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Psychische Notlagen: Brauche Therapie, warte Monate
DPA

Monatelang müssen gesetzlich Versicherte oft auf einen Platz für eine Psychotherapie warten - auch bei ernsten Krisen und Depressionen. Ein neues Gesetz soll das ändern, mit einer Notfallsprechstunde. Reicht das?

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haujobb23 28.07.2015, 13:46
1. Allgemeiner Notstand

Es betrifft nicht nur die psychisch Kranken: Anfang des Monats musste ich mit heftigen Magenschmerzen ins Krankenhaus. Infusion, Schmerzmittel - ab nach Hause. Bis heute kommen diese Schmerzen phasenweise wieder. Täglich brennt der Magen, ist gereizt. Also fasste ich den Mut und wollte einen zeitnahen Termin für eine Magenspiegelung ausmachen. Es könnte ja auch etwas "Schlimmes" sein. Und was ist? "Nächster Termin im November."

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durchfluss 28.07.2015, 13:52
2. Mehr Kassensitze?

Ein paar mehr Kassensitze für Psychotherapeuten würden auch Wunder wirken. Bei uns in der Gegend werden aber in den nächsten Jahren sogar Kassensitze für Psychotherapeuten abgebaut? Warum? Das wie? nur die Kassenärztliche Vereinigung ...

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kinngrimm 28.07.2015, 13:52
3. Wie sieht es bei privat Versicherung aus?

Ist das auch selbiger 2 Klassen Zustand wie wenn man im Wartezimmer manch anderer Ärzte sitzt? DEr Privatpatient kommt sofort an die Reihe und die KAssenpatienten dürfen halt ein wenig länger warten egal ob Termin oder nicht.

Wie die private Rente sind private Krankenversicherungen eigentlich ein Verstoß gegen das Solidaritäts Prinzip. Solange die Wohlhabenden und Besserverdiener nicht bereit sind hier genauso mit einzubezahlen und nicht nur auf den eigenen Vorteil aus sind (wobei private KK oftmals die privat VErsicherten auch aufn Arm nehmen), wird dies immer zu Spannungen führen.

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Andreas-Schindler 28.07.2015, 13:54
4. Warum keine Einheitliche Krankenkasse?

Dieses hin und her wäre Überflüssig, wenn es nur eine Krankenkasse für alle in Deutschland gäbe. In anderen Ländern fährt man damit besser als mit unseren Wald voller Krankenkassen. Die Gesamtkosten wären geringer und die Beiträge auch. Das Gejammer über Vorzugsbehandlung von Privatversicherten gäbe es dann auch nicht.

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bandura 28.07.2015, 13:59
5. Das Problem ist damit nicht annähernd gelöst

Und warum gibt man nicht einfach mehr Kassensitze für Therapeuten frei? Ich bin seit diesem Jahr fertig ausgebildete psychologische Psychotherapeutin und würde gerne Kassenpatienten behandeln. Leider kann ich jedoch nur eine Privatpraxis eröffnen, weil es viel zu wenig gesetzlich festgelegte Kassensitze für Psychologen gibt. Das Problem wird nicht annähernd durch diese Änderung gelöst. Aber da redet wohl noch die ein oder andere Lobby mit ;)

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dschmitz 28.07.2015, 14:01
6. Lange Wartezeit ist von den Kassen so gewollt!

Denn: Depression ist eine Krankheit mit sehr hohen Kosten und oft tötlichen Krankheitsverlauf. Also alles bestens die meisten "Probleme" lösen sich so von allein - zynisch aber wahr!

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obscuro 28.07.2015, 14:01
7. Unerträgliche Situation

Meine Frau litt unter schweren Angststörungen und Depressionen. Es war für sie unmöglich, einen Job länger als 3-4 Monate zu halten. Wir haben das Glück, das ich uns mit meinem Gehalt problemlos über Wasser halten konnte. Andere Menschen können das nicht. Sie sind auch evtl auf sich alleine gestellt weil es niemand lange mit diesen Menschen aushält. Jeder ist sich heutzutage selbst der nächste.
Es war nicht immer leicht, aber meine Frau hatte die Zeit und Möglichkeit, sich ihren Problemen zu witmen.

Diese Menschen brauchen Hilfe, und nicht Krankenkassen die sich quer stellen und sie zum Medzinischen Dienst der Krankenkasse schickt, um nicht mehr zahlen zu müssen!

Meine Frau wurde beim MdK in Bielefeld gesund geschrieben! Von einem Arzt, der alleine auch Brüche und Bänderrisse beurteilte! Dieser Arzt war nichteinmal Psyhologisch geschult! Meine Frau war am Boden zerstört und wollte aufgeben. Wenn in solch einer Situation niemand da ist und diese Menschen führt, ihnen zeigt: "Da gehts lang!", dann kann soetwas extrem schlecht ausgehen!

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gough 28.07.2015, 14:04
8. Spring doch von einer Brücke

Tja, so ist das. Ich arbeite seit 32 Jahren. Seit 32 Jahren zahle ich Krankenversicherung. Vor 3 Jahren habe ich gemeinsam mit meinem Hausarzt und dem Caritas Zentrum eine Kur beantragt. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits seit Monaten bei einem Verhaltenstherapeuten und wegen Suchtproblematik bei der Caritas. Die Kur wurde mit der Begründung abgelehnt, ich sei zu krank und müsste mich erst in stationäre Behandlung in die Psychiatrie begeben, bevor eine Bewilligung möglich wäre. Damals und bis heute bin ich in einem Arbeitsverhältnis und arbeite 40 Stunden die Woche. Ich schleppe mich zur Arbeit, bin zu nichts anderem mehr fähig, hab kaum mehr soziale Kontakte und nach wie vor ein Suchtproblem. Kann mir bitte jemand erklären, wozu ein stationärer Aufenthalt mit immensem Kostenaufwand nötig sein soll, wenn ich die Problematik erkenne und trotz allem noch arbeite? Würde ich von einer Brücke springen, hätte ich wohl schneller Hilfe. Also ist Eskalation anscheinend gewollt, statt vorausschauendem eigenbestimmtem Handeln. Ein Armutszeugnis ist das und eine Schande.

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mm2112 28.07.2015, 14:07
9. Heilparktiker Psychotherapie...

...gibt es auch, aber die muss jeder aus der eigenen Tasche bezahlen, denn die gesetzlichen Kassen übernehmen die Leistungen i.A. nicht.

Wenn diese Verweigerungshaltung aufgegeben wird, ständen sofort mehr Behandlungsplätze zur Verfügung.

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