltlich nur sehr knapp und ohne relevanten Hintergrund angesprochen wird, wirft viele methodische Fragen auf. Schon allein der vegrleich der daten wäre interesasant, da die Diagnosesysteme der ICD/DSM in dieser Zeitspanne mehrfach gewechselt wurden. Hat man psychische Krankheiten fürher nach dem Neurosemodell und der Jahsperschen Schichtenregel kategorisiert haben wir heute DSMIV und ICD10 bald 11, das lässt sich inhaltlich sehr schwer vergleichen. 3. Der Ausdruck psychischer Störungen wandelt sich auch anhand soziokultureller Umstände. Nicht alles, was heute als Störung gewertet wird, wurde früher auch so gesehen 4. Die WHO ermittelt regelmäßig die sog. "Global Burden of diseases", eine anhand zahlreicher Parameter ermittelte Leidensstäre, die von Krnakheiten ausgeht, dabei dominieren psychische Erkrankungen weltweit 5. Ich denke auch, dass psychische Störungen tendenziell überdiagnostiziert sind und wir sollten diesen Trend auch wieder umkehren und auf die Bremse treten, bevor eine Diagnose gestellt wird. Daraus aber im Umkehrschluss zu folgern, dass insgesamt kein Anstieg psychischer Erkrankungen besteht, ist Unsinn.

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a.wuechner 03.04.2014, 10:17
28. Der perfekte Mensch im Alltagsgrau

Gemütserkrankungen oder affektive Störungen sind natürlich unschön. Doch wo liegt der tolerierbare Bereich, woran liegt es wirklich und würde es nicht helfen, einfach etwas netter und verständnisvoller miteinander umzugehen. Für Nächstenliebe in der Ellbogengesellschaft bleibt leider keine Zeit mehr und der Druck wächst. Immer und stets bei 100 %, bloß keine Fehler und immer gut angepasst. Kann doch nicht so schwer sein, oder? Ich würde mir wünschen, wenn wir wieder mehr weg vom Mainstream kommen und der Toleranzbereich endlich wieder zunimmt. Dieser Einhzeitsbrei ist doch nicht gut. Immer besser, immer höher, immer schneller. Klar, dass die Köpfe verrückt spielen. Oder man steigt mental einfach aus, träumt den Arbeitstag vor sich hin und macht seine Arbeit stillschwigend. Auch ein Rezept. Geht auch ohne Medikamente.

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gbrt48 03.04.2014, 10:18
29. Blech

Zitat von hatorihanzo
Hier wird ziemlich plakativ viel Unsinn erzählt. 1. Wenn heute psychische Erkrankungen in erheblich größerem Umfang diagnostiziert werden als früher, bedeutet das natürlich nicht, dass diese Krankheiten auch häufiger vorkommen, sondern lediglich häufiger als solche erkannt werden. Dies ist in hohem Maße auf die Gottlob stattfindende Entstigmatisierung der psychischen erkrnakungen zurück zu führen. Die Menschen schämen sich einfach nicht mehr, zum Psychiater zu gehen. 2. Die epidemiologische Stude, die hier inhaltlich nur sehr knapp und ohne relevanten Hintergrund angesprochen wird, wirft viele methodische Fragen auf. Schon allein der vegrleich der daten wäre interesasant, da die Diagnosesysteme der ICD/DSM in dieser Zeitspanne mehrfach gewechselt wurden. Hat man psychische Krankheiten fürher nach dem Neurosemodell und der Jahsperschen Schichtenregel kategorisiert haben wir heute DSMIV und ICD10 bald 11, das lässt sich inhaltlich sehr schwer vergleichen. 3. Der Ausdruck psychischer Störungen wandelt sich auch anhand soziokultureller Umstände. Nicht alles, was heute als Störung gewertet wird, wurde früher auch so gesehen 4. Die WHO ermittelt regelmäßig die sog. "Global Burden of diseases", eine anhand zahlreicher Parameter ermittelte Leidensstäre, die von Krnakheiten ausgeht, dabei dominieren psychische Erkrankungen weltweit 5. Ich denke auch, dass psychische Störungen tendenziell überdiagnostiziert sind und wir sollten diesen Trend auch wieder umkehren und auf die Bremse treten, bevor eine Diagnose gestellt wird. Daraus aber im Umkehrschluss zu folgern, dass insgesamt kein Anstieg psychischer Erkrankungen besteht, ist Unsinn.
Manche Leute, die Blech erzählen, heißen lustigerweise auch so.

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