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Psychische Krankheiten: Systemische Therapie wird Kassenleistung
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Die Systemische Therapie sieht Probleme als Resultat sozialer Beziehungen - etwa in der Familie. Bei der Behandlung werden daher auch die Bezugspersonen der Patienten involviert. Künftig wird das Verfahren von der Kasse bezahlt.

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dr.psych333 25.11.2019, 11:41
1. Meilenstein

Das die sytemische Therapie jetzt Kassenleistung ist, ist ein wesentlicher und sehr positiver und bedeutsamer Schritt in der Psychotherapieentwicklung insgesamt. Zu glauben, damit würden die Therapien insgesamt kürzer, halte ich für eine Illusion. Systemische Therapeuten sollten damit auch nicht werben, denn damit schaden sie sich, den Patienten und auch den anderen Verfahren. Denn die Kassen können solche Gedanken schnell aufgreifen und Pat. und Therapeuten damit unter Druck setzen. Niemand kann zaubern und menschliche Entwicklung braucht Zeit, denn darum geht es, um Nachentwicklung und nicht um Reparatur. Aber nicht nur die Systemiker gucken auf die sozialen Beziehungen. In einer anderen Methodik, aber nicht weniger gründlich, schauen sowohl Verhaltenstherapeuten, als auf tiefenpsychologische Therapeuten und auch, auch wenn es dem gängigen Vorurteil wiederspricht, Psychoanalytiker auf die krankheitsbegründenden Faktoren schwieriger sozialer Beziehungen. Ein großer Inititiator der Familientherapie in Deutschland war der bekennende Psychoanalytiker Horst-Eberhard-Richter. Es wäre auch extrem zu begrüßen, wenn nicht nur Systemiker von der Krankenkasse bezahlte Familiensitzungen machen könnten, sondern auch alle anderen Therapeuten der zugelassenen Methoden.

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j.c.nolte 25.11.2019, 11:47
2. Endlich!

Das wurde auch allerhöchste Zeit. Ich habe das bereits 1998 gemacht, auf eigene Kosten im Rahmen einer Verhaltenstherapie bei einem kassenärztlich zugelassenen psychologischen Psychotherapeuten (und nicht bei einem Laien). Was ich damals nicht wusste: Es war bei mir fünfvorzwölf. Nicht nur, dass es der Therapeut geschafft hat, mich wieder zu meiner selbst gegründeten Familie zurückzubringen, er hat mir damit auch noch nebenbei kurz mein Leben gerettet. Eines der besten und effizientesten Therapieverfahren, die ich bislang kennengelernt habe.

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isar56 25.11.2019, 11:51
3. Wir haben

in unserer Kleinstadt eine sehr gute psychologische Beratungsstelle/ mit Erziehungsberatung.
Seit über 30 Jahren arbeite ich mit benachteiligten Familien, die ich gerne an diese Institution vermittle und den Verlauf begleite - je nach Wunsch.
Mir ist nichts Anderes bekannt als der systemische Ansatz. Die Beratungsstelle wird allerdings nicht von Krankenversicherungen finanziert, sondern aus Steuergeldern. Somit ist der Kreis der Einzahler größer. Die Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter und Heilpädagogen erhalten Gehalt, statt 100 Euro und mehr pro Beratungseinheit. Das entspricht so meinen Erfahrungen bisher.

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St.Baphomet 25.11.2019, 12:01
4. Ziehen die privaten Kassen nach

oder dauert dies noch 20 Jahre?
Ich kann j.c.nolte Heute, 11:47 definitiv zustimmen.
Hilft mit Abstand besser als jede zusammen verb(k)rachte teure Urlaubsreise.

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nobody_incognito 25.11.2019, 13:48
5.

Zitat von j.c.nolte
Das wurde auch allerhöchste Zeit. Ich habe das bereits 1998 gemacht, auf eigene Kosten im Rahmen einer Verhaltenstherapie bei einem kassenärztlich zugelassenen psychologischen Psychotherapeuten (und nicht bei einem Laien). Was ich damals nicht wusste: Es war bei mir fünfvorzwölf. Nicht nur, dass es der Therapeut geschafft hat, mich wieder zu meiner selbst gegründeten Familie zurückzubringen, er hat mir damit auch noch nebenbei kurz mein Leben gerettet. Eines der besten und effizientesten Therapieverfahren, die ich bislang kennengelernt habe.
Würde mich persönlich interessieren, wo da das konkrete Problem war, bzw. zu welchen heilsamen^^ Erkenntnissen Ihnen die Therapie verholfen hat. Also die "Heilung" kann doch nur in einem veränderten Bewusstsein liegen, welches sich dann auf die emotionalen Befindlichkeiten positiv auswirkt, liegen?

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karlsiegfried 25.11.2019, 22:43
6. Ich versteh die Welt nicht mehr

Ich bin Jahrgang 1943. Ich war ein Schlüsselkind. Mein Vater war in Kriegsgefangenschaft. Wir verhungerten nicht, aber wir darbten. Wie Millionen andere auch. Das interessierte niemanden. Auch wir hatten unsere psychsichen Probleme. Die Anwort lautete: Was dich nicht umbringt, macht dich hart. Was heute so alles bezahlt wird? Wer soll denn das bezahlen? Nach meiner Meinung können sicvh psychische Probleme auch eingeredet werden. Weil es so praktisch und eine Entschuldigung für alles ist. Bis hin zum Mord,. Wer will das denn objektiv kontrollieren? Ich hale es immer noch mit dem Sprichwort: Hilf dir selbt, dann hilft die Gott. Selbst als Heidenkind habe ich die besten Erfahrungen damit gemacht.

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nobody_incognito 26.11.2019, 00:45
7.

Zitat von karlsiegfried
...Ich hale es immer noch mit dem Sprichwort: Hilf dir selbt, dann hilft die Gott. Selbst als Heidenkind habe ich die besten Erfahrungen damit gemacht.
Wir sind ja nicht aus dem Nichts gekommen und Sie haben auch nicht das Rad erfunden, d.h. wir werden in eine "geholfene" Welt reingeboren und das müsste man verstehen, dass wir ein winziges Pünktchen in Raum und Zeit sind, d.h. selbst und allein sind wir gar nichts, aber irgendeine Energie/(An)Trieb, die sich mehr oder weniger bewusst frei^^setzt. D.h. Freiheit meint Eigenverantwortung bzw. Bestimmung im Gefüge weltlicher Aktivitäten und da hat Gott mit seinen Offenbarungen Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Und wessen Verstand so funktioniert, dass er es verstehen kann, der versteht dann einfach.

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Horst Scharrn 26.11.2019, 01:03
8.

Zitat von karlsiegfried
"Ich bin Jahrgang 1943. Ich war ein Schlüsselkind. Mein Vater war in Kriegsgefangenschaft. Wir verhungerten nicht, aber wir darbten. Wie Millionen andere auch. Das interessierte niemanden. Auch wir hatten unsere psychsichen Probleme. Die Anwort lautete: Was dich nicht umbringt, macht dich hart. Was heute so alles bezahlt wird? Wer soll denn das bezahlen? Nach meiner Meinung können sicvh psychische Probleme auch eingeredet werden. Weil es so praktisch und eine Entschuldigung für alles ist. Bis hin zum Mord,. Wer will das denn objektiv kontrollieren? Ich hale es immer noch mit dem Sprichwort: Hilf dir selbt, dann hilft die Gott. Selbst als Heidenkind habe ich die besten Erfahrungen damit gemacht."
Und wegen genau solchen Meinungen von völlig unqualifizierten Leuten die keine Ahnung von der Materie haben gehen in Deutschland so wenige Leute zur Psychotherapie, da sie Angst haben von solchen Personen wie Ihnen gesellschaftlich stigmatisiert zu werden.

Neben dem Unsinn den sie absondern, auch sehr beliebt ist der Ratschlag wenn es einem schlecht geht, einfach etwas Schokolade zu essen oder "sich nicht so anzustellen, das wird schon wieder".

Kleiner Tip: Das funktioniert nicht, sondern sorgt nur zuverlässig dafür dass Betroffene sich noch schlechter fühlen.

Ihr Kommentar hier im Forum ist für Betroffene, die ohnehin schon am Boden sind, so als würde nochmal jemand ordentlich nachtreten. Schämen sie sich.

Wir haben in Deutschland aufgrund psychischer Erkrankungen so um die 10.000 Selbstmorde im Jahr. Waren die alle nicht hart genug weil die sich umgebracht haben? Was soll dieser Unsinn?

Jeder vierte Mann und jede dritte Frau in Deutschland erkrankt mindestens einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung.
Das wären um die 10 Millionen Männer und 13 Millionen Frauen. Sie glauben ernsthaft die würden sich das alles einreden? Kleine Info für sie am Rande: Man kann viele solche Erkrankungen nachweisen, d.h. wissenschaftlich belegen z.b. mit neurologischen Methoden.

Leute wie ihnen kann man echt nur dazu raten, einfach mal die Fresse zu halten wenn man keine Ahnung hat wovon man redet und das gesellschaftliche Klima mit solchem Blödsinn nicht noch weiter zu vergiften.

Genau wegen so Personen wie Ihnen sind psychische Erkrankungen in Deutschland ein so großes Gesellschaftliches Tabu.

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mens 26.11.2019, 01:25
9. @6 Falsche Schlüsse gezogen

Sie haben anscheinend ungewollt das Problem besser umrissen, als ich es für möglich gehalten hätte. Was sie beschreiben ist ein FEHLER und keine Leistung oder Positivum der Kriegs-Generation. Dieses falsche Selbstbehandeln von Kriegstraumata auf Grund von Scham und Mangel ist nicht nur schlimm für die erste Opfergeneration, sondern für ihre Kinder und Kindeskinder. Horror. Statt Antidepressiva und Therapie, Schnaps und Verwandtenquälen ist MIST. In meinem Umfeld kenne ich mehrere alte Herren, die zwischen Granatsplitter tauschen , Kartoffeln klauben und tapfer sein, als Junge leider einen Hau, wie diese Generation gerne sagt, mitbekommen haben. Das durfte dann später die ganze Familie aushalten. In verschiedensten Ausprägungen. Zum GLÜCK leben wir in anderen Zeiten.

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