Forum: Gesundheit
Psychische Notlagen: Brauche Therapie, warte Monate
DPA

Monatelang müssen gesetzlich Versicherte oft auf einen Platz für eine Psychotherapie warten - auch bei ernsten Krisen und Depressionen. Ein neues Gesetz soll das ändern, mit einer Notfallsprechstunde. Reicht das?

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puby 28.07.2015, 14:10
10. @2

klar an allem sind die Flüchtlinge schuld, vor allem daran, dass gestern in meinem Aldi das Klopapier leer war.

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andy.hagemann 28.07.2015, 14:17
11.

Es ist ja schön und gut, dass der Gesetzgeber plant das Angebot für Gruppentherapien auszuweiten, aber wer soll diese bitte ausführen? Es lohnt sich einfach nicht bei ständigen Patientenausfällen und einer miesen Entlohnung sowie einer emotional anstrengenden Arbeit diese anzubieten. In den Institutsambulanzen der Uni wird häufig mit nicht qualifizierten Psychologen in Ausbildung gearbeitet, die erstens nicht im ambulanten Bereich arbeiten dürfen und zweitens in der Regel noch nicht einmal dafür bezahlt werden, weil es "Teil der Ausbildung" ist. Wer noch keine Ahnung hat und nichts verdient kann keine "Spitzenmedizin" machen, wie sie sich die Unikliniken gerne auf ihre Fahnen schreiben. Wer an der Bezahlung spart kann keine Qualität erwarten.

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MichiK 28.07.2015, 14:20
12.

Zitat von gough
Tja, so ist das. Ich arbeite seit 32 Jahren. Seit 32 Jahren zahle ich Krankenversicherung.
Besser nicht. Das ist eine Straftat.
Ich denke mal , alle Kassen, privat wie gesetzlich haben harte Arbeitswelt nicht vorhersehen können, und das und Kombination mit der alternden Gesellschaft.

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mghi 28.07.2015, 14:20
13. Privat gegen gesetzlich?

Nur scheinbar ist dies Blödsinn, da in vielen Bereichen erst die Leistungen der Privatpatienten (ca. Faktor 2,3) ganze Arztpraxen über Wasser halten, da die gesetzlichen (zu-)wenig zahlen. Eine Einheitskasse verschärft sogar das Problem, weil sich Niemand mehr anstrengen muss, und die reichen Menschen zahlen halt bar für eine Behandlung.
Das grundsätzliche Problem des Mangels an Therapeuten lässt sich nicht durch Krankenkassenorganisation sondern nur durch mehr Ärzte lösen. Evtl. müssten die Allgemeinmediziner hier eine Schulung erhalten, um die Fälle besser kanalisieren zu können.

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mghi 28.07.2015, 14:22
14. Privat gegen gesetzlich?

Nur scheinbar ist dies Blödsinn, da in vielen Bereichen erst die Leistungen der Privatpatienten (ca. Faktor 2,3) ganze Arztpraxen über Wasser halten, da die gesetzlichen (zu-)wenig zahlen. Eine Einheitskasse verschärft sogar das Problem, weil sich Niemand mehr anstrengen muss, und die reichen Menschen zahlen halt bar für eine Behandlung.
Das grundsätzliche Problem des Mangels an Therapeuten lässt sich nicht durch Krankenkassenorganisation sondern nur durch mehr Ärzte lösen. Evtl. müssten die Allgemeinmediziner hier eine Schulung erhalten, um die Fälle besser kanalisieren zu können.

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practicus 28.07.2015, 14:22
15. nicht ganz so einfach...

Erstens ist Psychotherapie nicht beliebeig viel leistbar. 6 Stunden Einzeltherapie pro Tag fordern die Therapeuten schon außerordentlich, wie in der ärztlichen Praxis 55 Wochenstunden sind in der Therapie einfach nicht leistbar.
Zweitens ist die gesamte sogenannte "Bedarfsplanung" keineswegs am ermittelten Bedarf ausgerichtet, sondern die an einem Stichtag festgestellte TherapeutInnenzahl wurde einfach als "100% Bedarfsdeckung" festgeschrieben.
Drittens ist die gesamte Psychotherapie fest in weiblicher Hand, auf Kongressen sitze ich oft mit einem Kollegen unter 20 Frauen. Frauen neigen weniger zur Selbstausbeutung als Männer, haben oft andere Prioritäten und sind oft "nur" Mitverdiener, arbeiten oft mit reduzierter Arbeitszeit. Es sei ihnen gegönnt, auch den Männern, aber es besteht ein eklatanter Mangel an männlichen Psychotherapeuten.
Viertens können Psychotherapeuten nicht erst ab 16:00 Uhr Sprechstunden anbieten und bis in die tiefe Nacht arbeiten, weil die Therapien lang dauern und es oft schwierig ist, Patienten im Arbeitsleben tagsüber zu behandelt - 25 Wochen lang einmal pro Woche!
Nicht zuletzt ist das Kassenhonorar für Psychotherapie lächerlich gering, für den Stundensatz heben Juristen und Steuerberater nicht mal den Hörer ab, eine Handwerkerstunde kostet mehr als eine Stunde Psychotherapie - und auch das GOÄ-Honorar ist nicht viel besser - 92.51 vs 84 €, beides seit über 10 Jahren nicht angepasst!

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MitKohlensäure 28.07.2015, 14:23
16. @mm2112

...bitte nicht - oder besser: NIEMALS - zu einem "Heilpraktiker für Psychotherapie" gehen - dann lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen und zu einem approbierten Psychotherapeuten (privat).

Das sage ich Ihnen guten Gewissens als approbierter Kassenpsychotherapeut mit der "Zusatzqualifikation" Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz (welches ich in den Müll geworfen habe, nachdem ich es für null Aufwand gegen geringe einmalige Prüfungsgebühr erhalten habe).

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gott777 28.07.2015, 14:23
17. Traurig...

Meine Frau leidet seit Jahren an einer teilweise hormonell, teilweise durch Arbeitslosigkeit ausgelösten Depression mit anschwellenden Aggressionszuständen. Der Hausarzt will sie medikamentös nicht behandeln, der nächste verschreibt ihr Zuckerkügelchen, erst der dritte schickte sie zur Psychotherapeutin. Dort wurde ihr im gesamten Umkreis eine Wartezeit von 4-5 !!! Monaten gegeben. Sie verzichtete und leidet heute immer noch weiter. Wie kann es sein, dass ein Kranker, der sich und anderen eine Gefahr sein kann und Hilfe sucht so billig abgewiesen wird? Man hat das Gefühl, man will absichtlich diesen Menschen nicht helfen.

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Don_Draper 28.07.2015, 14:26
18. Gibt es heutzutage

eigentlich mehr psychische erkrankungen, oder werden die nur einfach besser erkannt und nicht mehr so ignoriert wie früher?
Würde eigentlich auf das letztere tippen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass nach einer Zeit wie z.B. dem zweiten Weltkrieg die Menschen weniger psychische Störungen hatten als heute.

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CancunMM 28.07.2015, 14:26
19.

Zitat von Andreas-Schindler
Dieses hin und her wäre Überflüssig, wenn es nur eine Krankenkasse für alle in Deutschland gäbe. In anderen Ländern fährt man damit besser als mit unseren Wald voller Krankenkassen. Die Gesamtkosten wären geringer und die Beiträge auch. Das Gejammer über Vorzugsbehandlung von Privatversicherten gäbe es dann auch nicht.
Und was hat das jetzt mit dem Thema zu tun ?
Denken Sie man käme schneller ran, wenn es nur eine Kasse gäbe ?

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