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Psychische Notlagen: Brauche Therapie, warte Monate
DPA

Monatelang müssen gesetzlich Versicherte oft auf einen Platz für eine Psychotherapie warten - auch bei ernsten Krisen und Depressionen. Ein neues Gesetz soll das ändern, mit einer Notfallsprechstunde. Reicht das?

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Micael54 29.07.2015, 11:07
170. Hier ist Wettbewerb dringend nötig

Diese Psycho-Branche braucht unbedingt Freie Marktwirtschaft. Solange der Staat dabei hilft, dass das Angebot die Nachfrage gigantisch übertrifft, wird sich nichts ändern. Zu verführerisch ist es für Psychologen, dass sie ihre Kunden wie am Fließband abfertigen. Da werden die von der Versicherung genehmigten Stunden abgewickelt und gut ist’s. Der Nächste bitte. Groß ist das Risiko, dass der Therapeut dem Patienten nicht zuhört, sondern sein an der Uni gelerntes Standardprogramm durchzieht – was für den Patienten katastrophale Auswirkungen haben kann. Bei vielen Psychoproblemen ist ein über 10 Jahre lang ausgebildeter Therapeut auch gar nicht nötig. Manchmal würde schon ein bodenständiger, praktisch veranlagter Mensch helfen, der zuhört und leicht verständlich erklärt, wie andere Menschen mit dem geschilderten Problem zurecht kommen. Oft haben sich zum Beispiel Menschen über Jahre hinweg in Zwangsgedanken verstrickt und brauchen jemanden, der ihnen da mit echtem Interesse wieder heraushilft. Das muss kein Akademiker sein. Und dafür braucht man keinen Staat.

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egyptwoman 29.07.2015, 11:19
171.

Der Artikel sagt mal wieder nur die halbe Wahrheit. Es gibt immer mehr Menschen mit psychischen Problemen und viel zu wenige Therapeuten. Nicht nur Kassenpatienten warten Monatelang auf einen Termin bei einer/einem Therapeuten, auch privat versicherte müssen ebensolange warten. Ich spreche da aus Erfahrung. Die meisten Therapeuten haben schlichtweg keinen Platz frei und man kann ja nicht einfach einen Patienten der sich grad in Therapie befindet "rausschmeißen" nur weil da ein Privatpatient einen Platz braucht, sollte ein Therapeut dies tun (kann schon sein das es solche gibt), dann taugt er als Therapeut nichts, denn dann geht es ihm nur ums Geld.

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durchfluss 29.07.2015, 11:57
172. Die Lösung wäre einfach

Die Kassenärztlichen Vereinigungen zu entmachten - denn sie sind für die meisten Miseren unseres Gesundheitssystems direkt verantwortlich. Unter anderem auch für die unrealistisch niedrige Berechnung der Quoten für psychotherapeutische Kassensitze. Aber wo eine Lobby ist, ist eben kein Weg...

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Ifthengoto 29.07.2015, 12:57
173. meine Krankenkasse

die ich empfehlen kann aber trotzdem hier nicht nenne, riet mir, gleich bei fünf Therapeuten anzufragen. Ein Erstgespräch ist eben lange noch kein Einstieg in eine Therapie. Die Chemie muß stimmen. Ich habe da leider seit über zwanzig Jahren "Erfahrung". Eine Uhr hinter dem Patientenplatz oder eine unmotivierte Annamnese sind dafür schon Indizien. Nachdem ich UND mein letzter Therapeut übereingekommen waren, dass es auch ohne ihn geht (so muss das laufen), war es wieder kritisch mit meiner Psyche. Der hatte dann aber, aus bekannten Gründen, alle seiner Termine schon vergeben. Eine psychische Krankheit ist halt kein Beinbruch. Eine stationäre Behandlung kann da natürlich intensiv und medikamentös hilfreich sein. Aber nur temporär. Es besteht hier wohl erheblicher Bedarf an Aufstockung der Kapazitäten. Und seltsam, so ein wenig hatte ich bisher den Eindruck, dass einige Therapeuten selbst eine Therapie benötigen.
Früher sagte man, "ach, schlechte Laune? das wird schon" Seit geraumer Zeit ist das wohl anerkannt. Meine Freunde und Arbeitskollegen sehen das positiv. Die Sache mit dem Copiloten rückt das ganze natürlich in andere Anschauungsweisen. Vielleicht ist das ganze Brimborium um die psychischen Leiden nur ein Zeichen der Zeit, mit höher, weiter und schneller
aber ich fühle mich nicht wohl.P

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Amarananab 29.07.2015, 13:00
174. Das ganze gesetzliche Krankenkassensystem ist krank

Wozu noch eine gesetzliche Krankenversicherung haben wenn die Krankenkassen nicht in der Lage sind in akuten Fällen zu helfen. Das betrifft nicht nur die Psychotherapie sondern auch Fachärzte, ambulante Behandlung usw. Stattdessen haben sich die gesetzlichen Krankenkassen zu wahren Bürokratieungetümeverwandelt, viel Papierkram, kein `CustomerService` undalle drei Monate ein Hochglanzmagazin mit der ironischen Überschrift `Bitte bleiben Sie gesund` Klar, sonst würden wir ja kosten. Es wird Zeit, das gesetzliche Krankenkassensystem durch eine Volksgesundheitsfürsorge umzuwandeln an der jeder einbezogen wird und alle Heilungsmöglichkeiten offen stünden. Einige Staaten sind bereits seit Jahren auf solch ein System mit Erfolg übergegangen

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bayernmuenchen 29.07.2015, 13:23
175. Dann

sollten die Kassenpatienten in die Pkv wechseln durch Zusatzversicherungeb.

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Wofgang 29.07.2015, 13:32
176.

Zitat von MitKohlensäure
... Eine Frage vorweg: Sind Sie P. nach dem HP-Gesetz oder mit einem liiert/befreundet? ...
Und wenn? Tatsache ist, dass es genauso wie ihre eine anerkannte Ausbildung ist. Wenn Sie die Prüfung nach dem Studium nicht mal nebenbei ablegen könnten, wäre das ein Armutszeugnis. Nur diese Leute sind genau für die Leute da, die bei den Superpsychologen keinen Termin kriegen. Dann muss man das halt selbst zahlen. In beiden Bereichen gibt es Gute und Schlechte.

Ganz klar, den einen Bereich als schlecht darzustellen ist nicht professionell.

Meine schlechtesten Erfahrungen, habe ich mit einem Urologen mit psychologischer Zusatzausbildung gemacht. Einfach nur grottenschlecht, da hilft auch das Studium nix.

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matteo51 29.07.2015, 13:46
177. entwertung

Zitat von MitKohlensäure
...bitte nicht - oder besser: NIEMALS - zu einem "Heilpraktiker für Psychotherapie" gehen - dann lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen und zu einem approbierten Psychotherapeuten (privat). Das sage ich Ihnen guten Gewissens als approbierter Kassenpsychotherapeut mit der "Zusatzqualifikation" Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz (welches ich in den Müll geworfen habe, nachdem ich es für null Aufwand gegen geringe einmalige Prüfungsgebühr erhalten habe).
ja. ich stimme ihnen zu, dass ein patient gut schauen sollte, wem er sich anvertraut.
sie als psychologischer psychotherapeut entwerten hier in diesem kurzen post recht erheblich. was mich dazu bringt, zu denken, dass es doch letztlich auf die zugewandtheit des therapeuten ankommt.
seltsam mutet auch an, dass sie sich erst der staatlichen Überprüfung unterziehen, um dann nach Bestehen die "Zusatzpqualifikation" in den "Müll" zu werfen.
Schönen Tag noch und beste grüsse von einem heilpraktiker begrenzt auf das gebiet der psychotherapie.

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Micael54 29.07.2015, 13:59
178. Jetzt wird's schmutzig

Gerade erfahre ich, dass hervorragend ausgebildete Therapeuten aus Lateinamerika und den USA in Deutschland keine Zulassung bekommen.

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fridayn 29.07.2015, 14:01
179. Nö

Zitat von steffen.ganzmann
Hätte sie das Wort "Lymphdrainage" geschrieben, wäre alles ok gewesen. Aber vielleicht gut so, dass ich nicht sagen musste, was ich von Lymphdrainage bei OSG-Fraktur halte. Es hätte Ihnen nicht gefallen ...
Sie hat es ja ausgeschrieben und dann im weiteren Text abgekürzt benutzt.

Sie können sich vorstellen, was ich auf die Meinung eines Experten gebe, der systematisch nur Fragmente von Texten erfasst und sich dann beklagt. Ich bin da bestimmt nicht der Einzige.

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