Forum: Gesundheit
Psychische Notlagen: Brauche Therapie, warte Monate
DPA

Monatelang müssen gesetzlich Versicherte oft auf einen Platz für eine Psychotherapie warten - auch bei ernsten Krisen und Depressionen. Ein neues Gesetz soll das ändern, mit einer Notfallsprechstunde. Reicht das?

Seite 22 von 28
MScholli 29.07.2015, 22:06
210.

Zitat von Softship
Sie haben wohl den letzten Absatz überlesen. Warum finden sie es "fair", dass jemand mehr in die GKV bezahlen soll nur weil er mehr verdient? Ist seine Gesundheit mehr wert als die Gesundheit eines Geringerverdieners?
Wären die Lasten des Gesundheitssystem zwischen Besserverdienenden, Politikern und Beamten einerseits und den restlichen Bürgern andererseits fairer oder unfairer verteilt als bisher, wenn alle in der GKV grundversichert wären?

Es geht also nicht darum, ob es das fairste aller denkbaren Modelle ist, sondern lediglich, ob die Lasten dadurch fairer verteilt werden als bisher. Das war die Frage, die ich gestellt hatte.

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Jörg Hartig 29.07.2015, 22:44
211. HP für Psychotherapie sind per se die schlechteren Therapeuten? 1/2

Das denke ich nicht.
Pro und Contras sind hier schon genügend genannt worden.

Viele HP für PT leisten eine sehr gute Arbeit. Und wenngleich komplexe Behandlungen vielleicht nicht deren entsprechende Domäne sind, können die HP's den therapeutischen Bedarf zum Beispiel durch wertvolle supportive Angebote (Psychische Begleitung von Krebspatienten etc.) und sowie Therapien für leichte und mittelgradige Störungsbilder hilfreich und kompetent entlasten.
Ein Hausarzt wird ja auch nicht als "Arzt zweiter Klasse" oder "fachärztlicher Zuarbeiter" deklassiert. Er hat seinen legitimen Platz in der ärztlicher Versorgungslandschaft. HPs mit nachgewiesener fachlicher Expertise sollten das unaufgeregt auch für sich in Anspruch nehmen dürfen.

Allgemeines Heilparktiker-Bashing finde ich genau so deplaziert, wie das jeder anderer Berufsgruppe auch.

Übrigens haben nicht alle HP für Psychotherapie sich ihr Wissen nur als verkrachte oder esoterisch verpeilte Existenz mit ein paar Psycho-Büchern auf der Decke im Stadtpark angelesen und Glück beim Multiple Choice Test gehabt...

Genau so, wie nicht jeder, der ein "richtiges Medizin- oder Psychologie-Studium" geschafft hat, ein Garant für fachliche Expertise und Behandlerquaität ist.

Ich habe Medizin und Psychologie studiert, als Dipl-Psych. mein Studium beendet. Und ich weiß aus beiden Disziplinen, wie viele "Experten" es gibt, die ihren Abschluss gerade so bestanden haben und nun in der Praxis kassen-zugelassen "herumdoktoren". Auch mit einer psycho-therapeutische Approbation verlassen nicht alle ehemaligen Ausbildungskandidaten automatisch "gute Therapeuten".

An anderer Stelle muckiert sich hier ein Schreiber darüber, dass in seiner HP-Ausbildungsklasse (ich zitiere frei) "vom Ex-Arbeitslosen bis zum Eisenbieger" alles dabei gewesen wäre.
Warum nicht?
Ist es verboten, dem eigenen Lebens- und auch Berufsweg eine neue Richtung geben zu dürfen?

Ich sage doch auch nichts, gegen die zum Teil deutlich ausgebrannten oder andersweitig geschwächten 40+ ÄrztInnen, die sich an Psychotherapie-Instituten tummeln und auf eine (leichtere) Fortführung der Restberufszeit hoffen/zusteuern. Traumatherapeuten oder ähnlich Anspruchsvolles werden von denen die wenigsten, soviel steht schon mal fest.

Fest steht auch, dass die psychotherapeutische Versorgung, angefangen vom Studium, über die therapeutische Fortbildung hinweg bis hin zum Weg in die (freie) Praxis sowie die Frage der der gerechten Entlohnung der therapeutischen Arbeit einer wirklich radikalen und grundlegenden Erneuerung Bedarf. An allen Ecken und Enden klebt Filz, der sowohl den Weg hin zum Beruf als auch dessen Ausübung reglementiert, erschwert oder behindert.

Warum ich mich hier zu Wort melde?
Nun, ich sagte es schon. Ich mag sie positive Selbstdarstellung auf Kosten anderer nicht.

...weiter in Teil 2

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steffen.ganzmann 30.07.2015, 23:11
212. Ein Tipp:

Zitat von Softship
[...] Ich bin auch ein privatversicherter Chroniker. War vor 4 Wochen mal wieder 24 Stunden lang stationär... die Klinik hat dafür 1.294,17 € (Zweibettzimmer) erhalten, die Rechnung für Labor-, Radiologie- und Chefarzt-Leistungen stehen noch aus [...]
Streichen Sie den Chefarzt. Sie werden nicht von ihm behandelt sondern von Chefarzt-Assistenten. Ausser der tägliche Visite passiert da nicht viel - und zumindest ich konnte darauf verzichten.

Wird das Können des Chefs benötigt, erfährt er das eh und sieht sich die Krankengeschichten an, auch die von GKVlern ...

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steffen.ganzmann 30.07.2015, 23:59
213. Was der besagte junge Psychiater gesagt hatte, ...

Zitat von GinaBe
Hm. Verständlich depressive Reaktionen? Und das sollte eine seriöse Diagnose darstellen? [...] Sagen Sie, ist das alles wahr, was Sie schreiben?
... weiss ich in der Tat nicht genau, dazu war ich noch zu krank gewesen. Ich schrieb, was ich schwerkrank mit 42 Grad Fieber verstanden hatte.

Dennoch hat er mir damit sehr, sehr geholfen ...

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tobytobs1 30.07.2015, 06:41
214. Ambulant Psychiatrische Pflege

Als Überbrückung gibt es in manchen Bundesländern die APP, welche als Krankenhausvermeidungspflege fungiert und sehr erfolgreich ist. Innerhalb dieser Versorgung kann begleitend ein Psychotherapieplatz gesucht werden, Krisen akut abgewendet und Strategien zum Umgang mit der Erkrankung erlernt werden. Oftmals ist dann nach vier monatiger Versorgungszeit eine weitere Behandlung nicht mehr erforderlich. Übrigens bieten einige Kassen eine integrierte Versorgung an, innerhalb dieser die Patienten über mehrere Jahre begleitet werden können!

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Softship 30.07.2015, 08:29
215.

Zitat von MScholli
Wären die Lasten des Gesundheitssystem zwischen Besserverdienenden, Politikern und Beamten einerseits und den restlichen Bürgern andererseits fairer oder unfairer verteilt als bisher, wenn alle in der GKV grundversichert wären? Es geht also nicht darum, ob es das fairste aller denkbaren Modelle ist, sondern lediglich, ob die Lasten dadurch fairer verteilt werden als bisher. Das war die Frage, die ich gestellt hatte.
Wieso wiederholen Sie sich?

Ich schrieb schon einmal, dass nicht einmal die Hälfte der Privatversichrten "Besserverdiener" sind. Das bedeutet, dass über die Hälfte der Privatversicherten bei der GKV nicht einmal den Maximalbeitrag bezahlen würden.

Was ist denn "fair"? "Fair" ist eine Frage der Perspektive. Ich finde es eben nicht "fair", wenn jemand mehr bezahlen muss, nur weil er ein höheres Einkommen hat. Immerhin ist der "Gegenstand" der Versicherung bei einem "Besserverdiener" und ein "Geringerverdiener" gleich.

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MScholli 30.07.2015, 08:53
216.

Zitat von Softship
Wieso wiederholen Sie sich? Ich schrieb schon einmal, dass nicht einmal die Hälfte der Privatversichrten "Besserverdiener" sind. Das bedeutet, dass über die Hälfte der Privatversicherten bei der GKV nicht einmal den Maximalbeitrag bezahlen würden. Was ist denn "fair"? "Fair" ist eine Frage der Perspektive. Ich finde es eben nicht "fair", wenn jemand mehr bezahlen muss, nur weil er ein höheres Einkommen hat. Immerhin ist der "Gegenstand" der Versicherung bei einem "Besserverdiener" und ein "Geringerverdiener" gleich.
Wieviele von den Privatversicherten Besserverdiener sind, spielt für meine Frage, ob die Lasten fairer als bisher verteilt wären, wenn alle in der GKV grundversichert wären, keine Rolle. Ebenso wenig spielt es für meine Frage eine Rolle, ob man ein einkommensabhängiges Beitragssystem oder eine Gesundheitsprämie hat.
Die Frage werde ich auch nicht mehr wiederholen, weil Sie diese nicht beantworten wollen bzw. implizit bereits beantwortet haben.

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Softship 30.07.2015, 09:16
217.

Zitat von MScholli
Wieviele von den Privatversicherten Besserverdiener sind, spielt für meine Frage, ob die Lasten fairer als bisher verteilt wären, wenn alle in der GKV grundversichert wären, keine Rolle. Ebenso wenig spielt es für meine Frage eine Rolle, ob man ein einkommensabhängiges Beitragssystem oder eine Gesundheitsprämie hat. Die Frage werde ich auch nicht mehr wiederholen, weil Sie diese nicht beantworten wollen bzw. implizit bereits beantwortet haben.
..."implizit bereits beantwortet"? Stimmt. Aber ich denke Sie haben die Antwort falsch verstanden. Deswegen ganz explizit: für mich ist es "fairer" wenn jeder dasselbe bezahlt, unabhängig vom Einkommen.

Und natürlich spielt für Ihre Argumentationskette die Frage wieviele "Besserverdiener" eine Rolle. Denn je weniger "Besserverdiener" es gibt, desto bedeutungsloser die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Oder meinen Sie tatsächlich, dass es Menschen geben sollte, die €10.000 monatliche Kassenbeiträge bezahlen müssten?

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MScholli 30.07.2015, 09:39
218.

Zitat von Softship
Deswegen ganz explizit: für mich ist es "fairer" wenn jeder dasselbe bezahlt, unabhängig vom Einkommen.
Das ist eine klare Antwort. Nur leider nicht auf meine Frage.

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MScholli 30.07.2015, 09:44
219.

Zitat von Softship
Und natürlich spielt für Ihre Argumentationskette die Frage wieviele "Besserverdiener" eine Rolle. Denn je weniger "Besserverdiener" es gibt, desto bedeutungsloser die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Oder meinen Sie tatsächlich, dass es Menschen geben sollte, die €10.000 monatliche Kassenbeiträge bezahlen müssten?
Selbstverständlich würde eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze auch gesetzlich Versicherte betreffen. Das passiert übrigens auch Jahr für Jahr.

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