Forum: Gesundheit
Psychische Notlagen: Brauche Therapie, warte Monate
DPA

Monatelang müssen gesetzlich Versicherte oft auf einen Platz für eine Psychotherapie warten - auch bei ernsten Krisen und Depressionen. Ein neues Gesetz soll das ändern, mit einer Notfallsprechstunde. Reicht das?

Seite 10 von 28
steffen.ganzmann 28.07.2015, 16:35
90. Weil ich so ziemlich dasselbe schrieb, mische ich mich mal ein:

Zitat von gough
Richtig. Deshalb bin ich ja zur Caritas und seitdem clean. Und war es schon 2 Monate, als wir den Antrag stellten.
Nächste Adresse für die Kostenübernahme ist die Krankenkasse.

Wenn die auch ablehnt, bleibt leider nur noch das Sozialgericht!

Müsste die Caritas aber selbst wissen ...

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keine-#-ahnung 28.07.2015, 16:36
91.

Zitat von 01099
Ihr Nickname ist Programm, oder? Haben Sie es schon einmal selbst mit einem depressiven Menschen zu tun gehabt?
Häufig ... in der ganzen Bandbreite von subjektiven Befindlichkeitsstörungen bis hin zum Ausfüllen von Todesbescheinigungen bei "erfolgreichen" Suizidenten. Wir reden hier aber nicht von psychiatrischer, sondern von psychotherapeutischer Behandlung, gelle?

Und dieses hier vordergründige Gejammer, was die bösen Kassen so alles nicht zahlen können oder wollen kann ich, sorry, allmählich nicht mehr hören. Das sind Krankenkassen, keine Wohlfühlkassen.

Wenn jemand entgegen ärztlicher, zumeist ja auch fachärztlicher Expertise der Meinung ist, das sein Wehwehchen jetzt sofort psychotherapeutisch versorgt werden muss, dann muss er das dann halt auch ausserhalb der "Arztflat" der GKV realisieren und halt dafür zahlen. Dann gibt es auch schneller einen Termin ...

Es empfiehlt sich immer mal wieder den §12 SGB 5 zu Gemüte zu führen, da steht doch eigentlich alles drin, was zum Verständnis der Thematik notwendig ist?

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obscuro 28.07.2015, 16:48
92. @01090

Diese "Co-Abhängigkeit" hat eher etwas mit Liebe zutun gehabt. Ich bin ein selbstbewusster Mensch und habe gut abgewägt, was dort auf mich zu kommen könnte. Desweiteren habe ich nicht geschrieben, ich hätte meim Geld geopfert. Ich habe geschrieben, das meine Frau dank unserer finanziellen Lage sich ganz ihren Problemen widmen konnte. Diese Möglichkeit hat nicht jeder. Nach Jahren der Therapie und 3 Klinikaufenthalten geht es meiner Frau wieder sehr gut und sie geht in ihrem Job auf. Im übrigen verbitte ich mir Ferndiagnosen, die mich in eine Opferrolle zerren wollen.

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MitKohlensäure 28.07.2015, 16:49
93.

Zitat von der_bulldozer
Soweit ich weiß, müssen Heilpraktiker eine sehr anspruchsvolle und mehrjährige Ausbildung absolvieren bevor sie sich zu der wirklich harten staatlichen Prüfung anmelden dürfen. Und wenn sie dann nach ihrer Zulassund behandeln dürfen nehmen sie sich Zeit für ihre Patienten. In der Regel etwa eine Stunde. Ist mir keim Kassenarzt noch nicht passiert.
Na dann ist Ihr Wissen leider komplett falsch ;) Können Sie sich selbt im Internet anlesen (wieso nicht schon getan?), hier jedoch schon mal ein Ausschnitt vom Informationsblatt des Gesundheitsamtes Recklinhausen:

"Heilpraktiker (Psychotherapie) ist kein Aus bildungsberuf - Bedarf aber der amtsärztlichen Überprüfung.
Anders als bei anderen nichtakademischen Heilberufen gibt es keine staatlich geregelte Heilpraktiker-Ausbildung. Es bleibt vielmehr den Anwärtern/innen selbst überlassen, wie sie sich die Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen, die der Beruf als "Heilpraktiker/in (Psychotherapie)“ erfordert.
Dies kann entweder im Selbststudium oder durch den
Besuch einer privaten Heilpraktikerschule erfolgen. Da es sich hier jedoch nicht um einen Ausbildungsberuf handelt, gibt es auch keine staatliche Prüfungsordnung.
Dennoch unterliegt die Erlaubnis zur berufsmäßigen
Ausübung der „Heilkunde im Gebiet der Psychotherapie“ bestimmten Voraussetzungen. So ist es bundesweit geregelt, dass Heilpraktiker-Anwärter/innen sich einer Überprüfung (!!! - das ist etwas anderes als eine "Prüfung") durch den Amtsarzt des Gesundheitsamtes unt
erziehen müssen."

(...) nun kommt ein wichtiger Teil:

"Die Heilpraktikererlaubnis (Psychotherapie) wird un
ter anderem dann erteilt, wenn Sie eine Kenntnisüberprüfung durch das Gesundheitsamt erfolgreich abgelegt haben. Mit dieser Überprüfung soll sichergestellt werden, dass Sie bei der Ausübung der Heilkunde im Bereich der Psychotherapie Einzelnen
oder der Gemeinschaft keinen gesundheitlichen Schad
en zufügen. "

Was also sichergestellt wird, ist lediglich, dass Sie keinen SCHADEN zufügen. Die Überprüfung besteht übrigens lediglich aus 60 Multiple Choice Fragen. Dass die Durchfallquote bei teilweise 80% liegt, lässt hier durchaus einen Schluss auf das Klientel zu.

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steffen.ganzmann 28.07.2015, 16:51
94. Drainagen?

Zitat von KeineIdee100
[...] Ich war außerdem dreimal im CT und wurde mindestens viermal geröntgt, strahle also jetzt im wahrsten Sinne des Wortes von innen und außen. Während meine kassenversicherte Freundin nichts zu Lachen hat und mit ähnlichem Bruch ganze 10 Drainagen + 20 KG und dreimal Röntgen bekam. Spätestens ab Drainage/Gymnastik [...]
Wissen Sie eigentlich, was für einen Chirurgen eine "Drainage" ist?

Silikonschläuche: https://de.wikipedia.org/wiki/Drainage_(Medizin)

DAS sind Drainagen ...

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01099 28.07.2015, 17:01
95.

Zitat von der_bulldozer
Soweit ich weiß, müssen Heilpraktiker eine sehr anspruchsvolle und mehrjährige Ausbildung absolvieren bevor sie sich zu der wirklich harten staatlichen Prüfung anmelden dürfen. Und wenn sie dann nach ihrer Zulassund behandeln dürfen nehmen sie sich Zeit für ihre Patienten. In der Regel etwa eine Stunde. Ist mir keim Kassenarzt noch nicht passiert.
Da sind sie falsch informiert. Selbst die Jobcenter vermitteln "Fortbildungsmaßnahmen", die ein halbes Jahr dauern und Ihnen erlauben, sie sich danach "Heilpraktiker" nennen dürfen. Da darf man definitiv nicht von Profis ausgehen. Und Klangschalen, Globuli Aromen und ähnlicher Eso-Quark helfen sicher nicht bei ausgewachsenen Depressionen. Der Markt für allerlei Quaksalberei ist weit geöffnet.

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steffen.ganzmann 28.07.2015, 17:04
96. Wie bitte?

Zitat von der_bulldozer
Soweit ich weiß, müssen Heilpraktiker eine sehr anspruchsvolle und mehrjährige Ausbildung absolvieren [...]
Zwei bis vier Jahre mit drei Abenden pro Woche Ausbildung pro Woche sind für Sie "anspruchsvoll und mehrjährig"?

Da hätte ich ja auch nach dem Basic Combat Training bei der Washington Army National Guard die sofortige Promotion zum Generalstabsoffizier fordern müssen ... ;-)

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01099 28.07.2015, 17:14
97.

Zitat von keine-#-ahnung
Häufig ... in der ganzen Bandbreite von subjektiven Befindlichkeitsstörungen bis hin zum Ausfüllen von Todesbescheinigungen bei "erfolgreichen" Suizidenten. Wir reden hier aber nicht von psychiatrischer, sondern von psychotherapeutischer Behandlung, gelle? Und dieses hier vordergründige Gejammer, was die bösen Kassen so alles nicht zahlen können oder wollen kann ich, sorry, allmählich nicht mehr hören. Das sind Krankenkassen, keine Wohlfühlkassen. Wenn jemand entgegen ärztlicher, zumeist ja auch fachärztlicher Expertise der Meinung ist, das sein Wehwehchen jetzt sofort psychotherapeutisch versorgt werden muss, dann muss er das dann halt auch ausserhalb der "Arztflat" der GKV realisieren und halt dafür zahlen. Dann gibt es auch schneller einen Termin ... Es empfiehlt sich immer mal wieder den §12 SGB 5 zu Gemüte zu führen, da steht doch eigentlich alles drin, was zum Verständnis der Thematik notwendig ist?
Es mag ja sein, dass es die Fälle gibt, bei denen sich Menschen zu Unrecht eine Selbstdiagnose stellen, aber ich denke nicht, dass es die Mehrheit sein wird. Und die, die wirklich ein Problem haben, sind ganz sicher keine "verweichlichten" Menschen.
Ich hatte selbst vor Jahren das "Vergnügen" mit Panikattacken, die dank einer sofortigen Gesprächstherapie relativ schnell wieder verschwanden. Mit "Ausruhen" oder einer vorschnellen Selbstdiagnose hatte meine Situation wahrlich nichts zu tun. So hätte ich nicht mehr funktionieren können. Ich bin heilfroh, dass ich schon bei der ersten Vorstellung bei der Psychologin sofort die Möglichkeit für Sitzungen bekam.
Und gerade erlebe ich bei einem, mir sehr nahe stehenden Menschen, was eine Depression bedeutet. Und das hat auch nichts mit "Ausruhen" zu tun, glauben Sie mir. Aber die Person bekommt eben keinen Therapieplatz, schleppt sich jeden Tag auf Arbeit, hat Suizidgedanken, schläft maximal vier Stunden pro Nacht und isst kaum noch etwas und ist mit ihrem Selbstwertgefühl am Ende.
Soll ich da von "subjektiver Befindlichkeitsstörung" reden, wenn ich schon als Außenstehender merke, dass etwas ganz und gar nicht stimmt?
Bitte hören Sie damit auf, psychisch Erkrankte pauschal als Hypochonder oder Jammerlappen hinzustellen. Damit können Sie viel kaputtmachen. Danke!

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fridayn 28.07.2015, 17:14
98. Darum

Zitat von steffen.ganzmann
... Psychotherapie in Deutschland könnte da irgendetwas helfen? Hauptpunkt ist schon das Sprachproblem! Sie werden wohl kaum einen Therapeuten finden, der, sagen wir mal, Somalisch kann. Und ich schrieb schon in einem anderen Beitrag: Fast alle Therapeuten können bei PTSD nichts machen! Last but not least: Kein Therapeut wird auch nur etwas von dem erahnen, was dieser Patient durchzumachen hatte ...
ging es gar nicht.
Die Antwort bezog sich auf eine Kommentator, der wohl meinte die Flüchtlinge nehmen uns die Therapeuten weg

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steffen.ganzmann 28.07.2015, 17:21
99. Der wahre Grund ist ein anderer:

Zitat von CancunMM
Ihre Erfahrungen tun mir wirklich leid, aber ich denke nicht, dass man den Stab so einfach über den Psychologen brechen sollte. Er konnte Sie anscheinend selbst nicht behandeln, da er wahrscheinlich schon bis zum Rand voll mit Terminen war. Und von den Patienten waren sicher auch viele die ähnlich schlimme Erlebnisse hatten. Wen sollte er nun für Sie von der Liste nehmen. Und der Privatdozent hat eben keine Kassenzulassung gehabt. Also muss man den privat bezahlen. Vieleicht hätten Sie einfach noch mal das Gespräch suchen sollen.
Die meisten Psychologen und Psychiatern können schlichtweg PTSD nicht behandeln, da nie gelernt.

Ich suchte, als ich PTSD hatte, auch einen Psychotherapeuten, mein Freundin, die Psychologie studiert, auch (Btw.: Auch sie lernte nichts über PTSD und das an einer Universität mit angeblichem Superpsychologiestudium!).

Es gibt genau einen Psychiater, aber wir mögen uns gegenseitig nicht (freundlich ausgedrückt) und das auf PTSD spezialisierte Bundeswehrkrankenhaus Koblenz hat eine Wartezeit von 1.5 Jahren ...

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